Inetbib 2008: Bibliothekar 2.0

Bibliothek 2.0: Upgrade vom Bibliothekar zum Bibliothekar 2.0

Lambert Heller referiert über den Wandel der beruflichen Erfordernisse. Beschleunigung, neue Medien, Techniken, lebenslanges Lernen.

Patrick Danowski: „Bisher sind wir Wegweiser zu guten Informationen, jetzt können wir auch Wegweiser zu guten Diensten sein.“

Tugenden der BibliothekarInnen 2.0; Neugierde, offen für Veränderungen, Neues auszuprobieren, selbst mit neuer Technik vertraut werden.

Kleine Anmerkung am Rande: Patrick betont zu Recht, dass es notwendig und sinnvoll ist, einfach mal etwas auszuprobieren, ohne gleich zu wissen, wofür etwas denn gut sein könnte. Der berufliche Alltag lässt das leider nur sehr eingeschränkt zu.

Er berichtet von einem Aprilscherz, bei dem ein US-amerikanischer Bibliotheksleiter verkündete, die Katalogisierung werde geschlossen, es gibt jetzt statt des Kataloges ein Wiki, in dem die Nutzer die bibliographischen Daten selbst eintragen. Ich hoffe, das spricht sich bei der Bertelsmann-Fraktion des deutschen Bibliothekswesens nicht herum. Der oder die eine oder andere Bibliotheksleiter könnte auf die Idee kommen, so sei doch noch ein bißchen Personal zu sparen.

Lambert Heller ruft zur Partizipation auf. Kurzform: Bloggt, Kollegen! Abonniert RSS-Feeds! Nutzt Social-Bookmarking-Dienste!

Siehe auch Edlefs neues Lernen-2.0-Blog.

Immerhin wurde um mich herum eifrig mitgeschrieben. Mal sehen, ob die Biblioblogosphäre bald explodiert, ;o)

Inetbib 2008: Motivation von Wikipedia-Autoren

Joachim Schroer versucht, die Motivation von Wikipedia-Autoren zu beschreiben. Zuerst gibt er einen groben Überblick über die Qualität von Wikipedia-Artikeln im allgemeinen (Wikipedia vs. Brockhaus, Britannica etc.).

Artikel mit vielen Autoren haben durchschnittlich eine höhere Qualität, ein Anteil von 50% anonymer Autoren ist unproblematisch.

90% der Inhalte stammen von 10% der Autoren. Vandalismus wird häufig (ca. 40% des erkannten Vandalismus?) vom ersten Leser korrigiert.

Vorstellung trust coloring demo und stabile Version.

Zur Motivation von Wikipedia-Autoren: Drei Klassen für freiwilliges Engagement (Klandermans 1997, 2004).
Norm-orientierte Motive, Kosten und Nutzen, kollektive Motive.
Vierte Klasse zeichnet sich ab: Identifikation mit der Bewegung.

Arbeitspsychologisch: Job characteristics model (Hackman & Oldman, 1974, 1980)

Über die Hälfte der befragten, stark engagierten Autoren ist in Vollzeit (43%) oder Teilzeit (10%) berufstätig.

Mit zunehmendem Engagement steigt die Zufriedenheit der Wikipedianutzer, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Ein Phänomen, das bekannt ist. Frustrierte Ex-Vielautoren gibt es ja so einige.

Interessanter Vortrag. Die Motivation zum Engagement in freien WIssensgemeinschaften ist prinzipiell auch ein Thema, mit dem sich Bibliotheken beschäftigen müssen, besonders wenn es nutzergenerierte Inhalte (Katalog-Tagging, Rezensionen etc.) geht.

Inetbib 2008: Urheberrecht

„Spinn ich oder die anderen?“ – Das Gute am neuen Urheberrecht und das Häßliche am neuen Subito-Rahmenvertrag zum Kopienversand.

Von Dr. Harald Müller, Bibliothek des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht.

Dieser Vortrag ist unmöglich in Kürze wiederzugeben. Herr Müller, dies ist ein öffentlicher Aufruf, die Folien mit Tonspur zu versehen ins Netz zu stellen!

Inetbib 2008: Evolution des Internets

Eröffnungsvortrag: Zur Evolution der Internetdienste von Prof. Dr. Phuoc Tran-Gia Prof. Dr. Phuoc Tran-Gia (Universität Würzburg).

Tran-Gia berichtet über die Grenzen des internet protocol, über Skalierungsprobleme und den „drohenden Kollaps“ des Internets. Er prognostiziert eine evolutionäre Weiterentwicklung des Internets, da ein Neuanfang nach tabula rasa ohne alten Ballast zwar wünschenswert, aber nicht durchsetzbar ist.

Trends in Schlagworten: Multi network services, Edge based Intelligence & Platforms, Service Discovery Engine.

Die Entwicklung geht so schnell, dass meine Vorstellung nicht reicht, um Dinge vorauszusagen.

P2P sorgt für ca. zwei Drittel der Netzauslastung.

Kleine Zwischenbemerkung: Neben mir wird eifrig getwittert.

P2P, besonders BitTorrent ist jetzt schon unverzichtbar für die Verteilung großer Datenmengen, Beispiel neue Linuxversionen.

Anwendungen entstehen am Netzrand

Quality of service: Wie schnell finde ich ein Buch im Katalog? Messbare Qualität.
Quality of experience: Wie zufrieden bin ich mit einer Dienstleistung? Subjektive Empfindung.

Höhere Dienstgüte durch granulare Dienste.

Sehr guter Einführungsvortrag!

Wisskom2007

Vom 6. – 8. November findet im Forschungszentrum Jülich die Wisskom2007 statt.
Themen der Konferenz sind eScience, Wissenschaftsindikatoren, Web 2.0 und Primär-Datenmanagement (Open Access). Aber auch ein Rahmenprogramm wird angeboten, bei dem unter anderem ein Einblick in die Forschungsarbeit in Jülich gewährt wird.

Mehr Informationen zur Wisskom2007 gibt es auf der Homepage des Forschungszentrums.

Urheberrechtstagung 2007 in Göttingen

http://urheberrechtstagung.de/:

Am 31.10.2007 veranstaltet der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftrecht, Rechtsvergleichung, Multimedia- und Telekommunikationsrecht (Prof. Dr. Gerald Spindler) in Zusammenarbeit mit der SUB Göttingen eine Tagung zum Thema

„Der Zweite Korb Urheberrecht“

Was bringt die Reform den Bibliotheken, Universitäten und Verlagen?

Nachdem sich die Reformbemühungen des Gesetzgebers zur Anpassung des Urheberrechts an die Informationsgesellschaft nun nach zähem Ringen der Intermediäre um einen gerechten Interessenausgleich einem Ende zuneigt haben, stellt sich für eine Vielzahl von Einrichtungen die Frage:

„Was hat die Reform des Urheberrechts an neuen Regelungen gebracht?“

Die Referenten, welche die gesetzgeberische Ausgestaltungen des Zweiten Korbs als Gutachter des Bundesjustizministeriums teilweise unmittelbar begleitet haben und zumeist langjährig mit urheberrechtlichen Fragestellungen konfrontiert sind, versuchen auf diese Frage eine befriedigende Antwort zu geben.

Neben Bibliothekaren, Archivaren und Mitarbeitern von Bildungseinrichtungen richtet sich die Veranstaltung auch an Verlage und Praktiker aus dem Bereich des Urheberrechts und des Verlagsrechts (gewerblicher Rechtsschutz), welchen auf diesem Wege ein erster Überblick über die Änderungen gegeben werden soll.

Bibliothek 2.0: Drupal vs. Ning

Edlef Stabenau hat schon am 3. Juni seinen Ersatz für die Ning-Community Bibliothek 2.0 veröffentlicht. Von der Adresse bibliothek20.de wird man zu einer von ihm gestalteten Seite auf Drupal-Basis geleitet, in der man so ziemlich alles kann, was man in einer Community können muss. Der größte Vorteil gegenüber Ning.com ist wohl der enorme Übersichtlichkeitsgewinn in den Foren und Diskussionen.

So, und nun versuchen wir doch noch einmal, das Thema bibliothekarische Unkonferenz zu beleben.