Hektor Haarkötter schreibt in Telepolis über Zettelkästen. Anlass ist die Marbacher Ausstellung „Zettelkästen. Maschinen der Phantasie“.
[Besten Dank an Manuel M. für den Hinweis!]
Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen
Hektor Haarkötter schreibt in Telepolis über Zettelkästen. Anlass ist die Marbacher Ausstellung „Zettelkästen. Maschinen der Phantasie“.
[Besten Dank an Manuel M. für den Hinweis!]
In einem Kommentar im Wisspub-Blog bezieht Heinz-Jürgen Lorenzen (Präsident des BID) im Namen seines Verbands Stellung zur Klage des Verlags Edwin Mellen Press gegen Dale Askey (siehe auch hier):
Bibliothek & Information Deutschland (BID), der Dachverband der bibliothekarischen Verbände, ist tief besorgt, dass Edwin Mellen Press mit einer privaten Klage gegen Dale Askey versucht, massiven Einfluss auf die Meinungsfreiheit von wissenschaftlichen Bibliothekaren und damit auf die Freiheit von Forschung und Lehre zu nehmen. Die Veröffentlichung einer qualifizierten Bewertung von Publikationen durch Bibliothekare ist Ausdruck einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft. Der Versuch der Unterdrückung einer derartigen öffentlichen Meinungsbildung stellt einen sehr ernsten Angriff auf unsere Demokratie und die freie Meinungsäußerung dar.
Daher appelliert Bibliothek & Information Deutschland an Edwin Mellen Press auch die private Klage gegen Dale Askey zurück zu nehmen.
Ich gehe zwar davon aus, dass diese Stellungnahme echt ist. Eine Publikation dieser Stellungnahme an prominenterem Ort, z.B. auf der BID-Webseite, wäre dennoch wünschenswert. Bislang (23. April 2013) ist dort nichts zu finden.
[Besten Dank an Heinz für den Hinweis!]
Die Hamburger Stabi hatte Besuch von alex.tv für die Dreharbeiten zur deutschen Version von Psys Gentleman. Dazu im Stabi-Blog:
Die anwesenden Nutzerinnen und Nutzer im Informationszentrum haben in den Nachmittagsstunden etwas verwundert Dreharbeiten an der Auskunftstheke und an den Kopierern zur Kenntnis genommen.
Also sprach der T-Rex:
The key is that nobody will know me in this new town, which means I could be whomever I want! If I present myself as a grizzled prospector, no one will be able to say otherwise! I could be a race car driver! I could be a LIBRARY SCIENTIST.
Im American Economic Review wurde 2010 eine anscheinend vielbeachtete Studie über „Growth in a Time of Debt“ publiziert. [1] Reinhart, Carmen M., and Kenneth S. Rogoff. 2010. „Growth in a Time of Debt.“ American Economic Review, 100(2): 573-78.
http://dx.doi.org/10.1257/aer.100.2.573 Die Washington Post machte nun darauf aufmerksam, dass diese Studie nicht nur in der Austeritätsdebatte eine große Rolle gespielt habe, sondern auch methodisch nicht einwandfrei sei. In der Berechnung (in Excel), die der Studie zugrunde liegt, seien Berechnungsfehler begangen worden.
This discrepancy wasn’t caught earlier because Reinhart and Rogoff hadn’t made their full underlying data public. They only shared their spreadsheet with the Herndon, Ash and Pollin after the latter three tried to replicate the initial results and failed.
Hier geht es zur erwähnten Studie von Reinhart und Rogoff. Die Daten werden dort gleich zum Download angeboten, ebenso der R-Code, mit dem die zweite Auswertung gemacht wurde. Wer nun dort nach Fehlern suchen möchte, kann dies ohne Umstände machen und muss nicht den Studienautoren hinterherbetteln.
PS: Bei diesem Beispiel geht es mir nicht darum, ob sich durch Datenverfügbarkeit nun gegenteilige ökonomische Schlüsse ziehen lassen, sondern einzig um die Reproduzierbarkeit von Wissenschaft.
References
| ↑1 | Reinhart, Carmen M., and Kenneth S. Rogoff. 2010. „Growth in a Time of Debt.“ American Economic Review, 100(2): 573-78. http://dx.doi.org/10.1257/aer.100.2.573 |
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Adrian Pohl analysiert in seinem Blog den genehmigten DFG-Antrag „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten (CIB)“ (PDF). Er selbst war am Konkurrenzantrag libOS beteiligt. Seiner Meinung nach wird eine Kernanforderung der DFG-Ausschreibung durch CIB nicht erfüllt:
Wie will der Antrag denn nun die in der DFG-Ausschreibung geforderte „Integration der nationalen Erschließungsdaten zur Schaffung einer funktional einheitlichen Katalogisierungs- und Datenplattform“ umsetzen? – Gar nicht. Die Antragsteller interessieren sich augenscheinlich in erster Linie für ihre eigenen Kunden. Mir scheint als sei der primäre Zweck des Antrags, die Migration der BVB-, KOBV- und HeBIS-Verbundbibliotheken in die OCLC-/Ex-Libris-Cloud zu finanzieren.
Darüber hinaus bemängelt er die fehlende (plausible) Exit-Strategie. Bei einem Bibcamp vor einigen Jahren war genau dies ein Streitpunkt in einer Session zur „Bibliothek in der Cloud“ (o.ä.): Was passiert, wenn der Cloudanbieter nicht macht, was die Kunden wollen?
Die Auslagerung kritischer Infrastrukturen an externe Dienstleister kann funktionieren, kann unter Umständen sogar sinnvoll sein. Dafür sind aber viele Kriterien zu erfüllen. Ein maßgebliches Kriterium ist für mich die Rückführbarkeit der Infrastruktur in die eigene Hand. Dazu gehören verschiedene Komponenten.
Ein einfaches Beispiel für die gut funktionierende Auslagerung an einen Dienstleister ist ein WordPress-Blog. Dies kann man bei WordPress.com hosten lassen. Verwendet man eine eigene Domain dafür, kann man mit ein wenig Knowhow (das man in diesem Fall selbst erwerben oder einkaufen kann) ein dank Open Source technisch identisches Blog auf eigenem Server hosten, die Adresse weiterverwenden und alle Daten von WordPress.com ins eigene Blog importieren.
Werden OCLC und Ex Libris dies gewährleisten? Wird den Bibliotheken die Möglichkeit gegeben, die Software so kennenzulernen, dass sie selbst damit arbeiten könnten, wenn sie denn frei verfügbar wäre?
Adrian schreibt:
Ich denke, das Thema verlangt ein bisschen mehr Aufmerksamkeit in der Fachwelt als ihm bisher zugekommen ist, weil es sich eben nicht um eine der üblichen DFG-Ausschreibungen handelt, sondern um den erklärten Versuch, „einen umfassenden Umstrukturierungsprozess mit anzustoßen und zu unterstützen“, der eine grundlegende Veränderung der Informationsinfrastruktur in Deutschland mit sich bringen kann.
Wie auch immer man zum konkreten Vorhaben steht, dieser Aussage ist auf jeden Fall zuzustimmen.
Textundblog-Markus wies gestern darauf hin, dass heute und morgen das inzwischen sechste Bibcamp stattfindet, diesmal in Nürnberg.
Wer nicht dort ist, kann die Ereignisse zumindest ausschnittsweise unter dem Hashtag #bib6 auf Twitter verfolgen, kommentieren und sich auch aus der Ferne einmischen.
Luis J. Villanueva hat eine Anleitung verfasst, wie man von Mendeley zu Zotero migrieren kann. In sechs Schritten:
- Create new folders in Mendeley. You will divide your full library into each folder.
- Select a bunch of references from your library and drag-and-drop to an empty folder.
- Delete those references from the main library (to avoid duplication). Once the drag-and-drop is done it is as easy as clicking Del on your keyboard.
- Go to the new folder, select all the references (Ctrl-A) and hit Ctrl-E.
- Save the references in RIS format.
- In Zotero, select “Import…” and look for the RIS file. If you have files attached, the RIS file should have the full path to the file in your disk and Zotero will copy it.
Details und Hintergrund sind in seinem Posting „Mendeley sells out; I’m moving to Zotero“ zu finden.
Ein bißchen Lesestoff noch zur Übernahme:
Interessant ist auch dieses Interview vom letzten September, in dem Mendeley-Victor sich über Elsevier äußert:
Elsevier tried to sneak in legislation through lobbying – the so-called Research Works Act – that was to undo the National Institute of Health’s Open Access mandate and therefore would have prevented public access to millions of bio-medical research papers. They had to pull back after outrage and boycotts from the academic community.
Der Startup-Liebling der BibliothekarInnen, Mendeley, wurde von Elsevier gekauft:
Elsevier’s acquisition of an innovative research management and social collaboration tool will enable the platform to further expand, giving researchers access to more content.
Die Gerüchte erweisen sich also als wahr.
Warum gleich den Account löschen? Sollte nicht erst abgewartet werden? Das Posting zur Akquisition im Mendeley-Blog sieht schließlich recht vielversprechend aus.
Gegenfrage: Wieviel Vertrauensvorschuss hat Elsevier verdient? Genau.
Update:
Wer mag, darf gerne an dieser kleinen Umfrage teilnehmen. Elsevier has bought Mendeley. What are you doing now?