PICA, Perl und die Pfolgen.

Zwei Jahre gibt es nun PICA::Record, schreibt Jakob Voss. Und da die jakoblogliche Kommentarfunktion momentan nicht so will, kommentiere ich von hier:

Sicher gibt es schönere Programmiersprachen als Perl, aber wenn schon mehr Personen im Bibliotheksumfeld programmieren (oder zumindest skripten) lernen – was unbedingt notwendig ist – könnte Perl die richtige Wahl sein, da sich mit PICA::Record bereits nach kurzer Zeit praxistaugliche Ergebnisse erzielen lassen.

Das schreit doch geradezu nach einem Workshop/Crashkurs „Perl für Bibliothekswesen“!

Neue Open-Access-Blogs

Die deutsche Open-Access-Szene öffnet sich. Dies manifestiert sich unter anderem in zwei neuen Blogs zum Thema, die ich kurz vorstellen möchte:

WissPub: Gemeinschaftsblog zu wissenschaftlicher Kommunikation im Netz. Das Autoren-Team ist bunt gemischt. Geschrieben wurde bislang über die Open-Access-Week 2009, digitale Geisteswissenschaften in Deutschland oder (aktuell) über deutschsprachige Open-Access-Blogs.

OANetzwerk: Auf Anregung beim letzten OA-Netzwerk-Treffen in Stuttgart hat Robin Malitz ein Blog eingerichtet, dass die Aktivitäten des Netzwerkes erläutern soll. Im letzten Posting erklärt er die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen OA-Projekten wie OA-Statistik (das für meinen Geschmack gar nicht schnell genug einsatzfähig sein kann) oder DOARC.

Laut MdB Hans-Peter Bartels: Kein Bedarf für Open Access in den Sozial- und Geisteswissenschaften

Via Abgeordnetenwatch wurde der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels (Dr. phil., Magister der Politischen Wissenschaft, Soziologie und Volkskunde, Journalist) gefragt, warum er als einer von zwei Mitgliedern des Bundestags (die andere ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger) den Heidelberger Appell unterschrieben habe. Im Wortlaut:

Haben Sie sich mit der Unterzeichnung des Heidelberger Appells bewusst auch gegen Open Access ausgesprochen?

Und falls ja: Warum lehnen Sie Open Access ab?

Bartels antwortet, dass OA im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich aufgrund der dort üblichen Publikationstrukturen durchaus einen wünschenswerten Fortschritt darstellen mag. Allerdings:

Für den sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich sehe ich das aber anders. Hier wollen und sollen wissenschaftliche Autoren mit ihren Aufsätzen und insbesondere Büchern erfolgreich sein, auch in bescheidenem Maße ökonomisch. Die Möglichkeit, wirtschaftlich verwertbares Wissen zum Patent anzumelden, haben sie im Gegensatz zu ihren natur- und ingenieurwissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen nicht.

Frei übersetzt: OA ist nur da wünschenswert, wo die Autoren eh kein privates finanzielles Kapital aus ihrem öffentlich finanzierten Werk schlagen können. Welche Möglichkeit haben Grundlagenforscher, ihr Wissen zu versilbern? Wieviel Patente meldet der durchschnittliche Fledermausforscher jährlich an? Je nachdem, wie diese Fragen beantwortet werden, könnte also die SPD-Empfehlung zu Open Access für die jeweilige Fachdisziplin ausfallen.

Bartels, ist übrigens für die SPD stellvertretendes Mitglied im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Da wird es doch gleich doppelt so spannend, was die Parteien auf die Fragen der Hochschulrektorenkonferenz u.a. zu Open Access antworten werden.

Hochschulrektorenkonferenz befragt Parteien (zu Open Access)

Zwölf Fragen stellt die Hochschulrektorenkonferenz an die Vorsitzenden der großen Parteien. Leider wird in der Presseerklärung nicht deutlich, um welche Parteien es sich dabei handelt (Anfrage läuft). Es geht in den Fragen vorwiegend um die sozialen Aspekte der Bildungspolitik wie z.B. die soziale Selektivität des Bildungswesens oder die geringe Teilhabe der Bevölkerung an der Hochschulbildung. Doch auch Open Access ist der HRK wichtig genug, um in den recht exklusiven Themenkatalog aufgenommen zu werden:

Unterstützt Ihre Partei die open-access-Strategie der Allianz im Wissenschaftsbereich und beabsichtigt sie den 3. Korb der Urheberrechts-Novelle in der nächsten Legislaturperiode umzusetzen?

Tweets & Co. als Kommentare zu Blogpostings einbinden?

Bei ReadWriteWeb wird der Tod des Blogkommentars ausgerufen. Blogkommentare führen auf den meisten Blogs eh ein recht kümmerliches Leben. Hier auf Infobib haben wir bei 1,477 Postings zum jetzigen Zeitpunkt genau 1,156 Kommentare erhalten. Wenn man bedenkt, dass Infobib jeden Tag etliche hundert „Visits“ hat, ist das keine sehr hohe Quote.

Im ReadWriteWeb wird davon ausgegangen, dass Twitter und Co. die Kommentare in Zukunft ersetzen werden. Wenn es denn so ist: sollten Blogs darauf reagieren und automatisiert auf Tweets und Friendfeeds verweisen, in denen auf ein Blogposting verlinkt wird? Falls ja: Gibt es schon ein Plugin, dass dies kann? Ich habe auf den ersten Blick leider nichts gefunden. Vielleicht könnte man so etwas mit BackTweet erzeugen?

Update: Einbindung eines Backtype-Widgets


Hier werden Tweets gezählt, in denen dieses Posting auftaucht. Wenn man auf das Twitter-Icon klickt, bekommt man die einzelnen Tweets angezeigt.

Hangul-Konverter nach McCune-Reischauer

Wenn es in Gesprächen um den Themenkreis „Bibliotheken und Blogs“ geht, komme ich oft darauf, dass es so wahsninnig viele Spezialisten in Bibliotheken gibt, die keinen oder kaum fachlichen Austausch haben. Das führt unter anderem dazu, dass Eigenentwicklungen oder neue Ideen den Weg aus der eigenen Institution nur selten finden. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist schon nach der ersten Lektion des Web-2.0-Selbstlernkurses Bibliothek 2.009 gefunden. Ein/e TeilnehmerIn widmet sich der CJK-Katalogisierung. Ich musste auch erst nachschlagen, was CJK bedeuten mag. Wikipedia weiß es natürlich.

In diesem Blog findet sich ein Hinweis auf einen selbsterstellten Hangul-Konverter nach McCune-Reischauer. Ich zitiere:

Um kritische Anmerkungen und Kommentare wird ausdrücklich gebeten!

Katalogisierung koreanischer Literatur ist absolut nicht mein Spezialgebiet. Falls sich jedoch jemand aus der Leserschaft angesprochen fühlt: Hier geht’s zur Diskussion.

Umfrage zu Open-Source in Bibliotheken

Till Kinstler machte in Inetbib auf eine Umfrage von Nicole C. Engard (Open Source Evangelist bei LibLime) aufmerksam:

I am working on some very very broad research on open source use in libraries for a book I’m working on. The focus of the book will be on software you can use that is open source. If you have a chance to answer this brief survey to help me out that would be greatly
appreciated:

http://opensource.web2learning.net/limesurvey/index.php?sid=63946&lang=en

Thanks a bunch!!! (and feel free to share with others)