Das Internet als digitales Gedächtnis

Wir speichern Unmengen von digitalen Daten. Das Internet wird zum Weltgedächtnis. Wird es in einigen Jahrzehnten vielleicht möglich sein, eine virtuelle Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen? Mehr dazu im NZZ online-Artikel „Die megalomanische Merkmaschine“.

Das Vergessen bekommt im digitalen Zeitalter eine neue Bedeutung. Der NZZ online-Artikel „Lob des Verfallsdatums“ zeigt Möglichkeiten zum digitalen Vergessen auf.

500.000 Bücher und Handschriften online

Die Bayerische Staatsbibliothek ist der größte deutsche Datenlieferant für „EUROPEANA“

Seit Anfang März bietet die Bayerische Staatsbibliothek mehr als eine halbe Million digitalisierter Bücher im Internet über ihren Online-Katalog OPACplus und ihre Digitalen Sammlungen an. Damit präsentiert die Bibliothek den größten Bestand digitalisierter Bücher im deutschen Sprachraum.

[via juraforum.de]

Montreux Sounds Digital Project

Mehr als 5000 Stunden des Montreux Jazz Festivals mit Künstlern wie Ella Fitzgerald, David Bowie und Miles Davies können dank dem „Montreux Sounds Digital Project“ für die Nachwelt erhalten bleiben. Seit dem Jahre 1967 liess das Festival seine Konzerte filmen. Am Projekt beiteiligen sich die ETH Lausanne, der Uhrenhersteller Audemars Piguet und die Montreux Sounds SA . Ziel ist es, die Aufnahmen in einem Verzeichnis zu erfassen und zu digitalisieren. Mehr Infos hier.

Best of Montreux Jazz Festival 1967 – 2006

OCR-Service der VZG

Die Verbundzentrale des GBV (VZG) bietet ab sofort einen Massen-OCR-Service an:

Der Service der VZG umfasst sowohl Antiqua- als auch Fraktur-Schriften. Je nach Schrifttyp existieren unterschiedliche Abrechnungsmodelle.

Der Preis für Antiqua-OCR liegt bei 0,020 € pro Seite bei weniger als 250.000 Seiten. Bei mehr als 2,5 Millionen Seiten sinkt der Preis auf 0,008 € pro Seite. Fraktur ist ein teurer, da geht es bei 0,075 € pro Seite los. Genaue Preisliste und weitere Informationen – auch zu möglichen Input- und Outputformaten – gibt es im GBV-Wiki.

In einem Testlauf (Besten Dank, Gerald!) wurde Wilhelms Aufruf an das Deutsche Volk eingelesen. Hier das Ergebnis als

Mit der Qualität des Originals steigt und fällt natürlich auch die Qualität des OCR-Ergebnisses. Nimmt man zum Beispiel diesen Scan der Titelseite der ersten Ausgabe der NZZ von 1780, erhält man folgende Ergebnisse:

Gemessen am Original gar nicht schlecht. Kontaktdaten und weitere Informationen im GBV-Wiki.

Handschriften der reichsstädtischen Bibliothek Regensburg virtuell zusammengeführt

Die 1811/12 aufgelöste Bibliothek der Reichsstadt Regensburg, über Jahrhunderte eine der Hauptsehenswürdigkeiten Regensburgs für Gelehrte aus ganz Europa, ist nach 200 Jahren virtuell neu entstanden. Wertvolle Teile des Bestandes der im 14. Jahrhundert gegründeten Büchersammlung können nun online unter http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/rrbo aufgerufen werden.

[via idw-online]

7 Grundregeln für digitale Projekte

Klaus Graf schlägt „7 Grundregeln für digitale Projekte“ vor:

Für digitale Sammlungen von Archiven, Bibliotheken, Museen usw. und virtuelle Ausstellungen sind die folgenden Grundregeln gedacht, die ich zur Diskussion stelle.

1. NICHT AN DER AUFLÖSUNG SPAREN! Jede Bildseite muss in hoher Auflösung vorliegen, denn nur diese garantiert die wissenschaftliche Nutzbarkeit.

2. PERMANENT-LINKS! Jede einzelne Bildseite muss mit einem deutlich angebrachten KURZEN dauerhaften Link versehen werden.

3. META-DATEN ZU JEDEM DIGITALEN OBJEKT! Zu jedem digitalen Objekt (auch zu separat nutzbaren Einzelseiten wie Druckgrafik, Zeichnungen) muss es entsprechende Metadaten geben, die professionellen Ansprüchen genügen müssen.

4. OAI-PMH NUTZEN! Alle Meta-Daten müssen für OAI-Harvester zur Verfügung stehen.

5. KEIN COPYFRAUD! Die Rechtslage ist in den Metadaten möglichst objektiv und auf jeden Fall ohne Copyfraud zu beschreiben. Was gemeinfrei ist, muss auch als Digitalisat gemeinfrei bleiben! Wenn das Projekt über Urheberrechte verfügt, ist eine Nachnutzbarkeit über eine möglichst liberale CC-Lizenz vorzusehen.

6. WEB 2.0! Nutzer sollten die Möglichkeit haben, Ergänzungen und Korrekturen anzubringen (Tags, Transkriptionen usw.)

7. LANGZEITARCHIVIERUNG! Die dauerhafte öffentliche Verfügbarkeit ist ggf. durch Kooperation mit Bibliotheken sicherzustellen.

Hier geht’s zum Posting und zur Diskussion.