Mifare Classic vor dem Aus

Via Heise:

Forscher haben einen entscheidenden Durchbruch bei der Kryptanalyse des Verschlüsselungsalgorithmus Crypto1 gemacht, der das RFID-System Mifare Classic schützt. Laut der nun veröffentlichten Arbeit von Nicolas Courtois, Karsten Nohl und Sean O’Neil ist es möglich, ohne aufwendig vorauszuberechnende Tabellen (Rainbow-Tables) die Verschlüsselung innerhalb von wenigen Sekunden mit PC-Hardware zu knacken. Die Sicherheit des Algorithmus, so das Fazit der Forscher, sei „nahe Null“.

Wenn ich mich recht erinnere, wird Mifare Classic unter anderem in der Münchner Stadtbibliothek eingesetzt. Das System Mifare Plus soll allerdings auch betroffen sein.

Unter Sicherheitsaspekten sollten RFID-Etiketten ohnehin spätestens seit Veröffentlichung des RFID-Zappers nicht mehr diskutabel sein. Wer RFID einsetzt, möchte vorwiegend Personal auf die Straße setzen, bzw. keine neuen Mitarbeiter einstellen.

Bielefelder Uni-Bibliotheken wegen Asbest geschlossen

Das Mindener Tageblatt berichtet über die wiederholten Asbestfunde an der Universität Bielefeld.
Nachdem bereits im März die Bibliothek für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie gesperrt werden musste, wurde letzte Woche auch in den Bereichen Linguistik und Literaturwissenschaft Asbest nachgewiesen.

Aktuell sind damit 700 000 Bücher der Fachbibliotheken nicht zugänglich.

Eine komplette Schließung ist nach Auskunft des Unikanzlers zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu befürchten, könne aber auch nicht komplett ausgeschlossen werden.

Neuer dbv-Newsletter

Der dbv-Newsletter informiert in seiner 120. Ausgabe über die Initiativen zu Bibliotheksgesetzen in Thüringen und NRW, die Kampagne „Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek“, den Hessischen Bibliothekstag, Aktionen zum Gedenktag der Bücherverbrennung uvm.

Ecocho – klickend Bäume pflanzen

Ein etwas eigenwillige Vorstellung vom Kampf gegen den Klimawandel hat das Suchinterface Ecocho:

Ecocho ist eine neue Suchmaschine, die versucht, dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Für jeweils 1.000 Suchanfragen über Ecocho setzen wir ein Gegengewicht zum Ausgleich für bis zu einer Tonne Treibhausgase. Wir tun dies, indem wir 2 Bäume durch Werbung auf der Webseite sponsern.

Sozusagen das Krombacher-Konzept. Hier gibt’s ein bißchen mehr dazu zu lesen. Gesucht werden kann in den Ergebnissen von Yahoo und Google.

Update: Google ist ausgestiegen, wegen angeblichen Verstoßes gegen die Adsenserichtlinien.

Lernen 2.0 – Jetzt geht's los!

In einem der etwas unstrukturierten Inetbib-2008-Postings hatte ich es schon erwähnt: Edlef Stabenau hat die Learning-2.0-Materialien, die von verschiedenen Leuten ins Deutsche übertragen wurden, nun in ein Blog gepackt und es sind auch schon die ersten beiden Resultate zu sehen.

Wer also am eigenen Leib erfahren möchte, was es mit diesem ominösen „Web 2.0“ auf sich hat, möge sich dorthin begeben.

Keine Blogrevolution: Shyftr

Hurley Goodall überlegt in Wired Campus: „Blogs May Be Rendered Obsolete by New Technology“. Er meint, dass Blogs bald von Plattformen wie Shyftr abgelöst oder zumindest in ihrer Rezeption grundsätzlich verändert werden.

Die Veränderung wäre dann m.E. keine wesentliche. Shyftr (andernorts auch als „Content Thievr“ bezeichnet) macht nichts anderes, als komplette Feeds neu zu publizieren.

Hier steht, wie man Shyftr vom eigenen Feed fernhält, wenn man denn möchte. Die robots.txt wird von Shyftr ignoriert.

Einen interessanten Artikel zu Shyftr gibt es auch von Jonathan Bailey beim Blog Herald.

Neuer Google-Bot auch für Kataloge?

Die neue Version des Google-Bots nutzt nun auch HTML-Forms, um auf bislang verborgene Inhalte zuzugreifen. Im Google-Webmaster-Blog wird das so beschrieben:

In the past few months we have been exploring some HTML forms to try to discover new web pages and URLs that we otherwise couldn’t find and index for users who search on Google. Specifically, when we encounter a

element on a high-quality site, we might choose to do a small number of queries using the form. For text boxes, our computers automatically choose words from the site that has the form; for select menus, check boxes, and radio buttons on the form, we choose from among the values of the HTML. Having chosen the values for each input, we generate and then try to crawl URLs that correspond to a possible query a user may have made. If we ascertain that the web page resulting from our query is valid, interesting, and includes content not in our index, we may include it in our index much as we would include any other web page.

Ein kleiner Blick: Die PICA-Kataloge nutzen das Form-Element, Aleph ebenso. Andere Systeme habe ich jetzt nicht geprüft, aber für die Mehrheit ist anzunehmen: Die Google-Bots werden in Kürze für eine drastische Erhöhung des Traffics sorgen. Zumal andere Suchmaschinen sicherlich nachziehen werden. Allerdings:

Only a small number of particularly useful sites receive this treatment, and our crawl agent, the ever-friendly Googlebot, always adheres to robots.txt, nofollow, and noindex directives.

Die Bibliotheken sollten also endlich für permanente URLs in ihren Katalogen sorgen. Damit wird der Kataloginhalt wirklich nutzbar und auch durch Suchmaschinen zugänglich gemacht.

Klage gegen Semesterapparate

Wie medinfo heute berichtet, klagen in den USA drei große Verlage, mit Hilfe des dortigen Börsenvereins AAP, gegen die Georgia State University,

weil dort die Professoren Kursmaterialien erstellen und an Studenten weitergeben, die zu 50% aus Kopien und Digitalisaten von urheberrechtlich geschützten Werken zusammengesetzt sind.

Hier kann man die Details in der Pressemeldung des AAP nachlesen.