Bibliotheksprivatisierung in Santa Clarita

A private company in Maryland has taken over public libraries in ailing cities in California, Oregon, Tennessee and Texas, growing into the country’s fifth-largest library system.

So berichtet die New York Times nun über die Übernahme der Santa Clarita Library (ich vermute, dass es sich um diese hier handelt) durch Library Systems & Services (LSSI). Im ersten Jahr sollen $ 1.000.000 eingespart werden. Dazu sollen unter anderem Gewerkschaftsmitglieder ersetzt werden. Die Meinung des LSSI-Gründers Frank A. Pezzanite über Bibliotheksmitarbeiter lässt an Deutlichkeit auch nichts zu wünschen übrig:

“A lot of libraries are atrocious,” Mr. Pezzanite said. “Their policies are all about job security. That’s why the profession is nervous about us. You can go to a library for 35 years and never have to do anything and then have your retirement. We’re not running our company that way. You come to us, you’re going to have to work.”

Auch wenn die Bibliotheksmitarbeiter wütend sind, der Protest gegen die Übernahme der Bibliothek durch LSSI wird laut Herald Tribune nicht von ihnen angeführt:

The angry reaction, though, has been mostly led by patrons who say they cannot imagine Santa Clarita with libraries run for profit.

Merkwürdigerweise fanden sich bislang nach ähnlichen Versuchen in anderen Städten anscheinend weiterhin Freiwillige, die sich in der Bibliothek engagieren. Ob diese Menschen auch ehrenamtlich die Regale im örtlichen Supermarkt einräumen?

Berlin befragt Bürger nach Datenwünschen

Berlin befragt die eigenen Bürger, welche Daten der öffentlichen Verwaltung […] vorrangig regelmäßig im Internet bereitgestellt werden sollten.

Angeboten wird folgende Auswahl:

1. Umweltdaten (Feinstaub, CO2, Pollen)
2. Märkte (Wochen-, Floh-, Weihnachtsmärkte)
3. Events (Straßenfeste, Konzerte, Lange Nacht der …, Sportereignisse)
4. Entsorgung (Termin in meiner Straße, Recyclinghöfe, Containerstandorte, Sondermüll)
5. Infrastruktur (Radwege, Toiletten, Briefkästen, Geldautomaten, Telefone)
6. Verkehr (Baustellen, Staus, Sperrungen)
7. Nahverkehr (Verspätungen, Zugausfälle, Sonderfahrten)
8. Öffnungszeiten (Bibliotheken, Museen, Ausstellungen)
9. Verwaltung (Formulare, Zuständigkeiten, Ämter, Öffnungszeiten)
10. Verbraucherberatung, Schuldnerberatung
11. Familie (Elterngeld, Kindertagesstätten, Kindergärten)
12. Bildung (Schulen, Volkshochschulen, Hochschulen und Unis)
13. Wohnen (Wohngeld, Mietspiegel, Immobilien, Grundstückspreise)
14. Gesundheit (Krankenhäuser, Apotheken, Notdienst, Spezialisten, Beratungsstellen, Blutspende)
15. Haustiere (Tierärzte, Tierheim, Tierpflege)
16. Kontrolle (Badegewässer, Lebensmittel, Gaststätten, Preise)
17. Recht (Gesetze, Vorschriften, Beratung, Schlichter, Gutachter)
18. Polizeiticker (aktuelle Vorfälle, Fahndung, Kriminalitätsatlas)
19. Stadtplanung (Flächennutzungsplan, Bauvorhaben, Verkehr, Flughäfen)
20. Bevölkerung (Zahl, regionale Verteilung, Demografie, Kaufkraft, Beschäftigung/Arbeitslosigkeit, Kinder)

Meines Wissens ist dies die erste Umfrage dieser Art in Deutschland.

[via Open-Data-Network]

Steven Johnson über Cafés und gute Ideen

Fast wäre die räumliche Gestaltung der perfekten Bibliothek Thema einer Session beim Bibcamp geworden. Stattdessen hat Steffi Suhr ihre Gedanken zu diesem Thema in einem Posting zusammengefasst.

Steven Johnson hat sich ebenfalls Gedanken über Raumgestaltung gemacht. Ausgehend davon, dass eine Idee nicht urplötzlich aus dem Nichts erscheint, meint er: An idea is a network.

Dies bezieht sich einerseits auf die neuronale Ebene, aber auch die äußere Umgebung sollte Netzwerke zwischen Menschen nicht nur ermöglichen, sondern fördern. Johnson selbst erklärt dies in seinem TED-Talk „Where good ideas come from“:

Der Zusammenhang zwischen Johnsons Begeisterung für Cafés und der Suche nach der perfekten Bibliothek liegt auf der Hand. Raum für Gespräche, für Innovationen zu bieten, ist und bleibt definitiv Aufgabe der Bibliotheksgestaltung.

Zusammenfassung der Inetbib 2010 in Zürich

Mary Jo Rabe möchte in ihrem neuen Blog ihre reflections on libraries, science fiction, and life in Germany darstellen. In einem ersten, sehr ausführlichem und ebenso gutem Posting bietet sie einen Abriß der Inetbibtagung 2010 in Zürich.

Im letzten Vortrag der Tagung hat Christoph Deeg übrigens ein bibliothekarisches Technologieradar angekündigt, dessen Start nun detaillierter angekündigt ist:

Wir möchten Sie alle herzlich einladen, mitzumachen. Folgende Unterstützung wird benötigt:

1. Für die Realisierung des Projektes werden finanzielle Ressourcen benötigt. Hierbei geht es u.a. um Kosten für den Betrieb und die Administration des Technologieradars sowie die Durchführung der Konferenz anlässlich der Übergabe des Berichtes.

2. Für die Durchführung der eigentlichen Delphi-Studie beginnen wir ab sofort mit der Suche nach interessierten und zugleich erfahrenen Spezialisten aus unterschiedlichsten Disziplinen. Wir möchten Sie alle einladen, diesbezüglich Vorschläge für die Expertengruppe einzureichen.

3. Für die Begleitung des Projektes wird eine aktive Community benötigt. Deshalb suchen wir nach interessierten Menschen, Institutionen und Unternehmen, die sich an dem Projekt inhaltlich und/oder strukturell beteiligen möchten.

[via Netbib]

11. Oracle Bibliotheken Summit in Weimar

„Die digitale Datenflut: Strukturieren – Interpretieren – Nutzen“

unter diesem Motto steht unser 11. Oracle Bibliotheken Summit am
27./28. Oktober 2010, das diesmal im pittoresken Weimar, der Stadt der
Dichter und Denker, stattfinden wird.

In Präsentationen erfahren Sie Neues rund um
– Semantic Web
– Umgang mit Forschungsdaten und die Rolle von Bibliotheken
– Publikationsmanagement
– neue Technologien in Bibliotheken.

Eine begleitende Ausstellung mit unseren Partnern bietet Ihnen weitere
Informationsmöglichkeiten. Die Pausen und ein gemeinsames Abendessen
geben Ihnen genügend Raum zum regen Austausch mit Ihren Kollegen aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Weitere Infos gibt es auf den Webseiten von Oracle.

(Biblio-)Blogempfehlungen

Neue Biblioblogs allerorten! Der frischeste Neuzugang ist der
TUBfind-Blog der TUB Hamburg-Harburg, in dem über den alternativen Katalog der TUB HH informiert wird. Im letzten Posting geht es um die Probleme mit Umlauten und Trunkierung inklusive Vorschläge zur Umgehung eben dieser Probleme. Das TUBfind-Blog richtet sich also zumindest bislang eher an das technisch interessierte Bibliothekswesen von heute.

Wer so langsam den Überblick verliert, was für Bibliotheksblogs es gibt, dem möchte ich zum wiederholten Male zwei Wege vorstellen, wie man sich zumindest ein kleines bißchen auf dem Laufenden halten kann.

Da ist natürlich einmal der Planet Biblioblog, in dem ziemlich viele (nicht alle) deutschsprachigen Blogs mit Bibliotheksbezug versammelt sind. Eine manuelle, subjektive Selektion aus der deutschsprachigen Bibliotheksblogwelt wird in Lesewolkes Rubrik „Gelesen in Biblioblogs“ geboten. Dieser bibliothekarische Perlentaucher erscheint wöchentlich(!), im letzten zur 33. Kalenderwoche wird unter anderem eine Diskussion aus dem ebenfalls noch recht neuen Blog „Ethik von unten“ aufgegriffen.

RSS:
http://rss.netbib.de/?media=rss
http://lesewolke.wordpress.com/feed/

Abonnieren!

Neues Biblioblog: beyondthejournal.net

Im Willkommensposting heißt es:

Auf beyondthejournal.net werden Lambert Heller und ich in den kommenden Wochen einige Überlegungen zur informationswissenschaftlichen Zeitschrift der Zukunft veröffentlichen.

Unsere Überlegungen basieren auf einem längeren Diskussionsprozesses, den wir analog und digital geführt haben. Wir bedanken uns bei allen, die diesen Prozess bereichert bisher haben, und laden alle Interessierten ein, diese Diskussionen mit uns fortzuführen.

Einige der hier veröffentlichten Gedanken sind das Ergebnis eines Beitrages, den wir für die 1. DGI-Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI) geschrieben haben.

Das Thema war ja auch hier kürzlich noch aktuell und heiß diskutiert.

Im ersten „richtigen“ Posting gibt es erst einmal eine Ist-Aufnahme der deutschsprachigen Fachzeitschriften.