CARPET legt los

CARPET, eines der zentralen DFG-Projekte zum elektronischen Publizieren, steht in den Startlöchern. Wie man ausgerechnet bei einem Projekt zu diesem Thema auf die Idee kommen kann, die komplette “Webseite” als als Graphik (inkl. Text) einzustellen, ist mir völlig rätselhaft. Ist das eine Art Kopierschutz? Vermutlich ging es eher darum, dass die Seite chic aussieht. Benutzbarkeit muss da leider hinten anstehen.

Daher zitiere ich hier einmal Open-Access-Net, wo ich die Meldung auch gefunden hatte:

Das Projekt CARPET (Community for Academic Reviewing, Publishing and Editorial Technology) hat das Ziel, eine elektronische Plattform aufzubauen, um Werkzeuge und Dienstleistungen für das elektronische Publizieren systematisch und übersichtlich darzustellen. Dies soll eine effizientere Nutzung bestehender Werkzeuge und zugleich eine aufeinander abgestimmte Entwicklung unter Vermeidung von Redundanzen unterstützen. Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt kooperieren die Humboldt-Universität zu Berlin, die Max Planck Digital Library und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Mehr dazu gibt es in der Presse-Erklärung.

Neue Deutsche Biographie wird digitalisiert

Wie das Börsenblatt berichtet, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft nun zugesagt, die Digitalisierung der Neuen Deutschen Biographie (NDB) – des “biographischen Grundlagenwerks des deutschsprachigen Kulturraums – finanziell zu unterstützen.

Ihre ersten 22 Bände und die komplette Allgemeine Deutsche Biographie (ADB) werden von der Historischen Kommission bei der
Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Staatsbibliothek in den kommenden zwei Jahren digital im Volltext erschlossen und im Internet frei zur Verfügung gestellt.

Pressemitteilung

Diskussion zur Ausschreibung des SSG "Informations-, Buch- und Bibliothekswesen"

Im B2I-Forum sind ein Äußerungen von KIBA (nein, nicht das hier, sondern das hier) und HI (Hochschulverband Informationswissenschaft) zur Ausschreibung des SSG “Informations-, Buch- und Bibliothekswesen” zu finden. Man kann dort leider nur nach Anmeldung kommentieren.

KIBA schreibt:

Sollte die Themenbeschreibung des neu zu vergebenen Sondersammelgebiets in der Tat inhaltlich so ausgerichtet werden, wie es die Ausschreibung suggeriert, so würde einer zentralen Leitwissenschaft der aktuellen Wissens- und Bildungsgesellschaft die nationale Literaturversorgung fehlen.

Beide Verbände bedienen sich identischer Textbausteine, z.B. dem folgenden:

Das Fach „Theorie und Geschichte der Bibliographie“, um nur den ersten Anstrich zu erwähnen, wird in der hier suggerierten Form als wichtiges Thema schon lange nicht mehr in Forschung und Lehre als solches behandelt. Aspekte daraus werden an den Universitäten und Fachhochschulen ggf. in den Fachgebieten „Wissensorganisation“, „Information Retrieval“ und „Datenbanktheorie“ angesprochen, aber als bedeutsames eigenständiges Wissenschaftsthema kann man dies mit einiger Sicherheit nicht mehr ansehen.

Ob es von der DFG als Zeichen ernsthafter Beschäftigung mit dem Thema bewertet wird, wenn sich die Fachverbände nicht einmal die Mühe machen, zentrale Argumentationspunkte ein wenig umzuformulieren, scheint mir fraglich.

[via LIS in Potsdam]

Slavistik-Portal

Seit letzter Woche ist das Slavistik-Portal, welches die zentrale Anlaufstelle für slavistikbezogene Fachinformationsangebote im Internet ist, online.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert den Auf- und Ausbau der Virtuellen Fachbibliothek Slavistik; angesiedelt ist diese in der Staatsbibliothek zu Berlin, wo bereits die Virtuellen Fachbibliotheken Recht und Ost- und Südostasien CrossAsia gepflegt werden. – Der weitere Ausbau des Slavistik-Portals wird in enger Kooperationspartnerschaft mit der Virtuellen Fachbibliothek Osteuropa (ViFaOst) und weiteren Partnern im In- und Ausland vorangetrieben.

Das Portal u.a. bietet einen Slavistik Guide zu fachrelevanten Internetthemen, einen Neuerwerbungsdienst und außerdem eine Metasuche in fachrelevanten Datenbanken.

[via bildungsklick]

Kleine Anfrage zu Quaero

400 Millionen Euro soll die sagenumwobene Google-Alternative Quaero kosten. Über das undurchsichtige Vergabeverfahren an verschiedene Unternehmen (Führend ist die Bertelsmann-Tochter Empolis) wurde viel gemunkelt und die grüne Bundestagsfraktion stellte eine Kleine Anfrage an die Regierung bezüglich des Procederes, das keine Ausschreibung vorsah.

Über das Ergebnis berichtet Heise.de:

“Bei der Aufsetzung von strategischen Großprojekten mit grundlegender Bedeutung sind Ausschreibungen nicht üblich, da hier – auf der Grundlage von vorgegebenen Zielen – die Projektpartner durch die stringente Projektführung ausgewählt werden und das notwendige Projektmanagement durch den Konsortialführer vorgenommen wird.”

Gab es etwa kein Vergabeverfahren für die LKW-Maut? Oder sind nicht viel eher solche Verfahren außer Kraft gesetzt, wenn Bertelsmann im Spiel ist? Hierzu ein immer noch sehr aktueller Artikel in Telepolis: “Ohne Bertelsmann geht nichts mehr”.