Gartner: 10 Strategic Technologies for 2011

Gartner Identifies the Top 10 Strategic Technologies for 2011

  1. Cloud Computing
  2. Mobile Applications and Media Tablets
  3. Social Communications and Collaboration
  4. Video
  5. Next Generation Analytics
  6. Social Analytics
  7. Context-Aware Computing
  8. Storage Class Memory
  9. Ubiquitous Computing
  10. Fabric-Based Infrastructure and Computers
Glaskugel by Eva K. (CC: BY-SA)
Glaskugel by Eva K. (CC: BY-SA)

ViFa-Suchschlitze zum Mitnehmen

Die „ViFa zum Mitnehmen“ gibt es noch nicht wirklich. Aber immerhin wird im Vascoda-Blog nun darauf aufmerksam gemacht, dass einige ViFas Suchschlitze zur Einbindung in anderen Webseiten angebieten. Die einzelnen Code-Schnipsel führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Weniger elegant finde ich die Lösung mit Tabellen, die z.B. von der ViFa Germanistik im Netz angeboten wird:

Germanistik-im-Netz-Logo

GiNFix-Überall-Suche


Minimalistischer und damit auch leichter anpassbar sind zum Beispiel die Schnipsel der Virtuellen Fachbibliothek medien buehne film und von EconBiz.



medien buehne film – Suche:



EconBiz Logo



Schön wäre es, wenn auch die Suchergebnisse in den Webseiten angezeigt würden. Aber diese Form der Darreichung ist sicherlich von Anbieterseite her ungleich einfacher zu realisieren. Und auch für Bibliothekskataloge problemlos machbar. Mehr dazu vermutlich demnächst hier an dieser Stelle.

Zwei Open-Data-Links

  1. Der elektrische Reporter berichtet über das Open (Government) Data.
  2. Lorentz Matzat schreibt neuerdings den (bzw. im) Open-Data-Blog der Zeit.

Gerade die Zeit hat das Thema in den letzten Wochen häufiger behandelt. Es ist eindeutig ein Trendthema. Hoffentlich bleibt es so beliebt und vieldiskutiert, bis der Ansatz auch in großen Teilen der Behördenpraxis Einzug gehalten hat.

Kritik der Informationswissenschaft I + II von Willi Bredemeier

Die beiden Kritiken der Informationswissenschaft (Teil 1, Teil 2) von Willi Bredemeier wurden schon von Ben Kaden (direkt zum PDF) und Jakob Voss aufgegriffen und ihrerseits kritisiert.

Ben Kaden [1]Wenn ich Ben Kaden hier zitiere, meine ich immer den in Libreas erschienenen Kommentar „Die sogenannte Geisteswissenschaft: Willi Bredemeiers Kritik der Informationswissenschaft misstönt schon … Continue reading greift viele Schwachstellen auf, unter anderem auch die grundsätzliche Position Bredemeiers als „exogener“ Kritiker. Wer sich dafür und für die diskussionswürdige Einstufung der Informationswissenschaft als Geisteswissenschaft interessiert, möge direkt dort (im oben verlinkten PDF) weiterlesen. Dort sind auch verschiedene andere Punkte aufgelistet, denen ich weitgehend zustimmen kann.

Stichpunktartige zusätzliche Anmerkungen:

  • II.1.1: Nach dem gesellschaftlichen Nutzen zu fragen und dabei die Funktion der Informationswissenschaft als „Berufsschule“ auszuklammern, scheint mir nicht redlich zu sein. Dieser Funktion wird innerhalb der Studiengänge eine so bedeutende Stellung eingeräumt, dass mancherorts kaum noch etwas anderes stattfindet.
  • II.1.2: Bredemeier behauptet, dass das „Heranziehen von Gesichtspunkten des Gemeinwohls als ‚Spinnertum‘ abgestraft“ würde. Wer macht das? Wo ist das der Fall? Die Nützlichkeit für die Gesellschaft, für das Gemeinwohl ist allgegenwärtig, wenn man über Open Access, über Informationskompetenz oder eine flächendeckende Informationsversorgung diskutiert.
  • Im selben Absatz fragt er: „Sind die grundlegenden Fragen unserer Branche nicht zu wichtig, als dass man sie ausschließlich der Informationswissenschaft überlässt?“. Viele grundlegende Fragen werden schon außerhalb der Disziplin beantwortet, wenn man so möchte. Zumindest sehe ich auf Tagungen und in Fachzeitschriften immer wieder Beiträge von beispielsweise Informatikern oder Juristen, die Antworten auf informationswissenschaftliche und -praktische Fragen geben.
  • II.1.3: Ben Kaden hat es schon aufgegriffen, aber dies stach mir so sehr ins Auge, dass ich es nochmal erwähne. „Allerdings haben sich weder Thomson Reuters noch die Wissenschaftsgemeinschaft die Frage gestellt, ob das Reputationssystem der Scientific Community funktionstüchtig ist.“
    Dass der Impact Factor kaum mehr als eine Krücke ist, ist wohl den meisten Wissenschaftlern, aber zumindest fast allen Bibliothekswesen durchaus bewusst. Nicht umsonst gibt es zahllose Versuche, ihn durch bessere bibliometrische Verfahren abzulösen. Auch die Diskussion über die Zulässigkeit dieser Quantifizierung wissenschaftlicher Qualität überhaupt ist weder neu noch im Geheimen erfolgt.
  • II.2.1:

    Das vielfach behauptete Kompetenzgefälle zwischen Wissenschaft und Praxis besteht in der Informationswissenschaft kaum.

    Bredemeier beschreibt dann, dass das Gefälle kaum existiert. Wer behauptet es denn?

  • II.5:

    Sollte es dennoch in mindestens einem Fall zu einer nachhaltigen Bereicherung der Entwicklung in Wissenschaft oder Praxis durch die Kommunikation und Kooperation miteinander gekommen sein, so sind diese ein Geheimnis geblieben.

    Kooperationen und gegenseitige Beratung sind mir beispielsweise aus dem Umfeld der Open-Access-Projekte bekannt. Diese Projekte sind schon von ihrer Ausrichtung an der Nahtstelle zwischen Grundlagen und Anwendung angesiedelt. Zum Beispiel OA-Statistik. Dort müssen werden alternative bibliometrische Verfahren untersucht. Ohne konkrete Einbindung von Praktikern (Repositoriums-Management, Autorenbetreuung, etc.) wäre das Projekt jedoch gar nicht denkbar. Ein richtiger und wichtiger Punkt ist allerdings im letzten Nebensatz versteckt: Die Projekte kommunizieren zu wenig mit der fachpraktischen Öffentlichkeit, in diesem Fall also z.B. den gemeinen Bibliothekswesen. Aber auch dies ist den Akteuren inzwischen bekannt und erfährt hoffentlich in näherer Zukunft eine Besserung.

Damit sind wir beim zweiten Teil angelangt.

  • III: Und gleich zu Beginn wird ein ganz grobes Mißverständnis angesprochen. Bredemeier schreibt:

    Nach dem Selbstverständnis der Wissenschaft werden Erkenntniszuwächse in Zeitschriftenbeiträgen und auf Tagungen kommuniziert.

    Wäre dies so, würde es nicht zu ausufernden Diskussionen über Fachkommunikation hier und in zahlreichen anderen Blogs kommen, von der Einrichtung eines Blogs zur Zukunft des wissenschaftlichen Journals ganz zu schweigen. Jakob Voss schrieb auch, dass die Rezeption der „Kritik der Informationswissenschaft“

    nicht bzw. für Abbonnenten bislang nur teilweise online frei verfüg- und verlinkbar [sei]. Dies mag ein Grund sein, weshalb er in der Biblioblogosphäre noch nicht rezipiert wurde.

    Wer in Printzeitschriften schreibt, wird nur von Abonnenten gelesen. Die Debatte über die verschiedenen Arten der Fachkommunikation möchte ich hier nicht wieder anstoßen. Aber nicht nur diese Diskussion deutet auf einen Paradigmenwechsel in der Fachkommunikation hin. Auch der Erfolg des Bibcamps ist ein eindeutiges Signal, dass es bessere Kanäle für die Verkündigung von Projekt- und Forschungsergebnissen gibt als Konferenzen. Die gemeinsame Zeit kann man (je nach Gusto und Veranstaltung: manchmal/häufig/oft/immer) sinnvoller durch Kommunikation miteinander füllen, statt nur einem Referenten zuzuhören.
    Wie erwähnt: diese Diskussion ist zu groß und zu grundsätzlich, um sie hier noch einmal neu zu beginnen.

  • IV.2: Sehr richtig ist Bredemeiers Kritik zur Einteilung der Arbeiten in Sonderkategorien wie „Doktoranden-Vorträge“ oder „Studentenpräsentationen“.

    Nicht, dass es für Tagung und Reader keine schlechtere Lösung hätte geben können. Diese hätte darin bestanden, dass man Doktoranden und Studenten überhaupt keine Chance zu einem Auftritt in Konstanz mit anschließender Veröffentlichung gegeben hätte.

    Wie kann der gelungene Kompromiss zwischen Nachwuchsförderung und hohem wissenschaftlichem Anspruch einer Tagung aussehen?

  • IV.3.1: Kritisiert wird die Nennung der Mitglieder des Programmkommitees inkl. Titel.

    Besser als eine Auflistung von Titeln wäre die Angabe wissenschaftlicher Thesen gewesen, die die Mitglieder des Programmkomitees vertreten. Auf diese Weise wäre von vornherein ein Bezug zwischen Wissenschaftlern und ihren informationswissenschaftlichen Thesen sichergestellt und ein Interesse an einer inhaltlichen Thematik deutlich geworden.

    Wie soll das aussehen? „Lisa Lustig vertritt These A und B mit der Einschränkung, dass…“? Für die inhaltliche Diskussion ist m.E. die Konferenz und der Tagungsband zuständig. Die Nennung der Titel mag überflüssig sein, das Aufführen inhaltlicher Standpunkte ist jedoch zu komplex und somit fehleranfällig. Ausdiffernzierte Positionen müssten dadurch weit verkürzt werden, nur damit sie in einem Personenverzeichnis aufgeführt werden können.

  • IV.3.2:

    An dem Programmkomitee fällt seine ungeheuerliche Größe auf. Wer einmal selbst Veranstaltungen organisiert hat, weiß, dass es auf kleine schlagkräftige Teams ankommt, wenn man ein Mindestmaß an Effizienz und eine Erfüllung des Tagungsziels sicherstellen will.

    Das ist eine sehr subjektive Kritik. Sie hat auch mit der inhaltlichen Arbeit des Komitees nichts zu tun.

  • IV.3.3:

    An dem Programmkomitee fällt zusätzlich die extreme Konzentration auf den Hochschulbereich auf.

    Ist das verwunderlich? Woher sollen die Angehörigen des Komitees denn sonst kommen? Bei einer Tagung über die Erdölförderung in der Tiefsee würde die Beteiligung der fördernden Gesellschaften das Vertrauen in die Parteilosigkeit der ausgewählten Referenten nicht unbedingt steigern. Wie es um von Pharma-Konzernen (mit)organisierte Tagungen und Zeitschriften steht, ist allgemein bekannt, ebenso die regelmäßig wiederkehrenden Skandale. Als Referenten sind Industrievertreter auf fast allen von mir besuchten Konferenzen vertreten gewesen. Kürzlich auf den OA-Tagen haben de Gruyter und Springer ihre Open-Access-Strategien vorgestellt. Das ist für niemanden ein Problem. Im Gegenteil, es bereichert beide Seiten. Wäre einer der Referenten jedoch im Komitee gewesen, wäre er vielleicht in die mißliche Lage gekommen, über die Annahme eines direkten Konkurrenten mitentscheiden zu müssen.
    Objektive Auswahl und Bewertung von Fachbeiträgen ist schon schwierig genug, wenn „nur“ Faktoren wie Zu- oder Abneigung, fachliche Konkurrenz zwischen Instituten und ähnliches hineinspielt. Wirtschaftliche Konkurrenz macht dies m.E. schwer bis unmöglich. [2]Über die Schwierigkeiten der Verflechtung von Industrie und Wissenschaft wird regelmäßig und polemisch im Blog Forschungsmafia berichtet. Dort fand ich auch den Hinweis auf einen DLF-Beitrag von … Continue reading

Fazit

Es finden sich bestimmt noch weitere kritikwürdige Punkte in diesen beiden, und sicherlich auch in den noch folgenden Teilen der „Kritik an der Informationswissenschaft“. Aber auch wenn mein Posting hier vielleicht so anmuten mag, soll es keineswegs ein Verriß sein! Kaden schreibt:

Die „Kritik der Informationswissenschaft“ ist angesichts der Unklarheit über den Status des Fachs, die gerade der Text Willi Bredemeiers offenbart, mehr als notwendig. Insofern ist er als Impuls wichtig.

Selbst wenn man den Status selbst nicht für wichtig erachtet, bleiben genug Punkte, die diskutiert werden können. Bredemeiers Verdienst ist nicht, Antworten gefunden zu haben. Doch zumindest teilweise stellt er die richtigen Fragen, oder anders: falsche Gewissheiten in Frage. Die Diskussion über Ziele und Methoden der Informationswissenschaften muss stattfinden und ich bin schon gespannt auf die weiteren Teile dern „Kritik“. Vielleicht führen sie ja auch dazu, dass aus Password ein Journal wird, dass die Informationswissenschaft nicht nur diskutiert, sondern auch selbst dem Stand der Forschung entspricht. [3] Diese Diskussion bitte hier führen: http://beyondthejournal.net/ und insbesondere die Kriterien für ein informationswissenschaftliches Journal der Zukunft lesen! Dies nur als Anregung eines interessierten und besorgten Informationspraktikers mit Common Sense.

References

References
↑1 Wenn ich Ben Kaden hier zitiere, meine ich immer den in Libreas erschienenen Kommentar „Die sogenannte Geisteswissenschaft: Willi Bredemeiers Kritik der Informationswissenschaft misstönt schon bei der Ouvertüre“ (PDF)
↑2 Über die Schwierigkeiten der Verflechtung von Industrie und Wissenschaft wird regelmäßig und polemisch im Blog Forschungsmafia berichtet. Dort fand ich auch den Hinweis auf einen DLF-Beitrag von Philip Banse, in dem über die Probleme wirtschaftsfinanzierter Forschung gesprochen wird.
↑3 Diese Diskussion bitte hier führen: http://beyondthejournal.net/ und insbesondere die Kriterien für ein informationswissenschaftliches Journal der Zukunft lesen!

Call for Papers: Wissenschaftskommunikation und Wissensorganisation (Libreas)

Aus dem Libreas-Blog:

Keiner forscht im 21. Jahrhundert für sich allein. Das Schlüsselwort der Wissenschaftswelt heißt Kollaboration. Kollaboration ist ein wissenschaftshistorischer Terminus technicus. Ursprünge finden sich bereits mit dem Aufkommen der ersten wissenschaftlichen Akademien in England und Frankreich im 17. bzw. 18. Jahrhundert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden Formen von Großgruppenforschung, die sich rasch institutionalisierten („Big Science“). Die Wissenschaft ist kein abstraktes Phänomen sondern ein soziales Miteinander, bei dem es darum geht, Hand in Hand Idee zu Idee und Wort auf Wort zu fügen, um ihrer Aufgabe einer intellektuellen Durchdringung der Welt gerecht zu werden.

Die digitalen Kommunikationsräume sind paradoxerweise der greifbare Ausdruck dieses Miteinanders in der Wissenschaft. Wenn man etwas greifen kann, kann man es zu gestalten versuchen. Nicht überraschend erlebt die Welt der elektronischen Werkzeugkästen eine Blüte – sofern man in technischen Kontexten von „blühen“ sprechen kann.

Spätestens seit dem DFG-Positionspapier von 2006, in welchem die „Schwerpunkte der Förderung der wissenschaftlichen Informations- und Literaturversorgung bis 2015“ festgelegt wurden, sind die Entwicklung und Bereitstellung von Kollaborationswerkzeugen respektive -funktionen Grundbausteine so gut wie jeder Forschungsförderung. Es geht darum, die „Implementierung einer integrierten digitalen Umgebung für die wissenschaftliche Informationsversorgung aller Disziplinen und Fächer“ zu erreichen.

Zum Bergfest des Positionspapiers liegt der Schwerpunkt der kommenden LIBREAS-Ausgabe auf den Themen einer digital vermittelten Wissenschaftskommunikation und Wissensorganisation.

Dabei geht es nicht unbedingt darum, bestimmte Werkzeuge und ihre Funktionalitäten zu beleuchten. Wir möchten vielmehr diese Formen der wissenschaftlichen Arbeit und der Möglichkeiten des Austauschs facettenreich und nach Möglichkeit auch kritisch reflektieren.

Hier sind so unterschiedliche Aspekte denkbar wie:

* Tradition und Veränderung ─ Hat sich die Wissenschaftskommunikation wirklich verändert oder stehen die neuen Tools neben einer althergebrachten Kommunikationskultur. Haben die Werkzeuge und Möglichkeiten zur Sammlung und Distribution eine andere Form der Nutzung von Daten und Literatur hervorgebracht?
* Akteure/Akteurinnen und Rollen ─ Wer kommuniziert eigentlich wie mit wem? Wissenschaftsinstitutionen; Bibliotheken/Informationsdienstleister, Wissenschaftler, Studierende? Kommuniziert die Wissenschaft untereinander? Kommunizieren Wissenschaft und Öffentlichkeit?
* Diskursivität ─ Inwiefern beeinflusst die Medialität der ektronischen Kommunikationswerkzeuge den wissenschaftlichen Informationsaustausch bzw. die Wissenschaft(en) selbst?
* Mehrwerte und Verluste ─ Welche Vorteile erfüllen die Angebote tatsächlich, wo liegen Wunsch und Wirklichkeit zu weit auseinander?
* Ökonomie ─ Wie verhält es sich im Sinne einer angestrebten/anzustrebenden Nachhaltigkeit mit den Geschäftsmodellen und der Vermarktung von Kollaborationstools?
* Technik ─ Wie erfolgt die Integration und die Nutzung von Informationen und Daten (Objekten) in den Wissenschaftswerkzeugen?

Ob nun die Eigenschaften von (webbasierten) Literaturverwaltungsprogrammen zur Begleitung des Publikationsprozesses, die Effektivität von Mailinglisten zum Austausch über Forschungsthemen oder das Nutzungspotential integrierter Portallösungen ─ die Möglichkeiten, sich plattformbezogen der Wissenschaftskommunikation und der Wissensorganisation zu nähern, sind schier unbegrenzt. Wir laden Sie ein, mit uns diese zu entdecken, zu ergründen und erfahrbar zu machen. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Redaktionsschluss ist der 31.12.2010. Bitte achten Sie auf unsere Autoreninformationen. Sie erreichen die Redaktion unter redaktion@libreas.eu.

(Dieser Text steht unter der CC-Lizenz Attribution-NoDerivs 3.0 Unported http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/ und darf im Rahmen dieser Lizenz frei genutzt werden.)

Neuer Biblioblog: Weblog4Information

Edlef Stabenau macht in Netbib auf das Fast-Blog Weblog4Information aufmerksam, das sich anscheinend eher dem schweizerischen Informationswesen widmet.

Warum Fast-Blog?

Ungewöhnlich und schade ist allerdings, dass die Kommentarfunktion wohl abgeschaltet ist?!

Die bisherigen Postings, z.B. dieses über die Schweiz-Seiten der Informationsplattform Open-Access.net lassen sich zumindest nicht kommentieren. Und ein Blog ohne Kommentarfunktion ist kein Blog. In der Überschrift heißt es dennoch „Biblioblog“, da sich dies hoffentlich noch ändern wird.

Der letzte Wille des Kreativen Kafka

Willenloser Kafka?

Marcel Weiss machte sich Gedanken über Franz Kafka, die Rechte des Urhebers und geistiges Besitztum. Konkret geht es ihm unter anderem darum, dass Roland Reuß im Heidelberger Appell forderte, es müsse allen Kreativen freigestellt bleiben, ob und wo ihre Werke veröffentlicht werden sollen. [1] http://www.textkritik.de/urheberrecht/index.htm

Reuß ist Experte für Franz Kafkas Werke und hat unter anderem die „Historisch-kritische Franz Kafka-Ausgabe“ und diverse Sekundärliteratur zu Kafka veröffentlicht.

Roland Reuß, der wohl ebenso wie jeder andere den gesellschaftlichen Gewinn darin erkennen kann, dass Max Brod sich dem Willen Kafkas widersetzte, findet es schlecht, dass Max Brod sich dem Willen Kafkas widersetzte.

Zur Erinnerung zwei letzte Briefe von Kafka an Max Brod:

Alles, was sich in meinem Nachlass (also im Buchkasten, Wäscheschrank, Schreibtisch, zu Hause und im Büro, oder wohin sonstirgendetwas vertragen worden sein sollte und dir auffällt) an Tagebüchern, Manuskripten, Briefen, fremden und eignen, Gezeichnetem und so weiter findet, restlos und ungelesen zu verbrennen, ebenso alles Geschriebene oder Gezeichnete, das du oder andre, die du in meinem Namen darum bitten sollst, haben. Briefe, die man dir nicht übergeben will, soll man wenigstens selbst zu verbrennen sich verpflichten.

Von allem, was ich geschrieben habe, gelten nur die Bücher: Urteil, Heizer, Verwandlung, Strafkolonie, Landarzt und die Erzählung: Hungerkünstler. (Die paar Exemplare der „Betrachtung“ mögen bleiben, ich will niemandem die Mühe des Einstampfens machen, aber neu gedruckt darf nichts daraus werden). Wenn ich sage, dass jene fünf Bücher und die Erzählung gelten, so meine ich damit nicht, dass ich den Wunsch habe, sie mögen neu gedruckt und künftigen Zeiten überliefert werden, im Gegenteil, sollten sie ganz verlorengehn, entspricht dieses meinem eigentlichen Wunsch. Nur hindere ich, da sie schon einmal da sind, niemanden daran, sie zu erhalten, wenn er dazu Lust hat.

Dagegen ist alles, was sonst an Geschriebenem von mir vorliegt (in Zeitschriften Gedrucktes, im Manuskript oder in Briefen) ausnahmslos, soweit es erreichbar oder durch Bitten von den Adressaten zu erhalten ist (die meisten Adressaten kennst du ja, in der Hauptsache handelt es sich um …, vergiss besonders nicht paar Hefte, die … hat) – alles dieses ist ausnahmslos, am liebsten ungelesen (doch wehre ich dir nicht hineinzuschaun, am liebsten wäre es mir allerdings, wenn du es nicht tust, jedenfalls aber darf niemand andrer hineinschauen) – alles dieses ist ausnahmslos zu verbrennen, und dies möglichst bald zu tun bitte ich dich

Max Brod hat den Willen des Kreativen ignoriert. Ebenso wie Roland Reuß, der dies mit der „Historisch-kritische Ausgabe sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte“ sogar vorsätzlich und systematisch angegangen ist.

Dazu Marcel Weiss:

Die Frage, die wir uns als Gesellschaft stellen müssen, ist die, ob der Kompromiss zwischen den Rechten der Urheber und den Rechten der Gesellschaft, um bestmöglichen Fortschritt in allen kulturellen Bereichen sicherzustellen, heute noch gewahrt ist.

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir allerdings erst einmal realisieren, dass wir über einen gesellschaftlichen Kompromiss reden.

Public Domain Mark freigegeben

John Weitzmann im Creative-Commons-Blog:

Nach Abschluss der offenen Diskussionsphase hat Creative Commons gestern für gemeinfreie Werke ein neues Kennzeichen, die „Public Domain Mark” (PDM), verfügbar gemacht. Die PDM soll als einheitliches Kennzeichen für Werke dienen, die keinen urheberrechtlichen Schutzfristen mehr unterliegen, und zielt vor allem auf digitale Sammlungen und Archive ab, die bislang eine Vielzahl unterschiedlicher Kennzeichnungen für gemeinfreie Werke einsetzen. Letztlich soll die PDM hier mehr Klarheit und einen einheitlichen Metadaten-Standard schaffen sowie die Auffindbarkeit von gemeinfreien Inhalten erleichtern.

Als erstes größeres Projekt wird die digitale Bibliothek Europeana die Public Domain Mark ab Mitte nächsten Jahres verwenden, grundsätzlich ist diese Kennzeichnung aber nicht auf Institutionen beschränkt, sondern kann auch von Einzelpersonen verwendet werden. Im Unterschied zu den bereits bekannten Creative-Commons-Modellen handelt es sich beim Public Domain Mark nicht um eine Lizenz, vielmehr soll nur auf einen bereits bestehenden rechtlichen Status hingewiesen werden. Wer als Urheber trotz bestehender Schutzansprüche auf diese verzichten will, kann für eigene Werke weiterhin das Werkzeug CC0 (CC-Zero) verwenden.

Hervorhebung von mir.

Akribie stellt sich vor

In einem Gastbeitrag im Blog „Ethik von unten“ stellt sich die Initiative Akribie (Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen) vor.

Die Zukunft nicht nur der Bibliotheken, sondern auch von Akribie ist ungewiss. Zur Zeit machen wir offiziell Pause, denn Akribie ist es nicht ausreichend gelungen, die nachwachsende Generation für unsere Arbeit zu interessieren. Aber der harte Kern arbeitet weiter und hat bereits für den nächsten Bibliothekartag in Berlin im Juni 2011 eine Veranstaltung angemeldet, zu dem Thema: Das Schicksal der Bibliotheken in Berlin 1990-2010 oder: Geht das Bibliothekssterben weiter?

Im Beitrag wird auch auf das Journal Information for Social Change verwiesen.

"Freie Bibliothek digitaler Dokumente" bei Mr. Wong

Bislang war Mr. Wong ein Social-Bookmarking-Dienst. Dies hat sich mit dem heutigen Tag geändert. Mr. Wong erlaubt nun auch den Upload und die Veröffentlichung von Dokumenten, wie es in ähnlicher Form beispielsweise schon bei Scribd möglich ist.

Stöbere in tausenden spannenden Dokumenten oder „befreie“ eigene Texte von deiner Festplatte und teile sie mit der Öffentlichkeit. Bei uns findet alles was auf euren Festplatten schlummert seinen Platz: Hausarbeiten, Präsentationen, Broschüren, Rezepte oder Kurzgeschichten. Gängige Dateiformate werden unterstützt und automatisch konvertiert, so dass deine Dokumente online und ohne weitere Plugins betrachtet werden können. Mithilfe der Creative Commons-Lizenzen legst du fest unter welchen Bedingungen deine Dokumente veröffentlicht werden. Natürlich können auch Unternehmen und Organisationen die neue Funktion für ihre Arbeit nutzen.

Der Bereich „Uni“ enthält die Kategorien Diplomarbeiten/Thesis, Hausarbeiten, Veröffentlichungen/Paper, Referate/Präsentationen und Skripte/Materialien. So findet man dort zum Beispiel ein Vorlesungsskript „Informations- und Kommunikationsmanagement“ oder einen Artikel über „Die Wissensgesellschaft und die Bildung des Subjekts“.

In einigen Fällen scheint das Verlagslayout übernommen worden sein. Eine Embed-Funktion gibt es noch nicht, das ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit.

Es gibt also wieder einen Konkurrenten mehr für Hochschulrepositorien. Dem kann von Seiten der Bibliotheken zwar viel entgegengesetzt werden: Seriösität der Publikationsumgebung, Einbindung in die Datenbanklandschaft, Aufnahme der Publikationen in Bibliothekskataloge. Auf dem meines Erachtens wichtigsten Feld, der Bequemlichkeit der Veröffentlichung, liegen die Angebote der Hochschulen jedoch immer noch meilenweit zurück.

Andere über den neuen Dienst von Mr. Wong: