Librarything 1986

Haferklee hat ein sehr schönes Fundstück zu Sinn und Nutzen der computergestützten Organisation der privaten Buchsammlung ausfindig gemacht:

Die Nützlichkeit des Computers sollte man nicht überschätzen. Im Haushalt fallen recht wenige Tätigkeiten an, die sich elektronisch bewältigen lassen. Sicher, man kann mit dem Heimcomputer Dateien anlegen, beispielsweise … ein Verzeichnis aller Bücher, die man besitzt. Fraglich bleibt jedoch, ob die Katalogisierung mit dem Computer wirklich einfacher und schneller geht, als mit dem üblichen Zettelkasten.

Aus dem Bericht der Stiftung Warentest über „Heimcomputer“, Test 1 (1986). Findet sich ein Freiwilliger, der handgestoppt misst, ob man 100 Bücher schneller in Librarything oder in den Zettelkasten bekommt?

Web 2.0 in Bergisch Gladbach

Wer sich über das Hallo aus Bergisch Gladbach gewundert hat: Gestern und heute findet ebendort ein Informations- und Erfahrungsausstausch zum Thema DV-Systembetreuung in Hochschulbibliotheken. Gestern ging’s um Web 2.0.

Die Diskussion hätte meinetwegen durchaus noch etwas länger dauern können. Zumindest einigen der Teilnehmer werde ich aber sicherlich noch das eine oder andere Mal begegnen. Zum Beispiel beim Bibcamp 2009 oder beim Hobsy-Workshop über Mikroformate. Informationen zum Hobsy-Workshop gibt es hier und hier, und zur „Anmeldung“ geht es hier.

Die Links:
http://delicious.com/CH_/bergisch_gladbach_2008

Die Präsentation:

Netbib feiert 20.000 Postings!

Drüben bei Netbib darf gefeiert werden! 20.000 Postings in den letzten sieben Jahren in einem der vermutlich dienstältesten Blogs im deutschsprachigen Raum.

In diesem Blog gibt es aktuell 20,003 Artikel in 27 Kategorien und 3,480 Tags. Daneben gibt es insgesamt 10,364 Kommentare. Akismet hat diese Weblog seit Oktober 2006 vor 51,756 Spamkommentaren bewahrt, hierbei gab es an overall accuracy rate of 99.731%. Guter Job 😉

Angefangen hat’s mit einem „trlalalala“. Seitdem ist Netbib zur täglichen Informationsquelle und Inspiration ziemlich vieler Bibliothekswesen geworden. Besten Dank dafür!

An dieser Stelle möchte ich noch mal anmerken, dass ich den Untertitel des Blogs seit ca. sieben Jahren fast jedes Mal falsch lese.

Original:
Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen
Fälschung:
Der karioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Universitäres Wissen teilen

Universitäres Wissen ist geteiltes Wissen. Es gibt keine Einheitswissenschaft, die universitäre Erkenntnisse in ihrer Gesamtheit umfasst. Die Gegenstände wissenschaftlicher Betrachtung sind mitbestimmt durch die Betrachtungsweise der jeweiligen Disziplin: durch ihr leitendes Interesse, ihren methodischen Zugang, ihre Sprache und Geschichte. Dass disziplinäre Erkenntnisse Bestandteil universitären Wissens werden, bedingt Mitteilung und dialogische Beteiligung – auch und gerade über die Grenzen der Disziplinen hinweg.

Ein interessantes Thema, dem sich das Symposium „Universitäres Wissen teilen“ im März 2008 widmete. Die Organisatoren gehen bezüglich der gewonnen Erkenntnisse vorbildlich voran und teilen ihr universitäres Wissen CC-lizensiert und online schon vor Erscheinen der Printpublikation beim VDF Hochschulverlag: „Universitäres Wissen teilen : Forschende im Dialog“ (PDF).

[via digithek]

Zwei Sorten Journalisten…

Oliver Jungen schrieb in der FAZ:

Es gibt zwei Sorten Bibliothekare – die Hilfsbereiten und die anderen, die unermüdlich damit beschäftigt sind, den Feind abzuwehren. Die so viele Bücher wie möglich unter fadenscheinigen Argumenten aus dem Leihverkehr ziehen und am besten in Schränke verschließen, die jeden Abend heilfroh sind, wenn sie endlich die Türen verriegeln dürfen, damit ihre Schätzchen wenigstens bis zum nächsten Morgen Ruhe haben vor diesem alles betatschenden, alles durcheinanderbringenden Geschmeiß mit fettigen, ungeschickten Händen.

Es gibt auch zwei Sorten Journalisten – die Kreativen und die anderen, die unermüdlich damit beschäftigt sind, Klischees auszuwalzen. Die so viele verdrehte Wahrnehmungen wie möglich unter fadenscheinigen Argumenten in Artikel packen und am besten in Stein meißeln, die jeden Abend froh sind, wenn sie ihre Vorurteile abstauben können, damit ihre Schätzchen wenigstens bis zum nächsten Morgen Ruhe haben vor diesem alles in Frage stellenden, alles durcheinanderbringenden Geschmeiß mit fettigen, ungeschickten Händen.

Herr Jungen, es ist ja prinzipiell schön, dass sie die technische Seite der Europeana den Bibliothekaren anlasten. Zeugt es doch von einer gewissen Hochachtung vor Bibliothekaren. Doch – nun müssen Sie ganz stark sein – ist es leider so, dass Bibliothekare nicht alles selbst erledigen, was mit Bibliotheken zu tun hat. Wir entwerfen Sie nicht, wir mauern nicht ihre Mauern, wir decken nicht ihre Dächer. Für Sie vielleicht ebenfalls überraschend: Wir schreiben auch nicht die Bücher, die in Ihnen zu finden sind. Zumindest nicht alle. Und wir sind nicht für sämtliche Softwareprobleme verantwortlich, die in irgendwelchen mit „Bibliothek“ bezeichneten Projekten vorkommen.

Das nur am Rande.

Lambert Heller: Bibliothek 2.0 – Perspektiven, Probleme, Handlungsbereiche

Lambert Heller: Bibliothek 2.0 – Perspektiven, Probleme, Handlungsbereiche

Es werden Thesen zu den zentralen Entwicklungsperspektiven der Bibliothek 2.0 aufgestellt. Die Menschen, die in der Bibliothek arbeiten, sind demnach die Schlüsselkomponente der Bibliothek 2.0. Daran anknüpfend werden Leitlinien und charakteristische Probleme der Entwicklung zum „Bibliothekar 2.0“ diskutiert. Abschließend werden einige zentrale, typische Bausteine der Bibliothek 2.0 skizziert. Der Fokus richtet sich dabei auf neue Wege, a) den Benutzer sowohl anzusprechen als auch mit ihm zu sprechen, b) die Bibliothek, aber auch ihre Bestände in die Informationsumgebung des Benutzers zu bringen, c) den Fokus der eigenen Sammlungs- und Erschließungsaktivitäten um frei verfügbare Informationsressourcen im Web zu erweitern. Alle diskutierten Texte und Beispiele sind auch unter dem einschlägigen Tag embi08 im Social-Bookmarking-Dienst del.icio.us hinterlegt. (http://delicious.com/lambo/embi08)

Volltextbei E-LIS.

[via Biblionik]

Beat Döbeli, Referent auf Abruf

Beats Biblionetz ist vermutlich allen am Themenfeld Wissensmanagement, Web 2.0, Lehre, Bibliothek et al Interessierten ein Begriff. Ein hervorragendes Angebot mit mannigfaltigen Informationen zu eben jenen Gebieten. Edlef schreibt nun, wie Beat Döbeli sein eigenes Biblionetz nutzt: um auf Abruf Vorträge zu gestalten.

Denn es begab sich, dass Herr Döbeli auf einer Tagung weilte und sich dort auf einen Vortrag zum Thema Web 3.0 freute. „Referent angefragt“. Es stellte sich dann heraus, dass er selbst dieser Referent sein sollte. Alles amüsante Weitere gibt es hier zu lesen.

Walt Crawford: The Liblog Landscape 2007-2008

Walt Crawfords neuestes Werk über die (englischsprachige) Biblioblogosphäre ist nun bei Lulu.com verfügbar: The Liblog Landscape 2007-2008.

Liblogs–blogs written by library people, as opposed to official library blogs–provide some of today’s most interesting and useful library literature. This book offers a broad look at English-language liblogs as they are and as they’ve changed between 2007 and 2008. The book includes more than 600 blogs with detailed analysis of 27 metrics for 2007 and 2008 and changes from 2007 to 2008–and, for 143 of them, 2006 as well. Through tables, charts and text, we explore the liblog landscape.

Walt Crawford – der als Walt at Random bloggt und Cites & Insights produziert – und ist seit Jahren einer der wenigen wirklich genauen Beobachter der Biblioblogosphäre.

Studie: Studieren im Web 2.0

HD Zimmermann und Danilo Vetter machen sich Gedanken über die HIS-Studie „Studieren im Web 2.0“.

HD Zimmermann schreibt unter anderem:

Interessant wäre in diesem Zusammenhang natürlich auch zu wissen, in welcher Form z.B. ‚Bibliothek 2.0‘ – Angebote, die inzwischen von Hochschulbibliotheken angeboten werden – z.B. angereicherte Bibliothekskataloge – oder als Webanwendung verfügbar sind – z.B. CiteULike, BibSonomy, Connotea, zotero, etc. – von Studierenden genutzt werden. Auch das sind ‚Web 2.0‘ – Anwendungen!

Ein äußerst interessanter Punkt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele Angebote gut genutzt werden, wenn man Studierende und Dozenten immer wieder darauf aufmerksam macht, dass es sie gibt. Das gilt für Datenbanken genauso wie für Social Bookmarking. Aktuelles Beispiel ist die Toolbar der FHH. Nach etwas zögerlichem Start werden Bibliothekseinführungen nun mit der Toolbar als „Informationszentrale“ durchgeführt, was zu einer Vervielfachung der Nutzung führte. Der Effekt setzt sich auch fort, wenn gerade weniger Schulungen stattfinden. Offensichtlich spricht sich die Nützlichkeit der Toolbar unter Studenten herum.

Auch wenn es nicht im Focus der Studie ist, mich würde sehr auch ein Vergleich bzgl. der Nutzung und Einschätzung von Fachdatenbanken wie elektronischen Zeitschriftenkatalogen interessieren. Vielleicht ist das ja dann der Inhalt der nächsten Studie!

Hierfür gilt das gleiche wie für Social-Bookmarking-Tools. Es sind, und darüber muss man sich als Bibliothekar immer klar sein, Nischenangebote. Selbst die beste Datenbank eines Fachgebiets wird nur von einigen Bibliotheksnutzern wirklich häufig benutzt. Das gilt zumindest für Hochschulbibliotheken und für die meisten Fachgebiete. WiSo in den Wirtschaftswissenschaften und PubMed sind da sicherlich Ausnahmen.

Danilos Analyse kann ich nur teilweise zustimmen:

überrascht haben mich die antworten auf die frage nach der nutzungshäufigkeit von weblogs. diese werden von 24,6 % der studierenden sehr selten und von 46,4 % überhaupt nicht genutzt. 7,2 % der studierenden kennen weblogs nicht (vgl. s. 24). ähnlich sieht es bei der nutzung von rss-feeds aus. hier nutzen 36,8 % der studierenden rss-feeds überhaupt nicht und 36,5 % kennen das angebot nicht. ein weiteres ergebnis, dass mich überrascht hat, war die geringe nutzung von social bookmarking-angeboten. 45,2 % der studierenden nutzen das angebot nicht und 37,8 % kennen die möglichkeiten von social bookmarking seiten nicht (vgl. s. 25).

das rss, weblogs und social-bookmarking so wenig bekannt und genutzt werden lässt vermuten, dass die vorteile dieser web 2.0 angebote bisher zu wenig bekannt sind.

Wenig genutzt? 6% der Befragten sind anscheinend intensiv Blogkundige. Das mag wenig erscheinen. Bei einem sehr großen Teil gehe ich jedoch davon aus, dass Blogs zumindest regelmäßig gelesen werden. Man frage mal in seinem Bekanntenkreis, wieviele Netbib lesen, oder wenn es keine Bibliothekare sind, vielleicht Cute Overload oder Spreeblick. Vorher sollte man jedoch fragen, wieviele denn Blogs lesen. Die Zahlen werden sicherlich nicht identisch sein. Zumindest in Bibliotheken stoße ich immer wieder auf Kollegen, die mit großer Selbstverständlichkeit bibliothekarische Blogs lesen, aber keine Ahnung haben, dass es sich um Blogs handelt.

Daher scheint mir die Fragestellung nicht sehr glücklich. „Frage 2: Wie häufig nutzen Sie die folgenden Internetangebote?“ Die Blog-Option lautet: „Weblogs/Blogs (z.B. blog.de)“
Wenn ich nicht weiß, dass Netbib ein Blog ist, dann überlege ich, ob mir die Domain Blog.de was sagt. Den meisten sicherlich nichts, und daher ist die Zahl der geringen Resonanz hier vorprogrammiert.

Weiter im Text:

bibliotheken, als wichtige akteurinnen im feld der informations- und medienkompetenz sind hier besonders gefragt, um bei den studierenden diese wichtigen internetangebote bekannter zu machen. hierzu ist es notwendig schnellstmöglich ein spannendes und vor allem in die hochschullehre integriertes (also auch studienpunkt(e) relevantes) kursangebote zum web 2.0 an den universitätsbibliotheken anzubieten.

Jein. Bibliotheken müssen sich da sicherlich positionieren und auch aktiv in die Fakultäten gehen. Wichtig ist jedoch auch, dass die Hochschulleitungen erkennen, welches Potential im sogenannten Web 2.0 liegt. Die Möglichkeiten sind noch längst nicht erschöpft. Und wenn eventuelle Pioniere unter den Dozenten von der Bibliothek unterstützt und als leuchtende Beispiele von der Hochschulleitung herumgezeigt werden, kommt der Erfolg von ganz alleine.