Der aktuelle arbido newsletter Nr. 2/2008 ist online.
Kategorie: Bibliothek
Brockhaus und der Untergang des Abendlandes
Ein kurzer Zwischenruf: Nahezu überall wird gerade der Untergang des Abendlandes beklagt, weil der Brockhaus nicht mehr in der Druckausgabe erscheinen soll. Bejammert wird unter anderem, dass nun das Weltwissen nicht mehr archiviert werden kann, weil Wikipedia sich ja ständig ändert.
Eine Vermutung, zwei Anmerkungen zu diesem Thema:
- Die Benutzung des Brockhaus oder anderer Printlexika in den meisten Redaktionen wird in etwas so stark ausfallen, wie in vielen Bibliotheken. Das bedeutet im Klartext, dass ab und an mal jemand Staub wischen muss.
- Künftige Historikergenerationen werden nur dann in Heulen und Zähneklappern verfallen müssen, wenn es heutigen Historikern, Archivaren und Bibliothekaren nicht gelingt, die Downloadanleitung der Wikipedia zu verstehen und umzusetzen.
- Der Brockhaus ist kein Heiligtum, und nicht alles, was dort enthalten ist, ist richtig oder besser formuliert als in der Wikipedia.
Diese ideologische Grundsatzdebatte Brockhaus, bzw. Britannica vs. Wikipedia ist zunehmend lächerlich. Es geht vielen anscheinend nicht um die Inhalte, sondern um Nostalgie. Dies mag ein Gesichtspunkt sein, unter der man das langsame Schwinden der gedruckten Lexika bedauern kann. Aber dann sollte es auch so formuliert und nicht mit Halbwissen à la „Fluch der Flüchtigkeit“ verbrämt sein.
"Die Bibliothek bei Nacht"
Im Fischer Verlag ist das Buch „Die Bibliothek bei Nacht“ von Alberto Manguel erschienen.
Tagsüber herrscht in der Bibliothek Vernunft und Ordnung, doch nachts wandelt sie sich in ein Reich der Träume und Erinnerung. Die Bücherwände enthalten alle Geschichten und Gedanken, die in uns leben.
Jedes Buch, das Alberto Manguel in die Hand nimmt, erzählt ihm von einer anderen Bibliothek, von verbotenen Archiven und geheimen Kammern, von labyrinthischen Gängen Babels und den großen Bibliotheken der Menschheit. Und jedes Regal ist ein Fenster auf die Bibliothek von Alexandria.
Die Rezension aus der FAZ gibt es hier.
[via Berliner Literaturkritik]
"Library Lovers Day"

Die australischen Bibliotheksverbaende ALIA und PLA (Public Libraries Australia) erklären den Valentinstag in diesem Jahr zum „Library Lovers Day“:
Take the opportunity to celebrate those who love and support us and to remind decision makers how „loved“ we are.
Um den Tag gebührend zu feiern, reichen die (teils kuriosen) Vorschläge von romantischer Musikuntermalung über thematisch passende Lesungen bis hin zu „read dating events“, wobei sich Singles mit gleichen Lesevorlieben finden sollen.
Mehr Infos gibt es hier.
LibWorld and beyond: do we need global LibNews?
Our LibWorld project is growing and growing, and it seems to me, that the next step can be made. Blogging is about communication, so let’s communicate!
Idea: Bibliobloggers from all over the world are making news compilations every now and then, tagging them in a special way. English language as a scientific lingua franca would be first choice for such articles. Now, there are two ways to realize this:
Suggestion A: the manual approach
The article authors are tagging their articles in a social bookmarking tool. I would suggest bibsonomy, it’s much faster than del.icio.us. But any service will do. If this is too much work, I would volunteer to do that for all. [1]As long as it’s not 20 articles per day! ;o) With manual tagging we would avoid a lot of spam.
Suggestion B: the automatic approach
Everybody tags those articles for himself. Let Technorati et al do the work of collecting. This would be vulnerable to spam.
How to tag?
The tags should follow strict rules. Are we librarians, or not? Maybe something like:
libnews_XY with XY=top level domain
That would be …
- libnews_be for Belgium
- libnews_fi for Finland
- libnews_de for Germany
- libnews_in for India
- libnews_ru for Russia
- libnews_us for USA …
… plus libnews as a general tag for all articles.
Example with Bibsonomy:
German tag. German feed.
Global tag. Global feed.
Example with Technorati:
All that technorati finds for libnews_de. Could take a while until this article is indexed.
By the way: Jemory had a similar idea, and Netbib (German) is discussing almost the same, too.
To answer my initial question: Do we need global LibNews? Yes. For me it’s just a question of how to do it.
Your comments, thoughts, suggestions, please!
References
| ↑1 | As long as it’s not 20 articles per day! ;o) |
|---|
Medinfo über Subito
Die Leserschaft von Medinfo und Infobib überschneidet sich sicherlich zu einem gewissen Teil. Für alle anderen: Wer sich über die merkwürdige Neuregelung des Subito-Lieferdienstes informieren möchte, dem sei ein regelmäßiger Klick auf das Medinfo-Tag Subito empfohlen. Oliver Obst informiert eben dort ausführlich und oft schneller als Subito selbst.
Richtfest für den neuen Lesesaal unter den Linden
In der Staatsbibliothek Unter den Linden in Berlin wurde am Dienstag Richtfest für den neuen Lesesaal gefeiert.
Der vom Bund finanzierte Bau, der 80 Millionen Euro gekostet hat und vom Architekten HG Merz entworfen wurde, soll im Herbst 2009 eröffnet werden. Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf sprach von «einem großartigen Tag für die Staatsbibliothek». Die Kapazität zur Aufbewahrung der Bücher werde um das Dreifache erweitert. Der als Kuppellesesaal bekannte Vorgängerbau war 1943 zerstört worden. Ein in der DDR errichteter Ersatz hatte den modernen Anforderungen nicht mehr genügt.
[via welt.online]
Preis der Leipziger Buchmesse – die Nominierten
… stehen fest:
Der „Preis der Leipziger Buchmesse“ wird in diesem Jahr bereits zum vierten Mal vergeben. Prämiert werden herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. „Mit dem Preis würdigen wir nicht nur die Arbeit der Verlage und des Buchhandels, sondern wir geben den Lesern auch Empfehlungen“, so Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse.
mehr dazu auf bildungsklick.de und auf den Seiten der Leipziger Buchmesse.
Philologen unter sich
Der IBI Weblog informierte bereits gestern, dass die Philologische Bibliothek der FU Berlin ab sofort nur noch ausgewählten BenutzerInnen Einlass gewährt.
Im Blog des Asta, der die entsprechende Rundmail der Bibliotheksleitung veröffentlichte, heißt es unter anderem:
Nur noch Studierende des Fachbereiches Philosophie und Geisteswissenschaften sowie Leute mit ausgewählten und plausiblen Nutzungsthemen sollen die Eingangskontrollen passieren […]
Schafft die Benutzungsgebühren ab!
In der Zeit erschien kürzlich ein Artikel von Hanno Rauterberg mit dem Titel: „Schafft die Eintrittsgelder ab!“ Er beschreibt die Entwicklung der Museumsbesucherzahlen in Paris und London und liefert sehr gute Argumente für eine wirklich Öffnung der Museen. Zu der Tatsache, dass manche Museen schon knapp 10 Euro Eintritt kassieren, schreibt er:
„Schafft die Benutzungsgebühren ab!“ weiterlesen