Die Grünen und ein Network zu Open Data

Die Bundestagsfraktion der Grünen begrüßt die Veröffentlichung bibliographischer Daten unter CC0-Lizenz.

Gerade in Zeiten, in denen Werke und Daten oftmals unter rein finanziellen Gesichtspunkten betrachtet werden, ist die Freigabe von solchen öffentlichen Beständen ein Gebot der Stunde. Die Bereitstellung von Daten, deren Erstellung erst durch öffentliche Mittel ermöglicht wurde, darf sich künftig jedoch nicht bloß auf Bibliotheken beschränken. Während es uns andere Länder vormachen und ihre staatlichen Daten-Bestände für die Öffentlichkeit nutzbar machen, gibt es in Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf. Der nun eingeschlagene Weg für mehr Transparenz und Partizipation muss daher konsequent fortgesetzt werden.

Wer sich für diese Themen wie z.B. Open Data, Transparenz oder Informationsfreiheit interessiert, dem sei das Open-Data-Network empfohlen, in dessen Blog ich kürzlich einen Gastbeitrag veröffentlichen durfte.

Das Network richtet am 17. und 18. April, also leider parallel zur Inetbib-Tagung einen (eigentlich: zwei) Open-Data-Hackday(s) aus:

Mit dem Opendata Hackday “Apps 4 Democracy” wollen wir einen Beitrag dazu leisten Daten aus Politik und Verwaltung öffentlich zugänglich zu machen.

Der Ideenwettbewerb ist eröffnet: Wer hat die besten Ideen für Webseiten / Apps / Visualisierungen / Mashups um die Daten der öffentlichen Verwaltung zugänglich zu machen und so dazu beizutragen Verwaltung und Regierung offen, transparent und bürgernah zu gestalten?

Auch Datenprovider sind gerne gesehen!

OCLC fördert die Open-Data-Bewegung

Adrian Pohl bloggt bei Kooptech über OCLC, den Katalogmonopolisten der Bibliothekswelt, und dessen missratende Bemühungen, dieses Monopol aufrecht zu erhalten.

Ganz im Gegenteil scheint OCLC mit seinem krampfhaften Versuch, das eigene Monopol im angelsächsischen Raum zu erhalten, dazu beizutragen, dass sich immer mehr BibliothekarInnen mit einem Open-Data-Ansatz anfreunden. Auf NGC4LIB jedenfalls wurden entsprechende Forderungen, Katalogdaten auf einem Server abzulegen und über OAI-PMH bereitzustellen von verschiedenen Leuten unterstützt. Aus dieser Perspektive kann ich nur sagen: “Weiter so, OCLC!”

Wie so etwas aussehen kann, kann man ja aktuell in Köln bewundern.

OCLC verhält sich in der Tat wie die wissenschaftlichen Monopolverlage zu Hochzeiten der Zeitschriftenkrise. Dass daraus eine bis heute wachsende Open-Access-Bewegung entstanden ist, sollte allen Informationsmonopolisten eigentlich zu denken geben.

Arbeitsgruppe "Open Bibliographic Data"

Erst hat das CERN seine bibliographische Daten befreit, nun folgt die Universiteitsbibliotheek Gent in Belgien. Auf einer speziellen Webseite sind verschiedene bibliographische Datensets zum Download und zur freien Verwendung veröffentlicht. Diese Bibliothek wird sicherlich nicht die letzte sein, die ihre Katalogdaten in nächster Zeit veröffentlichen wird.

Passend zu dieser Entwicklung hat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema “Open Bibliographic Data” gegründet. Ziele:

  1. Act as a central point of reference and support for people interested in open bibliographic data
  2. Identify relevant projects and practices. Promote best practices as well as legal and technical standards for making data open (such as the Open Knowledge Definition).
  3. Act as a hub for the development and maintenance of low cost, community driven projects related to open bibliographic data.

Weitere Informationen gibt es im Open Knowledge Foundation Wiki.

[via OKFN]

CeBIT: “Politik, Demokratie und das Web 2.0“

Eines der interessantesten Panels der kommenden Webciety findet am 4. März um 15 Uhr statt und trägt den Namen “Politik, Demokratie und das Web 2.0“.

Auf dieser Veranstaltung werden Markus Beckedahl, Anke Domscheit, Dr. Martin Lindner und Rolf Luehrs die Veränderungen diskutieren, die das Web 2.0 und die sozialen Medien auf die gesellschaftlichen und politischen Prozesse haben. Zwei Themen, die dabei ebenfalls eine Rolle spielen werden, sind Open Data und e-Government.

Mehr Infos gibt es im Webciety-Blog.

Open Data kurzgefasst

Daniel Dietrich fasst im Open-Data-Network-Blog die wichtigsten Fakten um Open Data und eben jenes Network zusammen. Dabei weist er auch auf den Open-Data-Hackday hin:

Der Open Data Hackday ist eine zweitägiges Treffen am 17. und 18. April 2010, in Stil eines Barcamps. Ziel der Veranstaltung ist es zu zeigen, dass sich innerhalb kurzer Zeit und ohne großes Budget, kreative und innovative Prototypen und Anwendungen programmieren lassen mit denen man die Daten aus Politik und öffentlicher Verwaltung zugänglich und nutzbar machen kann.

Leider findet dieser zeitgleich mit der Inetbib-Tagung statt.

Freie bibliographische Daten vom CERN

Die CERN-Bibliothek hat ihre bibliographischen Daten zum Download zur Verfügung gestellt.

The actual data export is from 6.12.2009. We are working on providing regular updates. The Data is provided in zipped MARCXML. We are working on providing other formats, specialy RDF.

For a Z39.50 access to the data it will be soon integrated into biblios.org. The Open Library Project will also integrate the data soon.

Mehr dazu auch in der dazugehörigen Ankündigung oder im schmissigen “Videoclip zum Download”:

Alle verfügbaren Daumen hoch, Patrick! Endlich setzt jemand die Forderung nach Open Access zu bibliographischen Daten (Open Bibliographic Data) in die Tat um. Die Pionierleistung ist geschafft, die gewählte Lizenz (CC0 und Public Domain Dedication) kann besser nicht sein. Gerüchteweise wollen einige Bibliotheken in Kürze folgen.

Und nun bin ich gespannt, was mit den Daten gemacht wird.

Australien regiert 2.0

Die australische Government 2.0 Taskforce ruft zum Mitmachen auf:

Here is the draft Government 2.0 Taskforce report Engage: Getting on with Government 2.0. The Taskforce is seeking your comments and input before finalising the report to go to Government.

Der Report (PDF) beschreibt eindrücklich, worum es in der gesamten Open-Government-Data geht:

  • Easy to find re-useable public information is, at heart, an invitation to the wider community to engage innovate and create new public value with public sector information (PSI), which often sits underused or simply ignored in government agencies and data banks. As we have seen during our work, as people engage, possibilities – foreseeable and otherwise – are unlocked through the invention, creativity and hard work of citizens, business and community organisations. The government’s job is to liberate much more of its information as a key national asset.
  • Public agencies and professional public servants are also invited to engage more energetically with the tools and capabilities of ‘collaborative web’ or Web 2.0. Everything, from enabling data to be re-used, to forming and participating in online communities in their areas of interest will help build a public service that is smarter, more responsive, more strategic and personally rewarding.
  • Public agencies and their public servants increasingly associate good practice with deeper engagement with those outside the public service. As the new Australian Public Service Commission (APSC) guidelines make clear, Web 2.0 tools like blogs and wikis now provide unprecedented opportunities to take this much further.
    In the transition from traditional consultation towards true community collaboration engaging the community and the public service alike is key. In this more open, connected and instinctively adaptive and innovative process, the motivation, interest and skills of all involved contributes to it success.
  • Engagement between those in and outside the public service is constrained by the need for public servants to continue to be professional and apolitical. Creating the culture and practices that can seize the new opportunities but yet stay true to enduring public service values will not be easy.
  • Dass zur offenen Teilhabe schon an der Ausgestaltung der Richtlinien aufgerufen wird, kann man als klares Statement sehen: Australien meint es ernst. Open Government (Data) ist ganz offensichtlich das Thema der Stunde.

    [via David Weinberger]

    Freie Wetterdaten aus Norwegen

    Das norwegische Meteorologisk institutt stellt Wetterdaten frei und maschinenlesbar zur Verfügung. Mit den Wetterdaten wird, wie man in Zeit-Online lesen kann, unter anderem die Wetterseite Yr.no gefüttert, auf der man sich auch auf das Wetter am Bahnhof Hannover-Linden freuen kann.

    Wetterdienste aus anderen Ländern sind teilweise nicht begeistert von der Aktion der norwegischen Wetterfrösche, aber beim Deutschen Wetterdienst zeigt man sich angetan und würde die Wetterdaten ebenfalls gerne frei zur Verfügung stellen. Allerdings:

    Mit dem heutigen Wetterdienstgesetz geht das nicht, es verpflichtet den DWD, Geld für seine Daten zu nehmen. Die Grundlage für eine Gesetzesänderung werde aber intern gerade geprüft.

    Man sei gespannt, wie sich die Bundesregierung dazu positioniere. OpenData ist ganz klar das Thema der Stunde. Die Vorteile sind zu offensichtlich um übersehen werden zu können. Eliassen, der Direktor des Meteorologisk institutt laut Zeit-Online:

    “Wenn jemand auf der Grundlage unsere Leistungen Wertzuwächse erzielen kann, macht uns das einfach sehr zufrieden. So tragen wir zur Entwicklung der Gesellschaft bei. Wir haben kein Interesse daran, die Weiterverwendung zu beschränken”, sagt er. Detlev Frömming vom DWD findet das auch: “Das ist sicherlich richtig. Mit den Daten ist ja im Grunde genommen kein Geld zu verdienen. Im Gegenteil, wenn man sie zur Verfügung stellt, dann können sie genutzt werden und dienen damit der Volkswirtschaft viel mehr.”

    Die Nutzungsbedingungen sind leider nur auf norwegisch, auf englisch sind nur wenig Informationen zum Angebot verfügbar. Aber es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis das Wichtigste übersetzt verfügbar sein wird.

    [via Fefe]