Infowiese verwüstet

Auf der Infowiese wächst nichts mehr. Hoffentlich hat der Betreiber (ein Stefan) auch hübsch ein Pflichtexemplar abgegeben. Wer die Infowiese “übernehmen” will, soll sich übrigens bei Stefan melden. Leider hat er keine Kontaktmöglichkeit angegeben.

Ist das jetzt informationswissenschaftliche Mode? Will man sich so von den Kommunikationswissenschaften abgrenzen? Fragen über Fragen…

Informationswissenschaft – News / Blog?

Ich bin über einen Blog namens “Informationswissenschaft – News / Blog” gestolpert, der mich etwas ratlos hinterlässt. Es gibt eine statische Startseite, von der man nicht ohne weiteres auf eine “richtige” Blog-Ansicht kommt. Die neuesten Artikel sind auch nicht auf der Startseite verlinkt, man findet sie nur über den Umweg RSS.

Auf eben jener Startseite ist zu lesen:

– News-Recherche für Studierende (z.B. bei Hausarbeiten, Projektarbeiten usw.)

– News-Aggregator für alle Infowissler und fachnahe Interessierte

– Kalender für alle anstehenden Termine (Messen, Kongresse, Veranstaltungen), die mit der Infowiss zusammenhängen (Terminvorschlag? -> Einfach an die im Impressum vermerkte E-Mail Adresse schicken)

  1. Es scheint sich ja um das Blog einer Fakultät o.ä. zu handeln. Wieso sieht man nirgendwo einen Hinweis, wer dieses Blog betreibt? Anonymes Bloggen ist ja völlig in Ordnung, aber wenn eine Institution hinter diesem Blog steht, wäre das schon etwas merkwürdig.
  2. Ich finde kein Impressum, kann also weder Fragen stellen noch Vorschläge schicken.
  3. Der Inhalt dieses Blogs sind ausschließlich Links auf Artikel. Wäre zu diesem Zweck ein Social-Bookmarking-Dienst nicht angebrachter?

Prinzipiell ist es ja zu begrüßen, wenn sich auch die Informationswissenschaften langsam mal ins Netz trauen, aber dieser Versuch macht doch einen sehr unausgegorenen Eindruck. Gerade bei den Informationswissenschaften kann man da IMHO etwas mehr erwarten.

Inetbib 2008: eUniversity & Archivierung

Friedrich Hesse von der Universität Tübingen über „Dynamik bildungsrelevanter Informationsumwelten“
Paradigmen der Lernforschung: Auswendiglernen, Operantes Konditionieren (Verhaltensselektion), Beobachtungslernen, Modelllernen, Kognitive Wende. Ulrik Neisser führt von der Lern- zur Wissenspsychologie.

Wissensressourcen: Wissen ist nicht nur im Kopf vorhanden, sondern auch extern. Ist das dann Wissen oder Information?

Eric Hilgendorf: Anforderungen virtueller Studiengänge an Bibliotheken- am Beispiel der Jurisprudenz.
Hinter dem Wortschwall von Politik und Presse zum E-Learning verbergen sich ernstzunehmende Enwicklungen, die jedoch nicht mit ökonomischen Erwägungen verquickt werden sollten. Stichwort: Personaleinsparung durch computergestützte Lehre.

-> uniwikität – Kooperation mit Aserbaidschan

Reinhard Altenhöner: „Zwischen Vision und Alltag“ Über den neuen Sammelauftrag.

Ständiger Wandel der Formate, Migration und Emulation
Aufbau einer Harvesting-Infrastruktur, um sowohl Push- als auch Pullszenarien anbieten zu können.
Aufbau eines generischen Import-Verfahrens für Objekte und Metadaten.

Spannend: Die DNB möchte sich in Zukunft an der Entwicklung von Webstandards beteiligen. Eine Ankündigung, die Erwartungen weckt.

BSB & Google:
Ziel: Ca. 1000 Exemplare pro Tag. Workflowdatenbank. Bemerkungen, warum nicht gescannt werden konnte. GoogleZEND (ZEND)

Alles in Worldcat!

Vorsichtige Schätzung: Erste Ergebnisse ca. Ende Juli/Anfang August im Netz, Zuerst muss der Workflow wirklich perfekt funktionieren.

Die BSB möchet ausdrückllich verhindern, dass urheberechtsfreies Material frei verfügbar wird. Die BSB möchte offensichtlich ihre „Marktführerschaft“ im Altbestand durch künstliche Verknappung gemeinfreier Inhalte behalten.

Semantic-Web-Software der FU Berlin

Auf einer Webseite der FU Berlin sind zahlreiche Projekte versammelt, die sich mit dem semantischen Netz befassen. Neben zahlreichen Open-Source-Anwendungen (mit dem Schwerpunkt RDF) sind dort u.a. zu finden:

DBPedia:

dbpedia.org is a community effort to extract structured information from Wikipedia and to make this information available on the Web. dbpedia allows you to ask sophisticated queries against Wikipedia and to link other datasets on the Web to Wikipedia data.

RDF Book Mashup:

The RDF book mashup demonstrates how Web 2.0 data sources like Amazon, Google or Yahoo can be integrated into the Semantic Web. The RDF book mashup makes information about books, their authors, reviews, and online bookstores available on the Semantic Web. This information can be used by RDF tools and you can link to it from your own Semantic Web data. Altogether the book mashup published around a billion RDF triples on the Semantic Web (rough estimate).

Podcasts von First Monday

First Monday bietet ab sofort Podcasts zu und mit ausgewählten FM-Artikeln. Die erste Ausgabe beschäftigt sich mit “Playing Politics: Video Games for Politics, Activism, and Advocacy”. Nächsten Monat gibt es dann auch den passenden RSS-Feed (ohne den es eigentlich noch kein Podcast ist), und ein Gespräch der FM-Herausgeber Joy Austria und A.J. Hannah mit Siva Vaidhyanathan über “the Googlization of Everything”.

Links:

FM-Podcasts
First Monday

[via Tame the Web]

Diskussion zur Ausschreibung des SSG "Informations-, Buch- und Bibliothekswesen"

Im B2I-Forum sind ein Äußerungen von KIBA (nein, nicht das hier, sondern das hier) und HI (Hochschulverband Informationswissenschaft) zur Ausschreibung des SSG “Informations-, Buch- und Bibliothekswesen” zu finden. Man kann dort leider nur nach Anmeldung kommentieren.

KIBA schreibt:

Sollte die Themenbeschreibung des neu zu vergebenen Sondersammelgebiets in der Tat inhaltlich so ausgerichtet werden, wie es die Ausschreibung suggeriert, so würde einer zentralen Leitwissenschaft der aktuellen Wissens- und Bildungsgesellschaft die nationale Literaturversorgung fehlen.

Beide Verbände bedienen sich identischer Textbausteine, z.B. dem folgenden:

Das Fach „Theorie und Geschichte der Bibliographie“, um nur den ersten Anstrich zu erwähnen, wird in der hier suggerierten Form als wichtiges Thema schon lange nicht mehr in Forschung und Lehre als solches behandelt. Aspekte daraus werden an den Universitäten und Fachhochschulen ggf. in den Fachgebieten „Wissensorganisation“, „Information Retrieval“ und „Datenbanktheorie“ angesprochen, aber als bedeutsames eigenständiges Wissenschaftsthema kann man dies mit einiger Sicherheit nicht mehr ansehen.

Ob es von der DFG als Zeichen ernsthafter Beschäftigung mit dem Thema bewertet wird, wenn sich die Fachverbände nicht einmal die Mühe machen, zentrale Argumentationspunkte ein wenig umzuformulieren, scheint mir fraglich.

[via LIS in Potsdam]