Digitale Zitierpraktiken

Teil der Operation Frühjahrsputz 2015, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Academic citation practices need to be modernized so that all references are digital and lead to full texts.

… was allerdings erst funktioniert, wenn tatsächlich auch alle Texte online verfügbar sind, was je nach Disziplin noch viele Jahre dauern dürfte.

Alternativen zu Sherpa/Romeo?

Um das „DOAJ Seal“ zu erhalten, muss ein Journal diverse Kriterien erfüllen. Eines davon ist die Angabe, wo die „Deposit policy“ hinterlegt ist. Zur Auswahl stehen:

DOAJ_deposit_policy

Zum Anschauen:

  • None
  • Sherpa/Romeo
  • Dulcinea („Spanish Journals“)
  • OAKlist („Australian Publishers“)
  • Héloïse (komplett auf Französisch, anscheinend auch nur französische oder französischsprachige Titel)
  • Diadorim (komplett auf Portugiesisch)
  • Other

Meine Frage, liebe Open-Access-Gemeinde, ist: wofür könnte „Other“ stehen? Mir fällt spontan nur der deutsche Sherpa/Romeo-Ableger ein. Was gibt es sonst noch?

Ausführliche FAQ zum Zweitveröffentlichungsrecht

Lesestoff für Repository-Betreiber: Die Schwerpunktinitiative Digitale Information der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen hat wunderbarerweise eine FAQ zum Zweitveröffentlichungsrecht veröffentlicht!

44 Fragen in der Liste, darunter spannendes Material:

18. Warum hat der Gesetzgeber die grundfinanzierte universitäre Forschung beim ZVR benachteiligt?

  • […] Die Verfassungsmäßigkeit dieser bewussten Entscheidung wird angezweifelt.

Da bleibt abzuwarten, ob sich die m.E. benachteiligten WissenschaftlerInnen aus weniger stark drittmittelgeförderten Disziplinen auf den gerichtlichen Weg machen.

Liebe Juristen, ist die Notwendigkeit einer solch umfangreichen Hilfe vor der Umsetzung durch Nicht-Juristen eigentlich mit schlechtem gesetzgeberischen Handwerk zu erklären? Mit ein paar klareren Formulierungen im Gesetz hätte man sich sicherlich große Teile der FAQ sparen können.

Open-Access-Policy der Gates-Foundation

Die Bill & Melinda Gates Foundation hat eine Open-Access-Policy veröffentlicht:

  1. Publications Are Discoverable and Accessible Online.  Publications will be deposited in a specified repository(s) with proper tagging of metadata.
  2. Publication Will Be On “Open Access” Terms.  All publications shall be published under the Creative Commons Attribution 4.0 Generic License (CC BY 4.0) or an equivalent license. This will permit all users of the publication to copy and redistribute the material in any medium or format and transform and build upon the material, including for any purpose (including commercial) without further permission or fees being required.
  3. Foundation Will Pay Necessary Fees.  The foundation would pay reasonable fees required by a publisher to effect publication on these terms.
  4. Publications Will Be Accessible and Open Immediately.  All publications shall be available immediately upon their publication, without any embargo period.   An embargo period is the period during which the publisher will require a subscription or the payment of a fee to gain access to the publication. We are, however, providing a transition period of up to two years from the effective date of the policy (or until January 1, 2017).  During the transition period, the foundation will allow publications in journals that provide up to a 12-month embargo period.
  5. Data Underlying Published Research Results Will Be Accessible and Open Immediately.  The foundation will require that data underlying the published research results be immediately accessible and open.  This too is subject to the transition period and a 12-month embargo may be applied.

Wer zahlt, bestimmt die Musik. Kein Embargo, CC-BY und obligatorische Rohdatenveröffentlichung: Es wird Zeit, dass andere Forschungsförderer, denen wirklich am Erkenntnisgewinn und Fortschritt der WIssenschaft liegt, nachziehen.

Niederländische Open-Access-Vereinbarung mit Springer

Die Vereniging van Universiteiten (VSNU) der Niederlande hat eine Open-Access-Vereinbarung mit Springer getroffen. Die Verhandlungen mit Elsevier wurden kürzlich erst als gescheitert beendet. Auszug aus der Pressemitteilung der VSNU:

Agreements on subscription fees are made for all the Dutch universities with the individual scientific journal publishers, as part of the so-called ‚Big Deal‘ negotiations. The universities are only prepared to renew the agreements on subscriptions if the publishers take steps towards open access. Several publishers are hesitant to take these steps, given the drastic changes in their revenue model this transition would cause. Yet the negotiations with Springer prove that these steps can be taken.

In der dazugehörigen Springer-Pressemitteilung wird erwähnt, dass derzeit ähnliche Verhandlungen mit der Max Planck Digital Library geführt werden.

Noch kein Open-Access-Fortschritt in Niedersachen

Auf Abgeordnetenwatch habe ich den Vorsitzenden des niedersächsischen Ausschusses für Wissenschaft und Kultur Matthias Möhle (SPD) gefragt, wie es denn mit der im Koalitionsvertrag versprochenen Open-Access-Strategie aussieht. Die Fragen:

1. Gibt es schon einen Entwurf einer Open-Access-Strategie für Niedersachsen, und wo kann man ihn einsehen?

2. Falls es noch keinen Entwurf gibt: Wie ist die Erarbeitung und Diskussion eines solchen Entwurfes geplant? Wird es öffentliche Diskussionen dazu geben?

3. Gibt es im Ausschuss ein gemeinsames Verständnis, dass Open Access auch „Re-Use“ beinhalten muss?

Möhle leitete die Antwort ans Ministerium weiter, das mit Auszügen aus dem Hochschulentwicklungsvertrag und den Leitlinien zur Hochschulentwicklung antwortete.

Der Ausschuss hat sich bislang noch nicht mit der Open-Access-Strategie beschäftigt, es sind also in absehbarer Zukunft keine konkreten Schritte zu erwarten. Und was die rot-grüne Landesregierung genau unter Open Access versteht, ist anscheinend noch nicht klar.