Einwerben von Inhalten: Download-Charts

Klaus Grafs Liste „Wie füllt man einen Dokumentenserver?“ ist Repository-Betreibern vermutlich ebenso bekannt wie die Infoseite „Einwerben von Inhalten“ auf Open-Access.net. Unter „Weitere Werbemaßnahmen“ wird bei letzterem vorgeschlagen:

Das Einstellen besonders relevanter Dokumente bekannt machen, Top-Download-Listen etc.

Für den Dokumentenserver SerWisS der FH Hannover wurde dies nun drei Mal gemacht. Die dafür erforderlichen LogFiles stehen seit Mitte 2010 rückwirkend zur Verfügung. Daraus folgten dann erst einmal die Downloadcharts für 2009 und für die erste Jahreshälfte 2010. Kürzlich wurden auch die Download-Charts für 2010 veröffentlicht.

Die aufgeführten AutorInnen wurden über Ihre Platzierung und ihre Download-Zahlen informiert und waren fast durchweg positiv überrascht. Ein wesentliches Ziel der Charts konnte also erreicht werden: positive Aufmerksamkeit für den Dokumentenserver. Momentan werden die Statistiken manuell ausgewertet. Vom BSZ werden die Daten über das Web-Analyse-Tool AWStats zugänglich gemacht. Um die relevanten Daten zu finden, muss jedoch noch ein wenig bearbeitet werden.

Ein Aufwand, der sich jedoch durchaus lohnt. Bestehende Kontakte zu Open-Access-willigen AutorInnen werden vertieft, was zu neuen Inhalten für den Dokumentenserver führen kann.

Wenn man möchte, kann man das als Beleg für die Attraktivität von Game-Mechanismen auch in der wissenschaftlichen Publikationspraxis betrachten. Amy Jo Kim hat diese in ihrer Präsentation “Putting the fun in functional” sehr schön beschrieben. „Earning Points“ ist ein simpler, aber wirkungsvoller Hebel für die Motivation. Wieder ein Grund, um eine möglichst schnelle flächendeckende Umsetzung des OA-Statistik-Projekts anzumahnen.

Kritik der Informationswissenschaft – kleiner Widerspruch im Detail

Willi Bredemeier nimmt im neuesten Teil seiner „Kritik der Informationswissenschaft“ wieder einzelne Beiträgen aus dem Tagungsband „Information: Droge, Ware oder Commons? : Wertschöpfungs- und Transformationsprozesse auf den Informationsmärkten“ unter die Lupe. Zu Jan Steinbergs „Instrumente der Überzeugungsarbeit : ­ Etablierung des Open-Access an Hochschulen“ schreibt er:

Beschreibung: Der Autor vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg sieht als „herausragende Chance der Hochschulbibliotheken“ die „Nähe zu den Wissenschaftlern an den Hochschulen in Verbindung mit Überzeugungskraft und Kreativität…, um die für den Open Access notwendige qualitative und quantitative Durchdringung zu erreichen.“ Der Beitrag will „mögliche Instrumente zur Etablierung des Open Access an Hochschulen“ benennen. Es werden Gründe für Open Access, Open-Access-nahe Modelle sowie die Hochschulen und Bibliotheken als Handlungsträger thematisiert.

Bewertung: Wenn weitgehend bekannte Positionen um Open Access referiert werden, kann ein Neuheitscharakter nicht gegeben sein. Der Verfasser geht über die Interessentenposition einer Hochschulbibliothek hinaus, indem er zusätzlich die Hochschule als Handlungsträger thematisiert. Dennoch fragt sich, ob die Erwägungen nicht besser in ein Bibliotheksblatt als auf eine informationswissenschaftliche Tagung gehört hätten. Die Erörterungen beschränken sich weitgehend auf die Beschreibung von Maßnahmen, sehen von Interessen, Barrieren, Spezifika von Stakeholdern und weiteren Hintergründen, überhaupt von Menschen als politischen Entscheidungsträgern, weitgehend ab und bleiben, soweit sie zu Handlungsempfehlungen kommen, merkwürdig ab-strakt. Eine wissenschaftliche Relevanz ist kaum, eine pragmatische nur sehr bedingt gegeben.

Dass der Beitrag eigentlich besser in ein Bibliotheksblatt gehören, würde ich auch sagen, wenn es denn ein praxisorientieres deutschsprachiges Open-Access-Journal gäbe. Dies nur am Rande. Wichtig ist mir hier eigentlich nur die letzte Bemerkung, dass eine pragmatische Relevanz nur bedingt gegeben sei. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt kaum im Open-Access-Kontext kaum ein Thema, zu dem mehr Austausch- und Forschungsbedarf besteht! Content-Akquise ist ein mühseliges Geschäft. Der Aufbau eines Best-Practice-Werkzeugkastens wird von jedem Repository-Betreiber jubelnd begrüßt werden.

Und somit haben wir schon mal eine Session-Idee fürs #Bib4.

Thesen zur Zukunft von Open-Access-Repositorien

Quelle: Thesen zur Zukunft von Open-Access-Repositorien

Die folgenden Thesen sind in der Vorbereitung des Workshops “Repositorien – Praxis und Vision” entstanden, den das Open-Access-Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e. V. (DINI) vom 30.11. bis 1.12.2010 in Berlin veranstaltet. Autoren der Version 2: Maxi Kindling, Uwe Müller und Heinz Pampel

Lizenz: CC-BY

Hintergrund

In Deutschland beginnt die Entwicklung der Repositorien Ende der 1990er Jahre. Unter dem Namen Hochschulschriften- oder Dokumentenserver entstanden Datenbanken, auf denen Qualifikationsarbeiten als Erst- oder Zweitveröffentlichung zugänglich gemacht wurden.
Mit der Entwicklung von Open Access wurden diese Datenbanken international unter dem Begriff Repositorien bekannt und bilden den Ausgangspunkt für den “Grünen Weg” des Open Access. Prominentes Beispiel ist das disziplinäre Repositorium arXiv, das 1991 am Los Alamos National Laboratory aufgebaut wurde. Bis heute ist es das zentrale Repositorium für Preprints in den Disziplinen Physik, Mathematik und Informatik.

Spätestens seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts wurde, insbesondere im Bereich der außeruniversitären Forschung, damit begonnen, die seit langem bestehenden institutionellen Publikationsdatenbanken, die ausschließlich Metadaten nachweisen, zu Repositorien auszubauen, um Pre- und Postprints sowie Schriftenreihen im Sinne von Open Access zugänglich zu machen. Zudem sind in den letzten Jahren abseits der Text-Repositorien auch Repositorien für viele andere Formen und Formate digitaler Objekte entstanden, z. B. für Forschungsdaten.

Heute stehen die Betreiber von Repositorien vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Mehrheitlich werden Repositorien als passive Dienste betrieben, die nicht in den Arbeitsablauf von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingebunden sind. Darüber hinaus steigen mit der Entwicklung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien, die den wissenschaftlichen Arbeitsprozess unterstützen, die Anforderungen an die Repositorien (beispielsweise im Kontext virtueller Forschungsumgebungen).

Die folgenden Thesen zielen darauf ab die zentralen Entwicklungstrends bei der zukünftigen Gestaltung von Open-Access-Repositorien auf der Grundlage des heutigen Kenntnisstandes zu benennen. Ziel der Podiumsdiskussion soll sein, diese vorgeschlagenen Thesen vor dem Hintergrund der insbesondere während des Workshops gesammelten Erkenntnisse abzuwägen und ggf. zu spezifizieren. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Frage, welche technischen und organisatorischen Lösungen in Zukunft maßgeblich sein werden: Zentrale, Disziplinäre oder Institutionelle Repositorien?

These 1: Repositorien dienen als digitale Schaufenster der Wissenschaft

Im Kontext von Open Access fördern Repositorien die Sichtbarkeit der Publikation einer Institution oder einer Disziplin. Darüber hinaus tragen Repositorien zum Transfer von Information und Wissen in Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft bei.

These 2: Nur disziplinäre Angebote werden als Rechercheinstrumente in der Wissenschaft angenommen

Neben der Erfassung des Forschungsoutputs einer Einrichtung bieten Repositorien Suchfunktionalitäten über die in ihnen vorgehaltenen Dokumente. Zudem werden die Metadaten der Dokumente in übergeordneten Rechercheangeboten aggregiert (Harvesting) und für die Dokumentsuche bereitgestellt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen diese Angebote institutioneller Repositorien jedoch kaum als Rechercheinstrument. Die wissenschaftliche Recherche konzentriert sich hier auf disziplinäre Angebote. Der Zugang zu in institutionellen Repositorien gespeicherten Objekten über disziplinäre Dienste und allgemeine Suchmaschinen ist eine zentrale Herausforderung.

These 3: Repositorien sind nur als aktive und integrative Dienste für Forschung und Lehre attraktiv

Repositorien als passive Datenbanken sind für Forschung und Lehre unattraktiv. Der Grad der Einbindung eines Repositoriums in den wissenschaftlichen Arbeitsablauf entscheidet über den Erfolg des Repositoriums. Institutionelle Repositorien können als aktive Dienste, z. B. im Rahmen des Publikationsmanagements Basis für vielfältige Services wie z.B. Bibliographien und persönliche Webseiten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sein. Der Schaffung von Mehrwertdiensten, die die reine Bereitstellung von Dokumenten ergänzen, wie beispielsweise Zitations- und Ähnlichkeitsanalyse, deren Zugriffsauswertung oder innovative Begutachtungsverfahren, kommt eine zentrale Bedeutung zu.

These 4: Repositorien werden als vertrauenswürdige Plattform für das digitale Publizieren wahrgenommen

Repositorien übernehmen heute vielerorts bereits die Funktion von Publikationsplattformen im Sinne des “Goldenen Weges” und nähern sich damit Verlagsangeboten an. Repositorienbetreiber sind aufgefordert, vertrauenswürdige Plattformen für das digitale Publizieren zu schaffen, die Objekte dauerhaft und interoperabel zugänglich machen. Durch die dynamische Entwicklung von Technologien steigen die Anforderungen an die Repositorienbetreiber zur ständigen Weiterentwicklung ihrer Dienste. Kriterienkataloge wie das DINI-Zertifikat für Dokumenten- und Publikationsservices greifen diese Trends auf und bieten eine Orientierung.

These 5: Repositorien dienen als Knotenpunkte für eine übergreifende Vernetzung

Der Nachweis sowie die Einbindung von in Repositorien gespeicherten Objekten in umfassende Kontexte wie institutionelle und (inter)disziplinäre Informationsangebote sind unabdingbar. Repositorenbetreiber sind gefordert die Bereitstellung und Verbreitung von Objekten zu garantieren. Neben dem klassischen Harvesting-Ansatz kommt dabei semantischen Technologien wie Linked Open Data wesentliche Bedeutung zu.

These 6: Repositorien dienen als Rückgrat des Forschungsprozesses

Im Publikationskreislauf haben Repositorien bereits ihre feste Position. Zunehmend spielen sie auch bei der ganzheitlichen Betrachtung des Forschungsprozesses eine wichtigere Rolle. Das vielfach betonte Zusammenspiel von Texten, Grafiken, Forschungsdaten und anderer Objekte bedarf Repositorien, die eine Vernetzung der Objekte beispielsweise im Sinne einer Integration von Forschungsdaten und Publikationen oder der Bereitstellung von Objekten im Sinne einer Infrastrukturkomponente für Virtuelle Forschungsumgebungen unterstützen.

OPUS 4 ist da!

Endlich ist es geschafft, die Repository-Software OPUS ist in der neuen Version als OPUS 4 erschienen. OPUS wird nun auch endlich auch installationsbereit zum Download angeboten. Wie man OPUS (auf Ubuntu 10.04) installiert, kann man sich in einem Screencast ansehen. Der liegt zum Download bereit und umfasst sagenhafte 128 Megabyte. In der Erwartung eines abendfüllenden Spielfilms in High Definition und 3D habe ich dieses AVI-Riesenpaket heruntergeladen und auch die erforderlichen DivX-Pakete installiert. Nun sind 15 Minuten herum, und ich habe den Film immer noch nicht starten können. Vielleicht wäre der Upload auf ein Videoportal eine Option?

Nun läuft der Film, und er ist nicht in 3D und hat auch keinen Ton. Abendfüllend ist er nur an knapp 9 Minuten langen Abenden. Wie so oft ist das Buch (OPUS-Dokumentation, PDF), nach dessen Vorlage der Film gedreht wurde, viel spannender und – in diesem Fall – wahrscheinlich auch nützlicher.

Getestet habe ich die Installation noch nicht, sieht aber erstmal recht unkompliziert aus. Wer OPUS 4 schon mal sehen möchte: das KOBV betreibt eine Test-Installation. Der Upload-Vorgang wurde in Details verändert. Der Upload des Dokumentes erfolgt nun schon im ersten Schritt, wie auch hier gefordert wurde. Insgesamt gibt es immer noch viel zu viele Felder, aber da es sich um eine Demo-Installation handelt, müssen diese sicherlich nicht alle in Produktivsysteme übernommen werden.

Wer hat OPUS 4 schon ausprobiert oder sogar im Einsatz?

Update:

"Freie Bibliothek digitaler Dokumente" bei Mr. Wong

Bislang war Mr. Wong ein Social-Bookmarking-Dienst. Dies hat sich mit dem heutigen Tag geändert. Mr. Wong erlaubt nun auch den Upload und die Veröffentlichung von Dokumenten, wie es in ähnlicher Form beispielsweise schon bei Scribd möglich ist.

Stöbere in tausenden spannenden Dokumenten oder „befreie“ eigene Texte von deiner Festplatte und teile sie mit der Öffentlichkeit. Bei uns findet alles was auf euren Festplatten schlummert seinen Platz: Hausarbeiten, Präsentationen, Broschüren, Rezepte oder Kurzgeschichten. Gängige Dateiformate werden unterstützt und automatisch konvertiert, so dass deine Dokumente online und ohne weitere Plugins betrachtet werden können. Mithilfe der Creative Commons-Lizenzen legst du fest unter welchen Bedingungen deine Dokumente veröffentlicht werden. Natürlich können auch Unternehmen und Organisationen die neue Funktion für ihre Arbeit nutzen.

Der Bereich „Uni“ enthält die Kategorien Diplomarbeiten/Thesis, Hausarbeiten, Veröffentlichungen/Paper, Referate/Präsentationen und Skripte/Materialien. So findet man dort zum Beispiel ein Vorlesungsskript „Informations- und Kommunikationsmanagement“ oder einen Artikel über „Die Wissensgesellschaft und die Bildung des Subjekts“.

In einigen Fällen scheint das Verlagslayout übernommen worden sein. Eine Embed-Funktion gibt es noch nicht, das ist aber sicherlich nur eine Frage der Zeit.

Es gibt also wieder einen Konkurrenten mehr für Hochschulrepositorien. Dem kann von Seiten der Bibliotheken zwar viel entgegengesetzt werden: Seriösität der Publikationsumgebung, Einbindung in die Datenbanklandschaft, Aufnahme der Publikationen in Bibliothekskataloge. Auf dem meines Erachtens wichtigsten Feld, der Bequemlichkeit der Veröffentlichung, liegen die Angebote der Hochschulen jedoch immer noch meilenweit zurück.

Andere über den neuen Dienst von Mr. Wong:

Upload-Formulare in Repositorien III

Übersicht:

Nachdem ich den Ist-Zustand skizziert und mögliche Vorbilder vorgestellt habe, möchte ich nun einen Lösungsvorschlag für ein Open-Access-Upload-Formular machen. Es besteht aus drei Teilen.

1. Datei(en) hochladen

Wie bei Youtube & Co sollte der Upload der Datei zuerst erfolgen. Ich erhoffe mir davon eine erhöhte Motivation der AutorInnen, den Veröffentlichungsvorgang zu komplettieren. Ob dies tatsächlich der Fall ist, sollte auf jeden Fall einmal untersucht werden. Generell sollte in Zukunft ein Hauptaugenmerk bei der Weiterentwicklung von Repository-Software auf der Usability liegen. Welches Metadatenmodell unterstützt wird, interessiert AutorInnen nicht.

Hier geht’s zum Dummy [1] Vielen Dank für Begutachtung, Tipps und Diskussion an Andrea, Christian, Danny, Edlef, Frank, Horst, Lambert, Nina, Uli, Wiebke & alle anderen, die ich schändlicherweise vergessen habe . Achtung, diese Webseiten könnten verändert werden oder verschwinden. Die Screenshots dokumentieren den Zustand während des Verfassens dieses Postings. Das Formular funktioniert nicht. Um zum nächsten Schritt zu gelangen, bitte ganz unten auf „nächster Schritt“ klicken.

2. Dokument beschreiben

Es sollten wirklich nur Daten erhoben werden, die nicht selbst durch Autopsie erhoben werden können. Ich bin dabei (exklusive Datei-Auswahl, inkl. Lizenzauswahl) auf drei Phasen mit insgesamt 12 auszufüllenden Feldern gekommen. Würde man den Upload zum Beispiel mit einem Nutzerkonto verknüpfen, entfiele zum Beispiel noch die Angabe einer Email-Adresse.

Hier geht’s zum Dummy.

3. Lizenz wählen

Dies müsste graphisch noch eleganter gelöst werden. Im letzten Schritt sollten die bibliographischen Details überprüft und geändert werden können. Wichtiger jedoch ist die rechtliche Seite der Veröffentlichung. Hier werden Nutzungsrechte vereinbart und eine Creative-Commons-Lizenz gewählt. Das Menü für letzteres ist eins zu eins von Creative-Commons.org übernommen. Schöner, also nutzerfreundlicher, kann man es kaum machen. Durch die Auswahl zweier Checkboxen kann man auch ohne umfangreiche Vorkenntnisse zwischen sechs verschiedenen Lizenzmodellen wählen.

Hier geht’s zum Dummy.

Dummy

Ich habe einen Dummy erstellt, in dem man sich den hier vorgestellten Upload-Vorgang ansehen kann. Die Links funktionieren größtenteils nicht, das CSS ist von Creative-Commons.org übernommen, optisch ist da sicherlich mehr drin.

Kritik

Es gab im Vorfeld schon eine Menge guter Kritik am Dummy. In ungeordneter Reihenfolge:

  • Lizenzmodell NC-ND ist kontraproduktiv. Warnhinweis über die Konsequenzen müsste hinzugefügt werden
  • Upload zuerst könnte AutorInnen zu der Annahme verleiten, dass ihr Part damit schon erledigt ist.
  • Hinweis auf Genehmigung studentischer Arbeiten durch Erstprüfer fehlt noch, wenn das erwünscht sein sollte.
  • Ausführlichere Maske verlinken für AutorInnen, die selbst erfassen wollen
  • Neben Datei-Upload von der Festplatte möglichst noch Verweis auf PDF im Netz (automatischer Download von dieser Stelle).
  • Feld „Quelle“ ist nicht eindeutig. Die Erklärung sollte umformuliert werden.
  • Radikaler Ansatz: Bibliothek bekommt nur die Datei und die Nutzungsvereinbarung, bibliographische Angaben müssen nur ergänzt werden, wenn sie aus dem Dokument per Autopsie nicht ersichtlich sind.
  • Feld „Bemerkung“ beim Datei-Upload ist überflüssig.

Und jetzt?

Insgesamt fehlt es noch an einigem. Ich hoffe allerdings, dass die zugrunde liegenden Ideen deutlich werden und erkläre hiermit die Diskussion für eröffnet. Was fehlt? Noch besser: Was kann noch gestrichen werden? Ist die Reihenfolge so in Ordnung? Ich bitte um begründete Verrisse und Gegenvorschläge!

References

References
↑1 Vielen Dank für Begutachtung, Tipps und Diskussion an Andrea, Christian, Danny, Edlef, Frank, Horst, Lambert, Nina, Uli, Wiebke & alle anderen, die ich schändlicherweise vergessen habe

Upload-Formulare in Repositorien II

Übersicht:

Hier habe ich die Unübersichtlichkeit der klassischen Upload-Formulare in Open-Access-Repositorien zusammengefasst. Nun möchte ich darstellen, wer es besser macht. Und warum das so ist.

Youtube

Der Content-Gigant Youtube verzeichnete unlängst zwei Milliarden angesehene Videos pro Tag. Die genaue Zahl der Nutzer konnte ich nicht herausfinden. Die Schätzung von 300 Millionen Accounts konnte ich nicht verifizieren, ich halte sie aber zumindest in der Größenordnung nicht für unrealistisch. Ob es nun doppelt so viele sind oder nur 10% der 300 Millionen, ist an dieser Stelle unbedeutend. Festzustellen ist: Millionen von Usern sind in der Lage, ein Video auf Youtube zu veröffentlichen. Und das sieht folgendermaßen aus:

Datei hochladen

Dieses ist der erste Streich.

Videoinformationen und Datenschutzeinstellungen

Und der zweite folgt sogleich. Fünf Felder stehen zur Auswahl.

  1. Titel
  2. Beschreibung
  3. Tags
  4. Kategorie
  5. Datenschutz

Fertig.

Scribd

Noch radikaler geht Scribd vor. Auf der Startseite ist ein großer Upload-Button. Klickt man dort drauf, kann man sofort die zu veröffentlichende Datei auswählen. Dann folgt die Metadaten-Erfassung.

  1. Edit title
  2. Choose a category
  3. Ggf. Unterkategorie
  4. Scribble your description here

Slideshare

Auch Slideshare geht ähnlich vor. Zuerst lädt man die Datei hoch, dann füllt man folgende Felder aus:

  1. Title
  2. Description
  3. Tags
  4. Category
  5. Privacy
  6. Allow Download

Fazit

Gemeinsam ist den hier beschriebenen Upload-Vorgängen folgendes:

  1. Der Upload des Dokuments erfolgt am Anfang. Wenn die Datei einmal dem Server übergeben ist, ist die Motivation viel höher, auch noch die Erfassung vorzunehmen. [1] Dies ist eine These, die genauer untersucht werden muss. Vielleicht ein gutes Thema für eine Bachelor-Arbeit? Umgekehrt besteht überhaupt kein Problem, den Veröffentlichungsvorgang abzubrechen, wenn die Datei noch gar nicht hochgeladen wurde.
  2. Es werden nur die wichtigsten Daten erfragt. Bei einem Repository sind das immer mehr als z.B. bei Scribd. Aber der Unterschied ist so gravierend, dass man sich fragen muss, ob er nicht verkleinert werden muss.

Im nächsten Teil mache ich einen Vorschlag, wie ein Kompromiss zwischen den hier vorgestellten Diensten und den gängigen Veröffentlichungsformularen aussehen könnte.

References

References
↑1 Dies ist eine These, die genauer untersucht werden muss. Vielleicht ein gutes Thema für eine Bachelor-Arbeit?

Upload-Formulare in Repositorien I

Übersicht:

Die Green Road funktioniert langfristig nur, wenn sich Open-Access-Repositorien den Bedürfnissen ihrer Nutzer anpassen. Nutzer sind dabei nicht die Mitarbeiter der Bibliotheken, die den jeweiligen Server administrieren. Nutzer sind die Autoren, deren Publikationen archiviert und publiziert werden sollen.

Wer selbst einen Publikationsserver und somit auch Autoren betreut, wird diese Fragen und Hilferufe kennen:

  1. „Welche Lizenz wähle ich?“
  2. „Um Himmels Willen, muss ich das alles ausfüllen?“
  3. „Was ist SWD, warum sieht die aus wie eine Webseite von 2001 und vor allem: Was soll ich damit?“
  4. „Muss das wirklich so kompliziert sein?“

Diese und ähnliche Fragen kulminieren oft in: „Können Sie das vielleicht für mich übernehmen?“

Tobias Rütten: Labyrinth, CC-BY-SA

Die Antwort ist logisch: „Natürlich kann ich das für Sie übernehmen! Würden Sie der Bibliothek ein von Ihnen geschriebenes Buch schenken, müssten Sie es schließlich auch nicht selbst katalogisieren.“

Die Realität sieht oft anders aus. Wer sein Dokument auf dem Server und in die Bibliothekskataloge bekommen möchte, muss neuerdings selbst formal und inhaltlich erschließen.

Die in Deutschland am weitesten verbreitete Repository-Software ist meines Wissens OPUS. Das klassische Veröffentlichungsformular von OPUS enthält folgende Punkte:

Veröffentlichungsvorgang starten

Dokumentart

Über 20 verschiedene Dokumententypen stehen zur Auswahl, z.B. 22 in Hannover, 24 in Freiburg.

Lizenz

Die Auswahl der Lizenzen erfolgt per Drop-Down. Das führt dazu, dass man Creative-Commons-Lizenzen kaum ohne Vorkenntnisse auswählen kann. Wer weiß schon, was Angaben wie Creative Commons – Namensnennung, Nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen bedeuten?

BibTeX-Upload

Ein Feature, dass Experten sicher weiterhelfen kann, aber die meisten Autoren ebenso sicher verwirrt.

Beschreibungsdaten eingeben

Ich werde nun nicht jedes Feld kommentieren. Ein Blick auf die Menge der möglichen Angaben spricht für sich:

  1. Originaltitel der Arbeit
  2. Titel der Arbeit auf Englisch
  3. Verfassername (Nachname, Vorname)
  4. Sonstige beteiligte Personen (Nachname, Vorname)
  5. Urheber
  6. Sonstige beteiligte Körperschaft bzw. Institution (Sponsor, Organisator etc.)
  7. Quelle
  8. Kontrollierte Schlagwörter (Deutsch)
  9. Freie Schlagwörter (Deutsch)
  10. Freie Schlagwörter (Englisch)
  11. DDC-Sachgruppe
  12. Schriftenreihe / Sendereihe
  13. Bandnummer
  14. Kurze Inhaltszusammenfassung in der Originalsprache (max. 5000 Zeichen)
  15. Kurze Inhaltszusammenfassung in einer weiteren Sprache (max. 5000 Zeichen)
  16. Hochschule
  17. Institut
  18. Jahr der Fertigstellung
  19. Sprache
  20. ISBN
  21. Anzahl der zu übertragenden Dateien
  22. E-Mail Adresse
  23. Gültigkeitsdauer
  24. Zugriffsbeschränkung

Kontrollierte Schlagwörter, DDC, sonstige beteiligte Körperschaften? Wenn das wirklich jeder problemlos ausfüllen könnte, ohne sich eingehend damit beschäftigt zu haben, bräuchten wir keine professionelle inhaltliche Erschließung mehr. Auch eine interessante Debatte, aber weiter im Text…

Seite 3: Vorschau

Hier kann man die bibliographischen Daten kontrollieren und ggf. zurück zum Erfassungsformular springen.

Seite 4: Dateien hochladen

Nun kann man die Datei tatsächlich hochladen. Zumindest der Teil der publikationswilligen AutorInnen, die es bis hierhin geschafft haben. Nach – wenn ich mich nicht verzählt habe – 27 Feldern ist man also dort angekommen, wo man eigentlich hinwollte.

Wie kann man es besser machen?

Nicht nur bei OPUS ist die Lage derart unübersichtlich. Um nur ein anderes Beispiel zu nennen: E-Prints‘ Upload-Vorgang umfasst ebenfalls vier Seiten mit etwa 20 Feldern, davon zahlreiche Pflichtfelder. Wie man es besser machen kann, zeigen verschiedene Publikationsdienste aus dem nicht-akademischen Bereich, die ich morgen vorstellen möchte.

Repository-Software IR+

Logo IR+Der Chronicle of Higher Education berichtet über die neue Repository-Software IR+ der University of Rochester.

The idea is to get professors and graduate students to contribute their papers and dissertations to the repository by combining it with a Web-based workspace that accomplishes lots of other stuff they need to write up that research. Stuff like creating folders, managing files, and collaborating with colleagues. Also, they get to showcase their work on customized “researcher pages.”

Wie wichtig Funktionen wie personalisierbare Seiten sind, wurde hierzublog nun schon oft genug erwähnt. Und in Rochester kann man sich nun am praktischen Beispiel ansehen. Open Access kommt nur voran, wenn die Server den Wissenschaftlern handfesten Mehrwert bieten. Repository-Entwickler, sehr Euch IR+ bitte genau an! Das Repository selbst muss diese Funktionalitäten nicht unbedingt anbieten, aber die Schnittstellen dafür müssen geschaffen und gut dokumentiert werden. Mehr zum Thema Schnittstellen (Serviceorientierte Architektur) übrigens aktuell im Jakoblog.