Vorstellung von Theseus am Freitag

Das deutsche Suchmaschinenprojekt Theseus, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, soll am 17. August auf einer Veranstaltung des eco-Verbandes in Köln erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Vollmundig verkündet der Verband, das noch junge, aber schon mit wechselvoller Vergangenheit belastete Projekt solle „der Internetwirtschaft die Flügel verleihen“, die „für den Höhenflug an die Weltspitze notwendig sind“. Bis 2010 soll Deutschland weltweit zur Nummer eins auf dem Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien aufgestiegen sein.

Theseus wurde nach dem Scheitern des „Quaero“-Projektes, das als europäische Antwort auf Google geplant war, von der Bundesregierung als „Leuchtturmprojekt“ vorangetrieben. (wir berichteten)

Mehr Infos bei Heise.de.

Google und die bleichen Bibliothekare

David Hesse schreibt in der ein kleines Artikelchen über Googles Digitalisierungen, bemüht ein paar wirklich abgegriffene Klischees (Hinterher eilen bleiche Bibliothekare…) und streift einige wenige Aspekte des Themas, die eigentlich eine genauere Betrachtung verdienen würden:

Warum sich Google die weltgrösste digitale Bibliothek zusammenscannt, weiss niemand so genau. Der Bücherverantwortliche im Londoner Google-Sitz findet die Frage müssig und schwärmt von der Demokratisierung des Weltwissens: «Wir sorgen dafür, dass Studenten in Afrika umsonst Bücher aus Lausanne lesen können», sagt er. Wie viel sich die Firma dies kosten lässt und was sie sich ertraglich davon verspricht, wird nicht verraten.

Da Google nicht eben das Rote Kreuz ist, erntet die Geheimniskrämerei viel Kritik. Wer garantiert dem Verschwörungstheoretiker, dass ihm nicht die Bücher des bestzahlenden Verlags zuerst serviert werden? Dass in China oder Russland nicht unliebsame Autoren herausgefiltert werden? Dass nicht Teile des Weltwissens gelöscht werden, wenn sie einem Gesetzgeber nicht mehr gefallen? Google hält sich an nationale Bücherverbote, so dass etwa in den USA eine Google-Buchsuche nach Hitlers «Mein Kampf» erfolglos bleibt.

Auch der letzte Satz des Artikels ist mehr als ein kurzes Nachdenken wert:

Während alle um die Wette scannen, interessiert sich die Leserschaft kaum für digitale Bibliotheken.

Google: Freihandel beinhaltet freies Internet

Google sorgt sich um seine Rendite, die es durch Zensur in China bedroht sieht. Zitat aus Forbes:

For the past several months, Google has been quietly lobbying the U.S. government to include restrictions against Internet censorship as a stipulation in free trade agreements with other countries.

The California-based Internet giant says that barriers to the free flow of information over the Web restrict commerce and economic development, and should therefore be considered barriers to free trade as well.

Folgendes Buch beschäftigt sich mit genau dieser Thematik:
Yahoo und Google in China – Wandel durch Handel? / Martin Woesler. – Aktualisierter Dr.. – Bochum : Europ. Univ.-Verl., 2007

[via Fritjofs Brille]

Sind Suchmaschinenmärkte zwingend einseitig dominiert?

@-Web berichtet, dass Google in Südkorea den Suchmaschinenmarkt nicht dominiert. Erstens ist es sehr interessant, das alleine diese Tatsache schon eine Meldung wert ist, und zweitens wirft es die Frage auf, ob Suchmaschinenmärkte zwangsläufig einseitig dominiert werden. Wenn eine Suchmaschine erstmal einen relevanten Teil des Marktes erobert hat, wird sie sicherlich von vielen weiterempfohlen, als Standardstartseite in Browsern eingerichtet usw. usf., was alles zu einer Dominanz einzelner Unternehmen führen würde.

Es sei übrigens darauf hingewiesen, dass die erfolgreichste Suchmaschine Südkoreas Naver.com heißt und eher einem sozialen Expertennetz ähnelt. @-web illustriert das an folgendem Beispiel:

Park, Ein 15jähriges Mädchen, möchte wissen wie es von einer Bushaltestelle in der südlichen Hafenstadt Seouls zu einem Fischmarkt im Osten kommt.
Cho (50 Jahre), ist Verkäufer von Lotterie-Losen in einem Strassen-Kiosk. Er antwortet Park über seinen Computer im Kiosk. Erklärt wo sie umsteigen und aussteigen muss, wie lange der anschliessende Fussweg von der Endhaltestelle bis zum Markt dauert. Einen Kartenausschnitt der Gegend hängt er an die Nachricht.
Cho investiert täglich drei Stunden für seinen unbezahlten Auskunfstjob. Er freut sich über Dank von Menschen die ihm niemals begegnet sind.

Privacy International kritisiert Google

Golem.de berichtet:

In einem Bericht der Datenschützergruppe Privacy International wird das Datensammeln von Google scharf kritisiert. Als einziges aufgeführtes Unternehmen wurde das Verhalten von Google als „datenschutzfeindlich“ eingestuft. Google selbst sieht keine Verfehlungen und erklärt alles damit, dass darüber bessere Funktionen für Google-Nutzer bereitstehen würden.

Der Bericht von Privacy International ist hier als PDF abrufbar.

Google und ich (ganz persönlich)

Wer noch keine Google-Paranoia hat, sollte sie sich schleunigst zulegen. Die Suchmaschine mit dem schönen Motto „Don’t be evil“ ist schon länger als Datenkrake bekannt. In letzter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass Google die eigene Datensammelwut noch auszuweiten gedenkt.
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Google EPIC – Das Netz in 8 Jahren

Die globale elektronische Medienlandschaft im Jahre 2014. Das ist das Thema eines Flash-Films von Robin Sloan und Matt Thompson, der vor einiger Zeit durch die Bloglandschaft fegte.

Bald schon war klar, das sie einige Entwicklungen noch nicht im Auge hatten, und es gab schnell eine erweiterte, etwas positiver gestimmte Version: Epic 2015.

Hier geht’s zum Film.

[via aperto]

ChaCha

Seit September 2006 existiert die Suchmaschine ChaCha. Neben der klassischen automatisierten Suche, bietet ChaCha eine „Search with Guide“ Option an.

Ist unter den Suchergebnissen nicht das gewünschte Ergebnis, so kann man dort mit einer realen Person chatten, die dann Suchergebnisse in Form von Links anbietet und am Ende vom Benutzer bewertet werden kann. Hinter den Guides stecken Studenten, Hausfrauen, etc. die von zu Hause aus Fragen beantworten.

Sicherlich keine Alternative zu professionellen Online-Auskunftsystemen und auch nicht für wissenschaftliche Recherchen geeignet, aber eine ganz witzige Idee. Man wird sehen, wie sich ChaCha am Markt etablieren wird.