Amnesty fordert Freilassung von Natalia Sharina

Die IFLA bezeichnet die Stürmung einer Moskauer Bibliothek und die Verhaftung der Leiterin Natalia Sharina (siehe auch hier) als “unverhältnismäßig und unnötig”. Amnesty weist darauf hin, dass Sharina unter Arrest steht und Ihr nun bis zu fünf Jahren Haft drohen. Per auch online zu zeichnender Petition wird der russische Generalstaatsanwalt dazu aufgerufen, Sharina freizulassen und die Meinungsfreiheit zu respektieren.

Bibliothek in Moskau gestürmt, Leiterin verhaftet

In Moskau wurde die Bibliothek für Ukranische Literatur(?) gestürmt, weil dort anti-russische Propaganda vorzufinden sei. Natalia Sharina, Leiterin der Bibliothek, wurde verhaftet. Nach der zur Zeit einzigen von mir gefundenen deutschsprachigen Quelle zu diesem Vorgehen auf Euronews.com:

Nach Angaben einer Mitarbeiterin der Bibliothek stürmten etwa 15 Polizisten die Räume am Donnerstagmorgen und nahmen die Direktorin Natalya Sharina fest. Sie wird beschuldigt, “auf nationaler Grundlage Hass und Feindseligkeit” entfacht zu haben.

International finden sich zahlreiche weitere Quellen:

Springer-Zugriff zu teuer für Russland

Da zu viele ausstehende Zahlungen aufgelaufen seien, hat Springer russischen Universitäten den Zugriff auf Springer-Publikationen gekappt, so berichtet Studenttimes.com. Die russische Regierung sei nicht in der Lage, die Subskriptionsgebühren zu zahlen.

According to a spokesperson from the Russian Ministry of Education and Science, the Russian Foundation for Basic Research, one of Russia’s state agencies, which is responsible for the development of national science, is unable to pay for subscriptions for scientific journals and magazines published by Springer due to a sharp devaluation of the Russian ruble this year.

Es geht um ungefähr eine Million US$. Weitere Verlage könnten nachziehen.

[via Richard Poynder]

Russische Regional-Enzyklopädie geplant

Heise berichtet über das Ansinnen der Russischen Präsidialbibliothek, eine russische Alternative zur Wikipedia zu lancieren:

Das Projekt unter Federführung der Russischen Präsidialbibliothek soll besser über die verschiedenen Regionen des Landes informieren als die Wikipedia. Die sei nicht detailliert und zuverlässig genug.

Die Bibliothek hat dazu eine Pressemitteilung auf Englisch verfasst. Über geplante Lizenzbestimmungen ist dort nichts zu erfahren.

60 Jahre Tolstoi-Bibliothek München

Die 1949 von Flüchtlingen mit Unterstützung der amerikanischen Tolstoy Foundation gegründete Bibliothek umfasst heute rund 45.000 Bände in russischer Sprache.

Neben zeitgenössischer und klassischer russischer Literatur, russischen Übersetzungen der Weltliteratur, besonders auch deutscher Literatur, werden Enzyklopädien, Fachbücher aus Geschichte, Wissenschaft, Kunst und Religion, Kinderbücher und eine große Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften angeboten. 200 russische Videofilme ergänzen das Angebot.
Kernstück ist die berühmte Sammlung russischer Emigrationsliteratur mit bibliophilen Schätzen aus aller Welt. Hierzu gehören in Berlin und Paris verlegte Raritäten aus den 20er und 30er Jahren. Zu nennen sind z. B. handsignierte Erstausgaben von Vladimir Nabokov (1899–1977), Autor der berühmten „Lolita“ (1955), und die Gesamtauflage des Tschechow-Verlags in den USA.

Kommenden Sonntag, 25. Oktober 2009, feiert die Bibliothek in der Münchener Thierschstraße 11 ihr 60-jähriges Bestehen mit einem Festprogramm.

[http://www.tolstoi-bibliothek.de/]

Google und die bleichen Bibliothekare

David Hesse schreibt in der ein kleines Artikelchen über Googles Digitalisierungen, bemüht ein paar wirklich abgegriffene Klischees (Hinterher eilen bleiche Bibliothekare…) und streift einige wenige Aspekte des Themas, die eigentlich eine genauere Betrachtung verdienen würden:

Warum sich Google die weltgrösste digitale Bibliothek zusammenscannt, weiss niemand so genau. Der Bücherverantwortliche im Londoner Google-Sitz findet die Frage müssig und schwärmt von der Demokratisierung des Weltwissens: «Wir sorgen dafür, dass Studenten in Afrika umsonst Bücher aus Lausanne lesen können», sagt er. Wie viel sich die Firma dies kosten lässt und was sie sich ertraglich davon verspricht, wird nicht verraten.

Da Google nicht eben das Rote Kreuz ist, erntet die Geheimniskrämerei viel Kritik. Wer garantiert dem Verschwörungstheoretiker, dass ihm nicht die Bücher des bestzahlenden Verlags zuerst serviert werden? Dass in China oder Russland nicht unliebsame Autoren herausgefiltert werden? Dass nicht Teile des Weltwissens gelöscht werden, wenn sie einem Gesetzgeber nicht mehr gefallen? Google hält sich an nationale Bücherverbote, so dass etwa in den USA eine Google-Buchsuche nach Hitlers «Mein Kampf» erfolglos bleibt.

Auch der letzte Satz des Artikels ist mehr als ein kurzes Nachdenken wert:

Während alle um die Wette scannen, interessiert sich die Leserschaft kaum für digitale Bibliotheken.

LibWorld – Belarus

Alexey Skalaban is working as e-resources librarian in the National Library of Belarus, Minsk. He writes a blog for Belarusian Library Association, called “Librarians of Belarus: library weblog”. His blog is the only library related one in Belarus, so in this rather short episode of our LibWorld series he will introduce his own blog.
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Jelzin-Bibliothek

In seiner Jahresansprache Ende April hat der russische Staatspräsident Wladimir Putin angekündigt das russische Bibliothekswesen in den nächsten Jahren zu vereinheitlichen. Knotenpunkt soll eine neue Präsidenten-Bibliothek in Moskau werden, die nach dem kürzlich verstorbenen ehemaligem Staatpräsidenten Boris Jelzin benannt werden soll.
Die Jelzin-Bibliothek wird in unmittelbarer Nähe zum roten Platz gebaut. Dort soll nach Entwürfen des Architekten Norman Foster ein ganz neues Viertel entstehen, das neben der Bibliothek auch einen Konzertsaal bekommen soll.

[via Russland Aktuell]