Die Post verlässt Second Life, die Bibliotheken werden folgen

Das maßlos überschätzte Second Life erlebt gerade den Anfang vom Ende. Die Post wird ihre virtuelle Präsenz aufgeben.

Laut einem Post-Sprecher, den die „Welt am Sonntag“ zitiert, ist „die mangelnde Nutzung des posteigenen Serviceangebots“ der Grund für den plötzlichen Ausstieg. Das Spiel werde nicht von der breiten Bevölkerung genutzt, die Bedienung sei oftmals zu kompliziert und die technischen Anforderungen an die Computer zu hoch. Zwar gab es im Dezember 2007 in Deutschland 665.000 registrierte Second Life-Nutzer, davon hat aber nur ein Bruchteil – nämlich 42.000 Personen – ihre Avatare mehr als eine Stunde im Monat benutzt. Bei der Post – so Insider – schauten pro Woche gerade einmal zwischen 700 bis 900 Besucher vorbei. Trotz aufwändiger Marketingaktionen wie zuletzt im Januar die Durchführung virtueller Winterspiele.

Zumindest hat die Post dadurch, dass sie relativ frühzeitig abbrechen, noch einmal ein bißchen Medienausmerksamkeit erheischen können. Dies wird bei den nächsten Aussteigern nicht mehr in diesem Maße der Fall sein.

[via CIO-Weblog]

Werbung für Bibliotheken in Norwegen

Thomas Brevik macht in seinem Blog auf einen norwegischen Videoclip aufmerksam, der für die Benutzung von Bibliotheken wirbt.

Dankenswerterweise übersetzt er die Dialoge für den des Norwegischen Unkundigen:

The first boy: The coolest thing about the library is the people who work there. Really OK people to talk to.

Girl: The thing about the library is that you can meet the gang there, relax and have a good time talking and so on.

Second boy: There is always something to do there. They have the newest games there and…

Poster:

We may not be really cool, but we are soon the only place in the world where you still can get something for free.

Und wieder was gelernt: Bruk Biblioteket!

Wyomings wirksame Werbekampagne

Die Wyoming Libraries haben eine Agentur damit beauftragt, eine Werbekampagne zu gestalten. Das Ergebnis finde zumindest ich großartig, aber besonders das Mudflap Girl stößt nicht auf einhellige Begeisterung. Was Mudflap Girls sind, erklärt die englische Wikipedia folgendermaßen:

The mudflap girl is an iconic silhouette of a buxom female sitting, leaning back on her hands, with her hair being blown in the wind. This icon can be found on mudflaps as well on clothing.

Wer es – wie ich – nicht weiß:
buxom = drall (laut Leo)
mudflap = Schmutzfänger (z.B. diese Gummilappen hinter LKW-Reifen)

Und so sieht das dann aus:
Wyoming Mudflap Girl

Echo:
Library Journal, Tame The Web, Annoyed Librarian und viele, viele mehr.

Den Wyomings war wohl sehr deutlich bewusst, welches Motiv am meisten Aufmerksamkeit erregt. Anders lässt sich die anteilsmäßige Verteilung der Motive hier wohl nicht erklären. ;o)

Es gibt natürlich inzwischen auch schon mindestens zwei Mudflap Boys: ein bißchen mehr und ein bißchen weniger jugendfrei.

Micropublishing für Bibliotheken

Mit dem Begriff Micropublishing (oder Micro-Blogging) bezeichnet man das Veröffentlichen sehr kurzer Mitteilungen wie es zum Beispiel bei Twitter der Fall ist. Oft handelt es sich dabei um eine Art SMS an die interessierte Weltöffentlichkeit.

Der Fischmarkt beendet nun eine kleine Artikelserie über Micropublishing mit einem Posting über Micropublishing für Institutionen. Für Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen ist daraus nicht viel zu entnehmen, höchstens:

Gruppen, Projekte, Unternehmen und Institutionen müssen genauso wie andere erst herausfinden, wen und was genau sie mit Micropublishing erreichen können.

Aha, dankeschön! Passend dazu schreibt auch der Webworkblogger Oliver Ueberholz: Alle sind sie im Twitter Wahn, aber viele wissen nicht so recht wozu.. Er selbst ist da schon etwas weiter und bietet eine Menge Anwendungsmöglichkeiten, von denen ein paar beispielhaft erwähnt und in den Bibliothekskontext gestellt seien. Der Einfachheit halber gehe ich im Folgenden von Twitter als Standardapplikation aus.
„Micropublishing für Bibliotheken“ weiterlesen

Bibliothek != E-Learning

Zwei Artikel über Bibliotheken und E-Learning:

Library Resources Must Not Be E-Learning Tools

Just exactly what do non-librarians think of the myriad library databases they can access courtesy of their local library. Not much apparently. Well, they certainly don’t think of the library’s resources as learning tools. Or it may be that they only think of the library resources as gateways to information, but by themselves not as resources that can facilitate or promote student learning. We need to do more to get our user community thinking of the library’s databases, bibliographic manager tools, and more as robust learning tools.

A List Without Libraries

The Centre for Learning & Performance Technologies’ list of Top 100 Tools for Learning — culled from top-10 charts created by e-learning experts — names a wide array of tech tools that professors have come to love. Among the items that made the cut are Web browsers, e-mail clients, RSS feeders, blogging programs, and, of course, Microsoft’s evergreen PowerPoint presentation software.

But online library resources, which would seem like a good fit for e-learners, are notably absent from the master list. What gives? “It’s not as if the responding experts ignored information-retrieval tools,” writes Steven Bell at ACRLog. “Both Google and Google Scholar are on the top-100 list. And it’s not as if these experts wouldn’t know something about library databases.”

[via Gamoia]

Bibliotheksbenutzung als Verdachtsmoment

Vor drei Wochen wurde der Berliner Stadtsoziologe Andrej H. unter dem Verdacht der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gemäß § 129a“ festgenommen. Als Grund für die Festnahme nannte die ermittelnde Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe die Benutzung von Vokabeln, die auch in Schriften der sogenannten „Militanten Gruppe“ vorkommen. Außerdem verfügte er nach Angaben der Ermittler „über Zugang zu Bibliotheken, um dort die Recherchen durchzuführen, die notwendig sind, um Texte für eine militante Gruppe zu verfassen.“

Wenn der Zugang zu Bibliotheken ein Verdachtsmoment wird, wie es dieser Ausschnitt aus dem Heise-Artikel „Durch Google-Suche in die Einzelhaft“ nahelegt, ist Protest angesagt. Dieser manifestiert sich unter anderem in diesem Offenen Brief (z.Z. geheist).

Also, DBV & Co, meldet Euch zu Wort! Interessenvertretung des Bibliothekswesens beinhaltet auf jeden Fall, dass Bibliotheksbenutzer nicht pauschal verdächtigt werden dürfen! Dies haben die Verbände in ihrem „Code of Ethics“ selbst angemahnt:

Wir setzen uns für die freie Meinungsbildung und für den freien Fluss von Informationen ein sowie für die Existenz von Bibliotheken und Informationseinrichtungen als Garanten des ungehinderten Zugangs zu Informationsressourcen aller Art in unserer demokratischen Gesellschaft.

Nun sind Taten gefragt!

Wer sich ins 2.0 begibt…

Wer sich in 2.0-Gefilde begibt, sollte darauf achten, wo er das tut. Mir zumindest wäre es höchst peinlich, mit gewissen Dingen in Verbindung gebracht zu werden. Das viele 2.0-Unternehmen voneinander abkupfern, ist bekannt. Besonders deutsche Startups scheinen dafür jedoch sogar international berüchtigt zu sein [1]Vergl. Techcrunch: „Web 2.0 in Germany: Copy/Paste Innovation or more?“. Die Werbemethoden mancher Unternehmen sind jedoch dermaßen daneben, dass eine sofortige Accountkündigung (so man einen hat) das mindeste ist, was man machen sollte.

Da sind zum einen fragwürdige Adressbuchcrawler, aber auch wirklich geschmacklose Kampagnen wie z.B. von Frazr. Der Twitter-Clon wirbt anscheinend für sich mit Ku-Klux-Klan-Kostümen. Als wäre das noch nicht geschmacklos genug, verherrlicht die Holtzbrinck-Tochter StudiVZ (als ob sie noch nicht unangenehm genug in Erscheinung getreten wäre) in Werbeclips die Tötung von Vegetariern und Kindesentführung.

Die Frage, ob man Werbung für seine Bibliothek in StudiVZ schalten kann, stellt sich wohl nicht mehr.

References