Rekonstruktion der Bibliothek von Goethes Vater

Seit 1937 sind die Mitarbeiter des Freien Deutschen Hochstifts mit dem Versuch beschäftigt, die Bücher, die einst in den Regalen der Familie standen, wieder am Großen Hirschgraben zu versammeln. Weit mehr als die Hälfte ist inzwischen geschafft. Die schwerste Strecke aber liegt noch vor den Sammlern: Übrig geblieben sind bislang die teuersten, seltensten und auf dem freien Markt besonders mühselig zu ergatternden Stücke. Gegen reiche Privatsammler, die weit höhere Beträge zahlen können, als das Hochstift sie sich leisten kann, hat man am Hirschgraben oft nicht die geringste Chance. Gäbe es da nicht die großzügige Goethe-Spende, die eine Mäzenin dem Hochstift vor einiger Zeit überlassen hat, damit es sich Goethe-Stücke kaufen kann, wäre bereits die gesamte Sammlungstätigkeit der vergangenen Jahre unmöglich gewesen.

[via faz.net]

Permalinks für Katalogisate

In der Mailingliste NGC4LIB wird gerade eifrig darüber gestritten, in welcher Form Kataloge im Netz präsent sein sollten. Ausgangspunkt war eine Diskussion über das Semantic Web, aber schnell ist die Debatte zum Kernpunkt gekommen: Bislang sind Bibliotheken nicht einmal im „normalen“ Web angekommen.

Tim Spalding fasst das Problem folgendermaßen zusammen:

1. Vendors don’t make linkable systems, mostly because libraries don’t
force them to.
2. OCLC maintains that libraries should stay off the web, and rely on
WorldCat to serve as their front-end to the world.

The result:

1. Libraries are almost NEVER in search results.
2. WorldCat is seldom visited. For example, WorldCat has HALF the
traffic of LibraryThing. It even has less traffic than Dogster.com,
the social network for people who REALLY love their dogs.

Spalding ist uneingeschränkt zuzustimmen. Man bedenke: OPAC steht für Online Public Access Catalogue. Der Gedanke war also ursprünglich, den Katalog online für den öffentlichen Zugang zur Verfügung zu stellen. Der Katalog an sich ist auch öffentlich zugänglich. Nun ist es an der Zeit, auch die Katalogisate öffentlich zugänglich zu machen. Was brauchen wir dazu? Suchmaschinentaugliche Permalinks auf Katalogisate.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die VZG getan, als sie kürzlich sogenannte Zitierlinks in den GVK einbanden.

Beispiel: http://gso.gbv.de/xslt/DB=2.1/PPNSET?PPN=595545807

Dabei gibt es jedoch (abgesehen von der Benennung der Funktion, hinter der ich eigentlich eher die bibliographischen Daten in maschinenlesbarer Form vermutet hätte) zwei Probleme.

  1. PPNs sind nicht dauerhaft, sie können sich ändern oder gelöscht werden. Dann ändert sich auch der Zitierlink, was ihn insgesamt untauglich macht. Denn: Cool URIs don’t change. Vielleicht wäre es sinnvoll, eine übergreifende ID wie die Erstkatalogisierungs-ID (EKI) für diesen Zweck einzusetzen.
  2. Der Link entspricht nicht dem, was man sieht, wenn man aus einer Recherche dorthin gelangt. Das heißt, man muss den Zitier-Link extra anklicken. Dies problematisch z.B. beim Einsatz von Bookmarkingplugins. Ist die Session beendet, ist zum Beispiel dieser Link hier nicht mehr gültig.

Ändern könnte man dies, indem man das Vorgehen der OpenLibrary übernimmt. Sucht man dort nach „The Mahabharata“ von Jean-Claude Carrière, findet man unter anderem folgenden Titel:

http://openlibrary.org/b/OL9587696M/The_Mahabharata

Dieser Link besteht aus dem Basis-Link für die OpenLibrary + alphanumerische ID + Titelstichwort. Der Titel ist für die Funktion des Links irrelevant. Ruft man die selbe ID mit einem anderen Titel auf, kommt man trotzdem zum gewünschten Titel:
http://openlibrary.org/b/OL9587696M/Harry_Potter_and_the_catalogue_of_death

Bestimmt sind auch andere technische Umsetzungen denkbar. Wichtig ist nur, dass durch dieses nur scheinbar unwichtige Detail unsere Kataloge endlich im Web ankommen. Überlegungen zur Umsetzung bestehen, jetzt kommt es darauf an, sie so schnell wie möglich umzusetzen.

Der Bibliothekar (und sicherlich auch seine Kolleginnen)

Katalogrezensent Dale Askey hat mit Studierenden der HTWK Leipzig eine packende Reportage über das Studium der Bibliotheks- und Informationswissenschaft gedreht:

Der Vorhang fällt und eine Frage offen: Wo bekommt man solche Brillen her?

[Am Gartenzaun gefunden.]

Update: Dale Askey besteht darauf, selbst selbst keinen Finger gerührt zu haben. ;o)

Ludwigsburger Literaturfest mit Martin Walser

Unter dem Motto „Ein Tag rund um Literatur und Buch“ steht der kommende Sonntag, 25.10.09, in Ludwigsburg.

Bereits zum dritten Mal findet an diesem Tag das Ludwigsburger Literaturfest zusammen mit dem Tag der offenen Tür der Stadtbibliothek statt. Das Literaturfest macht die aktive und lebendige Literaturszene für ein breites Publikum sichtbar und informiert über die literarischen Angebote in Ludwigsburg.

Neben einem vielseitigen Programm wartet bereits die Eröffnung der Veranstaltung mit einem Highlight auf:
Am Samstag wird Martin Walser um 20.00 Uhr in der Musikhalle am Bahnhof aus seinem aktuellen Roman „Ein liebender Mann“ lesen.

Zum Programmflyer.

60 Jahre Tolstoi-Bibliothek München

Die 1949 von Flüchtlingen mit Unterstützung der amerikanischen Tolstoy Foundation gegründete Bibliothek umfasst heute rund 45.000 Bände in russischer Sprache.

Neben zeitgenössischer und klassischer russischer Literatur, russischen Übersetzungen der Weltliteratur, besonders auch deutscher Literatur, werden Enzyklopädien, Fachbücher aus Geschichte, Wissenschaft, Kunst und Religion, Kinderbücher und eine große Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften angeboten. 200 russische Videofilme ergänzen das Angebot.
Kernstück ist die berühmte Sammlung russischer Emigrationsliteratur mit bibliophilen Schätzen aus aller Welt. Hierzu gehören in Berlin und Paris verlegte Raritäten aus den 20er und 30er Jahren. Zu nennen sind z. B. handsignierte Erstausgaben von Vladimir Nabokov (1899–1977), Autor der berühmten „Lolita“ (1955), und die Gesamtauflage des Tschechow-Verlags in den USA.

Kommenden Sonntag, 25. Oktober 2009, feiert die Bibliothek in der Münchener Thierschstraße 11 ihr 60-jähriges Bestehen mit einem Festprogramm.

[http://www.tolstoi-bibliothek.de/]

Leipzig feiert Inbetriebnahme des neuen Medienzentrums

Mit einem vielseitigen Programm feiert die Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur heute die Inbetriebnahme ihres neuen Medienzentrums und der Hochschulbibliothek. Von 10.00 – 23.00 Uhr wird unter dem Motto „phänoMEDIA09. Medien in neuer Dimension“ gefeiert.
Mehr Informationen und auch die Möglichkeit sich Fotos des Neubaus anzusehen gibt es auf den Seiten von lvz.online.

Live in the library 1: Thomas Leeb – Riddle

Last week I posted a video of Kristin Hersh playing live in the Burnley Library and I received several positive responses. That made me think of a weekly „live in the library posting“ here at Infobib. If you find nice clips of live gigs in libraries please tell me in the comments! All songs will be tagged with „live in the library„.

Let’s kick off this little series with „Riddle“ by Thomas Leeb, a really remarkable guitar player. If you listen to his song without seeing him performing, you could think that there’s a complete band.

(Thanks again to Frank!)

Schwarz-Gelb für Robots.txt in Gesetzesform

Schwarz-Gelb plant eine Revision des Urheberrechts, einen dritten Korb. Dazu soll unter anderem ein Leistungsschutzrecht gehören, nach dem Verlage „im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein [sollen] als andere Werkmittler.“ Warum ausgerechnet die FDP („Bürokratie abbauen“) darauf kommt, man müsse die Funktioner der robots.txt in Gesetzestext gießen, ist mir unverständlich.

Mehr dazu bei Carta, Heise, iRights.info und Message-Online.

13 Millionen Euro für neue medizinische Fachbiblithek

Sie soll ein modernes Lern- und Kommunikationszentrum werden: die medizinische Fachbibliothek am Uniklinikum Düsseldorf. Bereits im November kann der Neubau neben dem Rektorat der Universität beginnen.
Denn das NRW-Wissenschaftsministerium hat 13 Millionen Euro für das Projekt aus dem Konjunkturpaket II zugesagt.

[via rp.online]

Welchen OA-Server hätten Sie gerne?

Eine hübsche kleine Service-Leistung liefert The Depot, ein Open-Access-Repository an der University of Edinburgh. Zum Depot:

The purpose of the Depot is to enable all academics worldwide to share in the benefits of open access exposure for their research outputs. The Depot is provided as an international facility geared to support the policies of universities and national funding agencies towards Open Access, aiding policy development in advance of a comprehensive institutional archive network.

Wer dort eine Publikation veröffentlichen will, bekommt (je nach IP-Netz) eventuell den jeweils lokal ansässigen Dokumentenserver vorgeschlagen. So sieht das aus: