Netvibes für Bibliotheken

Ein Wiki als Bibliothekshomepage hatten wir schon. Neuestes Fundstück: Netvibes für die Dublin City Libraries and Archive. Ein Katalog ist nicht enthalten, aber auch dies lässt sich per Widget problemlos integrieren. Ansonsten gibt es so ziemlich alles, was eine Bibliothekswebseite haben muss.

In einem Interview spricht Edward Byrne, Senior Librarian Web Services der Dublin City Libraries auch die Schattenseite eines solchen Angebots an. Bis vor kurzem war das Angebot nämlich bei Pageflakes untergebracht, aber ein Umzug wurde notwendig.

Because of happenings in November 2008 with the loss of service for a week and the introduction of an ‘in your face’ advertisement flake upon its return without consultation or an alternative model being offered, Dublin City Public Libraries was forced to move to Netvibes as its portal delivery platform of choice. An added benefit of the move has been an improvement in page loading time, Netvibes being discernibly quicker to load than Pageflakes. Although Pageflakes have in recent days removed the offending advertisement flake and promised to provide different models in the near future, we have decided at remain with Netvibes for the foreseeable future, while at the same time maintaining a backup solution on Pageflakes. Events of November 2008 have highlighted the need to have a backup plan in place, one that can be quickly implemented if needed.

Nicht nur für viele Bibliothekare vermutlich ein Alptraum, einfach so ein ganzes Angebot zu einem anderen Anbieter zu verschieben. Umso schöner, dass eine große Bibliothek vormacht, dass dies möglich ist. Wie einfach solch eine Seite zu erstellen ist, wird auch schon durch die Einleitung von Michael Stephens deutlich:

I use the development of a library portal via a free tool as an example of how libraries can create something useful without 6 months of meetings, decision-making or using a “home grown” IT solution that only one or two people can configure.

Eben: Einfach soll es ein.

[via Tame the Web]

Gerüchte über Suchmaschine von Apple

Bei Techcrunch wird über Gerüchte gemutmaßt, dass Apple eine eigene Suchmaschine bauen wollen. Die Gerüchte werden dort für unwahrscheinlich gehalten. Auch, weil es keine wahrnehmbaren Abwerbeversuche von Suchmaschinenexperten gegeben hat. Oder diese zumindest nicht recherchiert werden konnten. Die techcrunchige Vermutung geht daher weniger in den Aufbau einer eigenen Suchmaschinentechnologie:

Here’s what we think is really going on: Apple doesn’t like the search experience on its mobile devices, and may be building a radically different user experience which is much more visual than exists today. It will likely still be powered by Google results, but Apple may present it in a very different way that suits mobile users much better.

Damit würde Apple versuchen, die eigene Stärken (Usability und Design) in ein neues Produkt umzusetzen. Was auch für mich wahrscheinlicher klingt, als eine komplett neue Suchmaschine, die auch Apple nicht mal eben aus dem Ärmel schüttelt.

E-LIS mit E-Prints 3.0

E-LIS – the open archive for Library and Information Science wird vom 17. bis zum 21. November nicht zur Verfügung stehen, da ein Upgrade der Repository-Software E-Prints ansteht. Unter den Features von E-prints 3.0 wird u.a. aufgelistet:

  • Time saving deposits
  • Import data from other repositories and services
  • Autocomplete-as-you-type for fast data entry

Gerade Verbesserungen für Autoren sind dringend notwendig gewesen. Wie das ungefähr aussehen wird, kann man auf dem Demo-Server ausprobieren.

Die Nachricht ging über verschiedene Mailinglisten, aber auf der E-Lis-Seite selbst kann ich keinen Hinweis entdecken.

Über die Usability-Evaluation

Sehr interessantes Posting zum Überleben in Zeiten der Usability-Evaluation im Beluga-Blog.

Worum geht’s? Der Beluga-Prototyp wurde evaluiert und es kam zu teils erstaunlichen Ergebnissen. Unter anderem vermissten die studentischen Tester die erweiterte Suche, auf die scheints bewusst verzichtet wurde. Wenn man Nutzungsstatistiken von Bibliothekskatalogen betrachtet, verwundert das schon sehr.

Am Ende des Postings wird zur Mitarbeit aufgefordert:

Wie können wir eine Unterscheidung nach Thematischer Suche und KnownItem-Suche voreinstellen? Unsere eigenen Ideen dazu sind noch unbefriedigend.

Welches ist ein eleganter und gebrauchstauglicher Weg, unter Verwendung von solr eine Schnittmenge der relevantesten und gleichzeitig aktuellsten Titel zu finden?

Wer Antworten auf diese Fragen hat und/oder sich für Usability-Evaluation interessiert, sollte sich das Posting auf jeden Fall durchlesen. Es gibt nämlich auch noch eine sehr schöne Einführung in die Geschichte der Usability-Evaluation.

PS: Schön zu sehen, dass die Kommunikation zwischen ähnlich gelagerten Projekten gut funktioniert.

Yahoo IDs nerven

Man gewöhnt sich ja daran, ca. 100 verschiedene Accounts für verschiedene Dienste zu nutzen. Das ist alles noch halbwegs machbar, wenn man auf die Usernamen noch einigermaßen Einfluß hat. Was bei Yahoo nicht der Fall ist. Wieso muss ich eine Email-Adresse bei Yahoo haben, um Flickr oder die Yahoo APIs nutzen zu können? Und wieso muss ich mich datentechnisch nackig machen (Geburtsdatum, Postleitzahl etc.), um einen vergessenen Account wiederzubeleben?

Dazu kommt noch, dass viele Dienste ohne Anmeldung einfach unkomfortabel sind. Wenn ich z.B. dieses Bild in dieses Posting integrieren möchte, kann ich das natürlich auch ohne Anmeldung machen. Aber die “Share This”- Option gibt’s nur nach Anmeldung. Damit geht’s ganz fluffig:

97220015

Offenheit geht anders. Web 2.0 geht anders. Dies ist ein riesengroßes Manko an Flickr, und auch an etlichen anderen Yahoo-Diensten. Die Anmeldungen sind durchweg umständlich und benutzerunfreundlich. Und Dienste wegzuschließen, die keine Personalisierung erfordern, ist kontraproduktiv.

Mach was, Yahoo!

DRM, eBooks, Wasserzeichen & das Jodeldiplom

Keep an eye on DRM, meint John Blyberg. Positiv fällt ihm auf, dass nun endlich alle großen Musikkonzerne auf DRM verzichten.

While I think this particular trend is encouraging, we ought not throw a ticker-tape parade just yet. It seems that in place of DRM, studios are opting for digital watermarks. What that means is that every music download will have, embedded in it, a unique serial number that ties that file with the original purchaser. Obviously, this carries with it some significant privacy concern.

David Kravets berichtet über Szenarien, wie diese Wasserzeichen zum Einsatz kommen könnten:

EFF’s Von Lohmann speculated that watermarks could even enable ISPs to filter out peer-to-peer traffic when they detect a copyright work in transit.

It’s no secret that the Motion Picture Association of America and the Recording Industry Association of America are working with ISPs toward the goal of network-wide piracy filters. Representatives from AT&T discussed that at the Consumer Electronics Show in Las Vegas on Tuesday.

But Von Lohmann added it’s too soon to conclude that watermarks will be put to that kind of Orwellian use.

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass sich die Musikindustrie diese Gelegenheit entgehen lassen wird, wieder mal juristisch gegen ihre Kunden vorzugehen. In diesem Zusammenhang interessant ist jedoch, was sich für Anwendungsmöglichkeiten für staatliche Kontrollorgane bieten. “Wassergezeichnete” eBooks könnten auf dem Weg von einem Leser zum anderen verfolgt werden.

Ein anderes Thema ist die Benutzerfreundlichkeit der eBook-Reader. Durch künstliche Beschränkungen wird der Käufer gegängelt, z.B. beim Kindle. Das beinhaltet zum einen natürlich DRM, aber auch die Schaffung proprietärer Formate. Dem Kindlehacker Igor Skochinsky im Interview mit Humayun Kabir:

HK: Is there any fundamental difference between Mobipocket and Kindle formats? If so, what kind of?

Igor: The .azw format is exactly the same as Mobipocket.

Mit anderen Worten: Das azw-Format heißt azw-Format, weil man unbedingt was eigenes haben wollte. Für den Fall empfiehlt sich eigentlich das Jodeldiplom, dann erübrigt sich die Nutzerschikane.

Institut für Informationsarchitektur

Jan Jursa macht auf die neue deutsche Webseite des Instituts für Informationsarchitektur aufmerksam. Ziel des Instituts ist die Unterstützung von Einzelpersonen und Organisationen, die auf die Entwicklung und Umsetzung von gemeinsam genutzen Informationslandschaften spezialisiert sind.

Die Seite bietet auch eine Definition der Informationsarchitektur:

Vom Asilomar-Institut fürInformationsarchitektur:

1. Die Designstruktur gemeinsam genutzter Informationswelten.
2. Die Kunst und Wissenschaft der Organisation und Benennung von Websites, Intranets, Online-Gemeinschaften und Software zur Unterstützung von Usability und Contentsuche.
3. Eine aus der Praxis entstandene Community, die sich darauf konzentriert, Design- und Architekturprinzipien in die digitale Welt zu überbringen.

Von Informationsarchitektur für das Weltweite Netz (2. Ausgabe):

1. Eine Kombination des Bezeichnens und der Navigationsstruktur innerhalb eines Informationssystems.
2. Das strukturelle Design eines Informationsraumes, um Aufgaben(-Vollendung) und intuitiven Content-Zugang zu erleichtern.
3. Die Kunst und Wissenschaft der Strukturierung und Klassifizierung von Websites und Intranets, um den Nutzern zu helfen, Informationen zu finden und zu ordnen.

Also geht es – grob vereinfacht – um Zugang zu Informationen und Usability?

[via Hot Strudel]