Open-Source-Recommender easyrec

Die Recommender-Software easyrec ist seit sechs Tagen komplett Open Source.

Benötigt werden für die Installation auf einem eigenen Server:

  • Java 5 SE [1] or later
  • Application Server Tomcat 6.0 [2] or later recommended or see other Application Servers
  • Database Server MySQL 5.1 [3] or later

Man kann den Dienst jedoch auch über eine API ausprobieren. Wer hat Zugriff auf einen Katalog und traut sich, das mal einzubauen? Mich würde doch sehr interessieren, ob die Ergebnisse so viel schlechter als die von Bibtip sind. Bibtip ist ein Projekt, dass zwar aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde, aber dennoch sogar für öffentliche Einrichtungen kostenpflichtig ist. Kostenpflichtig für Hosting und Support würde ich ja noch verstehen. Wie auch immer: Easyrec wird z.B. beim Film-Shop Flimmit genutzt. Interessiert man sich z.B. für Plattfuss am Nil, wird sofort weitere Unterhaltungsware der schlagkräftigen Art angeboten (“Sie könnten auch an folgenden Produkten interessiert sein”).

Bibsonomy bald quelloffen / Open-Access-Projekt PUMA

Im Bibsonomy-Blog wurden ein paar Neuigkeiten zur Zukunft des Projekts gepostet. Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Bibsonomy-Technologie wird in das PUMA-Projekt eingebracht, das, wenn ich die Projektbeschreibung richtig verstanden habe, Open Access aus Nutzersicht attraktiver machen möchte. Prinzipiell eine gute Idee. Warum die Beispielimplementation an DSpace ausgerichtet wird, könnte ich mir dadurch erklären, dass OPUS m.E. nicht wirklich Open Source ist. Man kann zwar den kompletten Quellcode einsehen, aber eine Testinstallation ist nicht ohne weiteres möglich.
  • Alle Bestandteile des Projektes werden unter als FLOSS veröffentlicht. Also auch Bibsonomy, leider aber erst nachdem das Projekt beendet ist. Wann das sein wird, ist leider weder im Blogposting noch auf der Projektwebseite angegeben.

Schön, dass der Open-Source-Gedanke Einzug hält in die DFG-Projekt-Landschaft. Es ist ja schließlich wirklich schwer vermittelbar, warum Projekte wie Bibtip, die von Steuermitteln angeschoben wurden um eine dauerhafte Verbesserung der Informationsinfrastruktur wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland zu ermöglichen, nicht allen die an eben jener Verbesserung arbeiten möchten, open source zur Verfügung steht.

[via acka47]

Exzellente Phantomaufsätze in Göttingen

Aufruhr an der Universität Göttingen:

Dort wird Forschern vorgeworfen, Aufsätze (noch) gar nicht geschrieben, sie aber gleichwohl auf ihren Publikationslisten vermerkt zu haben, um sich Drittmittel zu erschleichen.

Es sieht so aus, als wären hier nicht nur bibliometrische Methoden zur Quantifizierung wissenschaftlicher Arbeit gefragt. Offensichtlich muss in Zukunft auch geprüft werden, ob Arbeiten überhaupt existieren…

[via SZ]

Aufbau einer Informationsinfrastruktur zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft

Rainer Kuhlen und Michael Seadle leiten das in vollem Umfang genehmigte DFG-Projekt Aufbau einer Informationsinfrastruktur zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft:

Zur Unterstützung der wissenschaftlichen Gemeinschaften in Deutschland soll eine Informationsinfrastruktur zum urheberrechtlichen Wissen für Bildung und Wissenschaft (urhWiss) aufgebaut werden. Sie soll den in Bildung und Wissenschaft als Produzenten und Nutzern von Wissen Arbeitenden bzw. den ihnen zugeordneten Organisationen umfassende Informationen zu den urheberrechtlichen Problemen beim Umgang mit Wissen und Informationen aufbereiten und bereitstellen. urhWiss wird sich entsprechend getroffener Vereinbarungen mit anderen einschlägigen Initiativen und Projekten, z.B. aus dem Open-Access-Umfeld, und mit wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Experten aus dem Urheberrechtsumfeld vernetzen. urhWiss selber soll aus mehreren Komponenten bestehen: Urheberrechtliches Web-Portal für Bildung und Wissenschaft, semantisch organisierter Dokumentserver, virtuelles hypertextuelles Netzwerk zu Ressourcen bestehender urheberrechtsrelevanter Organisationen, Netzwerk von Urheberrechtsexperten, FAQ zu Themen des für Bildung und Wissenschaft einschlägigen Urheberrechts, Autorenwerkzeug zum Einbringen und Verknüpfen zentraler Argumente, kommunikative/soziale Dienste zum kollaborativen Arbeiten der beteiligten Akteure. Im Vorhaben sollen Modelle für die Finanzierung der Informationsinfrastruktur nach Ablauf der Förderung erarbeitet und Netzwerke zu potenziellen finanziellen Unterstützern aufgebaut werden.

Kaum ein Projekt scheint mir so dringend notwendig wie dieses. Besonders die FAQ ist ein Desiderat höchster Priorität. Noch schöner wäre es zwar, wenn das Urheberrecht allgemein verständlich formuliert wäre, aber das ist eine Utopie.

[via Medinfo]

Sammlung Ponickau

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet über die Digitalisierung der Sammlung Ponickau. Das DFG-geförderte Projekt wird von der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle durchgeführt.

“Es handelt sich um eine bedeutende Sondersammlung der ULB, die aus der alten Wittenberger Universitätsbibliothek stammt”, erklärt Projektleiterin Dorothea Sommer, Vize-Direktorin der ULB.

Die ersten Digitalisate sind schon seit längerem online zugänglich, die Sammlung füllt sich nun sukzessive.

[via mz-web.de]

Hahn, Schulze: Katalogerweiterungen, Mashups und Elemente der "Bibliothek 2.0" in der Praxis

Im aktuellen Bibliotheksdienst (43 (2009), H. 1, S. 20-38), beschreiben Ulrich Hahn und Matthias Schulze, wie der Katalog der UB der Helmut-Schmidt-Universität mit allerlei Nützlichkeiten aufgebohrt wurde. Zuerst wären da:

Im Artikel wird gut deutlich, mit welch geringem Aufwand sich ein Mehrwert für Biblioteksnutzer schaffen lässt. Aber, ohne jemandem die Geschäftsgrundlage zu mißgönnen: Für Lagepläne im OPAC braucht man meines Erachtens keine Firma engagieren. Die Integration von verlinkten Standorten funktioniert zumindest in PICA-OPACs, wie man im Katalog der TUB HH sehen kann. Und wie man mit einfachen (und kostenlosen) Mittel Lagepläne erstellt, beschreibt Tobias Zeumer.

Auch bei Bibtip handelt es sich um eine kommerzielle Dienstleistung, die, obwohl es sich um ein DFG-Projekt zur dauerhaften Verbesserung der Informationsinfrastruktur wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland. handelt, entgegen einer DFG-Empfehlung (PDF) nicht im Quelltext verfügbar ist.

Mit meinen Einwänden möchte ich diesen Dienste auf keinen Fall die Praxistauglichkeit absprechen.

Im Artikel geht’s weiter mit der Einbindung von Daten und Coverbildern über die API der Google-Buchsuche. Dies wird zu Recht als “klassisches Mashup” bezeichnet. Für die Zukunft werden unter anderem zusätzliche Erweiterungen des Katalogs und der Einsatz von Videocasts versprochen. Dem Schlußsatz kann ich mich nur anschließen: “Wir denken aber, dass unser Katalog durchaus ein klein wenig besser geworden ist.”

Virtuelle Fachbibliothek "medien bühne film" ist online

Seit Anfang Januar ist die Virtuelle Fachbibliothek medien bühne film online.
Das Portal bietet neben einer Suche im Gesamtbestand auch die Möglichkeit fachspezifisch in drei Teilportalen (Kommunikations- und Medienwissenschaft/Publizistik, Theaterwissenschaft, Filmwissenschaft) zu suchen.

Außerdem wird die Möglichkeit zur Recherche in fachrelevanten Bibliothekskatalogen, Datenbanken, E-Journals und nach wissenschaftlich relevanten Internetquellen zu suchen.

Bei der Entwicklung des Portals (von der DFG gefördert), handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der UB Leipzig, der UB Frankfurt a.M., sowie der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam und der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig.

[via inetbib]