Musikalische Schätze in Sachsen

In einer Sonderausstellung zeigt das Robert-Schumann-Haus bis zum 5. Oktober 2008 musikalische Schätze der Ratsschulbibliothek Zwickau aus drei Jahrhunderten. Die Musiksammlung der 1498 erstmals erwähnten und damit ältesten öffentlich-wissenschaftlichen Bibliothek Sachsens gehört mit ihrem herausragenden Bestand an Musikhandschriften und -drucken zu den bedeutenden Kollektionen Deutschlands.

[via newsropa.de]

International Music Score Library Project wieder online

Noten von ca. 15.000 Werken, deren urheber seit mindestens 50 Jahren tot sind, will das International Music Score Library Project ab morgen (1. Juli) verfügbar machen. Das Angebot ruhte seit Oktober, da der Schottverlag die Durchsetzung österreichischer Urheberrechtsfristen (70 Jahre nach Tod des Urhebers) auch für das kanadische Angebot durchsetzen wollte.

Er sehe keinen Grund, warum das österreichische Recht auch in Kanada greifen solle, schreibt der IMSLP-Betreiber auf seiner Website.

Völlig richtig, zumal nach der Argumentation des Verlags vermutlich eine Briefkastenfiliale in Honduras ausreichen würde, um die Schutzfrist um fünf weitere Jahre aufzustocken. Für an solchen Praktiken interessierte Verlage gibt es eine schöne Übersicht von Schutzfristen in verschiedenen Ländern. Vielleicht lohnt es sich für den einen oder anderen Konzern sogar, sich in einem kleineren Land eine verlängerte Schutzfrist zu kaufen, um auf Kosten der Allgemeinheit noch ein wenig Profit aus den Schöpfungen längst Verstorbener zu generieren.

An dieser Stelle sei noch einmal an das schon aus Usenet-Zeiten bekannte Werner Icking Music Archive erinnert, das ebenso reichhaltige wie gute Noten aus verschiedenen Epochen bereithält. Der Betreuer des Angebots, Christian Mondrup, hat wohlweislich eine kleine Linkliste zu urheberrechtlichen Fragen zusammengestellt.

[via Heise]

Bibliothek der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung

Die Bibliothek der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung ist für viele Bürger ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei wirkt die Einrichtung deutschlandweit: So erstellt der Verband deutscher Musikschulen auf Grundlage ihres Notenbestands seine Lehrpläne, auch für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ liefert die Bibliothek das Notenmaterial.

Im Internetportal der Schwäbischen Zeitung kann man die ausführliche Vorstellung der Bibliothek der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung nachlesen und sich darüber informieren, welche Schätze die Bibliothek noch verbirgt.

Out now: Traveling Carnival – Better Than Tedious Disease

Im Spreeblick wurde ein netter kleiner Zeitvertreib vorgeschlagen. Ich erlaube mir mal ein größeres Zitat:

Die Regeln:
Der Name deiner Band wird der Titel des ersten Artikels nach Klick auf diesen Link:
http://en.wikipedia.org/wiki/Special:Random

Dein Album wird nach den letzten vier Worten des letzten Zitats dieser Seite benannt:
http://www.quotationspage.com/random.php3

Das dritte Bild auf dieser Seite wird dein Album-Cover:
http://www.flickr.com/explore/interesting/7days

Statt Flick kann man auch die Wikimedia Commons nehmen, da die Flickr-Bilder zu einem großen Teil nicht frei lizensiert sind. Mein erster Versuch ist in den Spreeblick-Kommentaren zu finden, mein zweiter ergab das hier:

Bandname: Traveling Carnival
Albumtitel: What some call health, if purchased by perpetual anxiety about diet, isn’t much better than tedious disease. von George Dennison Prentice
Cover: Simple Hero’s engine model

Ergebnis:

Traveling Carnival - Better than tedious disease

Eine nette Spielerei, die zeigt, was mit freien Informationen alles möglich ist. Remix!

Nachtrag: Es gibt eine Flickr-Gruppe, die schon über 400 so entstandener „Alben“ sammelt.

Auch Sony BMG nun ohne DRM

Gestern habe ich noch darüber genörgelt, und heute kündigt BMG einen Kurswechsel in Sachen DRM an. Wie Heise berichtet, wird auch Sony BMG in Zukunft MP3-Dateien ohne Nutzergängelung (a.k.a. DRM) verkaufen.

Diese Entwicklung lässt mich zwei Fragen stellen.

  1. Wie lange werden nun die E-Book-Verkäufer und -Verleiher brauchen, um ebenfalls zu der Einsicht zu gelangen, dass man als Firma nie gewinnt, wenn man seinen Kunden generell misstraut und gegen sie arbeitet und entwickelt?
  2. Werden mir nun alle Wünsche binnen Tagesfrist erfüllt? Nur zur Sicherheit: Einmal Weltfrieden und kosmische Harmonie, bitte!

Prognose für 2008: Medienkonzerne werden verlieren

Andreas Göldi versucht sich in Prophezeiungen für das Jahr 2008. Unter anderem prognostiziert er, dass traditionelle Medienkonzerne zu den großen Verlierern gehören werden:

Sorry, aber weder die Musik-, noch die Film-, noch die Zeitungs-, noch die Fernsehbranche haben 2007 irgendeinen Hinweis darauf gegeben, dass sie digitale Medien verstehen und eine brauchbare Strategie für den Umgang mit diesem Phänomen haben.

Auch wenn er sie nicht erwähnt, trifft diese Feststellung auch auf die Verlagsbranche zu. Einzelne Verlage – bezeichnenderweise oft im Bereich der IT-Literatur – versuchen sich zwar in innovativen Marketing- und Vermarktungsstrategien, aber das uralte Thema E-Books wird immer noch künstlich am Durchbruch gehindert. Stichwort: DRM. Es ist wirklich erstaunlich, wie beratungsresistent die Branche in diesem Punkt ist. Es ist ebenso erstaunlich, wieviele Bibliotheken trotz der offensichtlichen Mängel diverser Projekte Verträge abschließen, die nur einem Teil ihrer Nutzerschaft überhaupt etwas bringen können.

Die Verlagsbranche scheint auch nicht aus den Fehlern der Musikbranche lernen zu wollen. Immerhin ist dort allmählich so etwas wie Einsicht zu vermuten. Wie der Kleinreport gestern berichtete, hat nämlich auch Warner Music inzwischen umdenken müssen und bietet nun DRM-freie MP3s via Amazon an. Heise stellt dazu fest: Unter den Major-Labels ist nun Sony BMG das einzige Unternehmen, das seine Musik ausschließlich per DRM geschützt vertreibt.

Vielleicht findet dort erst ein Umdenken statt, wenn BMG nicht mehr zu Bertelsmann gehört?

Zusatzausbildung Musikinformationsmanagement

Die Hochschule der Medien in Stuttgart bietet Wintersemester 2007/2008 eine Zusatzausbildung im Bereich Musikinformationsmanagement an. Teilnehmen kann man im Februar 2008 an den Seminaren „Musikmedien und Musikinformationen – Erschließen – Recherchieren – Beschaffen – Vermitteln“ und/oder „Digitale Musikbibliothek und Digitale Musikarchivierung“.
Mehr Informationen gibt es im Musikflyer.

[via bildungsklick]