"Workfare"

Telepolis berichtet:

Das Wirtschaftsministerium propagiert neue Maßnahmen, wie Arbeitslose dazu genötigt werden können, Arbeit aufzunehmen. Das Institut für die Zukunft der Arbeit (IZA) hat dazu im Auftrag des Ministeriums eine Studie mit dem Titel „Umsetzung des Workfare-Ansatzes im BMWi-Modell für eine existenzsichernde Beschäftigung“ ausgearbeitet, die allerdings sehr spekulativ und wenig belastbar zu sein scheint.

Laut Wikipedia ist Workfare („Wohlpflicht“) in Anlehnung an Welfare (engl. Wohlfahrt) entstanden und bezeichnet eine Sozialfürsorge, die mit einer Pflicht zur Arbeit verbunden ist. Eindeutig die nächste Möglichkeit für kostenbewusste Bibliotheken, Fachpersonal einzusparen. Schon 1-Euro-Kräfte sind ja auf reges Interesse gestoßen. Nicht nur auf Seiten der Bibliotheken.

Und wieder wird darauf gesetzt, dass auf diese Weise neue Arbeitsplätze entstehen. Wie schon beim 1-Euro-Unsinn (PDF).

Lernen 2.0 – Jetzt geht's los!

In einem der etwas unstrukturierten Inetbib-2008-Postings hatte ich es schon erwähnt: Edlef Stabenau hat die Learning-2.0-Materialien, die von verschiedenen Leuten ins Deutsche übertragen wurden, nun in ein Blog gepackt und es sind auch schon die ersten beiden Resultate zu sehen.

Wer also am eigenen Leib erfahren möchte, was es mit diesem ominösen „Web 2.0“ auf sich hat, möge sich dorthin begeben.

Inetbib 2008: Bibliothekar 2.0

Bibliothek 2.0: Upgrade vom Bibliothekar zum Bibliothekar 2.0

Lambert Heller referiert über den Wandel der beruflichen Erfordernisse. Beschleunigung, neue Medien, Techniken, lebenslanges Lernen.

Patrick Danowski: „Bisher sind wir Wegweiser zu guten Informationen, jetzt können wir auch Wegweiser zu guten Diensten sein.“

Tugenden der BibliothekarInnen 2.0; Neugierde, offen für Veränderungen, Neues auszuprobieren, selbst mit neuer Technik vertraut werden.

Kleine Anmerkung am Rande: Patrick betont zu Recht, dass es notwendig und sinnvoll ist, einfach mal etwas auszuprobieren, ohne gleich zu wissen, wofür etwas denn gut sein könnte. Der berufliche Alltag lässt das leider nur sehr eingeschränkt zu.

Er berichtet von einem Aprilscherz, bei dem ein US-amerikanischer Bibliotheksleiter verkündete, die Katalogisierung werde geschlossen, es gibt jetzt statt des Kataloges ein Wiki, in dem die Nutzer die bibliographischen Daten selbst eintragen. Ich hoffe, das spricht sich bei der Bertelsmann-Fraktion des deutschen Bibliothekswesens nicht herum. Der oder die eine oder andere Bibliotheksleiter könnte auf die Idee kommen, so sei doch noch ein bißchen Personal zu sparen.

Lambert Heller ruft zur Partizipation auf. Kurzform: Bloggt, Kollegen! Abonniert RSS-Feeds! Nutzt Social-Bookmarking-Dienste!

Siehe auch Edlefs neues Lernen-2.0-Blog.

Immerhin wurde um mich herum eifrig mitgeschrieben. Mal sehen, ob die Biblioblogosphäre bald explodiert, ;o)

Menschliche Verbuchungsmaschinen und Streikautomaten

Es ist ein Teufelskreis. Den politisch Verantwortlichen und dem Magistrat ist nichts zu teuer, um Personal einzusparen und den Schein eines funktionierenden Systems aufrechtzuerhalten.
Die politikkompatiblen Erfolgsmeldungen müssen immer lauter werden bei rahmenbedingt leise sinkender Qualität.

Und die Frustrationen der Belegschaft werden erfahrungsgemäß eines Tages in innere Kündigungen umschlagen.

Dann kann man ja immer noch den Betrieb aus dem Magistrat auslagern und ihn hauptsächlich über angelernte und „ehrenamtliche“ Kräfte aufrecht erhalten …

Haftgrund: Menschliche Verbuchungsmaschinen und Streikautomaten

Wegweisende Bibliothekare

Im ReadwriteWeb wird ermittelt, was BibliothekarInnen in Zukunft für ihre Nutzer machen könnten: Sexy Librarians of the Future Will Help You Upload Your Videos to YouTube. Man stelle sich vor, ein Nutzer käme mit einem gerade selbsterstellten Videoclip in die Bibliothek und fragt, was er damit machen könne. Die imaginierte Antwort:

You should upload it to YouTube and tag it with these four tags – two broad and two more specific to existing communities of interest on YouTube and the topic of your video. Then you should embed that video in a blog post along with some text introducing it and linking to some of your favorite posts by other people who have also written today about the Presidential debates. Make sure to send trackbacks to those posts!

Sozusagen Bibliothekare als Wegweiser im digitalen Dschungel.

Spaßige Bibliotheken und eine verärgerte Bibliothekarin

Shifted Jenny schreibt eine kurze Notiz über gaming library classes in der bibliothekarischen Ausbildung, und die Annoyed Librarian nutzt diese Steilvorlage und ledert eindrucksvoll ab. Hier nur ein Zitat, denn diese Suada sollte man im Ganzen lesen:

If library school is to teach you how to play videogames and libraries are there to host dance parties and bring in the kiddies, forget these „educated“ librarians. Libraries don’t need them for this kind of work. This stuff doesn’t require a master’s degree, or even a college degree. Cataloging? Not necessary if everything’s online. Reference? Are you kidding? We’ve got Google, what do we need with reference librarians.

Ihr Fazit ist, dass es wohl besser sein, ein paar Teenager für kleines Geld zu engagieren, die sich um die Ausrichtung von Spielveranstaltungen kümmern können. Bibliotheksangestellte würden ja eh nur noch stören.