Neuer Biblioblog: Weblog4Information

Edlef Stabenau macht in Netbib auf das Fast-Blog Weblog4Information aufmerksam, das sich anscheinend eher dem schweizerischen Informationswesen widmet.

Warum Fast-Blog?

Ungewöhnlich und schade ist allerdings, dass die Kommentarfunktion wohl abgeschaltet ist?!

Die bisherigen Postings, z.B. dieses über die Schweiz-Seiten der Informationsplattform Open-Access.net lassen sich zumindest nicht kommentieren. Und ein Blog ohne Kommentarfunktion ist kein Blog. In der Überschrift heißt es dennoch „Biblioblog“, da sich dies hoffentlich noch ändern wird.

Der letzte Wille des Kreativen Kafka

Willenloser Kafka?

Marcel Weiss machte sich Gedanken über Franz Kafka, die Rechte des Urhebers und geistiges Besitztum. Konkret geht es ihm unter anderem darum, dass Roland Reuß im Heidelberger Appell forderte, es müsse allen Kreativen freigestellt bleiben, ob und wo ihre Werke veröffentlicht werden sollen. [1] http://www.textkritik.de/urheberrecht/index.htm

Reuß ist Experte für Franz Kafkas Werke und hat unter anderem die „Historisch-kritische Franz Kafka-Ausgabe“ und diverse Sekundärliteratur zu Kafka veröffentlicht.

Roland Reuß, der wohl ebenso wie jeder andere den gesellschaftlichen Gewinn darin erkennen kann, dass Max Brod sich dem Willen Kafkas widersetzte, findet es schlecht, dass Max Brod sich dem Willen Kafkas widersetzte.

Zur Erinnerung zwei letzte Briefe von Kafka an Max Brod:

Alles, was sich in meinem Nachlass (also im Buchkasten, Wäscheschrank, Schreibtisch, zu Hause und im Büro, oder wohin sonstirgendetwas vertragen worden sein sollte und dir auffällt) an Tagebüchern, Manuskripten, Briefen, fremden und eignen, Gezeichnetem und so weiter findet, restlos und ungelesen zu verbrennen, ebenso alles Geschriebene oder Gezeichnete, das du oder andre, die du in meinem Namen darum bitten sollst, haben. Briefe, die man dir nicht übergeben will, soll man wenigstens selbst zu verbrennen sich verpflichten.

Von allem, was ich geschrieben habe, gelten nur die Bücher: Urteil, Heizer, Verwandlung, Strafkolonie, Landarzt und die Erzählung: Hungerkünstler. (Die paar Exemplare der „Betrachtung“ mögen bleiben, ich will niemandem die Mühe des Einstampfens machen, aber neu gedruckt darf nichts daraus werden). Wenn ich sage, dass jene fünf Bücher und die Erzählung gelten, so meine ich damit nicht, dass ich den Wunsch habe, sie mögen neu gedruckt und künftigen Zeiten überliefert werden, im Gegenteil, sollten sie ganz verlorengehn, entspricht dieses meinem eigentlichen Wunsch. Nur hindere ich, da sie schon einmal da sind, niemanden daran, sie zu erhalten, wenn er dazu Lust hat.

Dagegen ist alles, was sonst an Geschriebenem von mir vorliegt (in Zeitschriften Gedrucktes, im Manuskript oder in Briefen) ausnahmslos, soweit es erreichbar oder durch Bitten von den Adressaten zu erhalten ist (die meisten Adressaten kennst du ja, in der Hauptsache handelt es sich um …, vergiss besonders nicht paar Hefte, die … hat) – alles dieses ist ausnahmslos, am liebsten ungelesen (doch wehre ich dir nicht hineinzuschaun, am liebsten wäre es mir allerdings, wenn du es nicht tust, jedenfalls aber darf niemand andrer hineinschauen) – alles dieses ist ausnahmslos zu verbrennen, und dies möglichst bald zu tun bitte ich dich

Max Brod hat den Willen des Kreativen ignoriert. Ebenso wie Roland Reuß, der dies mit der „Historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte“ sogar vorsätzlich und systematisch angegangen ist.

Dazu Marcel Weiss:

Die Frage, die wir uns als Gesellschaft stellen müssen, ist die, ob der Kompromiss zwischen den Rechten der Urheber und den Rechten der Gesellschaft, um bestmöglichen Fortschritt in allen kulturellen Bereichen sicherzustellen, heute noch gewahrt ist.

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir allerdings erst einmal realisieren, dass wir über einen gesellschaftlichen Kompromiss reden.

Akribie stellt sich vor

In einem Gastbeitrag im Blog „Ethik von unten“ stellt sich die Initiative Akribie (Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen) vor.

Die Zukunft nicht nur der Bibliotheken, sondern auch von Akribie ist ungewiss. Zur Zeit machen wir offiziell Pause, denn Akribie ist es nicht ausreichend gelungen, die nachwachsende Generation für unsere Arbeit zu interessieren. Aber der harte Kern arbeitet weiter und hat bereits für den nächsten Bibliothekartag in Berlin im Juni 2011 eine Veranstaltung angemeldet, zu dem Thema: Das Schicksal der Bibliotheken in Berlin 1990-2010 oder: Geht das Bibliothekssterben weiter?

Im Beitrag wird auch auf das Journal Information for Social Change verwiesen.

"Freie Bibliothek digitaler Dokumente" bei Mr. Wong

Bislang war Mr. Wong ein Social-Bookmarking-Dienst. Dies hat sich mit dem heutigen Tag geändert. Mr. Wong erlaubt nun auch den Upload und die Veröffentlichung von Dokumenten, wie es in ähnlicher Form beispielsweise schon bei Scribd möglich ist.

Stöbere in tausenden spannenden Dokumenten oder „befreie“ eigene Texte von deiner Festplatte und teile sie mit der Öffentlichkeit. Bei uns findet alles was auf euren Festplatten schlummert seinen Platz: Hausarbeiten, Präsentationen, Broschüren, Rezepte oder Kurzgeschichten. Gängige Dateiformate werden unterstützt und automatisch konvertiert, so dass deine Dokumente online und ohne weitere Plugins betrachtet werden können. Mithilfe der Creative Commons-Lizenzen legst du fest unter welchen Bedingungen deine Dokumente veröffentlicht werden. Natürlich können auch Unternehmen und Organisationen die neue Funktion für ihre Arbeit nutzen.

Der Bereich „Uni“ enthält die Kategorien Diplomarbeiten/Thesis, Hausarbeiten, Veröffentlichungen/Paper, Referate/Präsentationen und Skripte/Materialien. So findet man dort zum Beispiel ein Vorlesungsskript „Informations- und Kommunikationsmanagement“ oder einen Artikel über „Die Wissensgesellschaft und die Bildung des Subjekts“.

In einigen Fällen scheint das Verlagslayout übernommen worden sein. Eine Embed-Funktion gibt es noch nicht, das ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit.

Es gibt also wieder einen Konkurrenten mehr für Hochschulrepositorien. Dem kann von Seiten der Bibliotheken zwar viel entgegengesetzt werden: Seriösität der Publikationsumgebung, Einbindung in die Datenbanklandschaft, Aufnahme der Publikationen in Bibliothekskataloge. Auf dem meines Erachtens wichtigsten Feld, der Bequemlichkeit der Veröffentlichung, liegen die Angebote der Hochschulen jedoch immer noch meilenweit zurück.

Andere über den neuen Dienst von Mr. Wong:

Erste Flughafenbibliothek der Welt in Amsterdam

Auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol ist die erste Flughafen-Bibliothek der Welt eröffnet worden.

Reisende können am «Holland Boulevard» zwischen E- und F-Halle hinter der Passkontrolle Bücher in 29 Sprachen lesen, Musik hören, Filme ansehen und Online-Angebote herunterladen. Das Angebot ist als Präsenzbibliothek konzipiert – Bücher oder DVDs dürfen also nicht ausgeliehen werden.

[via sueddeutsche.de]

Handschriften der reichsstädtischen Bibliothek Regensburg virtuell zusammengeführt

Die 1811/12 aufgelöste Bibliothek der Reichsstadt Regensburg, über Jahrhunderte eine der Hauptsehenswürdigkeiten Regensburgs für Gelehrte aus ganz Europa, ist nach 200 Jahren virtuell neu entstanden. Wertvolle Teile des Bestandes der im 14. Jahrhundert gegründeten Büchersammlung können nun online unter http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/rrbo aufgerufen werden.

[via idw-online]

VuFind ausprobieren leicht gemacht

Oliver Marahrens hat ein einem Fahrplan zur Vufind-Nachnutzung im TUBfind-Blog erläutert, wie man VuFind selbst installieren und ausprobieren kann:

Was ist zu tun, wenn eine Bibliothek selbst vufind ausprobieren möchte? Zu diesem Thema lässt sich viel schreiben. Daher haben wir uns entschieden, eine kleine Serie zu starten und die einzelnen Schritte zur Nachnutzung von Vufind zu dokumentieren und zu beschreiben. Gewisse Grundkenntnisse in der Administration und Konfiguration von Webservern werden vorausgesetzt; Programmierkenntnisse werden jedoch nicht verlangt.

Wer von den erforderlichen Administrations-Grundkenntnisse abgeschreckt ist: es geht auch fast ganz ohne, wenn man sich an die Anleitung hält. Meine persönlichen Erfahrungen dazu habe ich vor kurzem auch in diesem kleinen Erfahrungsbericht gepostet.

Ungeklärt ist eigentlich nur, wie man VUFind nun korrekt ausspricht. Wi-Juh-Feind, Vau-Uh-Find, (engl.) View-Find?