Marktgerechte Zeitschriftenpreise

Die Wege des Netzes sind unergründlich. Netbib weist auf Reticon hin, die wiederum durch Damaschke auf folgende Seite aufmerksam geworden sind:

Passend zur Debatte über marktgerechte Zeitschriftenpreise (hier und hier) hat die UB Karlsruhe ihre 10 teuersten Abonnements aufgelistet. Wenn ich mich nicht vertippt habe, bringen es diese paar Blättchen auf einen beachtlichen Kostenberg von 119 768,95 Euro. Ob das die Leistung der Verlage marktgerecht widerspiegelt?

Trendmessung in der Biblioblogosphäre

Self plagiarism is style, aber nur wenn man tatsächlich mal eine gute Idee hatte. Davey Ps Idee ist es, kleine, nicht unbedingt notwendige Tools für Bibliothekare zu erstellen. Dies macht er allerdings durchaus mit style.

Eine Idee, die ich vielleicht nächsten Monat mal für die deutschsprachige Biblioblogosphäre adaptieren werde, präsentierte er in seinem Blog. Es geht um eine Tagcloud, mit der die Häufigkeit von Begriffen in der Biblioblogosphäre dargestellt werden können. Um diese zu implementieren, kann man drei Dateien verwenden:

  1. cloud.html — Kopie der letzten Tagcloud des Tages
  2. top100.txt — die 100 meistbenutzten Begriffe mit einer Gewichtung nach Häufigkeit (Grundlage für die Wolke)
  3. hotwords.txt — die neuesten häufigen Begriffe (die farbigen Begriffe in der Wolke)

Details siehe hier. An diesem kleinen Spielzeug gibt es noch ein paar Dinge zu verbessern. Zum Beispiel ist eine Liste mit Stopwörtern notwendig, um den jeweilig aktuellen Monat nicht unbedingt als allerfettestes anzeigen zu lassen. Und bei der Gelegenheit wäre dann auch einmal generell die Barrierefreiheit von Tagclouds zu prüfen. Diese ist höchst zweifelhaft: Tagclouds werden in allen mir bekannten Fällen einfach über den Schriftgrad oder andere optische Mittel dargestellt. Eine semantische Auszeichnung findet nicht statt.

Urheberrechtsbündnis kritisiert "Kompromiß" zwischen Börsenverein und DBV

Das Urheberrechtsbündnis kritisiert den ungeliebten „Kompromiß“ zwischen DBV und Börsenverein massiv. In der Presseerklärung des Bündnisses wird richtigerweise gesagt, dass es kaum akzeptabel ist, vor-digitale Nutzungsarten in die digitale Ära zu übertragen. Auch die Ankündigung, DRM für wissenschaftliche Dokumente einsetzen zu wollen, wird bemängelt.

Interessant scheint mir auch folgender Punkt:

[…] diese Vereinbarung weist eindeutig in die falsche Richtung – abgesehen davon, dass der Börsenverein kaum für die internationale Zeitschriftenverlage sprechen kann, die den weitaus größten Marktanteil haben und die die eigentlichen Probleme der sogenannten Zeitschriften- oder Bibliothekskrise ausmachen.

[via Golem und Heise]

Der DBV hat versagt!

In Bibliothekskreisen macht sich Entsetzen breit: Angeblich haben sich Bibliotheken und Verlage zu einem „Kompromiss über Digitalisierung von Büchern“ entschlossen. Von einem Kompromiss kann allerdings kaum die Rede sein, da Claudia Lux für den DBV keine nennenswerten Errungenschaften für die Bibliotheken und somit für Forschung und Lehre in Deutschland erzielen konnte.

Aber werfen wir doch mal einen Blick auf die Seiten des DBV. Die einzige aktuelle Presseerklärung behandelt einen Besuch von litauischen Bibliothekaren in Norddeutschland. Herzlich willkommen, kann man da nur sagen! Hier können Sie, liebe litauische Kollegen, aus nächster Nähe betrachten, wie man einen Forschungsstandort ruiniert!

Zum „Kompromiss“ ist nichts zu finden. Ist das Ganze vielleicht eine vom Börsenverein ins Spiel gebrachte Fehlmeldung? Vermutlich nicht, und das sollte Konsequenzen für den Vorstand des DBV haben. Wenn Frau Lux dieses Machwerk abgesegnet hat, ist sie eindeutig eine Fehlbesetzung für den Vorstand eines Vereins, der sich zum Ziel gesetzt hat, dass …

  • DBV bibliothekspolitische Forderungen formuliert, auf aktuelle Entwicklungen schnell reagiert und den Bibliotheken Hilfestellungen gibt;
  • DBV enge Kontakte zu den Parlamenten und den Ministerien auf Bundes- und Länderebene, zu den kommunalen Spitzenverbänden und Gebietskörperschaften pflegt und Einfluss auf Gesetzgebung und parlamentarische Willensbildung nimmt;
  • DBV der Interessenvertreter der öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken ist und sich intensiv für die spartenübergreifende und überregionale Zusammenarbeit aller Bibliotheken der unterschiedlichen Unterhaltsträger einsetzt;
  • Ein Witz, und ein äußerst schlechter noch dazu!

Leipzig legt los!

Laut einer Meldung der FAZ von Montag beginnen die Ausbauarbeiten an der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig.
Auf 14.000 qm sollen das Deutsche Buch- und Schriftmuseum, ein Musiksaal und die ca. 1,2 Millionen Schallplatten, CDs und Noten Platz finden.
Der Entwurf für den 50 Millionen Euro teuren Bau des neuen Magazin- und Museumsgebäudes stammt von der Architektin Gabriele Glöckner, die sich 2002 bei einem europaweiten Architektenwettbewerb gegen rund 200 andere Bewerber durchgesetzt hatte.
Der Erweiterungsbau soll die benötigte Kapazität für die nächsten 20 Jahre schaffen.

33 reasons why libraries and librarians are still extremely important

Will Sherman hat auf DegreeTutor.com eine Liste mit 33 Punkten erstellt, die die immense Wichtigkeit von Bibliotheken und deren hauptberuflichen Insassen belegen sollen. Ein paar Punkte in Auswahl:

1. Not everything is available on the internet
15. Google Book Search “don’t work”
20. Wisdom of crowds is untrustworthy, because of the tipping point
28. Libraries are stable while the web is transient
30. Not everyone has access to the internet
31. Not everyone can afford books

Shermans Fazit:

Society is not ready to abandon the library, and it probably won’t ever be. Libraries can adapt to social and technological changes, but they can’t be replaced.

Einige Punkte sind unnötig defensiv; dennoch ein lesenswerter Artikel.