OPUS 4 ist da!

Endlich ist es geschafft, die Repository-Software OPUS ist in der neuen Version als OPUS 4 erschienen. OPUS wird nun auch endlich auch installationsbereit zum Download angeboten. Wie man OPUS (auf Ubuntu 10.04) installiert, kann man sich in einem Screencast ansehen. Der liegt zum Download bereit und umfasst sagenhafte 128 Megabyte. In der Erwartung eines abendfüllenden Spielfilms in High Definition und 3D habe ich dieses AVI-Riesenpaket heruntergeladen und auch die erforderlichen DivX-Pakete installiert. Nun sind 15 Minuten herum, und ich habe den Film immer noch nicht starten können. Vielleicht wäre der Upload auf ein Videoportal eine Option?

Nun läuft der Film, und er ist nicht in 3D und hat auch keinen Ton. Abendfüllend ist er nur an knapp 9 Minuten langen Abenden. Wie so oft ist das Buch (OPUS-Dokumentation, PDF), nach dessen Vorlage der Film gedreht wurde, viel spannender und – in diesem Fall – wahrscheinlich auch nützlicher.

Getestet habe ich die Installation noch nicht, sieht aber erstmal recht unkompliziert aus. Wer OPUS 4 schon mal sehen möchte: das KOBV betreibt eine Test-Installation. Der Upload-Vorgang wurde in Details verändert. Der Upload des Dokumentes erfolgt nun schon im ersten Schritt, wie auch hier gefordert wurde. Insgesamt gibt es immer noch viel zu viele Felder, aber da es sich um eine Demo-Installation handelt, müssen diese sicherlich nicht alle in Produktivsysteme übernommen werden.

Wer hat OPUS 4 schon ausprobiert oder sogar im Einsatz?

Update:

Zeitschriftenpreise explodieren weiter

Oliver Obst macht in Medinfo auf Preissteigerungen bei wissenschaftlichen Zeitschriften aufmerksam:

* American Journal of Medicine (Elsevier) +26%
* Archives of Internal Medicine (AMA): +41%
* JAMA (AMA): +45%
* Journal of Continuing Education in the Health Professions (Wiley): +62%
* Lancet (Elsevier): +23%
* Medical Teacher (Informa): +24%
* New England Journal of Medicine (Massachusetts Medical Society):
+30%

Die Zeitschriftenkrise ist noch längst nicht vorbei. Liebe WissenschaftlerInnen, wenn Ihr einen Ausweg aus diesem Dilemma sucht, Ihr findet ihn hier.

Wer weitere Beispiele beisteuern kann, möge dies bitte drüben bei Medinfo machen.

American Chemical Society spart Papier

CC: BY von Edlef Stabenau
CC: BY von Edlef Stabenau

Kürzlich bekam ich drei Zeitschriften der American Chemical Society in die Hände, die von aussen einen völlig normalen Eindruck machen. Wenn man aber die Hefte, die im DIN A4-Format vorliegen, aufschlägt, stellt man fest, dass auf jeder DIN A4-Seite zwei verkleinerte Seiten im Querformat untergebracht wurden.

Ob man bei vierstelligen Eurosummen für ein Jahresabo etwas mehr als Copyshop-Layout erwarten darf, kann der geneigte Betrachter drüben bei Netbib äußern.

Die Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken

Die Association of Research Libraries hat im Frühling 2010 ein Forschungsprojekt begonnen, in dem die Zukunft wissenschaftlicher Bibliotheken in verschiedenen Szenarien durchgespielt werden soll: “Envisioning Research Library Futures: A Scenario Thinking Project“. Aktuell sind im Rahmen dieses Projekts die „ARL 2030 Scenarios“ erschienen. Diese Szenarien sollen ein „User Guide“ (PDF) für wissenschaftliche Bibliotheken sein, in dem vier mögliche Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden.

Scenario 1: Research Entrepreneurs

This is a future shaped by the rise of entrepreneurial research; individual researchers are the stars of the story. The path of technological developments has acted to empower researchers as creators of high-value new knowledge. Speed and innovation are rewarded by corporate sources of support. New conceptions of translating research to market have opened avenues for more entrepreneurially rooted models of business investment in research, including venture capital. Relative reductions in government funding have freed researchers to seek funding from new sources and have encouraged philanthropists to seek opportunities to influence knowledge creation by supporting researchers directly.

Scenario 2: Reuse and Recycle

This is a world where recycling and reuse predominate in research activities. Disinvestment in the research enterprise has cut across society. Ongoing scarcity of economic resources has led to an emphasis on reuse of basic research and repetitive applications of research findings to basic “business problems.” Government’s ability to fund research and research-intensive education has become limited to non-existent. As networked communication and other popular mass technologies evolve and spread knowledge widely, the perceived value of new information becomes reduced, accelerating the devaluation of the research enterprise and individual researchers.

Scenario 3: Disciplines in Charge

By 2030, research using computational approaches to data analysis dominates the research enterprise. The new research modalities prove to be powerful drivers for organizing the research enterprise to address grand research challenges and support technology evolution. As a result, scholars, whether humanists or scientists, have been forced to align themselves around data stores and computational capacity that address large-scale research questions within their research field.

Scenario 4: Global Followers

In this future the research enterprise is relatively familiar, but the cultural context that frames the enterprise shifts profoundly. Key structures such as universities, faculty, and graduate students persist, but the locus of the funding that drives the enterprise migrates from North America and developed western nations to nations in the Middle East and Asia. These Middle Eastern and Asian cultures, which are able to build technical infrastructures that catalyze breakthrough research and attract top talent, can organize the activity into projects of relevance to their societies. Existing organizations and individuals act to realign themselves with the new sources of support.

Die Szenarien werden jeweils durchgespielt am Beispiel der fiktiven Informationsspezialistin „Hannah Chen“. Wie plausibel die einzelnen Szenarien – allein oder in Kombination – sind, sei dahingestellt. Die Wichtigkeit, verschiedene Handlungs- und Reaktionsoptionen durchzuspielen, steht außer Frage. Vor allem, wer mehr als 10 Jahre bis zur Rente hat und/oder sich dem Informations- und Bibliothekswesen verbunden fühlt, sollte sich daher ohnehin Gedanken über die Zukunft der wissenschaftlichen Informationseinrichtungen machen.

Achtung: Die Szenarien sind hier nur äußerst verkürzt mit dem ersten Absatz des jeweiligen Kapitels wiedergegeben!

Weitere Infos:

Stephen Abram: The ARL Futures Scenarios
Adam Gordon: Libraries Are Showing the Way for Everyone
Jennifer Howard: 4 Very Different Futures Are Imagined for Research Libraries

Call for Papers für die Vernetzungstage 2011

Call for Papers für die Vernetzungstage 2011:

Die Vernetzungstage 2011 werden vom DFG-Projekt „Open-Access-Netzwerk 2“ (OA-Netzwerk) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e. V. (DINI) ausgerichtet. Sie finden vom 3.-4. März 2011 an der Universität Osnabrück statt.

Vernetzung von Wissen lässt sich durch die Vernetzung von Open-Access-Repositorien sichtbar machen wie auch mit neuen Diensten voranbringen. Wir laden daher dazu ein, auf den Vernetzungstagen 2011 die folgenden Themen zu diskutieren und bitten um Vorschläge für Beiträge:

* Vernetzung von digitalen Objekten wie Publikationen, Forschungsdaten und anderen Daten (Enhanced Publications, Linked Open Data etc.)

* Übergreifende (Mehrwert-)Dienste in einer verteilten Publikationsinfrastruktur

* Vernetzung und Integration von Repositorien und Publikationsmanagement

* Organisatorische Vernetzung in Form von Kooperationen
o mit Blick auf die Nachhaltigkeit von geförderten Projekten
o internationale Netzwerke von Repositorien
o unter dem Aspekt der Langzeitarchivierung

* Rechtliche Fragestellungen, die durch die Aggregation und Vernetzung von Inhalten entstehen

* Vernetzung von disziplinären und institutionellen Repositorien

* Ansätze und Erfahrungsberichte („Erfolgsgeschichten“) der lokalen/überregionalen/fachlichen Sammlung und Vernetzung von Inhalten

* Wissenschaftliches Publizieren unter vernetzten Bedingungen

Deadline ist der 1. Dezember. Kontaktdaten und weitere Informationen gibt’s auf der oben verlinkten CfP-Seite.

Du wolltest zur Website der Universitätsbibliothek Leipzig?

Beate Rajski verweist in Netbib auf eine gelungene Aktion des Leipziger StudentInnenrates. Wollte man die Webseite der Leipziger UB aufrufen, wurde man auf eine Informationsseite weitergeleitet, auf der sich folgender Infotext findet:

Bereits in diesem Jahr fehlen der Uni-Bibliothek 700.000€. Die Folge der jetzigen und folgenden Einsparungen sind ein geringerer Etat für den Erwerb von Monographien und für die Bestellung von Zeitschriften. Aufgrund der fachspezifischen Anforderungen ist eine gerechte Verteilung der Fehlbeträge kaum möglich. Vor allem in den Naturwissenschaften werden Datenbanken für Studium und Forschung gebraucht. Diese Datenbankabonnements laufen zumeist über mehrere Jahre und können im Gegensatz zu Zeitschriftenabonnements oftmals nicht sofort abbestellt werden. Dadurch sind zur Zeit vor allem die Geisteswissenschaften von den Einsparungen und Kürzungen betroffen. In Zukunft wird es aufgrund der Fehlbeträge der Bibliothek weniger möglich sein ein konstantes Angebot für alle Studierende und BibliotheksnutzerInnen zu bieten. Die Finanzierung der 24h-Campusbibliothek für die kommenden Semester steht ebenfalls in Frage. In allen Standorten der Universitätsbibliothek wird es wahrscheinlich weniger Personal und somit weniger Beratungsangebot geben. Zusammengefasst lässt sich sagen: Das selbstständige Lernen in Bibliotheken wird durch die Kürzungen in ihrer jetzigen Qualität nicht erhalten werden können.

Dörte Böhner hat ein Video bei Youtube eingestellt, dass die Umleitung demonstriert:

Mehr Infos zu dieser hoffentlich zu dieser Aktion gibt es auch bei Bibliothekarisch.de.

ViFa-Suchschlitze zum Mitnehmen

Die „ViFa zum Mitnehmen“ gibt es noch nicht wirklich. Aber immerhin wird im Vascoda-Blog nun darauf aufmerksam gemacht, dass einige ViFas Suchschlitze zur Einbindung in anderen Webseiten angebieten. Die einzelnen Code-Schnipsel führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Weniger elegant finde ich die Lösung mit Tabellen, die z.B. von der ViFa Germanistik im Netz angeboten wird:

Germanistik-im-Netz-Logo

GiNFix-Überall-Suche


Minimalistischer und damit auch leichter anpassbar sind zum Beispiel die Schnipsel der Virtuellen Fachbibliothek medien buehne film und von EconBiz.



medien buehne film – Suche:



EconBiz Logo



Schön wäre es, wenn auch die Suchergebnisse in den Webseiten angezeigt würden. Aber diese Form der Darreichung ist sicherlich von Anbieterseite her ungleich einfacher zu realisieren. Und auch für Bibliothekskataloge problemlos machbar. Mehr dazu vermutlich demnächst hier an dieser Stelle.

Call for Papers: Wissenschaftskommunikation und Wissensorganisation (Libreas)

Aus dem Libreas-Blog:

Keiner forscht im 21. Jahrhundert für sich allein. Das Schlüsselwort der Wissenschaftswelt heißt Kollaboration. Kollaboration ist ein wissenschaftshistorischer Terminus technicus. Ursprünge finden sich bereits mit dem Aufkommen der ersten wissenschaftlichen Akademien in England und Frankreich im 17. bzw. 18. Jahrhundert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden Formen von Großgruppenforschung, die sich rasch institutionalisierten („Big Science“). Die Wissenschaft ist kein abstraktes Phänomen sondern ein soziales Miteinander, bei dem es darum geht, Hand in Hand Idee zu Idee und Wort auf Wort zu fügen, um ihrer Aufgabe einer intellektuellen Durchdringung der Welt gerecht zu werden.

Die digitalen Kommunikationsräume sind paradoxerweise der greifbare Ausdruck dieses Miteinanders in der Wissenschaft. Wenn man etwas greifen kann, kann man es zu gestalten versuchen. Nicht überraschend erlebt die Welt der elektronischen Werkzeugkästen eine Blüte – sofern man in technischen Kontexten von „blühen“ sprechen kann.

Spätestens seit dem DFG-Positionspapier von 2006, in welchem die „Schwerpunkte der Förderung der wissenschaftlichen Informations- und Literaturversorgung bis 2015“ festgelegt wurden, sind die Entwicklung und Bereitstellung von Kollaborationswerkzeugen respektive -funktionen Grundbausteine so gut wie jeder Forschungsförderung. Es geht darum, die „Implementierung einer integrierten digitalen Umgebung für die wissenschaftliche Informationsversorgung aller Disziplinen und Fächer“ zu erreichen.

Zum Bergfest des Positionspapiers liegt der Schwerpunkt der kommenden LIBREAS-Ausgabe auf den Themen einer digital vermittelten Wissenschaftskommunikation und Wissensorganisation.

Dabei geht es nicht unbedingt darum, bestimmte Werkzeuge und ihre Funktionalitäten zu beleuchten. Wir möchten vielmehr diese Formen der wissenschaftlichen Arbeit und der Möglichkeiten des Austauschs facettenreich und nach Möglichkeit auch kritisch reflektieren.

Hier sind so unterschiedliche Aspekte denkbar wie:

* Tradition und Veränderung ─ Hat sich die Wissenschaftskommunikation wirklich verändert oder stehen die neuen Tools neben einer althergebrachten Kommunikationskultur. Haben die Werkzeuge und Möglichkeiten zur Sammlung und Distribution eine andere Form der Nutzung von Daten und Literatur hervorgebracht?
* Akteure/Akteurinnen und Rollen ─ Wer kommuniziert eigentlich wie mit wem? Wissenschaftsinstitutionen; Bibliotheken/Informationsdienstleister, Wissenschaftler, Studierende? Kommuniziert die Wissenschaft untereinander? Kommunizieren Wissenschaft und Öffentlichkeit?
* Diskursivität ─ Inwiefern beeinflusst die Medialität der ektronischen Kommunikationswerkzeuge den wissenschaftlichen Informationsaustausch bzw. die Wissenschaft(en) selbst?
* Mehrwerte und Verluste ─ Welche Vorteile erfüllen die Angebote tatsächlich, wo liegen Wunsch und Wirklichkeit zu weit auseinander?
* Ökonomie ─ Wie verhält es sich im Sinne einer angestrebten/anzustrebenden Nachhaltigkeit mit den Geschäftsmodellen und der Vermarktung von Kollaborationstools?
* Technik ─ Wie erfolgt die Integration und die Nutzung von Informationen und Daten (Objekten) in den Wissenschaftswerkzeugen?

Ob nun die Eigenschaften von (webbasierten) Literaturverwaltungsprogrammen zur Begleitung des Publikationsprozesses, die Effektivität von Mailinglisten zum Austausch über Forschungsthemen oder das Nutzungspotential integrierter Portallösungen ─ die Möglichkeiten, sich plattformbezogen der Wissenschaftskommunikation und der Wissensorganisation zu nähern, sind schier unbegrenzt. Wir laden Sie ein, mit uns diese zu entdecken, zu ergründen und erfahrbar zu machen. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Redaktionsschluss ist der 31.12.2010. Bitte achten Sie auf unsere Autoreninformationen. Sie erreichen die Redaktion unter redaktion@libreas.eu.

(Dieser Text steht unter der CC-Lizenz Attribution-NoDerivs 3.0 Unported http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/ und darf im Rahmen dieser Lizenz frei genutzt werden.)