Librarians's Guide to Gaming

Board games, card games, and videogames are, in essence, information, and the human act of telling stories, presented in new formats that involve the player. Games may fulfill a library’s mission to provide cultural, recreational, and entertaining materials; to provide adacemic curriculum support; or to provide resources and support their industry or profession.

Wer dem zustimmt, findet im Librarian’s Guide to Gaming Informationen über die Geschichte der „Gaming Library“, Tools and Resources, Best-Practice-Beispiele und einen Kalender mit Ereignissen aus der Welt der Spiele. Die Seite wird von der ALA angeboten.

GoeScholar wagt erste Schritte zum Dokumentenserver 2.0

Vor knapp 2 Wochen hat die Universität Göttingen ihren Dokumentenserver GoeScholar freigeschaltet. An sich nicht weiter bemerkenswert, haben doch inzwischen zahlreiche Hochschulen ein solches Angebot. Bemerkenswert sind allerdings die Dienste, die unter „Mein GoeScholar“ firmieren. Dort gibt es nämlich eine „Publikationsliste“, ein Feature, das ständig und immer wieder von Autoren nachgefragt wird. Bei GoeScholar ist das nicht ganz so chic durchdesignt wie im Web 2.0 gewohnt, der Dienst ist aber durchaus zweckmäßig. In der Demo-Version kann man sich die Funktionen ansehen. Hübsch auch die Einbindung der „Google-Zitationsrate“.

Ich konnte leider nicht herausfinden, ob die Liste auch als Widget funktioniert. Von Slideshare ist man ja so etwas gewohnt:

Bis dahin dauert es wohl noch ein wenig. Mit ca. 5-10 Jahren Verzug pflegen solche Nützlichkeiten irgendwann ja doch Einzug ins Bibliothekswesen zu halten. Dabei handelt es sich um handfeste Vorteile für Autoren, die die Akzeptanz von OA-Servern weiter verbreiten können.

10. Sun Summit Bibliotheken: Digitalisieren, Archivieren, Publizieren

Am 18. und 19. März 2009 findet an der Uni Kassel das 10. Sun Summit Bibliotheken zum Thema „Digitalisieren, Archivieren, Publizieren“ statt. Kleine Auswahl aus dem wirklich interessanten Programm:

  • Helge Steenweg: Digitalisierung im bibliothekarischen Alltag abseits von Förderprojekten
  • Manfred Thaller: Langzeitarchivierung zwischen Planung und technischer Praxis
  • Volker Conradt: Aggregation, Archivierung und Aufbereitung elektronischer Ressourcen am Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg
  • Sabine Thänert: Archivierung, Verknüpfung und Präsentation komplexer Forschungsmaterialien: Bibliotheken und Archive am Deutschen Archäologischen Institut

Da unter anderem auch Anne Christensen und Jakob Voss zu den Referenten gehören, wird vermutlich auch konferenzgebloggt?

Hahn, Schulze: Katalogerweiterungen, Mashups und Elemente der "Bibliothek 2.0" in der Praxis

Im aktuellen Bibliotheksdienst (43 (2009), H. 1, S. 20-38), beschreiben Ulrich Hahn und Matthias Schulze, wie der Katalog der UB der Helmut-Schmidt-Universität mit allerlei Nützlichkeiten aufgebohrt wurde. Zuerst wären da:

Im Artikel wird gut deutlich, mit welch geringem Aufwand sich ein Mehrwert für Biblioteksnutzer schaffen lässt. Aber, ohne jemandem die Geschäftsgrundlage zu mißgönnen: Für Lagepläne im OPAC braucht man meines Erachtens keine Firma engagieren. Die Integration von verlinkten Standorten funktioniert zumindest in PICA-OPACs, wie man im Katalog der TUB HH sehen kann. Und wie man mit einfachen (und kostenlosen) Mittel Lagepläne erstellt, beschreibt Tobias Zeumer.

Auch bei Bibtip handelt es sich um eine kommerzielle Dienstleistung, die, obwohl es sich um ein DFG-Projekt zur dauerhaften Verbesserung der Informationsinfrastruktur wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland. handelt, entgegen einer DFG-Empfehlung (PDF) nicht im Quelltext verfügbar ist.

Mit meinen Einwänden möchte ich diesen Dienste auf keinen Fall die Praxistauglichkeit absprechen.

Im Artikel geht’s weiter mit der Einbindung von Daten und Coverbildern über die API der Google-Buchsuche. Dies wird zu Recht als „klassisches Mashup“ bezeichnet. Für die Zukunft werden unter anderem zusätzliche Erweiterungen des Katalogs und der Einsatz von Videocasts versprochen. Dem Schlußsatz kann ich mich nur anschließen: „Wir denken aber, dass unser Katalog durchaus ein klein wenig besser geworden ist.“

Rezensionen im Katalog via SeeAlso

Carsten Schulze beschreibt in seinem Blog, wie man Rezensionen via SeeAlso in den Bibliothekskatalog einbinden könnte. Er hat eine Beispielimplementation für H-Soz-u-Kult gebastelt, da deren Betreiber dankenswerterweise eine XML-Schnittstelle bereitstellt.

Alles weitere – inklusive Diskussion über weitere Schritte – findet sich in Carstens Blog.

Open Shelves Classification in der Testphase

I can haz free classification?Am 28. April 2009 findet das 3. EDUG-Symposium mit dem Titel „Dewey goes Europe: on the use and development of the Dewey Decimal Classification (DDC) in European libraries“ in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien statt. Ein Blick auf den urheberrechtlichen Hinweis auf DDC-Deutsch.de und die Geschäftspolitik OCLCs wirft die Frage auf, warum OCLC gen Europa wandern sollte.

Mal ganz abgesehen von den Kosten ist es doch sicherlich nachhaltiger, eine freie Klassifikation zu verwenden. Damit ist zumindest gesichert, dass man seine bibliographischen Daten samt Erschließung auch in die Freiheit entlassen kann, wenn man das möchte. Und eine freie Klassifikation ist just heute in die Testphase gegangen: die Open Shelves Classification (OSC).

Die Testphase funktioniert folgendermaßen: Wenn man sich bei Librarything anmeldet und einen beliebigen Titel (z.B. diesen hier) aufruft, kann man ganz unten auf dem Bildschirm eine von über 40 Top-Level-Categories auswählen. Dann folgt die Frage: Do you know the book at first hand?. Bejaht man diese Frage, wird angezeigt, wie andere User klassifiziert haben. Die Debatte zum Testlauf findet sich hier. Das Verfahren erinnert mich ein bißchen an den Google Image Labeler, auch wenn der Spielcharakter nicht so ausgeprägt ist.

Die OSC hat einen großen Nachteil: sie ist noch nicht vollständig. Das ist allerdings gleichzeitig ein großer Vorteil. Noch kann jeder sich und seine Ideen einbringen.

Wie sieht’s aus? Hat die OSC eine realistische Chance, im deutschsprachigen Raum eingesetzt zu werden?

Netvibes für Bibliotheken

Ein Wiki als Bibliothekshomepage hatten wir schon. Neuestes Fundstück: Netvibes für die Dublin City Libraries and Archive. Ein Katalog ist nicht enthalten, aber auch dies lässt sich per Widget problemlos integrieren. Ansonsten gibt es so ziemlich alles, was eine Bibliothekswebseite haben muss.

In einem Interview spricht Edward Byrne, Senior Librarian Web Services der Dublin City Libraries auch die Schattenseite eines solchen Angebots an. Bis vor kurzem war das Angebot nämlich bei Pageflakes untergebracht, aber ein Umzug wurde notwendig.

Because of happenings in November 2008 with the loss of service for a week and the introduction of an ‚in your face‘ advertisement flake upon its return without consultation or an alternative model being offered, Dublin City Public Libraries was forced to move to Netvibes as its portal delivery platform of choice. An added benefit of the move has been an improvement in page loading time, Netvibes being discernibly quicker to load than Pageflakes. Although Pageflakes have in recent days removed the offending advertisement flake and promised to provide different models in the near future, we have decided at remain with Netvibes for the foreseeable future, while at the same time maintaining a backup solution on Pageflakes. Events of November 2008 have highlighted the need to have a backup plan in place, one that can be quickly implemented if needed.

Nicht nur für viele Bibliothekare vermutlich ein Alptraum, einfach so ein ganzes Angebot zu einem anderen Anbieter zu verschieben. Umso schöner, dass eine große Bibliothek vormacht, dass dies möglich ist. Wie einfach solch eine Seite zu erstellen ist, wird auch schon durch die Einleitung von Michael Stephens deutlich:

I use the development of a library portal via a free tool as an example of how libraries can create something useful without 6 months of meetings, decision-making or using a „home grown“ IT solution that only one or two people can configure.

Eben: Einfach soll es ein.

[via Tame the Web]