Größte Klosterbibliothek saniert

Die Admonter Stiftsbibliothek ist ab Sonntag wieder in ihrer vollen Pracht zu erleben. Die als weltgrößte Klosterbibliothek geltende Einrichtung im obersteirischen Benediktinerstift wurde in den vergangenen vier Jahren um rund sechs Mio. Euro generalrestauriert. Am Sonntag beginnt die neue Museumssaison – und der berühmte Bücherspeicher wird wieder ohne störende Gerüste zu besichtigen sein.

[via Kleine Zeitung]

Yovisto – Überblick und Kritik

Yovisto - Logo

Yovisto (bzw. der Vorgänger Osotis) wurde hier des öfteren erwähnt. Es ist also an der Zeit, eine ausführlichere Detailkritik zu üben.

Zuerst einmal: Was ist Yovisto? Es ist eine Suchmaschine für Videos aus dem Bereich Forschung und Lehre. Die Suche innerhalb von Videos wird möglich, da einzelne Szenen getagged und direkt verlinkt werden können. So kann ich einmal Johnny Häuslers Vortrag auf der Cebit als Ganzes verlinken, wie man es z.B. auch von Youtube & Co kennt, aber auch direkt auf den Ausschnitt verweisen, in dem er über Hype und Realität im Zusammenhang mit Blogs spricht.

Dies ist als nützliches kleines Gimmick zu betrachten. Die wirkliche Stärke von Yovisto liegt in der Synchronisierung von Vortragsfolien und dem dazugehörigen Vortrag. Das sieht dann beispielsweise so aus: Harald Sack über Webtechnologien. Die Aufzeichnung muss leider mit speziellem Gerät vorgenommen werden, eine nachträgliche Synchronisation von vorhandenem Videomaterial mit ebenso vorhandenen Folien ist (noch?) nicht vorgesehen. Innerhalb der Aufzeichnung kann man verschiedene Kapitel anspringen. Sowohl Folie als auch Video springen dann an die passende Stelle und werden weiterhin synchron abgespielt. Dies ist eine nicht zu unterschätzende Funktion. Wer eine Vorlesung rekapitulieren möchte, will meist nicht erst stundenlang herumspulen, bis er an der richtigen Stelle angelangt ist. Gerade durch die Möglichkeit, gezielt bestimmte Stellen einer Aufzeichnung aufzurufen, wird sie überhaupt erst nutzbar.

Kleine Anmerkung am Rande: Wenn man ein bißchen in den Videos stöbert, bekommt man übrigens auch einen interessanten Einblick in die akademische Welt. Zum Beispiel zum Thema Frauen in Ingenieursberufen, wenn man sich die Begrüßung der Studierenden in der Vorlesung „Integrierte Netze“ von Klaus Jobmann.

Soviel zu den Features. Kommen wir zur Kritik.

Auch wenn es nirgendwo zu lesen ist, würde ich Yovisto noch als in der Beta-Phase befindlich bezeichnen. Ein paar Kinderkrankheiten machen sich noch hier und da bemerkbar. Zuerst einmal sind überlange Tags möglich, die auch in der Tag-Cloud als solche angezeigt werden. Nicht unbedingt schön, wenn ein Spaßvogel eine Szene mit nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn tagged, und dies layoutzerreißend dargestellt wird. Außerdem ist nicht wirklich klar, was sich hinter „New Tags“ verbirgt. Gerade eben fand sich dort zweimal das gleiche Tag („Sortieren“), hinter denen sich diese beiden Links verbargen. Anscheinend sind also neue Verwendungen von schon vorhandenen Tags mit einbegriffen. Ich hätte auch erwartet, dass ich eine Liste aller Szenen bekomme, die mit diesem Tag ausgezeichnet sind, wenn ich darauf eines klicke.

Die Suchfunktion bedarf ebenfalls einer Überarbeitung. Sucht man nach Husserl, werden keine Ergebnisse erzielt. Es gibt jedoch einen Link auf zwei metadata hit(s). Klickt man darauf, erhält man dann einen einzigen Treffer. Das sind Ungereimtheiten, die beseitigt werden sollten. Die Bilder zum Vergrößern bitte Anklicken.

Yovisto - Blaue Schrift, nicht anklickbar. Beispiel Husserl

Eine ärgerliche Kleinigkeit ist auch, dass die Titel der Videos in der Anzeige der Suchergebnisse zwar wie die Links auf der Seite in blau, aber nicht anklickbar sind.

Yovisto - Darstellung der Suchergebnisse

Yovisto - Schwitzender Server
Noch ein Manko ist die Geschwindigkeit. Guckt man sich die recent user actions an, so war ich allein auf weiter Flur. Dennoch dauerte es teilweise mehrere Minuten, bis ein Video geladen war. Das liegt bestimmt auch daran, dass die Videos komplett geladen werden, bevor sie angezeigt werden. Aber auch das müsste schneller gehen, wenn der Server eindeutig nicht unter Last steht. Wie schnell Yovisto bei einer Heise-Meldung zusammenbrechen würde, kann man sich ausmalen. Der HTTP-500-Error, der etwa bei jedem 10. Klick auftritt, ist hoffentlich auch kein Dauerzustand.

Auch wenn es so aussehen könnte: Dies ist eindeutig kein Verriß. Ich halte Yovisto für eines der innovativsten Projekte der deutsche Forschungslandschaft in diesem Gebiet. Und auch der Ansatz, Lernmaterialen online zu erschließen und einer breiten Öffentlichkeit verfügbar zu machen, kann gar nicht oft genug gelobt werden. In diesem Sinne noch einmal vielen Dank an Grit Matthias, die mir am Yovisto-Stand auf der Cebit die Neuerungen gegenüber Osotis geduldig erläutert hat, und viel Erfolg bei der Weiterentwicklung!

Cebit 2008: Bookeye WalkUp Scan Station, Groupme & Yovisto

Logo Cebit 2008

Anfang des Jahres in Hannover: die Cebit öffnet ihre Pforten und lockt mit allerlei Interessantem. Besonders bemerkenswert erschienen mir dieses Jahr ein paar Produkte und Projekte, die ich hier kurz vorstellen möchte.

Zuerst ist die Bookeye 2 WalkUp Scan Station zu nennen. Dabei handelt es sich um einen Scanner für Bibliotheksbenutzer. Die Bedienung erfolgt mittels Touchscreen und einer abgespeckten und anpassbaren Version der Scansoftware BCS2. Wirklich sehr einfach zu bedienen, und es ist auch definitiv ein Konzept, dass überzeugen kann. Besonders die drei Einsatzmöglichkeiten, sich Scans einerseits per Email zuschicken lassen zu können, auf einen USB-Stick zu ziehen oder aber mittels angeschlossenem Drucker einen Kopierer zu ersetzen, machen das Gerät für etwas größere Bibliotheken interessant. Für kleinere Bibliotheken wird sich das vermutlich nicht lohnen, weil die nicht geringen Investitionskosten nur mit einer hohen Auslastung zu rechtfertigen sind.

Dann wäre noch Groupme zu nennen, ein Projekt der GWLB Hannover des Instituts für verteilte Systeme, Fachgebiet wissensbasierte Systeme (siehe Kommentar). In der Selbstbeschreibung heißt es:

GroupMe! extends the idea of social tagging systems like del.icio.us, Flickr or BibSonomy by introducing the group dimension. The foundation of social tagging systems are so-called folksonomies, which describe how users (folks) tag resources (e.g. photos, videos, publications, etc.). In technical terms a folksonomy is just a collection of tag assignments:
(User, Tag, Resource) = User has tagged Resource with Tag at a particular time.

Over time it is likely that semantics emerge, e.g. tags that are often assigned to same resources may be synonyms. Hence, folksonomies are promising to improve (web) search, etc. With GroupMe!’s approach of taggable groups we extend tag assignments with a group dimension.

Ein Konzept, das bisher allerdings nur für kleinere Datenmengen taugt. Aber da sich das Projekt noch in der Entwicklung befindet, kann sich noch einiges tun. Ein vielversprechender Ansatz ist auf jeden Fall vorhanden.

Auf Yovisto (ehemals Osotis) werde ich in einer ausführlicheren Kritik noch einmal eingehen. Die nette Vorführung am Stand war auf jeden Fall sehr überzeugend.

Es gab natürlich noch einige weitere Highlights der Cebit, die aber an anderen Orten besser gewürdigt werden können.

Interview mit Direktor der Harvard Bibliothek

Die Bibliothek der Harvard University will ihre Bücher und Zeitschriften fast unbegrenzt im Internet zugänglich machen. Ihr Direktor Robert Darnton ist einer der angesehensten Buchhistoriker. Im Gespräch mit der F.A.Z. spricht er von einem der tiefsten Einschnitte in der Geschichte der Wissensverbreitung.

Hier geht es zum Interview mit Robert Darnton.

[via Faz.net]

Libworld – Belgium

Belgium is a founding member of the European Union whose most important institutions are based in Belgium’s capital Brussels. [1]wikipedia The administrative structure of Belgium features a federal state with several regions: „the Dutch-speaking region of Flanders in the north, with 58% of the population, and the French-speaking southern region of Wallonia, inhabited by 32%. The Brussels-Capital Region, although officially bilingual, is a mostly French-speaking enclave within the Flemish and near the Walloon Region, and has 10% of the population. A small German-speaking community exists in eastern Wallonia.“ [2]wikipedia

As our guest author today we welcome Laurent Meese from the Scientific Library of the Royal Belgian Institute for Natural Sciences in Brussels. His blog „Bibliothecaris in Blog“ is accessible via http://bibman.blogspot.com/.
„Libworld – Belgium“ weiterlesen

References

Biblioblogs: Basedow 1764 und Intelligent Information

Über die RSS-Suchmaschine, die hier in Netbib vermeldet wurde, habe auch ich ein paar mir unbekannte Biblioblogs gefunden. Zwei möchte ich kurz vorstellen:

  1. Basedow 1764, ein Weblog von Hans-Günther Brée, dem Vorsitzenden der hessischen Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken. Folgerichtig geht es dort auch größtenteils um eben diese.
  2. Intelligent Information ist anscheinend ein anonymes Blog, in dem es zumindest in nächster Zeit um Ranganathan und dessen Five Laws, die hier bei Infobib auch schon häufiger Erwähnung fanden.

Der allseits prophezeite Trend zur Diversifizierung der Biblioblogosphäre scheint tatsächlich einzutreten. Viel Erfolg und willkommen in der Biblioblogosphäre!

Bibsonomy-Backup per Javaclient

Die Bibsonomy-Entwickler waren wieder fleißig und präsentieren nun einen Java-Client, mit dem man ein komplettes Backup seines Accounts machen kann.

Man braucht dazu einen Java-Client und einen API-Key, den man leider persönlich per Mail anfordern muss.

Wichtige Anmerkung:

Please note that in the current status, all data is backed up except private PDF documents and private notes. We are working on including these as well, and we hope that the tool is already useful for you in its current status. If you have questions or comments, don’t hesitate to contact us.

Büchersammlung des Ärztlichen Vereins Hamburg

Das Hamburger Abendblatt berichtet über die Bibliothek des Ärztlichen Vereins, die mehr als 125.000 Werke umfasst.

Das älteste Buch ist von 1534 und lagert wie die anderen kostbaren Schätze, die bis zu 150 000 Euro wert sind, in der Schatzkammer der Bibliothek im Keller – bei vollkommener Dunkelheit und konstanten 18 Grad.

Auch zu dieser Bibliothek gibt es heute eine Benefizveranstaltung und zwar in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Hier kann man sich ab 19.00 Uhr einen Vortrag zum Thema „Wahrheit und Fiktion in Arzt- und Krankenhausserien“ anhören.

Kunstversteigerung für Anna-Amalia-Bibliothek

Heute findet in Leipzig eine Versteigerung zu Gunsten der Anna-Amalia-Bibliothek statt. In der Galerie des Verbandes mitteldeutscher Grafikdesigner kommen 28 Kunstwerke unter den Hammer, die von den Künstlern zur Verfügung gestellt wurden. Sie wollen mit ihrem Engagement für die Bibliothek

darauf aufmerksam machen, dass Sprache und Schrift ein hochsensibles Kulturgut sind.

Die Kunstwerke sind bis zur Versteigerung in der Ausstellung «Kalligrafie und Lyrik – Lyrik und Typografie» zu sehen.

[via yahoo.nachrichten]