"Freie Bibliothek digitaler Dokumente" bei Mr. Wong

Bislang war Mr. Wong ein Social-Bookmarking-Dienst. Dies hat sich mit dem heutigen Tag geändert. Mr. Wong erlaubt nun auch den Upload und die Veröffentlichung von Dokumenten, wie es in ähnlicher Form beispielsweise schon bei Scribd möglich ist.

Stöbere in tausenden spannenden Dokumenten oder „befreie“ eigene Texte von deiner Festplatte und teile sie mit der Öffentlichkeit. Bei uns findet alles was auf euren Festplatten schlummert seinen Platz: Hausarbeiten, Präsentationen, Broschüren, Rezepte oder Kurzgeschichten. Gängige Dateiformate werden unterstützt und automatisch konvertiert, so dass deine Dokumente online und ohne weitere Plugins betrachtet werden können. Mithilfe der Creative Commons-Lizenzen legst du fest unter welchen Bedingungen deine Dokumente veröffentlicht werden. Natürlich können auch Unternehmen und Organisationen die neue Funktion für ihre Arbeit nutzen.

Der Bereich „Uni“ enthält die Kategorien Diplomarbeiten/Thesis, Hausarbeiten, Veröffentlichungen/Paper, Referate/Präsentationen und Skripte/Materialien. So findet man dort zum Beispiel ein Vorlesungsskript „Informations- und Kommunikationsmanagement“ oder einen Artikel über „Die Wissensgesellschaft und die Bildung des Subjekts“.

In einigen Fällen scheint das Verlagslayout übernommen worden sein. Eine Embed-Funktion gibt es noch nicht, das ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit.

Es gibt also wieder einen Konkurrenten mehr für Hochschulrepositorien. Dem kann von Seiten der Bibliotheken zwar viel entgegengesetzt werden: Seriösität der Publikationsumgebung, Einbindung in die Datenbanklandschaft, Aufnahme der Publikationen in Bibliothekskataloge. Auf dem meines Erachtens wichtigsten Feld, der Bequemlichkeit der Veröffentlichung, liegen die Angebote der Hochschulen jedoch immer noch meilenweit zurück.

Andere über den neuen Dienst von Mr. Wong:

Best Archives on the Web Awards 2010

Archives Next benennt die Gewinner der Best Archives on the Web Awards in den Kategorien Best re-purposing of descriptive data (Gewinner: The Smithsonian Institution, Collections Search Center und City of Burnaby Archives, Charting Change: An Interactive Atlas of Burnaby’s Heritage), Best use of crowdsourcing for description (Gewinner: Nederlands Instituut voor Beeld en Geluid, Waisda?; Honorable Mention: PhotosNormandie on Flickr), und Most innovative archives on the Web (Gewinner: The Briscoe Center for American History at the University of Texas at Austin, Rich Media: Conservation History Association of Texas, Texas Legacy Project Records; Honorable Mention: HerStory 360, The HerStory Scrapbook).

Die Gewinner sollen auf Archives Next in den nächsten Tagen näher vorgestellt werden.

Upload-Formulare in Repositorien III

Übersicht:

Nachdem ich den Ist-Zustand skizziert und mögliche Vorbilder vorgestellt habe, möchte ich nun einen Lösungsvorschlag für ein Open-Access-Upload-Formular machen. Es besteht aus drei Teilen.

1. Datei(en) hochladen

Wie bei Youtube & Co sollte der Upload der Datei zuerst erfolgen. Ich erhoffe mir davon eine erhöhte Motivation der AutorInnen, den Veröffentlichungsvorgang zu komplettieren. Ob dies tatsächlich der Fall ist, sollte auf jeden Fall einmal untersucht werden. Generell sollte in Zukunft ein Hauptaugenmerk bei der Weiterentwicklung von Repository-Software auf der Usability liegen. Welches Metadatenmodell unterstützt wird, interessiert AutorInnen nicht.

Hier geht’s zum Dummy [1] Vielen Dank für Begutachtung, Tipps und Diskussion an Andrea, Christian, Danny, Edlef, Frank, Horst, Lambert, Nina, Uli, Wiebke & alle anderen, die ich schändlicherweise vergessen habe . Achtung, diese Webseiten könnten verändert werden oder verschwinden. Die Screenshots dokumentieren den Zustand während des Verfassens dieses Postings. Das Formular funktioniert nicht. Um zum nächsten Schritt zu gelangen, bitte ganz unten auf „nächster Schritt“ klicken.

2. Dokument beschreiben

Es sollten wirklich nur Daten erhoben werden, die nicht selbst durch Autopsie erhoben werden können. Ich bin dabei (exklusive Datei-Auswahl, inkl. Lizenzauswahl) auf drei Phasen mit insgesamt 12 auszufüllenden Feldern gekommen. Würde man den Upload zum Beispiel mit einem Nutzerkonto verknüpfen, entfiele zum Beispiel noch die Angabe einer Email-Adresse.

Hier geht’s zum Dummy.

3. Lizenz wählen

Dies müsste graphisch noch eleganter gelöst werden. Im letzten Schritt sollten die bibliographischen Details überprüft und geändert werden können. Wichtiger jedoch ist die rechtliche Seite der Veröffentlichung. Hier werden Nutzungsrechte vereinbart und eine Creative-Commons-Lizenz gewählt. Das Menü für letzteres ist eins zu eins von Creative-Commons.org übernommen. Schöner, also nutzerfreundlicher, kann man es kaum machen. Durch die Auswahl zweier Checkboxen kann man auch ohne umfangreiche Vorkenntnisse zwischen sechs verschiedenen Lizenzmodellen wählen.

Hier geht’s zum Dummy.

Dummy

Ich habe einen Dummy erstellt, in dem man sich den hier vorgestellten Upload-Vorgang ansehen kann. Die Links funktionieren größtenteils nicht, das CSS ist von Creative-Commons.org übernommen, optisch ist da sicherlich mehr drin.

Kritik

Es gab im Vorfeld schon eine Menge guter Kritik am Dummy. In ungeordneter Reihenfolge:

  • Lizenzmodell NC-ND ist kontraproduktiv. Warnhinweis über die Konsequenzen müsste hinzugefügt werden
  • Upload zuerst könnte AutorInnen zu der Annahme verleiten, dass ihr Part damit schon erledigt ist.
  • Hinweis auf Genehmigung studentischer Arbeiten durch Erstprüfer fehlt noch, wenn das erwünscht sein sollte.
  • Ausführlichere Maske verlinken für AutorInnen, die selbst erfassen wollen
  • Neben Datei-Upload von der Festplatte möglichst noch Verweis auf PDF im Netz (automatischer Download von dieser Stelle).
  • Feld „Quelle“ ist nicht eindeutig. Die Erklärung sollte umformuliert werden.
  • Radikaler Ansatz: Bibliothek bekommt nur die Datei und die Nutzungsvereinbarung, bibliographische Angaben müssen nur ergänzt werden, wenn sie aus dem Dokument per Autopsie nicht ersichtlich sind.
  • Feld „Bemerkung“ beim Datei-Upload ist überflüssig.

Und jetzt?

Insgesamt fehlt es noch an einigem. Ich hoffe allerdings, dass die zugrunde liegenden Ideen deutlich werden und erkläre hiermit die Diskussion für eröffnet. Was fehlt? Noch besser: Was kann noch gestrichen werden? Ist die Reihenfolge so in Ordnung? Ich bitte um begründete Verrisse und Gegenvorschläge!

References

References
↑1 Vielen Dank für Begutachtung, Tipps und Diskussion an Andrea, Christian, Danny, Edlef, Frank, Horst, Lambert, Nina, Uli, Wiebke & alle anderen, die ich schändlicherweise vergessen habe

Upload-Formulare in Repositorien II

Übersicht:

Hier habe ich die Unübersichtlichkeit der klassischen Upload-Formulare in Open-Access-Repositorien zusammengefasst. Nun möchte ich darstellen, wer es besser macht. Und warum das so ist.

Youtube

Der Content-Gigant Youtube verzeichnete unlängst zwei Milliarden angesehene Videos pro Tag. Die genaue Zahl der Nutzer konnte ich nicht herausfinden. Die Schätzung von 300 Millionen Accounts konnte ich nicht verifizieren, ich halte sie aber zumindest in der Größenordnung nicht für unrealistisch. Ob es nun doppelt so viele sind oder nur 10% der 300 Millionen, ist an dieser Stelle unbedeutend. Festzustellen ist: Millionen von Usern sind in der Lage, ein Video auf Youtube zu veröffentlichen. Und das sieht folgendermaßen aus:

Datei hochladen

Dieses ist der erste Streich.

Videoinformationen und Datenschutzeinstellungen

Und der zweite folgt sogleich. Fünf Felder stehen zur Auswahl.

  1. Titel
  2. Beschreibung
  3. Tags
  4. Kategorie
  5. Datenschutz

Fertig.

Scribd

Noch radikaler geht Scribd vor. Auf der Startseite ist ein großer Upload-Button. Klickt man dort drauf, kann man sofort die zu veröffentlichende Datei auswählen. Dann folgt die Metadaten-Erfassung.

  1. Edit title
  2. Choose a category
  3. Ggf. Unterkategorie
  4. Scribble your description here

Slideshare

Auch Slideshare geht ähnlich vor. Zuerst lädt man die Datei hoch, dann füllt man folgende Felder aus:

  1. Title
  2. Description
  3. Tags
  4. Category
  5. Privacy
  6. Allow Download

Fazit

Gemeinsam ist den hier beschriebenen Upload-Vorgängen folgendes:

  1. Der Upload des Dokuments erfolgt am Anfang. Wenn die Datei einmal dem Server übergeben ist, ist die Motivation viel höher, auch noch die Erfassung vorzunehmen. [1] Dies ist eine These, die genauer untersucht werden muss. Vielleicht ein gutes Thema für eine Bachelor-Arbeit? Umgekehrt besteht überhaupt kein Problem, den Veröffentlichungsvorgang abzubrechen, wenn die Datei noch gar nicht hochgeladen wurde.
  2. Es werden nur die wichtigsten Daten erfragt. Bei einem Repository sind das immer mehr als z.B. bei Scribd. Aber der Unterschied ist so gravierend, dass man sich fragen muss, ob er nicht verkleinert werden muss.

Im nächsten Teil mache ich einen Vorschlag, wie ein Kompromiss zwischen den hier vorgestellten Diensten und den gängigen Veröffentlichungsformularen aussehen könnte.

References

References
↑1 Dies ist eine These, die genauer untersucht werden muss. Vielleicht ein gutes Thema für eine Bachelor-Arbeit?

Upload-Formulare in Repositorien I

Übersicht:

Die Green Road funktioniert langfristig nur, wenn sich Open-Access-Repositorien den Bedürfnissen ihrer Nutzer anpassen. Nutzer sind dabei nicht die Mitarbeiter der Bibliotheken, die den jeweiligen Server administrieren. Nutzer sind die Autoren, deren Publikationen archiviert und publiziert werden sollen.

Wer selbst einen Publikationsserver und somit auch Autoren betreut, wird diese Fragen und Hilferufe kennen:

  1. „Welche Lizenz wähle ich?“
  2. „Um Himmels Willen, muss ich das alles ausfüllen?“
  3. „Was ist SWD, warum sieht die aus wie eine Webseite von 2001 und vor allem: Was soll ich damit?“
  4. „Muss das wirklich so kompliziert sein?“

Diese und ähnliche Fragen kulminieren oft in: „Können Sie das vielleicht für mich übernehmen?“

Tobias Rütten: Labyrinth, CC-BY-SA

Die Antwort ist logisch: „Natürlich kann ich das für Sie übernehmen! Würden Sie der Bibliothek ein von Ihnen geschriebenes Buch schenken, müssten Sie es schließlich auch nicht selbst katalogisieren.“

Die Realität sieht oft anders aus. Wer sein Dokument auf dem Server und in die Bibliothekskataloge bekommen möchte, muss neuerdings selbst formal und inhaltlich erschließen.

Die in Deutschland am weitesten verbreitete Repository-Software ist meines Wissens OPUS. Das klassische Veröffentlichungsformular von OPUS enthält folgende Punkte:

Veröffentlichungsvorgang starten

Dokumentart

Über 20 verschiedene Dokumententypen stehen zur Auswahl, z.B. 22 in Hannover, 24 in Freiburg.

Lizenz

Die Auswahl der Lizenzen erfolgt per Drop-Down. Das führt dazu, dass man Creative-Commons-Lizenzen kaum ohne Vorkenntnisse auswählen kann. Wer weiß schon, was Angaben wie Creative Commons – Namensnennung, Nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen bedeuten?

BibTeX-Upload

Ein Feature, dass Experten sicher weiterhelfen kann, aber die meisten Autoren ebenso sicher verwirrt.

Beschreibungsdaten eingeben

Ich werde nun nicht jedes Feld kommentieren. Ein Blick auf die Menge der möglichen Angaben spricht für sich:

  1. Originaltitel der Arbeit
  2. Titel der Arbeit auf Englisch
  3. Verfassername (Nachname, Vorname)
  4. Sonstige beteiligte Personen (Nachname, Vorname)
  5. Urheber
  6. Sonstige beteiligte Körperschaft bzw. Institution (Sponsor, Organisator etc.)
  7. Quelle
  8. Kontrollierte Schlagwörter (Deutsch)
  9. Freie Schlagwörter (Deutsch)
  10. Freie Schlagwörter (Englisch)
  11. DDC-Sachgruppe
  12. Schriftenreihe / Sendereihe
  13. Bandnummer
  14. Kurze Inhaltszusammenfassung in der Originalsprache (max. 5000 Zeichen)
  15. Kurze Inhaltszusammenfassung in einer weiteren Sprache (max. 5000 Zeichen)
  16. Hochschule
  17. Institut
  18. Jahr der Fertigstellung
  19. Sprache
  20. ISBN
  21. Anzahl der zu übertragenden Dateien
  22. E-Mail Adresse
  23. Gültigkeitsdauer
  24. Zugriffsbeschränkung

Kontrollierte Schlagwörter, DDC, sonstige beteiligte Körperschaften? Wenn das wirklich jeder problemlos ausfüllen könnte, ohne sich eingehend damit beschäftigt zu haben, bräuchten wir keine professionelle inhaltliche Erschließung mehr. Auch eine interessante Debatte, aber weiter im Text…

Seite 3: Vorschau

Hier kann man die bibliographischen Daten kontrollieren und ggf. zurück zum Erfassungsformular springen.

Seite 4: Dateien hochladen

Nun kann man die Datei tatsächlich hochladen. Zumindest der Teil der publikationswilligen AutorInnen, die es bis hierhin geschafft haben. Nach – wenn ich mich nicht verzählt habe – 27 Feldern ist man also dort angekommen, wo man eigentlich hinwollte.

Wie kann man es besser machen?

Nicht nur bei OPUS ist die Lage derart unübersichtlich. Um nur ein anderes Beispiel zu nennen: E-Prints‘ Upload-Vorgang umfasst ebenfalls vier Seiten mit etwa 20 Feldern, davon zahlreiche Pflichtfelder. Wie man es besser machen kann, zeigen verschiedene Publikationsdienste aus dem nicht-akademischen Bereich, die ich morgen vorstellen möchte.

"Putting the fun in functional"

Amy Jo Kim von ShuffleBrain erklärt, wie Spielemechanismen genutzt werden können, um „funktionale Software“ effektiver zu machen:

Schon etwas älter, aber nach wie vor wichtig. Computerspiele sind nicht umsonst eins der stets wiederkehrenden Themen der Zukunftswerkstatt.

Repository-Software IR+

Logo IR+Der Chronicle of Higher Education berichtet über die neue Repository-Software IR+ der University of Rochester.

The idea is to get professors and graduate students to contribute their papers and dissertations to the repository by combining it with a Web-based workspace that accomplishes lots of other stuff they need to write up that research. Stuff like creating folders, managing files, and collaborating with colleagues. Also, they get to showcase their work on customized “researcher pages.”

Wie wichtig Funktionen wie personalisierbare Seiten sind, wurde hierzublog nun schon oft genug erwähnt. Und in Rochester kann man sich nun am praktischen Beispiel ansehen. Open Access kommt nur voran, wenn die Server den Wissenschaftlern handfesten Mehrwert bieten. Repository-Entwickler, sehr Euch IR+ bitte genau an! Das Repository selbst muss diese Funktionalitäten nicht unbedingt anbieten, aber die Schnittstellen dafür müssen geschaffen und gut dokumentiert werden. Mehr zum Thema Schnittstellen (Serviceorientierte Architektur) übrigens aktuell im Jakoblog.

Scribd und alternative Publikationsdienste

Eine kleine Übersicht über Publikationsdienste wie Scribd stellt Sebastian Schürmanns im DIYG vor. Für wissenschaftliche Autoren sind natürlich Open-Access-Server die erste Wahl (auch wenn sie von den vorgestellten Publikationsdiensten in Sachen Usability eine Menge lernen müssen). Da kämen dann fachliche oder institutionelle Dokumentenserver in Frage.