Doch keine stromsparenden Webseiten

Google im kleinen Schwarzen wird es vorerst nicht geben. Auf die Idee, Energie dadurch sparen zu wollen, da schwarze Webseiten Monitore weniger Strom verbrauchen lässt, antwortet Google im Googleblog:

We applaud the spirit of the idea, but our own analysis as well as that of others shows that making the Google homepage black will not reduce energy consumption. To the contrary, on flat-panel monitors (already estimated to be 75% of the market), displaying black may actually increase energy usage. Detailed results from a new study confirm this.

Warum, steht eben dort. Schade. Dafür gibt es immerhin noch ein paar Tipps, wie man beim Computern wirklich Strom sparen kann.

Google und die bleichen Bibliothekare

David Hesse schreibt in der ein kleines Artikelchen über Googles Digitalisierungen, bemüht ein paar wirklich abgegriffene Klischees (Hinterher eilen bleiche Bibliothekare…) und streift einige wenige Aspekte des Themas, die eigentlich eine genauere Betrachtung verdienen würden:

Warum sich Google die weltgrösste digitale Bibliothek zusammenscannt, weiss niemand so genau. Der Bücherverantwortliche im Londoner Google-Sitz findet die Frage müssig und schwärmt von der Demokratisierung des Weltwissens: «Wir sorgen dafür, dass Studenten in Afrika umsonst Bücher aus Lausanne lesen können», sagt er. Wie viel sich die Firma dies kosten lässt und was sie sich ertraglich davon verspricht, wird nicht verraten.

Da Google nicht eben das Rote Kreuz ist, erntet die Geheimniskrämerei viel Kritik. Wer garantiert dem Verschwörungstheoretiker, dass ihm nicht die Bücher des bestzahlenden Verlags zuerst serviert werden? Dass in China oder Russland nicht unliebsame Autoren herausgefiltert werden? Dass nicht Teile des Weltwissens gelöscht werden, wenn sie einem Gesetzgeber nicht mehr gefallen? Google hält sich an nationale Bücherverbote, so dass etwa in den USA eine Google-Buchsuche nach Hitlers «Mein Kampf» erfolglos bleibt.

Auch der letzte Satz des Artikels ist mehr als ein kurzes Nachdenken wert:

Während alle um die Wette scannen, interessiert sich die Leserschaft kaum für digitale Bibliotheken.

Google im kleinen Schwarzen

Die grüne Bibliothek kann auch auf kurios anmutenden Pfaden erreicht werden. Wir berichteten vor längerer Zeit im Nebensatz über die Möglichkeit, Strom durch dunklerere Homepages zu sparen. PC Professionell meinte im Januar:

Wäre der Hintergrund der Google-Webseite schwarz anstelle von weiß, würden jährlich 3000 Megawatt Strom gespart. Diese überraschende Rechnung präsentiert der Autor des EcoIron-Blogs seinen Lesern. Demnach ist für das Zeigen einer vollständig weißen Bildschirmseite ein Energiebedarf von 74 Watt nötig. Vollständig schwarzer Bildschirminhalt benötige dagegen bloß 59 Watt.

Nun hat sich mit Blackle eine Seite gefunden, die Google dressed in black anbietet:

Blackle saves energy because the screen is predominantly black. „Image displayed is primarily a function of the user’s color settings and desktop graphics, as well as the color and size of open application windows; a given monitor requires more power to display a white (or light) screen than a black (or dark) screen.“ Roberson et al, 2002

In January 2007 a blog post titled Black Google Would Save 750 Megawatt-hours a Year proposed the theory that a black version of the Google search engine would save a fair bit of energy due to the popularity of the search engine. Since then there has been skepticism about the significance of the energy savings that can be achieved and the cost in terms of readability of black web pages.

We believe that there is value in the concept because even if the energy savings are small, they all add up. Secondly we feel that seeing Blackle every time we load our web browser reminds us that we need to keep taking small steps to save energy.

Hier geht es zum erwähnten Aufsatz von Roberson et al (PDF) und hier zum Blogposting Black Google Would Save 750 Megawatt-hours a Year.

Neues aus der Biblioblogosphäre

Neues aus Bibliobloghausen:

  1. Aus http://bibliothek2.wordpress.com/ wird http://www.bibliothek2null.de, aber auch unter eigener Flagge wird sich Patrick Danowski weiter über alles rund ums Thema ‚Bibliothek 2.0″ berichten.
  2. Fabienne Kneifel (ihr neues Blog „Fabilous Librarian“ wurde hier erst kürzlich vorgestellt) hat einen Pagecast zu eben diesem Thema eingerichtet und vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Feedsammlung in Pageflakes: http://www.pageflakes.com/bibliothek20
  3. Ich lehne mich hier ein wenig aus dem Fenster, aber in näherer Zeit wird es eine sehr viel verbesserte Version der Biblioblogsuche geben, die – wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle – einen sehr erhöhten Pflegekomfort haben wird. Details gibt es natürlich hier bei Infobib, sobald es etwas zu sehen gibt. Hintergrund: Ich habe gefühlte 150.000 Mails geschrieben, um eine Möglichkeit zu finden, die Domains einer solchen Suchmaschine per URL einer OPML-Datei aktuell zu halten, und habe doch nichts finden können. Aber es zeichnet sich eine Lösung ab, die genau das kann, was die Google Custom Search eben nicht bietet.

Google: Freihandel beinhaltet freies Internet

Google sorgt sich um seine Rendite, die es durch Zensur in China bedroht sieht. Zitat aus Forbes:

For the past several months, Google has been quietly lobbying the U.S. government to include restrictions against Internet censorship as a stipulation in free trade agreements with other countries.

The California-based Internet giant says that barriers to the free flow of information over the Web restrict commerce and economic development, and should therefore be considered barriers to free trade as well.

Folgendes Buch beschäftigt sich mit genau dieser Thematik:
Yahoo und Google in China – Wandel durch Handel? / Martin Woesler. – Aktualisierter Dr.. – Bochum : Europ. Univ.-Verl., 2007

[via Fritjofs Brille]

Sind Suchmaschinenmärkte zwingend einseitig dominiert?

@-Web berichtet, dass Google in Südkorea den Suchmaschinenmarkt nicht dominiert. Erstens ist es sehr interessant, das alleine diese Tatsache schon eine Meldung wert ist, und zweitens wirft es die Frage auf, ob Suchmaschinenmärkte zwangsläufig einseitig dominiert werden. Wenn eine Suchmaschine erstmal einen relevanten Teil des Marktes erobert hat, wird sie sicherlich von vielen weiterempfohlen, als Standardstartseite in Browsern eingerichtet usw. usf., was alles zu einer Dominanz einzelner Unternehmen führen würde.

Es sei übrigens darauf hingewiesen, dass die erfolgreichste Suchmaschine Südkoreas Naver.com heißt und eher einem sozialen Expertennetz ähnelt. @-web illustriert das an folgendem Beispiel:

Park, Ein 15jähriges Mädchen, möchte wissen wie es von einer Bushaltestelle in der südlichen Hafenstadt Seouls zu einem Fischmarkt im Osten kommt.
Cho (50 Jahre), ist Verkäufer von Lotterie-Losen in einem Strassen-Kiosk. Er antwortet Park über seinen Computer im Kiosk. Erklärt wo sie umsteigen und aussteigen muss, wie lange der anschliessende Fussweg von der Endhaltestelle bis zum Markt dauert. Einen Kartenausschnitt der Gegend hängt er an die Nachricht.
Cho investiert täglich drei Stunden für seinen unbezahlten Auskunfstjob. Er freut sich über Dank von Menschen die ihm niemals begegnet sind.

Google droht mit Schließung deutschsprachiger Mail-Dienste

Google sorgt auch mal für positive Schlagzeilen in Sachen Datenschutz:

Google hat mit der Schließung seines E-Mail-Dienstes Google Mail in Deutschland gedroht, sollte die Bundesregierung an ihrer umstrittenenen Gesetzesinitiative zur Überwachung des Telekommunikations- und Internetverkehrs festhalten. Demzufolge will das Bundesjustizministerium Provider und E-Mail-Dienstanbieter zwingen, Kundendaten so zu erheben und zu speichern, dass diese eindeutig identifizierbar sind. Diese Pläne seien ein „schwerwiegender Schlag gegen die Privatsphäre“, kritisierte Peter Fleischer, weltweit zuständig für den Schutz der Google-Nutzerdaten, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. „Im Notfall schalten wir Google Mail in Deutschland wieder ab,“ sagte Fleischer.

[via Heise]

Tagged.com

Gerade erhielt ich eine Email, in der mir mitgeteilt wurde:

Thomas has added you as a friend
Is Thomas your friend?

Please respond or Thomas may think you said no 🙁

Click here to unsubscribe from Tagged, P.O. Box 193152 San Francisco, CA 94119-3152

Klickt man auf einen Link in der Email, wird man zu einem Anmeldeformular geführt. Man kann auch einen GMail-Account für die Anmeldung verwenden. Das ist den Betreibern von tagged.com offensichtlich noch lieber, denn wie Catterwell schreibt:

Die Nachricht fordert auf die Freundschaft zu bestätigen, dafür ist es nötig sich bei dem Dienst anzumelden. Es wird einem angeboten dies auf ganz bequeme Art und Weise per Google Mail Account zu tun, doch Vorsicht: erstens gibt man seine Daten (Account und Passwort!) preis und zweitens passiert daraufhin folgendes: an jeden im Adressbuch gespeicherten Kontakt wird oben erwähnte Email mit der Einladung zu tagged verschickt – d.h. völlig unbeteiligte dritte erhalten eine Aufforderung die Freundschaft zu bestätigen, egal ob Geschäftspartner, Support Hotline oder Ex-Freundin.

Wer sich genauer informieren möchte, sollte diesen Artikel lesen: Spamming 2.0 – Tagged.com.

Privacy International kritisiert Google

Golem.de berichtet:

In einem Bericht der Datenschützergruppe Privacy International wird das Datensammeln von Google scharf kritisiert. Als einziges aufgeführtes Unternehmen wurde das Verhalten von Google als „datenschutzfeindlich“ eingestuft. Google selbst sieht keine Verfehlungen und erklärt alles damit, dass darüber bessere Funktionen für Google-Nutzer bereitstehen würden.

Der Bericht von Privacy International ist hier als PDF abrufbar.