Peer Review für Klima-Presse

Teil der Operation Frühjahrsputz 2016, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Zum Klimaschutz wird – längst nicht mehr nur in den USA – eine Menge “klimaskeptischer” Blödsinn veröffentlicht. Climate Feedback bemüht sich, via Hypothesis ausgewählte Zeitungs- und Zeitschriftenartikel zum Klimawandel einer Art Peer Review zu unterziehen.

[via Reddit]

Springer und IEEE veröffentlichten über 120 SciGen-Publikationen

Teil der Operation Frühjahrsputz 2016, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Aus dem Nature-Blog vom 25. Februar 2014:

The publishers Springer and IEEE are removing more than 120 papers from their subscription services after a French researcher discovered that the works were computer-generated nonsense.

Wissenschaftliche Suchmaschine Microsoft Academic

Wie das Library Journal berichtet, geht Microsoft Academic generalüberholt an den Start. Zur Zeit ist noch keine dazugehörige Dokumentation zugänglich, aber:

  • Es gibt eine API.
  • Zitationen werden angezeigt.
  • Es ist hübscher als Google Scholar.

Und da sind wir beim wesentlichen Punkt: Google Scholar bekommt eventuell endlich einen Konkurrenten mit einer vergleichbaren Entwicklermacht im Rücken. Noch funktioniert an Microsoft Academic einiges nicht. Die IDs für Organisationen und AutorInnen sind voller Dubletten, Zitationen sind unvollständig, PDF-Links werden nicht immer als solche angezeigt und noch viele andere Kleinigkeiten mehr.

Schlimmer ist aber noch, dass die Suche an sich nicht funktioniert. Ich habe Titel und Autoren über Umwege gefunden, die ich über die Eingabe des Autorennamens oder des Titels nicht gefunden habe. Da ist noch der Wurm drin. Aber das Angebot ist noch nicht offiziell angekündigt, so wie ich das sehe.

Doch selbst wenn man mit diesen größeren Macken an den Start ginge: Eine Konkurrenz zu Google Scholar ist wünschenswert. Ich bin gespannt, wie sich Microsoft Academic entwickelt.

#DeleteAcademiaEdu und die Geschäftsmodelle

Academia.edu ist mächtig unter Beschuss, weil dort für eine käuflich zu erwerbende verbesserte Position in den seiteneigenen Artikelempfehlungen geworben wurde. Die akademische Gemeinschaft griff zu Heugabeln, Fackeln und Hashtags und ließ ihrem Unmut freien Lauf. Der Ursprung der Debatte ist im Chronicle of Higher Education zusammengefasst. Das Promotions-Angebot wurde per Mail an Scott F. Johnson herangetragen, der sich darüber öffentlich echauffierte.

Mr. Johnson, who has publicized seven books and almost two dozen articles and book reviews on Academia.edu, said he would never pay for his work to be recommended by the website, and he doesn’t believe many other scholars in the humanities would either.

Das kann man wohl so stehen lassen.

Dieses Promotionsangebot wirft für Academia.edu, ResearchGate, Mendeley und ähnliche Dienste eine Frage auf, nämlich die nach dem Geschäftsmodell. Wer bezahlt die schicke ResearchGate-Seite? Ich habe da aus beruflichen Gründen ein Profil, ebenso wie ich mal eines bei Academia.edu oder Mendeley hatte. Ich bezahle dort nichts, was ich auch nicht ändern werde. Nennenswerte Reichweite erziele ich durch ResearchGate nicht. Die Mails, das “mein Research im Fokus” sei und letzte Woche sensationelle 20 Leser angezogen hat, finde ich im Gegenteil eher erheiternd. Wenn AutorInnen nichts bezahlen, wer dann? Werbung ist mir dort nie unangenehm aufgefallen. Die paar Stellenanzeigen finanzieren vermutlich auch keinen Mitarbeiterstab von (laut Hoppenstedt) 120 Personen. Verfolgen diese Dienste also alle das Mendeley-Ziel, von großen Playern geschluckt zu werden? Thomson Reuters hat noch kein Wissenschaftsnetzwerk.

Academia.edu versuchte also, Geld über Promotionsangebote zu verdienen. Versuchte, Vergangenheitsform, weil das Angebot längst wieder eingestampft wurde. Die Aufregung darüber kann ich allerdings nicht verstehen. Wer Academia.edu (ResearchGate etc.) für einen Teil der offenen Wissenschaftscommunity hält, wird noch die eine oder andere Enttäuschung erleben müssen. Das sind Firmen, die müssen Geld verdienen. Das ist nichts Verwerfliches. Um eine offene und nachhaltige wissenschaftliche Infrastruktur zu schaffen, sind aber wissenschaftliche Institutionen gefordert, die dies selbst in die Hand nehmen müssen. Gerne mit Firmen als Dienstleistern.

PS: Kritik zu Academia.edu findet sich auch in Archivalia und auf Twitter unter dem oben schon verlinkten #DeleteAcademiaEdu. Die Kritik an diesen Diensten ist übrigens nicht gerade neu.

Kerndatensatz Forschung offiziell veröffentlicht

Aus der Pressemitteilung des Wissenschaftsrats:

Mit seinen „Empfehlungen zur Spezifikation des Kerndatensatz Forschung“ legt der Wissenschaftsrat einen Standard vor, der es Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen ermöglicht, ihre Forschungsaktivitäten künftig in einheitlicher Weise zu dokumentieren. Damit wird für alle forschenden Einrichtungen, die regelmäßig und teils mit großem Aufwand für unterschiedliche Adressaten Berichte über ihre Tätigkeiten zusammenstellen müssen, der Arbeitsalltag deutlich einfacher werden.

Das ist nicht nur, aber auch für die VIVO-Gemeinde ein wichtiges Dokument. Die Spezifikationen lassen sich hier (PDF) einsehen. Der Kerndatensatz Forschung ist übrigens unter CC BY-SA 4.0 lizenziert, wie dem Ergebnisbericht (PDF) entnommen werden kann.

Fu-PusH-Statement-Finder

Mit dem Statement-Finder können Aussagen aus Interviews gesammelt und erschlossen werden, wie hier bei über 3000 Aussagen aus dem Fu-PusH-Projekt. Die einzelnen Tags (z.B. zu Bibliotheken und Empfehlungen) und Aussagen wie diese über die Notwendigkeit von Langzeitarchivierung in öffentlicher Hand sind einzeln verlinkbar.

Weitere Informationen zum Statement-Finder sind hier zu finden. Die Daten stehen unter CC-BY 3.0.

R ist auf dem Vormarsch

CC-BY-SA 4.0 von Joshua Kunst
CC-BY-SA 4.0 von Joshua Kunst

Auf Stackoverflow ist R die am schnellsten wachsende Programmiersprache, und Microsoft hat eine Microsoft-R-Server-Produktfamilie an den Start gebracht. Ein Klick auf den ersten Link (zu diesem Posting von Joshua Kunst) zeigt übrigens eindrucksvoll, was man mit R alles anfangen kann. Stöbern im Blog lohnt sich, da gibt es fantastische Visualisierungen zu entdecken.

Fingerabdrücke auf mittelalterlichen Wachssiegeln

Wachssiegel an mittelalterlichen britischen Dokumenten (12. bis 14. Jahrhundert) sollen auf Finger- und Handabdrücke untersucht werden. Die Dokumente stammen aus den Kathedralen von Exeter, Hereford und Lincoln, der National Library of Wales und aus Westminster Abbey.

Mehr Infos gibt es in diesem Bericht.

Siegelmarke Titel: SC * BVRGENSIVM * DE * VORDIS + ('Sekretssiegel der Bürger von Vorde') Beschreibung: roter Wachs, im Inneren des Siegels der heilige Liborius Ort: Bremervörde Größe: zwischen 3 und 4 cm
Siegelmarke Titel: SC * BVRGENSIVM * DE * VORDIS + (‘Sekretssiegel der Bürger von Vorde’) Beschreibung: roter Wachs, im Inneren des Siegels der heilige Liborius Ort: Bremervörde Größe: zwischen 3 und 4 cm

Europäischer Fotowettbewerb der Wissenschaften 2015

Ohne die Europäische Wissenschaft ist die Europäische Kultur unvorstellbar. Es reicht nicht, einfach nur darüber zu reden. Es muss auch gezeigt und gelebt werden. Um dies zu erreichen ist es ein Muss das alles mit der Kamera einzufangen und zu teilen. Deswegen ist es wichtig einen Fotowettbewerb der Wissenschaften zu haben. Der erste Wettbewerb dieser Art wird im November 2015 stattfinden.

Hier geht es zum Europäischen Fotowettbewerb der Wissenschaften 2015 auf Wikipedia/Wikicommons.