Ravelry: Strick-Community

Farhad Manjoo schrieb vor einigen Tagen für Slate einen interessanten Artikel („A Tight-Knit Community“) über das auf die Strick-Community spezialisierte Social Network Ravelry.

The best social network you’ve (probably) never heard of is one-five-hundredth the size of Facebook. It has no video chat feature, it doesn’t let you check in to your favorite restaurant, and there are no games. The company that runs it has just four employees, one of whom is responsible for programming the entire operation. It has never taken any venture capital money and has no plans to go public. Despite these apparent shortcomings, the site’s members absolutely adore it.

Dass die strickende Gemeinde auch im Web sehr gut miteinander verknüpft, verwoben, verstrickt ist, war schon in der Kartographierung der deutschsprachigen Blogosphäre von John Kelly und Jan Schmidt klar geworden.

Wozu man Shortlinks nicht benutzen sollte!

Es wurde schon wiederholt erwähnt, nun aus aktuellem Anlass [1] Der aktuelle Anlass besteht aus Links aus etwa zwei Jahre alten Tweets, deren Ziel mir nur durch weitere Recherchen zugänglich war. noch einmal ganz explizit: Wozu man Shortlinks nicht benutzen sollte!

Shortlinks sind praktisch, wenn man sie in Medien nutzt, in denen man auf jedes Zeichen angewiesen ist. Prominentestes Beispiel ist natürlich Twitter. Dort hat man 140 Zeichen. Wenn man dort auf http://www.llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.co.uk/ verweisen möchte, bleibt nicht mehr viel Platz, um die Qualität des dortigen Aufenthalts zu erläutern. Alles kein Problem, ab in den URL-Shortener.

Auch wenn man es sich nicht vorzustellen vermag: Sogar Webdienste sind vergänglich! Möchte man also in einem Blog, in einer Mailingliste, einem Forum oder in einem anderen Medium auf eine Webseite hinweisen, sollte man sich bei der Verwendung eines URL-Shorteners darüber klar sein, dass man seine Informationen auf wacklige Füße stellt.

Die Risiken sind längst bekannt, dennoch werden weiterhin Shortlinks auch an Stellen verwendet, wo sie einfach nichts zu suchen haben. Dass der längst eingestellte Dienst tr.im weiterhin von Spambots bei Twitter benutzt wird, ist irrelevant. Dass solche Dienste auch in Mailinglisten und Blogs (auch von „Information Professionals“, die es eigentlich besser wissen sollten) genutzt werden, ist äußerst nervig.

Wirklich bescheuert (und mir fällt wirklich kein schmeichelhafteres Wort dafür ein) ist jedoch die Verwendung von URL-Shortenern in Büchern und Zeitschriften. Beispiele gefällig?

Gab’s das schon einmal, dass das Literaturverzeichnis eines Buches durch den Aufkauf eines Start-Ups komplett wertlos werden kann?

Ein paar Links zu URL-Shortenern:
Techcrunch: URL Shorteners Slow Down The Web – Especially Facebook’s FB.me
Hilary Mason: A Data-driven Look at the Realtime Web
David Weiss: The Security Implications of URL Shortening Services
Alexander Neumann, Johannes Barnickel, Ulrike Meyer: Security and Privacy Implications of URL Shortening Services

Zum Datenschutz-Aspekt aus dem Paper von Neumann, Barnickel und Meyer, S. 5:

A shortening service can extract much data from the request for shortened URLs. This data includes the requested URL, time of request, requesting browser version, HTTP referrer, and the IP address of the user’s machine. The latter allows for discovering different Internet connections of a user and often also the user’s physical location using a Geo IP database.

In addition, like other web servers, many shortening services set a unique cookie in the user’s browser. The browser then transmit the cookie to the service every time a short URL is requested. While identifying users is not necessary for the shortening service to function, setting a unique cookie enables the service to track the user without much effort. When the validity period of the unique cookie is long enough, the service can over time build a history of accessed URLs and mine interesting data.

Medienkompetenz beinhaltet nicht nur die Fähigkeit, Dienste nutzen zu können. Sondern auch das Wissen darüber, wann man dieselben Dienste nicht nutzen sollte.

References

References
↑1 Der aktuelle Anlass besteht aus Links aus etwa zwei Jahre alten Tweets, deren Ziel mir nur durch weitere Recherchen zugänglich war.

Google wird social

Im Februar 2010 wurde vielerorts die Frage gestellt, ob Google den Twitter-Killer an den Start gebracht hat. Gemeint war Google Buzz. Ein Jahr später wird nicht Twitter gemeuchelt, nun ist Facebook dran. Googles neuester (und lang erwarteter) Clou heißt Google+. Die einfache Erweiterung des Markennamens um ein Pluszeichen deutet wohl daraufhin, wie wichtig Google dieses Feature ist. Das Zeichen einfach wieder zu entfernen, wenn der Dienst – wie so viele Google-Dienste – floppt, wäre ein drastisches Symbol des Scheiterns für Googles Social-Web-Strategie.

Das Konzept steht auf drei Säulen.

Circles:

Man teilt normalerweise verschiedene Dinge mit verschiedenen Leuten. Aber es sollte nicht in Stress ausarten, das Richtige mit den richtigen Personen zu teilen. Mit Circles können Sie ganz einfach einen Kreis für Ihre engsten Freunde, die Fußballkumpel oder Ihre Tanzgruppe anlegen, einen anderen für Ihre Familie und einen eigenen nur für Ihren Chef – genau wie im richtigen Leben.

Hangouts:

Wenn man beim Ausgehen zufällig auf Freunde trifft, ist das oft der Anfang eines unvergesslichen Abends. Mit Hangouts wird so ein unverhofftes Treffen erstmals ins Web verlegt. Lassen Sie Ihre Freunde wissen, dass Sie im Hangout sind, und lassen Sie sich überrraschen, wer vorbeischaut. Noch nicht ganz so gut wie Beamen, aber fast!

Sparks:

Hat Ihr Großvater auch früher Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten und sie Ihnen geschickt? Sparks macht etwas Ähnliches: Es sucht nach Videos und Artikeln, die Ihnen gefallen könnten, sodass Sie immer etwas zum Anschauen, Lesen oder Teilen haben.

Google hat aus dem Buzz-Debakel gelernt. Hatte man dort auf eine Opt-Out-Klausel gesetzt und viele Daten ohne explizite Einwillung der Nutzer veröffentlicht, möchte man es nun anders angehen. Im Googlewatchblog ist zum Datenschutz zu lesen:

Google hat übrigens auf den Datenschutz geachtet und schreibt in der Ankündigung: Es ist uns bewusst, dass Google+ ein neuartiges Projekt ist, das einen anderen Schwerpunkt erfordert: eure Person. Deswegen geben wir euch differenziertere Optionen, privat zu bleiben oder Dinge öffentlich zu machen, mehr Auswahlmöglichkeiten im Hinblick auf eure Daten und eure Kontakte und mehr Gelegenheiten, uns zu sagen, ob wir das auch gut machen.

Ein Video zu Google+ gibt’s natürlich auch:

Scheitert Google+? Wetten werden angenommen. Ich lehne mich aus dem Fenster: das Projekt wird jetzt von zwei Dritteln der Social-Media-Irgendwasse gehyped, und in einem Jahr spricht niemand mehr darüber.

Neues Biblioblog: Biblionline.ch

Durch einen Trackback bin ich zufälig auf ein relativ neues Biblioblog gestoßen: Biblionline.ch. Thema des Blogs sind Schweizer Bibliotheken und die digitale Revolution. Seit Februar schreibt Fabian Müller dort Postings in den Kategorien Schweiz, E-Ressourcen, Open Access, Zukunftsvisionen, Social Media und noch einigen weiteren. Ein aktuelles Beispiel ist der Hinweis auf Rudolf Mumenthaler Vortrag über neue Herausforderungen für Bibliotheken.

Bachelorarbeit: Auskunftsdienste der Zentralbibliothek der FH Hannover

Meiers, Nadine & Schröder, Stefanie: Auskunftsdienste der Zentralbibliothek der FH Hannover – Evaluation derzeitiger und Konzeption neuer Auskunftsdienste

Der konventionelle Auskunftstresen ist in Deutschland nach wie vor weit verbreitet. Im Falle der Zentralbibliothek der Fachhochschule (FH) Hannover wird seit Mitte 2009 auf einen solchen Tresen verzichtet. Es stellt sich die Frage inwieweit weiterhin ein zufriedenstellender Auskunftsdienst in der Bibliothek geleistet werden kann. Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert vor diesem Hintergrund verschiedene Auskunftskonzepte, die auf einen traditionellen Auskunftsplatz verzichten. Die Autorinnen präsentieren allgemeingültige Hinweise und geben Beispiel für eine mögliche Umsetzung der Konzepte. Die Ergebnisse der Bachelorarbeit sollen zu einem effizienteren und nutzerorientierteren Auskunftsdienst führen.

Auch das zur Zeit allgegenwärtige Thema QR-Codes kommt zu Sprache.

AVOS kauft Delicious

Großartige Neuigkeiten für alle Delicious-User. Nach Jahren der konsequenten Vernachlässigung durch Yahoo hat nun AVOS entschieden, den Dienst zu kaufen. Und weiter zu entwickeln! Positiv stimmt, dass AVOS von den Youtube-Gründern Chad Hurley und Steven Chen geführt wird. Die sollten wissen, wie man einen Dienst entwickelt.

Wer bei Delicious seine korrekte E-Mail angegeben hat, wird bereits über das Procedere informiert sein.

Google Video wird geschlossen

Wenn man sich auf Google verlässt, dann ist man verlassen. Google Video wird kurzerhand eingestellt. In der zugehörigen Hilfefunktion heißt es:

Uploaded video content no longer available
On April 29, 2011 videos that have been uploaded to Google Video will no longer be available for playback. We’ve added a Download button to the Video Status new window page, so you can download videos that you want to save. If you don’t want to download your videos, you don’t need to do anything. (The Download feature will be disabled after May 13, 2011.)

Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Google eine Dienstleistung innerhalb kürzester Zeit abschaltet. Wer sich auf Google verlassen hat, um z.B. historische Videos zu archivieren, erfährt hoffentlich schnell genug von der Schließung und hat auch noch die Original-Files vorliegen. Das Archive-Team versucht, alle Videos zu sichern und ist dabei auf der Suche nach Unterstützung. Mehr Infos gibt’s im dortigen Wiki.

Dies ist übrigens auch ein deutlicher Hinweis darauf, warum Shortlinks nichts in Mailinglisten oder Blogpostings zu suchen haben. Einzelne Postings würden durch ein Abschalten entwertet, in Mailinglisten beträfe es teils ganze Threads.

[via Archivalia]

Rivva-Ersatz in geschlossener Gesellschaft: Newshype

Mit Newshype geht nun endlich eine Seite an den Start, die die Rivva-Nachfolge antreten möchte. Artikel über Newshype:

Momentan ist die Besichtigung nur mit Einladung möglich. In den Screenshots sieht Newshype aber schon einmal recht rivva-artig aus. Die praktische Umsetzung des Rankings zu beobachten, wird besonders spannend sein. Ich hoffe auf baldige Freischaltung des Dienstes.

Ein brauchbarer Open-Source-Memetracker für kleinere, speziellere Communities wie z.B. die Biblioblogosphäre ist jedoch auch dann weiterhin wünschenswert, wenn Newshype den Erwartungen gerecht würde.