Igor: Literaturverwaltung in Google Wave

Googles Wave in Kombination mit einer Nature-Erweiterung namens Igor: Igor – a Google Wave robot to manage your references.

Google Wave is a new open source project from Google that holds a lot of promise as a platform for scholarly communication. It’s a little bit like email but allows for collaborative document editing, versioning and real time conversation within groups – check out Cameron and Martin’s archives for more.

Igor is a proof of concept Wave robot that allows Wave users to pull in citations from Pubmed or their libraries on Connotea and CiteULike as they type.

Mehr Infos gibt es im Nature-Blog.

Update: Video entfernt, es kann nur noch auf der Vimeo-Seite direkt angesehen werden.

Zwei Vorträge über Open Access bei Yovisto

Gerade bei Yovisto gefunden: zwei Vorträge zu Open Access. Der Erste ist OPEN ACCESS – der freie Zugang zum Wissen von Igor Drieghe.

Der Zweite, Second-Generation Open Access: Building an Open Content von John Wilbanks ist leider nicht einbindbar. Daher sei an dieser Stelle auf die entsprechende Yovisto-Seite hingewiesen.

Bei der Suche in Yovisto wurden mir auch mehrere Mängel des Angebots bewusst. Ich habe zuerst die Angabe der Spieldauer zum Beispiel beim letzten Video vermisst. Bis mir klar wurde, dass sie in den Suchergebnissen ganz klein (und anscheinend nur dort) tatsächlich verzeichnet ist. Auch andere Metadaten werden dem geneigten Seitenbesucher verheimlicht. Zwar findet man deutsche Videso zu Open Access, wenn man den Sprachfilter in der Suchfunktion nutzt, aber eine Sprachangabe in den Metadaten suche ich vergeblich.

Demolux verklagt Bibliotheksblogger (oder auch nicht?)

In Netbib las ich gerade, dass der mir bislang unbekannte Hersteller für Computermöbel Demolux (Slogan: „Sicher ist besser“) juristisch gegen das Schulbibliotheksblog Basedow1774 vorgeht. Oder auch nicht. Dem Blogger Günter K. Schlamp wurde anscheinend per Einschreiben (mit Rückschein; sicher ist besser!) zugestellt, aus dem Susanne Drauz zitiert:

In dem Einschreiben mit Rückschein steht wörtlich: “Wir haben deshalb am 21.07.2009 Strafanzeige erstattet” – gegen wen steht da wirklich nicht.

Das Ursprungsposting und die interessante Debatte in den Kommentaren findet man direkt bei Basedow1764.

Kunden zu verklagen (oder zumindest den Eindruck zu erwecken) ist sicherlich nicht die eleganteste Art, sein Unternehmen durch die Wirtschaftskrise zu führen, aber auf jeden Fall eine originelle Form der Öffentlichkeitsarbeit. Oder auch nicht.

Update: Hier noch das besagte Einschreiben (PDF). Ich käme mir auch verklagt vor.

Facebook für Bibliotheken ungeeignet?

Edlef machte mich auf die Facebook-Einführung von Annette Schwindt aufmerksam. Sie beschreibt dort unter anderem die Einrichtung einer Facebook-Seite für Institutionen. Da ich selbst gerade ein wenig mit Facebook rumbastel, kann ich ihre Kritikpunkte sehr gut nachvollziehen. Vor allem die Auswahl von Anwendungen, die für Seiten zur Verfügung stehen, ist ausgesprochen mangelhaft. Man kann keine RSS-Feeds in die Seite einbinden, seine News nicht mit Twitter synchronisieren. Man muss alle Inhalte direkt in und ausschließlich für Facebook erstellen. Es lassen sich nicht einmal die Veranstaltungen, auf die man hinweist als RSS-Feed abonnieren.

Insgesamt ein absolut schwaches Bild. Auch die Kontaktmöglichkeiten für „Fans“ der Seite sind dürftig:

Da der Name des Erstellers der Seite ja nicht angezeigt wird, gibt es für Fans keine Möglichkeit, den Seitenbetreiber anders als öffentlich über die Seite zu kontaktieren. Privatnachrichten sind nicht vorgesehen.

Ihrem Fazit kann ich mich daher nicht anschließen:

Auch wenn einiges an den Facebook-Seiten reichlich unpraktisch ist, so sind sie dennoch ein lohnenswertes Tool. In der kurzen Zeit, in der die Facebook-Seite meiner Agentur jetzt online ist, habe ich schon viel positives Feedback erhalten und neue Kontakte gewonnen.

Ich frage mich, wie man als Marktführer mit solch einem Murks durchkommt. Oder geht das gerade nur dann, wenn man Marktführer ist? Wie auch immer: Vielleicht sind Facebook-Gruppen eine Alternative. Allerdings braucht man, um diese anzulegen, einen persönlichen Facebook-Account. Kollegen, wie sieht’s aus? Was passiert da gerade facebookliches in den Bibliotheken?

Wissenschaftsblog-Auslese 2009: Vorschläge gesucht

Im Fisch-Blog wirbt Lars Fischer um Vorschläge für die Wissenschaftsblog-Auslese 2009.

Ihr seid also alle aufgerufen, in den nächsten paar Monaten die eurer Meinung nach besten Wissenschaftstexte des Jahres 2009 zu nominieren. Um euch inspirieren zu lassen, könnt ihr noch einmal die 15 Gewinnerbeiträge der Wissenschaftsblog-Auslese 2008 durchlesen.

Die besten Blogbeiträge sind diejenigen, die bleibenden Wert haben und die man auch noch in ein paar Monaten oder Jahren mit Gewinn liest. Ihr dürft natürlich auch eure eigenen Texte nominieren – aber dazu seid ihr sich viel zu bescheiden.

Wer schon Vorschläge hat: Einfach mit Namen des Bloggers/Blogs, Titel des Postings und Permalink einfach in seine Kommentare packen. Bei der ersten Auflage 2008 gehörte übrigens Text&Blog-Markus zur Jury.

Bestandsaufnahme: Digitalisierungsprojekte in Deutschland

Annette Seiler hat in Ihrem (gerade von Drupal auf WordPress re-migriertem) Blog Intelligent Information eine Bestandsaufnahme deutscher Digitalisierungsprojekte gemacht. Aufgelistet ist ziemlich viel von der Sammlung Geschichte der Hochschule beim Archiv der RWTH Aaachen (mit einer Webseite im Retro-Stil) bis hin zur Franconica-Sammlung der UB Würzburg.

Konferenztwittern

Was schon bei den letzten bibliothekarischen Tagungen mehr als deutlich wurde, gibt’s nun noch einmal schriftlich: Study Reveals High Levels of Twitter Use at Conferences.

Wer also etwas nicht bekannt geben möchte, sollte es auf Konferenzen gar nicht erst erwähnen. Was am Pult gesagt wird, verlässt den Saal mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit. Hoffentlich führt das zu mehr Kommunikation auch außerhalb von Veranstaltungen und nicht dazu, dass man nun auch bei Vorträgen nichts handfestes mehr erfährt.

Joachim Losehand: Open Access senkt die Produktionskosten

Dank Joachim Losehand ist der Freitag inzwischen eine von wenigen Zeitungen, in denen ab und an etwas handfestes zu Open Access zu lesen ist. Aktuell: Open Access senkt die Produktionskosten.

Jedoch ist die eigentliche Publikation, sind die Schritte, die zur Veröffentlichung eines Textes führen, nicht der hauptsächliche Kostenfaktor wissenschaftlichen Arbeitens, im Grunde sind diese Kosten vernachlässigbar. Und zwar vernachlässigbar angesichts der Kosten, die zur Erstellung des wissenschaftlichen Textes, zur Gewinnung der Forschungsergebnisse führten. Die Produktion von Forschungsergebnissen und deren notwendiger Verschriftlichung ist mit Produktionskosten verbunden, welche in der Debatte um die Kosten von Open Access zu kurz kommen.

Richtig, das Thema Zugang zu wissenschaftlichen Informationen muss auch volkswirtschaftlich betrachtet werden. Nur dem Gejammer einiger Verlage und Appell(unter)schreiber zu lauschen führt definitiv nicht zu einer verbesserten Faktenlage. Daher ist Losehands Fazit uneingeschränkt zuzustimmen:

Hier valides und empirisch gesichertes Material zu erarbeiten und in die öffentliche Diskussion einzubringen, ist unzweifelhaft ein Desiderat der Forschung. In unser aller Interesse.

Schön, dass es gerade letzten Monat eine passende Studie zu diesem Thema veröffentlicht wurde: „Open Access – What are the economic benefits? A comparison of the United Kingdom, Netherlands and Denmark“. Der Autor John Houghton untersuchte verschiedene Publikationsmodelle in Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden. Er kommt zu folgendem Schluß:

In the three national studies the costs and benefits of scholarly communication were compared based on three different publication models. The modelling revealed that the greatest advantage would be offered by the Open Access model, which means that the research institution or the party financing the research pays for publication and the article is then freely accessible.

Adopting this model could lead to annual savings of around EUR 70 million in Denmark, EUR 133 million in The Netherlands and EUR 480 in the UK. The report concludes that the advantages would not just be in the long term; in the transitional phase too, more open access to research results would have positive effects. In this case the benefits would also outweigh the costs.

Deutschland gibt erheblich mehr Geld für Forschung und Entwicklung aus als z.B. Großbritannien, daher ist für Deutschland auch mit erheblich höheren Einsparungen zu rechnen. Vielleicht sollte der Bund der Steuerzahler hier mal nachhaken? Zumindest sollte angesichts der vorliegenden Erkenntnisse die Position des Wirtschaftsministers eigentlich völlig eindeutig pro Open Access sein.