Divibib in Norwegen

Auch in Norwegen wird eifrig über DiViBib diskutiert. Thomas Brevik, Autor des norwegischen LibWorld-Beitrages, hat in seinem Blogg og bibliotek über Divibib geschrieben, deren prominenteste Dienstleistung hierzulande unter dem Namen Onleihe bekannt ist. Via Email hat er mir sein Posting zusammengefasst, woraus ich nun mit seiner Erlaubnis zitieren möchte:

The post is a response to some criticism I got from other librarians
in Norway for beeing to positive to DiViBib.

The Norwegian Library Bureau is starting a pilot project to introduce
DiViBib as the first e-book and e-content platform for public
libraries in Norway.

I argue that even with the severe problems that the DRM and lending
model represents, DiViBib is the first serious attempt at getting a
usable platform for dissemination of e-content into norwegian pujblic
libraries. And there is severe resistance to the whole „Lending of
digital files“ concept among librarians, so I think that DiViBib may
be a good way to educate the „resisters“ and just get some content out
there at all!

The other problem in Norway is the fundamental lack of e-books in
norwegian. The norwegian publishing industry has resisted publishing
e-books since the „great e-book flop“ of 2001 and nothing has happened
since. Today the publishers are reluctant to get into any e-book model
in fear of loosing money, and most author organizations are reluctant
because they fear „filesharing“ as a threat to their incomes.

I believe that with the increasing pressure against DRM the
possibility is that the DiViBib model will be changed over time, and
that since there is no realistic alternative in Norway, and that the
Library Bureau is the only entety that has any chance of persuading
the publishers to issue e-books in norwegian, I believe that DiViBib
is the best option at this time and that we should use it and try to
change it from the inside over time instead of resisting and have no
alternative.

DiViBib ist also nicht nur hierzulande sehr umstritten. Die Debatte, ob DRM akzeptabel ist oder nicht, wird in Norwegen aufgrund der bisher sehr schlechten Verfügbarkeit von E-Books in norwegischer Sprache etwas anders bewertet, zumindest von ihm. Dies kann wohl generell als Problem kleinerer Sprachgemeinschaften betrachtet werden. Dienstleistungen, die sprachbasiert sind, sind generell schwieriger zu realisieren, je kleiner die Sprachgemeinschaft ist.

Ein Unterschied ist auch, dass die Dienstleistung von einem zentralen Bibliotheksbüro, der Biblioteksentralen, eingeführt wurde, während hierzulande einzelne Bibliotheken als Pioniere agieren.

Thomas Brevik legt Wert darauf, dass die Email ausschließlich seine persönliche Meinung wiedergibt und meint abschließend:

I would be very interested in the responses.

Frühmoderne Bücherwelten

Bücher, Büchersammlungen und alte Bibliotheken sind unbestritten schützenswertes Kulturgut von hohem Rang. Ihre Sammlungsgeschichte ist jedoch oftmals nur dem Kenner zugänglich, die Wirkung zu ihrer Blütezeit bleibt dem heutigen Nutzer verschlossen. Einen authentischen Einblick in die Welt der Bücher im 18. Jahrhundert gibt die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen, die noch bis zum 7. Oktober im Historischen Waisenhaus zu sehen ist. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Historische Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zweifelsohne zu den bedeutendsten Bibliotheken Deutschlands zählte.

Mehr Infos gibt es hier…

[via idw]

WordPress-Plugin: Comment Timeout

Spam kennt keine Grenzen, besonders was die nervliche Belastung von Email- oder Blogbenutzern angeht. James McKay muss es ähnlich gegangen sein, zumindest hat er ein nettes kleines WordPress-Plugin geschrieben, das die Spam-Belastung bei Infobib gefühlt mindestens halbiert hat: Comment Timeout

Die Arbeitsweise ist so simpel wie genial. Wenn zu einem Artikel innerhalb einer vom Admin festgelegten Zeit kein Kommentar abgegeben wurde, werden die Kommentare geschlossen. Gibt es also Artikel, zu denen auch nach längerer Zeit noch regelmäßig Kommentare eingehen, bleiben diese geöffnet.

Meinhard, unser Festplattenvermieter und -mitbewohner, hat das Plugin gefunden. Teşekkür ederim!

Marketingtrend: Twitter statt Second Life

Der Second-Life-Hype geht so langsam dem Ende entgegen. Endlich. Im Heise-Ticker ist zu lesen:

Produkte erfolgreich zu verkaufen sei auf dem virtuellen Marktplatz Second Life ebenso schwierig wie im echten Leben, stellt die Westküsten-Times fest. Erste Firmen überdenken ihre Pläne für den neuen Vertriebskanal und lassen vereinsamte Repräsentanzen als Mahnmal ihrer Erfolglosigkeit zurück. Eine Hotelkette macht ihren virtuellen Laden dicht und spendet das zurückgelassene Grundstück einer gemeinnützigen Organisation. Auch die Filialen anderer Unternehmen – darunter Dell und Sun Microsystems – leiden unter dem Desinteresse der Second-Life-Einwohner, während sich die zahlreichen Rotlichtbezirke großer Beliebtheit erfreuen.

Gibt es eigentlich schon eine halbwegs seriöse Evaluation der ganzen Bibliothekspräsenzen in Second Life?

Der Trend geht jetzt angeblich in Richtung Twitter. Noch ein Dienst, dessen Sinnhaftigkeit sich mir abseits eines eventuell vorhandenen Spaßfaktors absolut nicht erschließt.

Zusatzausbildung Musikinformationsmanagement

Die Hochschule der Medien in Stuttgart bietet Wintersemester 2007/2008 eine Zusatzausbildung im Bereich Musikinformationsmanagement an. Teilnehmen kann man im Februar 2008 an den Seminaren „Musikmedien und Musikinformationen – Erschließen – Recherchieren – Beschaffen – Vermitteln“ und/oder „Digitale Musikbibliothek und Digitale Musikarchivierung“.
Mehr Informationen gibt es im Musikflyer.

[via bildungsklick]

Das Programm Selbstverblödung

Die taz druckte gestern Bodo Zeuners Rede des Abschieds vom Otto-Suhr-Institut ab. Titel: Das Programm Selbstverblödung

Der Titel ist Programm. Der Text ist eine einzige scharfzüngige Abrechnung mit der Ökonomisierung des Bildungswesens. Er beschreibt die ideale Universität als Teil des Gemeinswesens. Hier habe ein Paradigmenwechsel stattgefunden:

Eine Universität nach dem Modell des Privatunternehmens hingegen wird ihre Tätigkeiten dem Markterfolg unterordnen. Interner Streit mag noch stattfinden, aber er wird durch den Vorrang des Markterfolgs entsubstanzialisiert. Grundlagenforschung? Studienziel kritische Kompetenz? Frauenförderung? – Schon recht, solange der Markt es nicht bestraft! Eine Universität als Gemeinwesen hingegen hat die Orchideenfächer, die Grundlagenforscher und die Systemkritiker wegen ihres Eigenwerts für die Wissenschaft zu fördern. Das „Unternehmen Hochschule“, für das die FU Berlin stolz voranschreitet, bricht also nicht nur mit den früheren Strukturmodellen, sondern ist darüber hinaus ein Versuch, sich den Anforderungen zu entziehen, die sich an die Universität als ein Gemeinwesen stellen.

Er beschreibt den Wandel der Universitäten, auch die Autoritätsverlagerung von der Politik zu Think Tanks wie der Bertelsmann-Stiftung, aber auch die Schuld seiner eigenen Generation an dieser Misere. Er sieht die Wissenschaft an sich durch die Entwicklungen der letzten Jahre in Frage gestellt:

Es geht bei diesen Reformen nicht nur um Verwaltungsfragen, es geht um den Charakter der Wissenschaft. Sie kann sich nicht völlig den Schuh- oder Automobilproduzenten angleichen, denn sie unterliegt dem Wahrheitskriterium, während Schuhe und Autos nur nützlich sein müssen. Die Bindung an das Streben nach Wahrheit macht den spezifischen Gebrauchswert der Wissenschaft aus und verleiht ihren Produkten Würde und Autorität. Und sie erst begründet das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit.

Open Library

Archive.org will die größte digitale Bibliothek der Welt bauen. In der Open Library soll jedes Buch, das es gibt verzeichnet und mit den wichtigsten bibliographischen Daten versehen werden.
Vorgehensweise, Ziele und Technik kann man sich auf einer Demosite genauer ansehen.

[via gulli.com]

LibWorld – Russia

Our guest author from Russia is Katerina Martjyanova from Yekaterinburg. She works as a reference librarian at the Ural State University Library. She is one of the few librarian bloggers in Russia, you can find more information about her on her blog: Library Bat

LIBWORLD RUSSIA

I was very surprised and flattered, when in the end of may I was asked to write a sort of article about Russian biblioblogoshere for the international project Infobib. I must confess that I first agreed and then started thinking what I will be writing about, as at that moment I was sure I was the only librarian-blogger in Russia. The situation has changed recently. I have learned that my friend and coworker Marianna Ponikarovskaya has a kind of blog on library related topics. And in the end of june the Russian State Library has also started blogging. So, one can say that nowadays there are at least three library blogs in Russia.

But still I want to focus your attention on the fact, that it is too early to speak about Russian biblioblogoshere. To my mind, any subject-oriented blogosphere consists of two core components – authors, that keep a blog, and readers, that read posts and comment them. But in Russia both of these components are poorly developed.

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