Evangeliar von Heinrich dem Löwen in Wolfenbüttel ausgestellt

Die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel stellt vom 4. Februar bis zum 18. März ein „Prunkstück mittelalterlicher Buchkunst“, das Evangeliar von Heinrich dem Löwen, aus.

1983 ersteigerten die jetzigen vier Eigentümern, die Bundesrepublik Deutschland, der Freistaat Bayern, das Land Niedersachsen und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin die Handschrift bei Sotheby’s in London für 32,5 Millionen Mark. Diese Summe brachte ihm lange Zeit den Titel „teuerstes Buch der Welt“ ein.
„Aus konservatorischen und vertraglichen Gründen wird das Evangeliar maximal einmal pro Jahr für sechs Wochen ausgestellt […]. Die übrige Zeit des Jahres liegt das Buch in einem klimatisierten Spezialtresor.“

[via DIE WELT]

Sachsen erhält wertvolle Bücher zurück

Nach über 50 Jahren sollen diese Woche zwei Bände aus dem 16. und 18. Jahrhundert aus einer Fachbibliothek der Universität Kiel an ihren ursprünglichen Besitzer, die Bibliothek der einstigen Landesschule Sankt Afra in Meißen, zurückgegeben werden.
Nach der Zerstörung der Meißener Bibliothek im Zweiten Weltkrieg wurde ihr damaliger Bestand zerschlagen. „Das Historische Seminar der Kieler Hochschule hatte die beiden Bände in den 60er Jahren rechtmäßig […] gekauft und aufgrund ihres Wertes im Panzerschrank verschlossen. Dort waren sie in Vergessenheit geraten“ und sind nun im Zuge einer Inventur wieder aufgetaucht.

[via freiepresse.de]

Buchseiten

In der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart gibt es seit Beginn des Jahres eine wechselnde Ausstellung zum Thema Buchseiten.
Die Stuttgarter Zeitung hat seit Januar eine neue Montagskolumne mit diesem Titel, in der sich der Autor „Michael Bienert mit all jenen Aspekten der Bücher befassen wird, die rein gar nichts mit dem Inhalt zu tun haben, ein Buch aber erst richtig schön machen“. Passend dazu die Ausstellung im Foyer der WLB mit den eigenen Bibliotheksbeständen.

Stefan Münz im Mashup

Programmable Web hat die so genannte Booksearch als präsentierwürdig empfunden.

Anläßlich der Ankündigung von Stefan Münz, dem grandiosen SelfHTML-Projekt den Rücken zu kehren, ein kleiner Testlauf mit der Suche nach „Stefan Münz Professionelle Websites„. Nur Google bringt drei Treffer, die anderen beiden Dienste keinen einzigen. Dummerweise verschwinden, wenn ich versuche, nach „Professionelle Websites“ als Phrase (in Anführungszeichen) zu suchen, beide Worte aus der Suchmaske und werden auch nicht als Suchstring weitergegeben. Ein unausgereiftes Instrument.

Zum bedauerlichen Abgang von Stefan Münz gibt es im SelfHTML-Blog noch eine längere und subjektive Erläuterung des Vorgangs.

[Via Programmable Web und Heise.de]

Vatikan bekommt "P75" geschenkt

Ein sozial engagierter, amerikanischer Privatmann hat dem Vatikan einen spektakulären Papyrus geschenkt. Hinter „P75“ verbirgt sich eine Abschrift des Lukas- und Johannes-Evangelium in griechischer Sprache, die Anfang des 3. Jahrhunderts entstand.
„Eine solche Anschaffung hätten wir uns nie leisten können“, sagt Ambrogio Piazonni, Vizepräfekt der Vatikanischen Bibliothek.
Der Öffentlichkeit wird das seltene Stück allerdings aus konservatorischen Gründen nicht gezeigt.

[via kipa]

"Bedenken Sie doch bitte, dass eine Bibliothek die Bildung fördert"

…,so die schmeichelnden Worte von George W. Bush in einer Zeitung in den USA.

Die Geschichte der „Presidential Libraries“ hat in den USA eine lange Tradition, bereits elf von Ihnen existieren in den Vereinigten Staaten. Es ist üblich, dass Präsidenten Ihren Nachlass einer Universität überlassen oder in einem Forschungszentrum der Wissenschaft zugänglich machen. So plant es auch George W. Bush und hat zusammen mit einer Komission bereits vor fünf Jahren mit der Auswahl einer geeigneten Stätte begonnen. Er hat sich nun für die Southern Methodist in Dallas entschieden.
Seine Frau hat dort studiert und bekanntlich sind die Bushs Mitglieder der Methodisten Gemeinde.
Aber trotz dieser vermeintlich guten Voraussetzungen sind nicht alle Akademiker des Lehrkörpers mit dieser Idee einverstanden. Diese sehen den Ruf der Universität, die Unabhängigkeit und das akademische Klima in Gefahr. Außerdem befürchten Sie, dass „terroristische Figuren“ angelockt werden könnten.

So ist eine hitzige Debatte entbrannt und es bleibt abzuwarten, wie die sich die Universität weiter äußert, denn immerhin handelt es sich um ein 200 Millionen Dollar Projekt.
Wie CNN berichtet, hat sich eine Gruppe methodistischer Minister mittlerweile zusammengetan um die Bush-Bibliothek zu befürworten.

[via Süddeutsche Zeitung, leider kostenpflichtig]