Gestern schrieb der Tagesspiegel durchaus kritisch über die kürzlich gestartete „Online-Bibliothek“ Zeno.org.
Kategorie: Open Content
2 Jahre Blog zum Bibliotheksrecht / Skriptorium
Eric Steinhauers Blog Bibliotheksrecht ist zwei Jahre alt geworden. Hier geht es zum Jubiläumsposting. Herzlichen Glückwunsch! Er hat mit seiner Seite ein hervorragendes Angebot geschaffen, dessen einziger Wermutstropfen in der abgeschalteten Kommentarfunktion liegt.
Dies ist leider auch der Fall bei dem neuen Blog Skriptorium, dass Herr Steinhauer zeitgleich präsentiert. Der Untertitel lautet Wissenschaftliches Publizieren und Bibliotheken : ein Zettelkasten
, und der Betreiber beschreibt das neue Blog folgendermaßen:
Dieses Blog wird sich mit dem Thema Wissenschaftliches Publizieren und Bibliotheken beschäftigen. Ausgehend von der Tatsache, dass insbesondere die Hochschulbibliotheken durchgängig eigene Schriftenserver bzw. Repositorien betreiben, soll in diesem Blog über das Verhältnis von Bibliothek und wissenschaftlichem Publizieren nachgedacht, berichtet und spekuliert werden.
Einen besonderen Schwerpunkt werden dabei die Chancen, aber auch die Probleme des elektronischen Publizierens für die Verbreitung wissenschaftlicher Beiträge bilden. Durch meinen persönlichen Hintergrund werden vor allem die buchaffinen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften behandelt.
Viel Erfolg auch mit diesem Blog, und vielleicht probieren Sie es ja auch mal mit der Kommentarfunktion? ;o)
Wikipedia-Inhalte sollen stärker geprüft werden
Laut Börsenblatt plant Wikimedia neue Kontrollfunktionen für die Online-Enzyklopädie Wikipedia:
Benutzer, die eine bestimmte Zeit bei Wikipedia angemeldet sind und eine bestimmte Anzahl an Bearbeitungen vorweisen können, sollen künftig Artikel als „gesichtete Version“ kennzeichnen können.
Zukünftig sollen in der Standardansicht nur Inhalte dargestellt werden, die von Wikipedianern als frei von mutwillig unsinnigen oder tendenziösen Änderungen gekennzeichnet wurden, teilt Wikimedia mit.
Times verabschiedet sich von kostenpflichtigen Inhalten
Bereits gestern berichtete Spiegel Online, dass man ab sofort das Online-Angebot der New York Times wieder fast komplett kostenlos nutzen kann.
Kostenpflichtig bleiben nur die originalgetreue Digital-Ausgabe der gedruckten Zeitung in einem besonderen Software-Format (14,95 Dollar monatlich), die Online-Version des Kreuzworträtsels und Archiv-Inhalte aus der der Zeit zwischen 1922 und 1986.
Das nun letzte große kostenpflichtige Web-Publishing-Angebot, das „Wall Street Journal“ soll dem Beispiel der New York Times bald folgen. Zumindest wenn es nach Rupert Murdoch geht, der eine baldige Übernahme der Mediengruppe Dow Jones, die das WSJ herausgibt, plant, so Spiegel Online.
Die „WSJ“-Webseite ist seit 1996 in großen Teilen kostenpflichtig – und sie hat rund 980.000 zahlende Abonnenten, denen das Angebot 79 Dollar, respektive 49 Dollar für Abonnenten der Druckausgabe im Jahr wert ist.
Beide Magazine erhoffen sich durch Online-Werbung auf den kostenlosen Seiten mehr Umsatz als durch die zahlenden Abonnenten.
"Wein predigen und Wasser trinken"
Monika Bargmann, die auch den LibWorld Beitrag über Österreich verfasste, fragt in ihrem Blog Library Mistress nach Gründen, warum sich viele Bibliothekare, die selbst von Wissenschaftlern Open Access Veröffentlichungen fordern, bei der Selbstarchivierung ihrer eigenen Texte nicht an diese Praxis halten. Kommentare sind erbeten.
Open-Access-Handbuch der DUK
Das Open-Access-Handbuch der deutschen Unesco-Kommission ist elektronisch über die Seite der DUK abrufbar.
Das Handbuch informiert über Chancen und Herausforderungen des Open Access Modells und beleuchtet das Thema aus verschiedenen Perspektiven.
Mehr Informationen und den Link zum Volltext gibt es hier.
Open Access in Fachverlagen
„Open Access in Fachverlagen noch kein Thema“, meint das Börsenblatt, und biegt sich die Zahlen einer Umfrage der Deutschen Fachpresse, wie Mathias Schindler in einem Kommentar ganz richtig anmerkt, etwas zurecht. Zwar haben anscheinend erst 7,5 Prozent der befragten Fachverlage geäußert, dass Open Access bereits jetzt unmittelbare Auswirkungen auf ihre Umsätze und Geschäftsmodelle hat.
Die restlichen Zahlen in der Kurzmeldung lauten:
- 72,5%: Open Access kann Kernaufgaben des Publizierens wie lesergerechte Aufbereitung von Inhalten und deren qualitative Bewertung nicht ersetzen
- 67,5%: Verlegerischen Kerndisziplinen müssen auch in die digitale Welt übertragen werden
Der oben erwähnte Mathias Schindler meint dazu:
Anders lesen kann man die Zusammenfassung der Umfrageergebnisse auch so:
„Für zwei Drittel der antwortenden Verlage (67,5%) ist Open Access ein Thema. Nur 27,5% der Verlage gehen davon aus, daß OS keine Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell hat.“
Hier geht’s zur Zusammenfassung der Ergebnisse, in denen auch schon die nächste Blitzumfrage zum Thema DRM angekündigt wird.
Open Access ohne Budget?
John Willinsky und Ranjini Mendis beschreiben in ihrem Artikel „Open access on a zero budget: a case study of Postcolonial Text“, wie sie das Open-Access-Journal Postcolonial Text ohne ein größeres Budget begründeten und am Leben erhalten. Verwendet wird – wie inzwischen fast überall – Open Journal Systems.
Wissenschaftliches Videoportal: SciVee
Eine Art Youtube für die Wissenschaft soll mit SciVee geschaffen werden, einem Kooperationsprojekt der Public Library of Science (PLoS), der National Science Foundation (NSF) und des San Diego Supercomputer Center (SDSC). Viel gibt es noch nicht zu sehen, hier seien nur zwei Beispiele genannt:
Alexander Maye, Chih-hao Hsieh, George Sugihara, Björn Brembs: Order in Spontaneous Behavior
Philip E. Bourne: Ten Simple Rules for Getting Published
Und hier gibt es noch ein paar Informationen, wie das Publikationsmodell funktionieren soll.
[via Blog around the clock]
Wikipedia-Manipulateure entlarven
US-Student Virgil Griffith will mit einem sogenannten Wiki-Scanner interessengeleitete Änderungen in der Online-Enzykloplädie Wikipedia entlarven. Der Scanner soll anhand der IP-Adressen anzeigen, wer Änderungen vorgenommen hat.
Ein Interview zum Thema mit Mathias Schindler, Vorstand von Wikimedia e.V., ist auf www.dradio.de nachzuhören/lesen.