InetBib-k – Bibliothekarische Produktneuigkeiten und Veranstaltungstermine

In der INETBIB-Mailingliste ist Werbung unerwünscht. Daher hat der INETBIB-Admin Michael Schaarwächter nun ein Blog aufgesetzt, in dem kommerzielle Informationen mit Bibliotheksbezug geposted werden können. Bei Inetbib-K findet man dann in Zukunft Informationen z.B. über neue Produkte oder Veranstaltungsankündigungen. Wer dort veröffentlichen möchte, wende sich an die dort angegebene Mail-Adresse.

Mal sehen, ob das funktioniert. Auf den ersten Blick erscheint es mir sinnvoller, dass Hersteller eigene Blogs einrichten, die man dann bei Bedarf aggregieren könnte. Damit würde man eine Menge Handarbeit sparen.

Irgend etwas in der Richtung wird aber auf jeden Fall benötigt. Momentan erfahre ich von manchen Produkten eher zufällig durch News-Alerts. Das kann auch nicht im Sinne der Hersteller sein.

Debatte um "Bibliothekswertrechner"

Sharp EL-8

Die Debatte über Tools zur Berechnung des wirtschaftlichen Nutzens von Bibliotheken kocht zur Zeit wieder etwas höher. Ausgangspunkt war die Meldung von Jürgen Plieninger in Netbib, dass im Bibliotheksportal nun ein Bibliothekswert-Rechner zu finden sei. In INETBIB wurde dazu natürlich eifrig diskutiert, auch beim Haftgrund stieß die Meldung auf reges Interesse und große Ablehnung.

Was mir auch an diesem Rechner wieder mißfällt:

  1. Scheingenauigkeit
  2. Wenn ich alle anklickbaren Dienstleistungen genau ein Mal nutze, bekommt man einen Wert von € 134,59. Über das Zustandekommen der Zahl muss man nun gar nicht debattieren. Ob eine durchschnittliche Zeitschriftenausleihe wirklich dem Gegenwert des Spiegels entspricht, sei dahingestellt. Die Genauigkeit der Angaben wird auf der Seite nirgendwo in Frage gestellt. Journalisten nehmen so etwas für bare Münze. Aber das ist wohl beabsichtigt.

  3. Das Konzept des „Bibliothekswerts“
  4. Berücksichtigt wird hier ausschließlich der Wert für den einzelnen Nutzer. Das eine Bibliothek einen gesamtgesellschaftlichen Effekt hat, der auch rein wirtschaftlich weit über den Nutzen für den einzelnen hinaus geht, wird überhaupt nicht erwähnt. Wenn bibliothekarische Lobbyarbeit schon über ökonomische Zahlenspielereien stattfinden soll, dann darf das auf keinen Fall verschwiegen werden.

  5. Fokus auf den Konsumenten
  6. Bibliotheken haben auch eine wichtige Rolle für die Partizipation am politischen, sozialen und kulturellem Leben. Wer am Geschehen teilhaben möchte, benötigt Informationen. An vieles kommt man inzwischen zwar auch ohne Bibliotheken, an andere aber auch nicht.

Selbst wenn man den Rechner als das nimmt, was er ist (nämlich als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit) müsste er meines Erachtens in einen größeren Kontext gestellt werden. Es sollten zumindest Informationen verlinkt werden, die auch den Nutzen erläutern, der über den für das Individuum hinausgeht.

"Sowas wie 'ne Videothek für Bücher oder so…"

Der Fail Blog wurde hier ja schon einmal erwähnt. Hier nochmal ein schönes Beispiel für ein klassisches „Fail“:

fail-owned-pwned-pictures
more fails at FAIL Blog

book rental service?

was just thinking. my sister does -alot- of reading, and spends like $1000 a year on just books alone. most of them she reads once then never looks at again. is there any kind of like…video rental store but for books? would make things alot cheaper, plus once one person had read one the next person can get enjoyment from it etc

Grandiose Idee. Siehe auch Book Rental Fail.

Bibliotheken beliebter als Privatfernsehen

Die Überschrift klingt zumindest gut.

3,6 Millionen hören regelmäßig auf die Ratschläge der „Super Nanny“. Sechsmal so häufig holen sich die Deutschen Rat in der Bibliothek, wenn sie Familienprobleme haben oder Tipps für den Alltag brauchen! Mit 21 Millionen ausgeliehenen Ratgebern schlagen die Bibliotheken die Fernsehkonkurrenz mühelos. Unter anderem über ihre zunehmende Funktion als Ratgeber der Nation diskutieren 3.000 Experten Anfang Juni beim 97. Bibliothekartag in Mannheim.

Wer noch mehr Zahlen lesen will, mag vielleicht die hier zitierte Pressemitteilung lesen: Rat und Hilfe: Bibliotheken schlagen „Super Nanny“ – Trend geht zur Ratgeber-Literatur: 21 Millionen Ausleihen

LISWire

Blogs werden schnell verdächtigt, eine Art Pressedienst für bestimmte Themen zu sein. Was im Normalfall zu kurz oder auf jeden Fall daneben greift. LISWire hingegen will genau dies sein. In eigenen Worten:

LISWire is a brand new idea from the guy behind LISNews & LISHost, Blake Carver. The plan is to allow member companies and organizations to use LISWire to send their full-text news releases and multimedia content to librarians, journalists, library professionals and the general public. We’re going to build a network to distribute this information world wide.

You can grab the main LISWire RSS Feed Here.

Mifare Classic vor dem Aus

Via Heise:

Forscher haben einen entscheidenden Durchbruch bei der Kryptanalyse des Verschlüsselungsalgorithmus Crypto1 gemacht, der das RFID-System Mifare Classic schützt. Laut der nun veröffentlichten Arbeit von Nicolas Courtois, Karsten Nohl und Sean O’Neil ist es möglich, ohne aufwendig vorauszuberechnende Tabellen (Rainbow-Tables) die Verschlüsselung innerhalb von wenigen Sekunden mit PC-Hardware zu knacken. Die Sicherheit des Algorithmus, so das Fazit der Forscher, sei „nahe Null“.

Wenn ich mich recht erinnere, wird Mifare Classic unter anderem in der Münchner Stadtbibliothek eingesetzt. Das System Mifare Plus soll allerdings auch betroffen sein.

Unter Sicherheitsaspekten sollten RFID-Etiketten ohnehin spätestens seit Veröffentlichung des RFID-Zappers nicht mehr diskutabel sein. Wer RFID einsetzt, möchte vorwiegend Personal auf die Straße setzen, bzw. keine neuen Mitarbeiter einstellen.

Inetbib 2008: Repositories

Block 12: Repositories
Uwe Müller, HU Berlin: OA-Netzwerk

DFG-Projekt (HU Berlin, SUB Göttingen und Uni Osnabrück)

Erstmal Allgemeines zu OA.

Zweck von DINI: Steigerung der Akzeptanz in den Institutionen. Antragstellung per Fragebogen, zwei Gutachter (bibliothekarisch und technisch), Kosten ca. 250 €. Bisher 23 Zertifikate ausgegeben, mehrere zur Zeit in Bearbeitung.

Ziel: Stärkung der Repositorien, Erhöhung der Sicherheit, Aggregator für DRIVER, Verbesserung der OA-Infrastruktur. DINI-Zertifikat ist Exportschlager (z.B. Spanien, Indien).

OA-Netzwerk: OAI-Serviceprovider, Harvesting, Aggregation, Anreicherung, Bereitstellung. API ist vorgesehen.

Metasuche
Feeds
Anbindung an externe Nachweisdienste (Scirus, Scholar etc.)

Prototyp des OA-Netzwerks: Mitte 2008
Weitere Dienste geplant: OA-Statistik, OA-Citation
http://www.dini.de/oa-netzwerk

Thomas Severiens (UB Osnabrück) und Frank Scholze (UB Stuttgart): „Nutzungs- und Zitationsanalyse als alternative Impactmessung wissenschaftlicher Publikationen“
Qualitätsdienst I: OA-Statistik
Verbesserung des Impacts, Vergleichbare Nutzungsstatistik, Vernetzung von Statistiken, Gewichtung anhand von Nutzungsfaktoren. Die Relevanz von Werken soll exemplarübergreifend erfasst werden.

Qualitätsdienst II:OA-Zitationen
Werkzeug für Wissenschaftler als Autoren und Leser für die Suche und Organisation von Referenzen. Vernetzung über viele Repositorien anhand von Zitationsgraphen. Kooperation der Wissenschaftler oft nicht gegeben, wenn z.B. Referenzen standardisiert werden sollen („Zu viel Arbeit“).

Mirjam Kessler und Stefanie Rühle (KIM): „Interoperable Metadatenmodelle und Repositories“
Metasuche (Cross searching) vs. Suchmaschinenindex (harvesting)
Es liegen heterogene Datenformate vor. Interoperabilität kann nur durch Standardisierung von Metadatenformaten gewährleistet werden. Auch Standardisierung von Metadatenschnittstellen.

OAI-PMH im Vergleich zu OAI-ORE: Object Re-Use

Beispiel Geo-Leo. Singapore Framework.

FAZIT: Dieser Block war mein persönliches Highlight.

Micro-Blogging for Science & Technology Libraries

Wer sich mit Micro-Blogging beschäftigt, mag sich für folgenden Artikel interessieren:

Murphy, Joe (2008) Better Practices From the Field: Micro-Blogging for Science & Technology Libraries. Science & Technology Libraries 28(4).

Mir bleibt der Sinn der Angelegenheit zumindest für Bibliotheken nach wie vor schleierhaft. Eine mir bislang bekannte Anwendung im Bibliothekskontext ist die Einsatz von Twitter für Neuerwerbungslisteb: http://twitter.com/FHB_Bibliothek. Wobei ich keinen Vorteil zu herkömmlichen RSS-Feeds wie z.B. diesem hier sehe.

Hier geht’s auf jeden Fall zum Volltext.