Web 2.0 in Bergisch Gladbach

Wer sich über das Hallo aus Bergisch Gladbach gewundert hat: Gestern und heute findet ebendort ein Informations- und Erfahrungsausstausch zum Thema DV-Systembetreuung in Hochschulbibliotheken. Gestern ging’s um Web 2.0.

Die Diskussion hätte meinetwegen durchaus noch etwas länger dauern können. Zumindest einigen der Teilnehmer werde ich aber sicherlich noch das eine oder andere Mal begegnen. Zum Beispiel beim Bibcamp 2009 oder beim Hobsy-Workshop über Mikroformate. Informationen zum Hobsy-Workshop gibt es hier und hier, und zur „Anmeldung“ geht es hier.

Die Links:
http://delicious.com/CH_/bergisch_gladbach_2008

Die Präsentation:

Lambert Heller: Bibliothek 2.0 – Perspektiven, Probleme, Handlungsbereiche

Lambert Heller: Bibliothek 2.0 – Perspektiven, Probleme, Handlungsbereiche

Es werden Thesen zu den zentralen Entwicklungsperspektiven der Bibliothek 2.0 aufgestellt. Die Menschen, die in der Bibliothek arbeiten, sind demnach die Schlüsselkomponente der Bibliothek 2.0. Daran anknüpfend werden Leitlinien und charakteristische Probleme der Entwicklung zum „Bibliothekar 2.0“ diskutiert. Abschließend werden einige zentrale, typische Bausteine der Bibliothek 2.0 skizziert. Der Fokus richtet sich dabei auf neue Wege, a) den Benutzer sowohl anzusprechen als auch mit ihm zu sprechen, b) die Bibliothek, aber auch ihre Bestände in die Informationsumgebung des Benutzers zu bringen, c) den Fokus der eigenen Sammlungs- und Erschließungsaktivitäten um frei verfügbare Informationsressourcen im Web zu erweitern. Alle diskutierten Texte und Beispiele sind auch unter dem einschlägigen Tag embi08 im Social-Bookmarking-Dienst del.icio.us hinterlegt. (http://delicious.com/lambo/embi08)

Volltextbei E-LIS.

[via Biblionik]

Studie: Studieren im Web 2.0

HD Zimmermann und Danilo Vetter machen sich Gedanken über die HIS-Studie „Studieren im Web 2.0“.

HD Zimmermann schreibt unter anderem:

Interessant wäre in diesem Zusammenhang natürlich auch zu wissen, in welcher Form z.B. ‚Bibliothek 2.0‘ – Angebote, die inzwischen von Hochschulbibliotheken angeboten werden – z.B. angereicherte Bibliothekskataloge – oder als Webanwendung verfügbar sind – z.B. CiteULike, BibSonomy, Connotea, zotero, etc. – von Studierenden genutzt werden. Auch das sind ‚Web 2.0‘ – Anwendungen!

Ein äußerst interessanter Punkt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele Angebote gut genutzt werden, wenn man Studierende und Dozenten immer wieder darauf aufmerksam macht, dass es sie gibt. Das gilt für Datenbanken genauso wie für Social Bookmarking. Aktuelles Beispiel ist die Toolbar der FHH. Nach etwas zögerlichem Start werden Bibliothekseinführungen nun mit der Toolbar als „Informationszentrale“ durchgeführt, was zu einer Vervielfachung der Nutzung führte. Der Effekt setzt sich auch fort, wenn gerade weniger Schulungen stattfinden. Offensichtlich spricht sich die Nützlichkeit der Toolbar unter Studenten herum.

Auch wenn es nicht im Focus der Studie ist, mich würde sehr auch ein Vergleich bzgl. der Nutzung und Einschätzung von Fachdatenbanken wie elektronischen Zeitschriftenkatalogen interessieren. Vielleicht ist das ja dann der Inhalt der nächsten Studie!

Hierfür gilt das gleiche wie für Social-Bookmarking-Tools. Es sind, und darüber muss man sich als Bibliothekar immer klar sein, Nischenangebote. Selbst die beste Datenbank eines Fachgebiets wird nur von einigen Bibliotheksnutzern wirklich häufig benutzt. Das gilt zumindest für Hochschulbibliotheken und für die meisten Fachgebiete. WiSo in den Wirtschaftswissenschaften und PubMed sind da sicherlich Ausnahmen.

Danilos Analyse kann ich nur teilweise zustimmen:

überrascht haben mich die antworten auf die frage nach der nutzungshäufigkeit von weblogs. diese werden von 24,6 % der studierenden sehr selten und von 46,4 % überhaupt nicht genutzt. 7,2 % der studierenden kennen weblogs nicht (vgl. s. 24). ähnlich sieht es bei der nutzung von rss-feeds aus. hier nutzen 36,8 % der studierenden rss-feeds überhaupt nicht und 36,5 % kennen das angebot nicht. ein weiteres ergebnis, dass mich überrascht hat, war die geringe nutzung von social bookmarking-angeboten. 45,2 % der studierenden nutzen das angebot nicht und 37,8 % kennen die möglichkeiten von social bookmarking seiten nicht (vgl. s. 25).

das rss, weblogs und social-bookmarking so wenig bekannt und genutzt werden lässt vermuten, dass die vorteile dieser web 2.0 angebote bisher zu wenig bekannt sind.

Wenig genutzt? 6% der Befragten sind anscheinend intensiv Blogkundige. Das mag wenig erscheinen. Bei einem sehr großen Teil gehe ich jedoch davon aus, dass Blogs zumindest regelmäßig gelesen werden. Man frage mal in seinem Bekanntenkreis, wieviele Netbib lesen, oder wenn es keine Bibliothekare sind, vielleicht Cute Overload oder Spreeblick. Vorher sollte man jedoch fragen, wieviele denn Blogs lesen. Die Zahlen werden sicherlich nicht identisch sein. Zumindest in Bibliotheken stoße ich immer wieder auf Kollegen, die mit großer Selbstverständlichkeit bibliothekarische Blogs lesen, aber keine Ahnung haben, dass es sich um Blogs handelt.

Daher scheint mir die Fragestellung nicht sehr glücklich. „Frage 2: Wie häufig nutzen Sie die folgenden Internetangebote?“ Die Blog-Option lautet: „Weblogs/Blogs (z.B. blog.de)“
Wenn ich nicht weiß, dass Netbib ein Blog ist, dann überlege ich, ob mir die Domain Blog.de was sagt. Den meisten sicherlich nichts, und daher ist die Zahl der geringen Resonanz hier vorprogrammiert.

Weiter im Text:

bibliotheken, als wichtige akteurinnen im feld der informations- und medienkompetenz sind hier besonders gefragt, um bei den studierenden diese wichtigen internetangebote bekannter zu machen. hierzu ist es notwendig schnellstmöglich ein spannendes und vor allem in die hochschullehre integriertes (also auch studienpunkt(e) relevantes) kursangebote zum web 2.0 an den universitätsbibliotheken anzubieten.

Jein. Bibliotheken müssen sich da sicherlich positionieren und auch aktiv in die Fakultäten gehen. Wichtig ist jedoch auch, dass die Hochschulleitungen erkennen, welches Potential im sogenannten Web 2.0 liegt. Die Möglichkeiten sind noch längst nicht erschöpft. Und wenn eventuelle Pioniere unter den Dozenten von der Bibliothek unterstützt und als leuchtende Beispiele von der Hochschulleitung herumgezeigt werden, kommt der Erfolg von ganz alleine.

Flickr und Delicious in der Bibliothek der FH Hannover

Die Bibliothek der FH Hannover nutzt jetzt Delicious und Flickr.

Delicious wird für die „Virtuelle Teilbibliothek“ eingesetzt. Als Beispiel sei hier die Virtuelle Teilbibliothek Maschinenbau genannt. Siehe auch hier.

Und hier geht’s zum Delicious-Account der Bibliothek.

Flickr kommt momentan zum Einsatz für Bilder aus dem Nachlass Wilhelm Meier. Dort gibt es eine Diashow mit hübschen Bilder vom Bau des jetzigen Fachhochschulgebäudes 1958. Siehe auch hier.

Hier geht’s zum Flickr-Account der Bibliothek.

Neubau 041

Das ist übrigens mein Lieblingsbild aus der Sammlung.

Bei Interesse würde ich die einzelnen Schritte und Überlegungen beim Einsatz der Dienste genauer darlegen. Falls Interesse besteht, bitte einfach im Kommentarfeld melden.

Finanzkrise und Bibliothekwesen

Auch Mark Buzinkay macht sich Gedanken über die Finanzkrise und die Folgen für das Bibliothekswesen. Dabei ist vieles, das auf der Stelle einleuchtet. Eingehen werde ich hier jedoch auf ein paar der weniger offensichtlichen Punkte:

3. Das Finanzmanagement wird nun endgültig professionalisiert. Veranlagung von Geldern, oft nicht mit dem heutigen Risiko-Bewußtsein durchgeführt, ist Schnee von gestern. Das bedeutet aber auch, dass die Betriebswirtschaft in Bibliothekskreisen weiter an Bedeutung zunehmen wird, zumindest auf der Führungsebene. Das wird auch Auswirkung auf die Profile künftiger BibliotheksleiterInnen haben.

Kann ich mir nicht vorstellen, halte ich auch nur begrenzt für sinnvoll. Welchen Einfluß hat denn die Führungsebene einer Bibliothek tatsächlich auf ihr Budget? Mit ein bißchen Lobbyarbeit beim Träger kann man es ein wenig hochschrauben. Es geht aber doch hauptsächlich um die Verwaltung eines relativ festen Budgets. Um dabei nach innovativen und effektiven Wegen zu suchen, ist meines Erachtens kein BWL-Schwerpunkt im Studium notwendig. Die Führungsebene zumindest von wissenschaftlichen Bibliotheken sollte erst einmal bibliothekatische Kernkompetenzen abdecken. Wenn dann noch Luft bleibt für BWL: gerne.

5. Könnte also die Krise eine Chance für Open Access sein, endgültig den Durchbruch zu schaffen? Das scheint mir nicht abwegig, zumindest bei jenen Zeitschriften, die über eine gute Qualität verfügen. Für die Bibliothek würde das bedeuten, zumindest einige gute Quellen als Alternative zu nicht mehr leistbaren Zeitschriften unentgeltlich anbieten zu können. In einigen wissenschaftlichen Bibliotheken ist das bereits Realität. Das dürfte sich noch weiter verstärken.

Im Prinzip ja, aber… leider bestehen etliche Wissenschaftler darauf, genau diese und jene Information haben zu wollen. Für Haus- und andere Studienarbeiten trifft die Vermutung sicherlich zu, für die Forschung nur sehr begrenzt. Der Druck könnte höchstens auf anderem Wege erfolgen. Wenn die Bibliotheken jetzt deutlich machen, dass es finanziell finster wird, können eventuell mehr und mehr Wissenschaftler für OA gewonnen werden. Dies hat dann langfristig zur Folge, dass immer weniger Toll-Access-Artikel benötigt werden.

6. Kostenreduktion durch Open Source? Ebenfalls eine interessante Alternative – weg vom kostenpflichtigen Lizenzmodell hin zu kostenlosen Lösungen. Letzteres ist aber nicht kostenfrei, da auch die Implementierung und Anpassung an die eigene Systemarchitektur Know-how und Zeit erfordert. Wer das zur Verfügung hat, kann sich glücklich schätzen. Der Run auf BibliothekarInnen mit IT-Background ist längst fällig. Die Krise könnte also zu einer Modernisierung von Bibliotheken von innen heraus führen. Hier mal ein gutes Verzeichnis von Open Source Produkten…

Es ist ja gängige Meinung, dass Open Source im Prinzip genauso viel kostet wie „gekaufte“ Software. Aber wenn man das Geld schon ausgibt, kann man sich dafür wenigstens Know-How ins Haus holen. Also, IT-Bibliothekare: Es brechen goldene Zeiten an. Aber glaubt bloß nicht, für Euch würde man den TV-L mal etwas großzügiger auslegen. ;o)

7. Alternative Web 2.0: wer keine Wissens- und Zeitressourcen im Team hat, der kann sich auf vielen Gebieten auch mit Web 2.0 Diensten behelfen. Hier meine ich nicht nur Zusatzdienste, die den eigenen Katalog mit Funktionen anreichern, sondern alles, was mit Software zu tun hat: Office Software, Kommunikation, Content Management, CRM, … Aber auch hier gibt es Risken: gerade in dieser Zeit der Umwälzung werden auch Web 2.0 Anbieter Opfer der Situation. Und das kann wieder auf die Bibliothek zurückfallen – also: vorausschauend evaluieren.

Neben dem Problem der Datensicherheit bleibt auch das des Datenschutzes. Nutzerdaten würde ich z.B. keinem Fremddienst anvertrauen. Aber viele Dinge lassen sich auf jeden Fall auf diese Weise „outsourcen“. Wobei es an dieser Stelle auch immer die Überlegung zu treffen gilt, ob es nicht eine bessere Open-Source-Desktop-Applikation gibt.

Insgesamt bleibt abzuwarten, ob es zu einer Krise im Bibliothekswesen kommt. Falls sie kommt, ist immerhin Potential vorhanden, sie auch als Chance zu sehen.

Über die Usability-Evaluation

Sehr interessantes Posting zum Überleben in Zeiten der Usability-Evaluation im Beluga-Blog.

Worum geht’s? Der Beluga-Prototyp wurde evaluiert und es kam zu teils erstaunlichen Ergebnissen. Unter anderem vermissten die studentischen Tester die erweiterte Suche, auf die scheints bewusst verzichtet wurde. Wenn man Nutzungsstatistiken von Bibliothekskatalogen betrachtet, verwundert das schon sehr.

Am Ende des Postings wird zur Mitarbeit aufgefordert:

Wie können wir eine Unterscheidung nach Thematischer Suche und KnownItem-Suche voreinstellen? Unsere eigenen Ideen dazu sind noch unbefriedigend.

Welches ist ein eleganter und gebrauchstauglicher Weg, unter Verwendung von solr eine Schnittmenge der relevantesten und gleichzeitig aktuellsten Titel zu finden?

Wer Antworten auf diese Fragen hat und/oder sich für Usability-Evaluation interessiert, sollte sich das Posting auf jeden Fall durchlesen. Es gibt nämlich auch noch eine sehr schöne Einführung in die Geschichte der Usability-Evaluation.

PS: Schön zu sehen, dass die Kommunikation zwischen ähnlich gelagerten Projekten gut funktioniert.

13 Dinge – Selbstlernkurs für BibliothekarInnen

Der erste „Selbstlernkurs für Bibliothekswesen“, Lernen 2.0, startete im April 2008 und ist inzwischen beendet. Nun gibt es eine Neuauflage: „13 Dinge“ (der Name bezieht sich auf die Anzahl der Lektionen) beginnt mit der Einrichtung eines Blogs, die Schritt für Schritt erklärt wird. Im Weblog können alle TeilnehmerInnen ihre Lernfortschritte dokumentieren. Später geht es unter anderem um Tagging, RSS, Bildgeneratoren, Wikis, populäre Dienste wie Librarything und vieles andere mehr.

Wer das Web 2.0 bislang nur passiv oder sogar gar nicht genießt: Auf geht’s!

Googles lässt Bücher einbinden

Google hat eine neue Embed-Funktion für die Google-Buchsuche angekündigt. Damit kann man – sofern vorhanden – den Scan samt Suchfunktion und noch einigen anderen Spielereien in eine andere Homepage oder ein Blog einbinden.


Der dazu benötigte Code lässt sich mit dem Preview-Wizard erzeugen. Benutzerfreundlich ist das nicht, aber immerhin funktioniert es. Und die UoC-Library hat es sogar schon (testweise?) in den Katalog eingebunden. Für deutsche Bibliotheken kommt das im Normalfall noch nicht in Frage, da einfach noch nicht ausreichend Material zur Verfügung steht.

[via ReadWriteWeb]

Open Source and Libraries

Einen schönes Posting über Open Source and Libraries gibt’s im Blog der Howard County Library.

Whenever I teach open source to librarians I always start by outlining why libraries are the prefect breeding grounds for open source. What many librarians probably don’t realize is that the open source community actually shares a lot of the same ethics, ideals and characteristics as the library world. I think that Glen Horton put it best in his talk at the 2008 Computers in Libraries conference:

Libraries and Open Source Both…

* Believe that information should be freely accessible to everyone
* Give away stuff
* Benefit from the generosity of others
* Are about communities
* Make the world a better place