Finanzkrise = Bibliothekssterben?

Die Smart Bitches zitieren eine namentlich nicht genannte Zeitung aus Philadelphia, die über die Finanzkrise und daraus resultierende Löcher in den Kommunalkassen der USA berichtet. Die Folge sind Bibliotheksschließungen und Kürzungen der Öffnungszeiten.

Cutting 220 jobs throughout the city government, approximately one third of those layoffs will come from the library staff.

Unbedingt die Kommentare lesen!

Nebenbei bemerkt: Erst kürzlich las ich irgendwo (Hinweise, wo das gewesen sein könnte, werden dankbar angenommen), dass sich Finanzkrisen tendenziell eher gut auf die Bibliotheken auswirken würden. Das bezog sich dann wohl nur auf die Ausleihzahlen, nicht unbedingt auf die Ausstattung.

[via LISNews]

CARPET legt los

CARPET, eines der zentralen DFG-Projekte zum elektronischen Publizieren, steht in den Startlöchern. Wie man ausgerechnet bei einem Projekt zu diesem Thema auf die Idee kommen kann, die komplette „Webseite“ als als Graphik (inkl. Text) einzustellen, ist mir völlig rätselhaft. Ist das eine Art Kopierschutz? Vermutlich ging es eher darum, dass die Seite chic aussieht. Benutzbarkeit muss da leider hinten anstehen.

Daher zitiere ich hier einmal Open-Access-Net, wo ich die Meldung auch gefunden hatte:

Das Projekt CARPET (Community for Academic Reviewing, Publishing and Editorial Technology) hat das Ziel, eine elektronische Plattform aufzubauen, um Werkzeuge und Dienstleistungen für das elektronische Publizieren systematisch und übersichtlich darzustellen. Dies soll eine effizientere Nutzung bestehender Werkzeuge und zugleich eine aufeinander abgestimmte Entwicklung unter Vermeidung von Redundanzen unterstützen. Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt kooperieren die Humboldt-Universität zu Berlin, die Max Planck Digital Library und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Mehr dazu gibt es in der Presse-Erklärung.

Frank Rost lässt die Liga lesen

Frank Rost, seines Zeichens sicherer Rückhalt des Fußballmeisterschaftsfavoriten und angehenden UEFA-Cup-Gewinners Hamburger SV ist (u.a. zusammen mit Ex-HSVler Rafael van der Vaart) Förderer des Projekts F.A.N. (Fußball, Alphabetisierung, Netzwerk). Jetzt hat er, sich stets um Alphabetisierung bemühend, ein Projekt gestartet, nämlich

… ein Hörbuch mit dem Titel „Die Liga liest“, was in diesen Tagen im Handel erscheinen wird. Der HSV-Torwart liest seit Jahren leidenschaftlich gern und so entwickelte er diese Hörbuchidee. Da diese Projekte zusammen noch mehr Spaß bringen, suchte sich Rost prominente Unterstützung. Neben dem HSV-Keeper gehören unter anderem Griechenlands EM-Held Otto Rehhagel, der Ex-Schiedsrichter Markus Merk, die Fußball-Weltmeisterin Fatmire Bajramaj, der Schauspieler Peter Lohmeyer und die HSV-Profis Joris Mathijsen und Jerome Boateng zu den Vorlesern.

Mehr Infos gibt’s unter anderem hier und hier und hier.

Der Erlös geht an die Stiftung Lesen. Kleine Verkaufsfördernde Information am Rande: ISBN 978-3785737521. Das ist doch ein schönes Weihnachtsgeschenk für den Fußballfan mit Geschmack. ;o)

Studie: "Open Content – Open Access : Freie Inhalte als Herausforderung für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik"

Bernd Hartmann und Felix Jansen haben im Rahmen des Forschungsprojekts FAZIT die Studie „Open Content – Open Access : Freie Inhalte als Herausforderung für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik“ (PDF) veröffentlicht.

Hinter Open Content steht der Gedanke, Medieninhalte wie Texte, Musik, Bilder oder Filme grundsätzlich freizugeben und kostenlos verfügbar zu machen. Dieser trifft dabei auf die traditionelle Medienindustrie, die sich durch verändertes Mediennutzungsverhalten gerade im Umbruch befindet und neue Geschäftsmodelle sucht. Die Lösung, klassische Inhalte-Anbieter und Open Content zu verbinden, klingt einfacher als sie ist. Um sich zu etablieren, müssen freie Inhalte noch einige Hürden nehmen. Das zeigt die neue Studie „Open Content – Open Access“ der MFG Stiftung Baden-Württemberg im Rahmen des Forschungsprojekts FAZIT.

Als Fallstudie dient der Einsatz von Open Access am Beispiel der Universitätsbibliothek Konstanz.

[via Do IT]

Wie entsteht ein Lexikon?

Die Ausstellung „Am Anfang ist das Wort – Lexika in der Schweiz“ ist vom 7. November bis 29. März 2009 in der Schweizerischen Nationalbibliothek zu erkunden. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Historischen Lexikon der Schweiz (HLS) und beschäftigt sich anhand eines konkreten Artikels aus dem HLS mit dem Entstehungsprozesses eines Lexikons.

[via swisslib]

Migration von Bibsonomy zu Delicious und umgekehrt

Wer mit seiner Linksammlung von Delicious zu Bibsonomy umziehen möchte, der bekommt in den Bibsonomy-Settings die sehr bequeme Möglichkeit dazu. Damit es auch anders herum fluffig läuft, hat Christian Schenk ein Script veröffentlicht, dass alle Bookmarks aus Bibsonomy fein säuberlich zu Delicious überträgt: den BibsonomyExporter. Das „Aufnahmedatum“ geht dabei verloren, alle anderen Metadaten bleiben erhalten.

Pflichtabgabe von Netzpublikationen via OAI-Schnittstelle

Als Betreuer eines institutionellen Dokumentenservers hat mich im Zusammenhang mit der Pflichtabgabe von Netzpublikationen natürlich sehr interessiert, ob ich die dort publizierten Dokumente einzeln anmelden muss, oder ob ich die OAI-Schnittstelle dafür nutzen kann, die Dokumente abholen zu lassen. Stephan Jockel, Pressesprecher, Referent der Generaldirektorin der DNB, hat mir freundlicherweise auf meine Fragen geantwortet.

Der [Dokumenten-]Server verfügt über eine OAI-Schnittstelle. Können Sie die Publikationen darüber oder über ein anderes automatisiertes Verfahren selbst einsammeln? Gibt es eine Möglichkeit, ein derartiges Verfahren anzumelden?

Das Einsammeln über eine OAI-Schnittstelle ist ein von der Deutschen Nationalbibliothek favorisierter Weg. Derzeit wird dies mit Online-Hochschulschriften praktiziert; getestet werden außerdem Ablieferer, die über eine OAI-Schnittstelle und Metadaten im ONIX-Format verfügen. Wir werden dazu im Laufe des Tages ein Papier auf unsere Seiten stellen , das auf diese Art der Schnittstelle hinweist. Im Falle einer geplanten Ablieferung über eine OAI-Schnittstelle bitten wir den Ablieferer, sich zu melden, da jeweils pro Ablieferer ein Test durchgeführt wird und erst danach das Einsammeln durch die Deutsche Nationalbibliothek starten kann (s. http://www.d-nb.de/netzpub/ablief/pdf/np_reg_ausf.pdf S. 5 und 6)

Werden die von Ihnen gesammelten Veröffentlichungen in irgendeiner Art zugänglich gemacht? Zum Beispiel in einer Datenbank oder einer Art nationaler Wayback-Machine?

Die eingesammelten Publikationen werden im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek angezeigt. Online-Publikationen sind durch ein Symbol gekennzeichnet und können aus der Gesamtmenge der Treffer herausgefiltert werden (Beispiel: https://portal.d-nb.de/opac.htm?query=knowledge+engineering&method=simpleSearch; rechts sind die Materialarten aufgeführt, darunter auch Online-Ressourcen)

Werden URN, DOI und andere persistente Identifier bei der Archivierung berücksichtigt und in die Metadaten aufgenommen?

Ja, siehe: http://www.d-nb.de/netzpub/ablief/pdf/np_mono_ausf.pdf Seite 7;
im Katalog sind sie im Feld „Persistent Identifier“ zu sehen:
https://portal.d-nb.de/opac.htm?method=showFullRecord&currentResultId=-941295362&currentPosition=1