Das Informationspraxis-Jahr 2017 hat begonnen. Eingeläutet wird der nun schon dritte Jahrgang von einem Beitrag von Eckhart Arnold uns Stefan Müller über Permalinks, die hier im Blog schon des öfteren thematisiert wurden.
Was zahlen niederländische Universitäten an wissenschaftliche Verlage?
Christian Gutknecht arbeitet seit einiger Zeit mit großer Beharrlichkeit an der Offenlegung der Zahlungen von wissenschaftlichen Einrichtungen in der Schweiz an wissenschaftliche Verlage, wie zum Beispiel von der Universität Zürich. In den Niederlanden versuchen nun der Student Amos Keestra und der sich im Ruhestand befindliche Bibliothekar Leo Waaijers (u.a. Quality Open Access Market) über eine Art Informationsfreiheitsanfrage („wob-verzoek„) in Erfahrung zu bringen, was die Einrichtungen an die Verlage bezahlen.
Ich hoffe, diese Informationen aus einem Volkskrant-Artikel sind korrekt wiedergegeben. Über Korrekturen und wichtige fehlende Informationen in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen.
Neue OA-Policies für Leibniz-Gemeinschaft und TIB
Sowohl die Leibniz-Gemeinschaft als auch die TIB haben sich heute (neue) OA-Policies gegeben.
Wiebke Duda: Stadtbibliothek Wolfsburg – Eine Usability-Studie
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit den Themen Usability digitaler Bibliotheksangebote, Nutzerorientierung und Zielgruppendefinition von Öffentlichen Bibliotheken. Die Bearbeiterin untersucht die Website der Stadtbibliothek Wolfsburg. Die Zielgruppen der Stadtbibliothek werden unter Berücksichtigung der demografischen Struktur der Region definiert. Ebenso werden die Entstehungsgeschichte der Stadt beschrieben und wirtschaftliche Einflüsse aufgezeigt. Eine regionale Besonderheit ist die Abhängigkeit der Stadt Wolfsburg zum Volkswagen-Konzern, welche sich einmal mehr durch aktuelle Ereignisse wie den „Abgasskandal bei Volkswagen“ aus dem Jahr 2015 zeigt. Diese regionalspezifischen Aspekte haben insgesamt eine große Relevanz für die zielgruppenorientierte und nutzerfreundliche Gestaltung der Bibliothekswebsite. Allgemein gültige Usability-Standards werden hier an individuelle Faktoren angepasst. Unter Berücksichtigung der Zielgruppendefinition und mithilfe einer Kombination der Usability-Methoden Personas-Verfahren, der Recherchedokumentation im Stil eines Thinking-Aloud-Protokolls und dem Abgleich mit ausgewählten Usability-Kriterien aus dem BibEval-Kriterienkatalog der HTW Chur untersucht die Bearbeiterin den Internetauftritt der Stadtbibliothek Wolfsburg im Praxisteil dieser Bachelorarbeit. Eine zusammenfassende Auswertung zeigt Stärken und Schwächen der Website auf und nennt darüber hinaus Verbesserungspotenziale. Diese Arbeit ist interessant für Bibliothekare, die sich mit der Usability und Nutzerorientierung von digitalen Inhalten nach den spezifischen Zielgruppen einer Institution und ihrem Umfeld auseinander setzen möchten.
Hier geht’s zum Volltext.
Über 60 Einrichtungen ohne Elsevier
Voraussichtlich keine Volltexte von Zeitschriften des Elsevier-Verlags ab dem 1.1.2017:
Für rund 60 namhafte Wissenschaftseinrichtungen werden ab dem 1. Januar 2017 voraussichtlich keine Volltexte von Zeitschriften des Verlages Elsevier mehr zur Verfügung stehen. Hierzu gehört auch die Universität Göttingen mit 440 Zeitschriften.
Barcamp zu OER in Hannover
„How to OER? – Praxisworkshop zur Erstellung von Open Educational Resources“ ist ein Barcamp zu OER-Themen betitelt, das am 9. Februar 2017 an der Hochschule Hannover stattfindet.
Etherpad-Dienst gesucht: Kostenlos und zuverlässig
Ich bin eigentlich langjähriger Nutzer der Etherpads der Open Knowledge Foundation (OKF). Leider fallen diese in den letzten Monaten immer mal wieder aus. Dies ist der OKF nicht vorzuwerfen, schließlich ist es ein kostenloser Dienst. Aber als Werkzeug für die produktive Arbeit fällt das dortige Pad damit aus.
Durch einen Hinweis von Phillip Zumstein bin ich auf Titanpad gestoßen. Doch dort wird es ab März nicht mehr möglich sein, neue Pads anzulegen. Ende 2017 werden die Pforten gänzlich geschlossen.
Das Piratenpad kommt nicht in Frage, da es von einer Partei bereitgestellt wird. Welcher Etherpad-Anbieter ist empfehlenswert?
Internet Archive betreibt purl.org
Persistente URIs sind ein zentrales Problem bei der Veröffentlichung von Ontologien in Linked-Data-Kontexten. Der meistgenutzte Dienst war bislang purl.org. Purl steht für Persistent Uniform Resource Locator. Der Dienst wurde von OCLC betrieben und existiert schon seit 1995. In letzter Zeit war es aber nicht möglich, neue Accounts anzulegen. Es gab daher Überlegungen, einen Alternativdienst aufzubauen: w3id.org. [1] Vgl. Permanent identifiers and vocabulary publication: purl.org and w3id
W3id.org baut dabei auf Github auf. Dies hat den Vorteil, dass die Hemmschwelle recht niedrig ist, Github ist schließlich inzwischen nicht nur in Enwicklerkreisen ein gängiges Werkzeug. Der Nachteil dieser Lösung ist, dass man sich unnötigerweise von einem weiteren Dienst abhängig macht. Github ist ein kommerzieller Anbieter. Streicht dieser die Segel oder ändert er seine Geschäftsbedingungen, steht w3id.org vor großen Schwierigkeiten.
Langer Rede, kurzer Sinn: Das Internet Archive betreibt Purl.org seit September, wie im dortigen Blog bekannt gegeben wurde. Der Dienst kann also wieder genutzt werden.
References
Ontologien im Web veröffentlichen
Daniel Garijo beschrieb 2013 in einer Reihe von Postings, wie man Ontologien im Web veröffentlicht. Hier geht es los: How to (properly) publish a vocabulary or ontology in the web (1 of 6). Gibt es aktuellere Empfehlungen?
Unconventional academic writing
Unconventional academic writing von Guillaume Cabanac
Discover about 130 papers showing attempts at whimsy, humour, or conveying various human emotions that we hardly encounter in scientific literature (e.g., surprise, irony, anger, despise). These amusing papers were published in virtually all fields of science. As Kohn (1982) put it: Humour is the interdisciplinary denominator of science.
This paper is dedicated to Professor James Hartley in honour of his 75th birthday.
Ein paar Beispiele?
Titel:
- “An In-Depth Analysis of a Piece of Shit: Distribution of Schistosoma mansoni and
Hookworm Eggs in Human Stool” – http://dx.doi.org/10.1371/journal.pntd.0001969 - ‘Beauty is in the eye of the beer holder’: People who think they are drunk also think
they are attractive – http://dx.doi.org/10.1111/j.2044-8295.2012.02114.x
Autoren:
- H.A.M.S. ter Tisha – http://dx.doi.org/10.1016/s0921-4526(00)00753-5
- Ike Antkare – (PDF)
„Order of the Co-authorship“ gibt einen tiefen Einblick in die Wichtigkeit dieser Angelegenheit. “Rock, paper, scissors” und “from a twenty-five-game croquet series held at Imperial College Field Station during summer 1973” sind repräsentative Beispiele. Mir persönlich bekannt: „Nach den Regeln der Publikationsfonds, die nur APCs von Erstautoren übernehmen.“
Viel, viel mehr gibt es hier: http://doi.org/10.6084/m9.figshare.1306561