Selbstgewählte Dummheit

Wer keine Zeit hat, ein Buch zu lesen, während es für die tägliche Stunde Fitnesscenter oder Yoga durchaus reicht; wem ein Theaterbesuch zu teuer ist, die neue Anti-Falten-Creme mit dreifachem Wirkstoffkomplex aber nicht; wer politische Demonstrationen sinnlos findet und am Wochenende mit Tausenden von Gleichgesinnten in bunten Wurstpellen durch die Innenstadt joggt – der muss sich nicht wundern, wenn sein Kind in der Schule Lindgren light zu lesen bekommt.

Juli Zeh in der Welt über schöne Tiere und selbstgewählte Dummheit.

Hochschulen kritischer gegenüber Rankings

Daß eine gute Platzierung in einem Ranking in fast allen Fällen nicht mehr aussagt, als das man in eben diesem Ranking eine gute Platzierung bekommen hat, ist fast allen klar, die jemals die Datengrundlage und das Ergebnis für ein beliebiges (oder fast jedes beliebige) Ranking angesehen haben. Dies sehen nun auch verschiedene Hochschulleitungen ein:

Immer mehr Hochschulbereiche wollen sich aus dem Uni-Ranking des Bertelsmann nahen „Centrums für Hochschulentwicklung“ zurückziehen. Derweil basteln Politiker und Wissenschaftsfunktionäre an einer Korrektur der Bologna-Reform

Mehr bei Telepolis.

Kein Open-Data-Vortrag auf dem Bibliothekskongress

Zeitgleich wurde von Anne Christensen, Patrick Danowski und Adrian Pohl auf den Blogs Netbib, Bibliothek 2.0 und mehr und Übertext ein Posting veröffentlicht, in dem die Bedeutung von Open Data fürs Bibliothekswesen ebenso beschrieben wird wie das Unverständnis darüber, dass gleich zwei Vorträge zu diesem Thema für den Bibliothekskongress 2010 abgelehnt wurden.

Gespannt erwarten wir das Programm, um zu sehen welche Themen BID Deutschland für wichtig und innovativ hält.

Da bin auch ich gespannt. Normalerweise vermute ich nur überhebliches Heulsusentum hinter Postings mit dem Tenor „warum wurde mein Vortrag/Paper abgelehnt“ oder „skandalöserweise wurde meine tolle Arbeit zu diesem Thema nicht zitiert“. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Vielmehr vermute ich, dass den inhaltlich für den Bibliothekskongress Verantwortlichen entweder die Relevanz des Themas nicht klar ist, oder sie gar nicht wissen, worum es genau geht.

Mobiler Katalog der Iowa City Public Library

Die Iowa City Public Library hat ihren Katalog für Smartphones aufbereitet.

• searching for Library materials
• seeing an item’s cover and reading a summary
• placing a hold for pickup at the location of your choice
• finding ICPL hours, location and phone numbers

Gerade gestern wurde der Wunsch nach einem mobil zugänglichen Katalog auch an die Bibliothek der FH Hannover herangetragen. Die ersten Versuche, dies über eine SRU-Abfrage mit SRUClient zu realisieren, war erst einmal nicht sonderlich überzeugend.

Werte LeserInnen, welche PICA-Bibliothek hat schon einen mobil zugänglichen Katalog? Ich habe keine ausfindig machen können.

Live (talking) in the library 10: Velvet Underground

Jan Helge and Peter pointed me at an event that took place on 8th of december at the New York Public Library. Three former members of Velvet Underground were interviewed by Rolling Stone journalist David Fricke.

Sadly they didn’t perform their music. More info on the NYPL’s website.

Infobib ist nun mobil!

Man regt höflich die Entfernung eines Plugins an. Was geschieht? Man weckt Erwartungen. Aber wie das im Bibliothekswesen so üblich ist: Innovationen erledigen wir um Vorübergehen. Wer also auch unterwegs nicht auf Infobib verzichten kann, kann es nun dank WP Mobile Pack auch komfortabler nutzen.

Sieht zumindest auf den mir von Edlef geschickten Screenshots so aus.

Matthias Döpfner über Open Access

Springer-Chef Matthias Döpfner will „abstruse Fantasien von spätideologisch verirrten Web-Kommunisten“ verhindern. Und zwar geht es, wie kann es anders sein, um Open Access. Um es kurz zu machen: Döpfner hat zwar eine Meinung, aber leider keine Ahnung. Er geht davon aus, dass Open Access bedeutet, seine Qualitätsblätter kostenlos im Internet für alle verfügbar zu machen. Kurioserweise beklagt er auf N24.de auch nachlassende journalistische Qualität: „Viele verlassen sich bei ihren Recherchen vor allem auf Google und Wikipedia“.

Ach Herr Döpfner. Wenn Sie sich wenigstens auf Wikipedia oder Google verlassen hätten und nicht nur auf eigene Mutmaßungen, worum es sich bei Open Access denn wohl handeln kann, könnte ich Ihre Einwände vielleicht Ernst nehmen. So allerdings sind sie nichts weiter als abstruse Fantasien eines spätideologisch verirrten Print-Monarchisten.

Graffiti in der Bibliothek

CC: by-nc-nd by Jenica Rogers
CC: by-nc-nd by Jenica Rogers

Am 10. Dezember twitterte Jenica Rogers, Direktorin der SUNY Potsdam College Libraries in New York:

it’s time for day 2 of Graffiti Your Library — head for the basement stairs in the periodicals area and pick up a can!

Die Potsdam-Bibliothekare hatten eine tristen Bereich Ihrer Bibliothek ausgemacht und dort Sprühdosen bereitgestellt. Frei nach dem Motto, es könne ja nichts schlimmeres passieren als das man die Wand nochmal streichen lassen muss, wurde den Nutzern einfach vertraut. Was sich offensichtlich gelohnt hat.

CC: by-nc-nd by Jenica Rogers
CC: by-nc-nd by Jenica Rogers

Weitere Ergebnisse der Aktion lassen sich in Jenica Rogers Blog bestaunen.

[via Friendfeed]

E-Books aus der Sesamstraße

On Tuesday, Sesame Workshop, the nonprofit organization that produces Sesame Street, launched its first e-book collection for young readers. There are currently five Sesame Street e-books are available to read online for free; the company will add more titles next month. Impelsys is the exclusive licensee/seller of Sesame Street e-book content, at www.sesamestreet.org/ebooks.

Nicht nur, aber bestimmt auch für krümelnde Nutzer. Der Begriff E-Book führt m.E. aber ein wenig in die Irre. Eine Downloadmöglichkeit für den Gebrauch auf einem E-Book-Reader konnte ich nicht finden. Es handelt sich eher um eine hübsch gestaltete Webseite.

[via Publishers Weekly]