Staatliche Alternative zur Onleihe in Norwegen

Jürgen Fenn macht in seinem Blog Schneeschmelze (via DLF, via Aftenposten) auf eine norwegische Alternativ-Initiative zur Onleihe aufmerksam. Die norwegische Nasjonalbiblioteket startet mit einem Angebot von 50.000 E-Books, die Nutzer in den Stadtbibliotheken herunterladen können sollen.

Der zur Erklärung der Hintergründe herbeigerufene Thomas Brevik meint in einem Kommentar, dass das Modell der Onleihe in vielen Punkten ähnelt, unter anderem wird auch DRM eingesetzt. Zitat:

Most of us think the whole “ebooks from norwegian publishers-thing” is less than optimal, but it is the only game in town for now, so we try it out and hope we can be a force for change in the future

Dass man in die Bibliothek fahren muss, um sich eine Datei abzuholen, ist natürlich auch ein Anachronismus.

Buchscanner: HoverCam Impress

LastGadgetStanding führt die technischen Daten des HoverCam Impress auf. Dabei handelt es sich um einen Buchscanner mit Umblätter-Automatik, der demnächst zu einem moderaten Preis (gefunden habe ich Schätzungen zwischen 400 und 700 Dollar) verkauft werden soll.

  • V-shaped stand folds into shape of a briefcase. Everything is in one self-contained, portable unit.
  • Dual 5 MP CMOS sensor
  • 15 page per minute scanning speed
  • 300 dpi scanning resolution
  • Built-in LED lights
  • One USB 2.0 cable to computer for data exchange
  • External 12v adapter
  • Built-in image processing software
  • Scans books as small as an oversized paperback and up to a standard textbook
  • Mandatory Watermark insertion and user registration
  • Save in PDF or ePub

Ein Video von der CES 2012:

Auf der Webseite von HoverCam findet man allerdings noch nichts.

Library of Congress veröffentlicht WPA-Plakate

For greater knowledge on more subjects use your library often.

Dies ist die Botschaft eines von 907 im Rahmen des Works Progress Administration (WPA) entstandenen Plakats, die nun von der Library of Congress veröffentlicht wurden. Leider ohne Lizenzangabe. Ich fand bei Stichproben zumindest nur den Hinweis „Rights assessment is your responsibility“.

[via Telepolis, via @vform]

Bibliothekare entdecken bisher unbekannten Vordenker des deutschen Naturschutzes

Im zweiteiligen Posting „Bibliothekare entdecken bisher unbekannten Vordenker des deutschen Naturschutzes“ (1: Naturschutzteil, 2: Bibliotheksteil) erklärt Gerhard Hachmann, wie er in Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Rainer Koch die bisher als Begründer des deutschen Naturschutzes geltenden Ernst Rudorff, Wilhelm Wetekamp und Hugo Conwentz vom Sockel stieß und Philipp Leopold Martin emporhob.

Kein einziger deutscher Historiker kannte bisher Martins überragende Bedeutung für den deutschen Naturschutz.

Im bibliothekarischen Teil wird der methodische Weg beschrieben. Soviel sei hier erwähnt: Googles nGram-Viewer spielte eine herausragende Rolle. Weiteres in den oben verlinkten Postings!

Ich zitiere meinen eigenen Kommentar: Diese beiden Postings sind eine schöne Demonstration, was sich mit Daten (und Digitalisaten) alles anstellen lässt, wenn man sie mal genauer unter die Lupe nimmt. Eine Perle der Biblioblogosphäre!

Abbyy Finereader 11 im Test

Kilian Schmidtner hat die Abbyy Finereader 11 getestet:

Das Ergebnis lässt sich leicht zusammenfassen: Die neue Version ist ein Performance-Update! Die Qualität der Text- und Layouterkennung hat sich (so gut wie) gar nicht verändert – die Ergebnisse waren im Vergleich zu FineReader 10 auf gleichbleibend hohem Niveau korrekt. Eine Verbesserung ist nur an ganz wenigen Stellen festzustellen.

Ein Update von Version 10 sei nur empfehlenswert, wenn große Seitenmengen bearbeitet werden müssen.

Mehr Infos im Editura-Blog.

Jahrhunderte währendes Copyright?


In TechDirt
erklärt Rose M. Welch einen kuriosen Fall von Copyrightsverletzungsangst. Sie wollte verschiedene Buchmalereien aus dem Zeitraum 600 bis 900 n. Chr. in einer Publikation abbilden. Eine Druckerei verweigerte dies mit Hinweis auf eventuell verletzte Copyrights.

The documents in question feature anywhere from one to six pieces from various illuminated manuscripts on each sheet, including some bits from the famous Book of Kells. The largest image is comprised of a full scan of the original manuscript, but printed in less than half of the size of the original piece (something like 6″ x 8″) and the smallest are six 2.5″ x 2.5″ chunks showing specific detailing from five different manuscripts on a single page.

These manuscripts were created between 600 and 900 A.D. and are firmly in the public domain. Even if they were not, printing pages and cutout bits from pages for an educational paper almost certainly constitutes fair use, which the printer had never heard of.

Seriously. No joke. What is the world coming to?“

Das Book of Kells ist zur Zeit nicht urheberrechtlich geschützt. Kann man rückwirkend aber bestimmt noch machen. Vielleicht ja sogar für Veröffentlichungen, die noch weit länger zurückliegen.

Public-Domain-Spenden im Gedenken an Michael Hart

„Überstellt etwas der Public Domain zum Gedenken an Michael Hart!“ heißt es bei Archivalia. Dort bezieht man sich auf ein Posting von Roy Tennant, der wiederum von Eric Hellman kopierte.

Michael Hart:

Hart gilt als Pionier der Buch-Digitalisierung. Zu der Idee, Bücher im Netz frei zur Verfügung zu stellen, wurde er als Student inspiriert. Am 4. Juli 1971, dem Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, erhielt er ein Exemplar der Declaration of Independence. Er tippte den Text noch am selben Abend ab und stellte ihn schließlich über das Netzwerk der University of Illinois online.

Hart begründete das Project Gutenberg. Dort findet sich auch ein Nachruf.

Tagesspiegel über Open Access und Aaron Swartz

Zwei Artikel im Tagesspiegel:

1. Die Magna-Carta und die asiatischen Elefanten

Die Open-Access-Bewegung fordert mehr Freiheit für das Wissen im Netz. Zwar geht die nötige Reform des Urheberrechts nur langsam voran. Doch es gibt bereits eine ansehnliche Zahl digitaler Bibliotheken, die umsonst und frei sind. Surftipps aus der Netzspiegel-Redaktion.

2. Nur langsam mehr Freiheit des Wissens

Ein Hacker lädt eine große digitale Bibliothek herunter. Ist das Diebstahl oder die Befreiung des Wissens? Auf jeden Fall eine Reaktion darauf, dass die Open-Access-Bewegung zehn Jahre nach ihren Anfängen nur langsam vorankommt.

Darwins digitalisierte Bibliothek

Charles Darwin, 7 Jahre alt (7 years old)

Der Chronicle of Higher Education weist auf die digitalisierte und frei online verfügbare Bibliothek Darwins hin.

The project to digitize Darwin’s extensive library, which includes 1,480 scientific books, was a joint effort with the University of Cambridge, the Darwin Manuscripts Project at the American Museum of Natural History, the Natural History Museum in Britain, and the Biodiversity Heritage Library.

Zumindest ein Teil davon ist via Archive.org zugänglich, zum Beispiel dieses Werk über das Abändern der Vögel durch Einfluss des Klima’s (PDF, ca. 350 MB und tatsächlich mit Deppenapostroph im Titel) von Constantin Lambert Gloger. Die Scan-Qualität ist, wie man bei der Dateigröße auch nicht anders vermuten mag, sehr gut. Die Dateien sind auch zum Download verfügbar.