Taz über marode norddeutsche Bibliotheken

Die Taz berichtet über die Nöte der Lübecker Stadtbibliothek:

Wo alter Reichtum und steter Verfall so krass aufeinandertreffen wie kaum irgendwo sonst: Schätze aus zehn Jahrhunderten muss die Lübecker Stadtbibliothek hüten – hat aber nicht mal Mittel zum Erhalt ihrer Zweigstellen. Auftakt zur neuen Serie über norddeutsche Bibliothekszustände

In der nächsten Folge soll es um die Schweriner Stadtbibliothek gehen.

Bibliotheken in Bremer Open-Data-Service

Die Senatspressestelle Bremen fragt sich und uns:

Wie beantrage ich einen Reisepass? Wo finde ich die nächste Toilette? Wann ist die Stadtbibliothek geöffnet? Auf solche und andere Fragen gibt jetzt eine neue Bremen-App Antwort.

Und das geht, weil die entsprechenden Daten in maschinenlesbarem Format veröffentlicht wurden. Die Metadaten und der Download – hier geht’s natürlich um die Bibliotheksdaten – findet sich hier, nebst einigen erläuternden Worten.

Der Datensatz für jede Bibliothek beinhaltet den Namen, eine kurze Beschreibung der Zielsetzung, Aufgaben oder des Zwecks, eine kurze Beschreibung des Bestands, Angaben zu Öffnungszeiten, Adresse und Kontaktdaten. Die Öffnungszeiten sind für jeden Tag mit Beginn und Ende in separaten Datenfeldern erfasst, ebenso die Adresse getrennt mit Straßenname und Hausnummer, damit eine örtliche und zeitliche Lokalisierung über Apps für mobile Geräte möglich ist.

Daumen hoch!

[via Dr0ide]

SpeechJammer: Schweigen per Knopfdruck

In TechnologyReview wird der SpeechJammer beschrieben. Dabei handelt es sich um ein Gerät, mit dem man lästige Quatschereien unterbinden kann. Bzw. deren Urheber so irritieren, dass sie lieber schweigen. Das Prinzip:

Psychologists have known for some years that it is almost impossible to speak when your words are replayed to you with a delay of a fraction of a second.

Kurihara and Tsukada have simply built a handheld device consisting of a microphone and a speaker that does just that: it records a person’s voice and replays it to them with a delay of about 0.2 seconds. The microphone and speaker are directional so the device can be aimed at a speaker from a distance, like a gun.

Klingt spektakulärer als es dann aussieht:

Im TechnologyReview werden als potentielle Anwendungsgebiete Konferenzen, Meetings, Kinos und Bibliotheken genannt.

[Besten Dank an Christian S. für den Hinweis!]

Anwar et al.: AQAK : A library anxiety scale for undergraduate students

AQAK: A library anxiety scale for undergraudate students / Anwar, M. A. … – In: Journal of Librarianship and Information Science. – (2012).
DOI: http://dx.doi.org/10.1177/0961000611425568

The library environment has drastically changed since 1992 when Bostick’s Library Anxiety Scale was developed. This project aimed to develop a scale specifically for undergraduate students. A three-stage study was conducted, using students of Kuwait University. A variety of statistical measures, including factor analysis, were used to process the data. A test re-test was undertaken to estimate the reliability of the scale. The resulting scale, named AQAK, consists of 40 statements clustered into five factors which are: (1) Library resources, (2) Library staff, (3) User knowledge, (4) Library environment, and (5) User education. This new scale with a Cronbach’s alpha value of 0.904 is 90 percent reliable. The gender of the participants, the type of high school attended, and the college where they are studying have no relationship with library anxiety.

Bibliothekarische Projektlyrik

Karsten Schuldt widmete sich gestern der Projektlyrik, die allmonatlich in den bibliothekarischen Postillen zu bestaunen ist: meine beitrags- / lyrik ist hübscher / als deine // dude

Ich zitiere einfach mal ein paar Sätze, zu denen man ein lautes „Jawoll! So ist es!“ in den Raum zu rufen geneigt ist.

Wir lassen es zu, dass solche letztlich wenig inhaltsreichen Texte, die aber mit viel rhetorischen Bling-Bling gespickt sind, veröffentlicht werden und gerade deshalb die konkrete bibliothekarische Praxis nicht richtig sichtbar wird. Wir alle kennen die Worte, die dazu verwendet werden: Innovation, Evaluation, Kompetenz, Projekt, Marktanalyse und so weiter. Aber müssen wir sie auch ständig benutzen? Überzeugen wir damit irgendwen? Von was wollen wir da überhaupt wen überzeugen? Oder soll von irgendetwas abgelenkt werden? Und müssen wir eigentlich immer Projekte machen, nur weil wir mal etwas ausprobieren und verändern wollen?

Auf dem von ihm gewählten Beispiel muss man nicht weiter herumhacken. Andere Beispiele finden sich jeden Monate im Bibliotheksdienst, BuB & Co. Und viele, die hier lesen und schreiben, haben schon an ähnlichen Texten mitgewirkt. Die Frage ist: wie kommen wir da heraus?

Mythos buchfreie Bibliothek

Barbara Fister macht sich in Inside Higher Ed Gedanken über die buchfreie Bibliothek:

No matter how innovative the bookless library sounds, this isn’t a situation we planned. If the academic library of the future is bookless, it won’t be because of vision. It will be because of the lack of it.

Mit Buch ist hier die Papierversion gemeint. Mehr im Artikel: The Myth of the Bookless Library.