Bayerns Bibliotheken leiden

Deutliche Worte von Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel: In einem Bericht an den Hochschulausschuss des bayerischen Landtags nimmt er Stellung zur Situation der wissenschaftlichen Bibliotheken und warnt vor „einer chronischen Unterversorgung“.

So steht es zumindest im Nordbayerischen Kurier. Der Bericht selbst dient als interne Beratungsgrundlage für die Abgeordneten, wie mir vom Büro des Ausschusses sehr zügig mitgeteilt wurde, und kann daher nicht eingesehen werden. Aber Bayern gilt hierzublog eh nicht als besonders auskunftsfreudig.

Libworld – Peru

With about 28 million inhabitants Peru is the fourth most populous country in South America as of 2007 [1]Wikipedia . It has to deal with difficulties of a developing country: „43% of the population live under the poverty line“ [2]Wikitravel . „Literacy was estimated at 88.9% in 2005; this rate is lower in rural areas (76.1%) than in urban areas (94.8%).“ Although Primary and secondary education are compulsory and free in public schools [3]Wikipedia our guest author Eduardo Meza Valencia points out Peru’s problems concerning illiteracy.
You can reach Eduardo Meza Valencia’s own blog ‚Ciencias de la Información‘ at http://cinfopucp1.blogspot.com/.
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References

Return on Investment für Bibliotheken


David Rothman hat eine Sammlung von Tools zur Berechnung des Bibliothekswerts verlinkt. Genauer gesagt handelt es sich um Berechnungen, die dem Bibliotheksbenutzer zeigen, wieviel Geld er durch die Benutzung einer Bibliothek spart.

Verwendet man den user calculator des Library Research Service, erhält man durch simple Eingabe weniger Benutzungskennziffern, wieviele Geld man pro eingesetztem Steuerdollar gespart hat. Schon bei einer einzigen entliehenen Monographie ist man bei einem Return on Investment von 493%. Klingt natürlich beeindruckend. Ist aber weder neu, noch hilfreich.

In den letzten Jahren ist es Mode geworden, die Kapitalrendite verschiedenster Einrichtungen zu berechnen.Zum Beispiel von Banken, Krankenhäusern, Schulen und natürlich auch Bibliotheken. Besonders hip ist es, in diesem Zusammenhang von Return on Investment zu sprechen.

Doch auch CEO-Sprech kann schlecht verbergen, dass dies ein Ansatz ist, den jeder auch nur nur halbwegs sozial(politisch) denkende Bibliothekar ablehnen muss. Bibliotheken sind kein renditeorientiertes Staatsunternehmen, sie sind eine Kultur- und Bildungseinrichtung. Als solche muss sie sich natürlich auch rechtfertigen, aber ob das über Instrumente der Betriebswirtschaft laufen sollte, ist anzuzweifeln.

"Bibliothek leiht Menschen aus"

Heute gab es an der Universität Bern eine „lebende Bibliothek“ zum Thema Vorurteile. Statt Bücher standen Menschen zur Ausleihe bereit: Im Angebot waren da etwa ein Homosexueller, eine Polizistin oder ein Deutscher … Die Besucher konnten in kleinen Gruppen eine Person auswählen und ihr dann Fragen stellen. Die „lebende Bibliothek“ gehörte zum Programm der Tagung „Von Vorurteilen und anderen Wissenslücken“, organisiert vom Studentischen Dachverband Psychologie Schweiz „PsycH“.

[via 20 minuten]

Querelen in der "London Library"

Gernot U. Gabel schreibt in der aktuellen Ausgabe des Bibliotheksdiensts (42, H. 2) über Querelen in der ‚London Library‘. Die London Library ist die größte privatfinanzierte öffentliche Bibliothek der Welt. Sie entstand aus dem Bedürfnis des Historikers Thomas Carlyle, auch den weniger privilegierten Zugang zur Bildung zu verschaffen. Auf der Homepage steht dann auch programmatisch: Membership is open to all.

Dies scheint nicht länger der Fall zu sein. Obwohl eine Umfrage aus dem Jahr 2004 ergab, dass 60% der Mitglieder den unteren Einkommensschichten angehören, wurde die Mitgliedsgebühr von ohnehin saftigen £ 210 (heute € 277,54) auf £ 375 (€ 495,37) pro Jahr erhöht.

Mehr Informationen gibt es im oben erwähnten Bibliotheksdienstartikel und sehr zahlreich in der englischen Presse, wie z.B. im Spectator.

Ehrenamt vs. politische Verantwortung

In einem Netbib-Kommentar macht Peter Delin auf ein Interview mit Patrick Meinhardt, dem Vorsitzenden des Vereins Leben in Wilhelmsruh aufmerksam. Dort geht es (auch) um den Rückzug der Politik aus der Verantwortung für Bildung und Kultur, die mit der „Verkundung“ des Bibliotheksbenutzers einhergeht. Der Verein betreibt eine Stadtteilbibliothek nach deren Schließung ehrenamtlich weiter.

Würden Sie das Modell einer ehrenamtlich betriebenen Bibliothek empfehlen?

Die Arbeit im Verein und in der Bibliothek ist eine wirklich schöne Erfahrung. Aber als Vorbild für andere Bibliotheken würde ich unser Modell nicht empfehlen. Es darf nicht sein, dass der Staat sich aus solchen Aufgaben zurückzieht. Wir sehen unsere Arbeit auch eher als ein „Warmhalten“. Wir hoffen sehr, dass wir eines Tages wieder personelle Unterstützung vom Bezirk bekommen. Dass wir jetzt von der Politik als Musterbeispiel hingestellt werden und gesagt wird: Schaut her, so geh das ja auch – das ist auf jeden Fall ein Problem.

Wahre Worte gelassen ausgesprochen. Ceterum censeo, Bildung ist Bürgerrecht.