Open Access für Pharmastudien

Am Wochenende gab’s eine sehr interessante Sendung im DLF (Wissenschaft im Brennpunkt) über die „Geheimsache: Pillentest“ (hier geht’s zum Manuskript). Das Problem: Viele Studien zu Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten werden nicht publiziert:

Nur Ergebnisse, die das Mittel gut aussehen lassen, werden öffentlich gemacht. Studienergebnisse, die gegen das Medikament sprechen, bleiben dagegen in der Schublade. Folge: Die Wirkung von Medikamenten wird überschätzt, Nebenwirkungen unterschätzt.

Dies hat direkte Auswirkungen in der Behandlung:

Gerd Antes: „Es ist ohne Zweifel so, dass der Publication Bias voll durchschlägt bis zum Patienten. Das wissen wir aus den Arbeiten zum Beispiel zu den Psychopharmaka, die Überschätzung im Mittel zeigt einfach, dass der Arzt, ohne dass er anders kann, falsche Dinge verschreibt. Und daran besteht nicht der geringste Zweifel, da gibt es Dutzende von Arbeiten zu.“

SPD fordert Open Access als Standard in der Forschungsförderung

In einer Pressemitteilung hat die SPD-Bundestagsfraktion erklärt, dass sie Open Access als „Standard bei europäischer Forschungsförderung“ sehen wolle. Zuerst geht es nur um den europäischen Forschungsrahmenprogramms „Horizont 2020“. Doch dann:

Die Pläne der EU Kommission haben eine Signalwirkung auch über die Europäische Forschungsförderung hinaus. Darum ist es an der Zeit, dass sich auch die Bundesregierung im Sinne der Wissenschaft zu Open Access bekennt. Denn wer Wissenschaftsfreiheit ernst meint, kommt an Open Access nicht vorbei.

Wer Wissenschaftsfreiheit ernst meint, kommt an Open Access auch auf Länderebene nicht vorbei. Denn auch dort wird Forschung finanziert. Zur Zeit stellt die SPD…

Das sind insgesamt 97 Ressorts. Doppelnennungen durch unterschiedliche Ressortzuschnitte sind möglich, sogar wahrscheinlich. Dennoch haben wir hier eine beachtliche Anzahl von Ministerien, denen zahlreiche Institute, Fachbehördern oder Landesanstalten unterstehen oder zugeordnet sind. Man kann also mit Recht sagen, dass die SPD mit der oben geäußerten Position nicht nur Oppositionsansagen machen, sondern auch handeln könnte.

Vielleicht möchte ja jemand mal eine Anfrage an diese Damen und Herren stellen, ob und wann es denn soweit ist, dass Publikationen, die aus Forschungsmitteln ihrer Häuser resultieren, OA verfügbar gemacht werden?

Akademische Öffentlichkeitsarbeit mit Twitter und Blogs

Times Higher Education berichtet über einen Versuch, die Sichtbarkeit des eigenen akademischen Oeuvres zu steigern:

Six months ago, Melissa Terras decided to investigate whether putting her past research papers in University College London’s free repository and publicising them via blog posts and Twitter would help them find a wider audience than they would get from journal publication alone.

Die Zugriffszahlen sind durch Öffentlichkeitsarbeit von (vermutlich täglich) ein bis zwei Downloads auf über 70 gestiegen. Terras selbst hat ausführlich über ihren Versuch gebloggt.

Ist PLoS ONE das "größte" Journal der Welt?

Schon im Januar schrieb Heather Morrison:

According to Pete Binfield (personal correspondence), in 2010 PLoS One published 6,749 articles. Based on listserv discussions in 2008, the world’s largest journals at that date were PHYS REV B (5782 articles) and APPL PHYS LETT (5449 articles). As of today, a search for 2010 articles at the APS website yields 6,206 articles. A search for 2010 articles for APPL PHYS LETT in IEEE’s xPLore service yields 4,381 articles.

Zum Artikel: PLoS ONE: now the world’s largest journal?

Update: Es war sogar schon im Januar 2011. Was die Information für mich nicht uninteressanter macht.

Sustainable Best Practices for Populating Repositories

Im der ersten Jahreshälfte 2012 wird COAR (Confederation of Open Access Repositories) eine Arbeitsgruppe zur Content-Akquise für Open-Access-Repositories starten. Unter anderem soll es gehen um:

  • Lessons learned: what’s worked and what hasn’t
  • Workflows or strategies to gather content and populate repositories over time.
  • Long-term staffing, operational plans, or campus partnerships that have lead to consistently higher rates of deposit.
  • Automated processes to gather content and populate repositories.
  • Any other long-term activities or operations that resulted in higher levels of article deposit.

[via Birgit Schmidt]

"The Five Stars of Online Journal Articles — a Framework for Article Evaluation"

David Shotton: „The Five Stars of Online Journal Articles — a Framework for Article Evaluation“
D-Lib Magazine Volume 18, Number 1/2

I propose five factors — peer review, open access, enriched content, available datasets and machine-readable metadata — as the Five Stars of Online Journal Articles, a constellation of five independent criteria within a multi-dimensional publishing universe against which online journal articles can be evaluated, to see how well they match up with current visions for enhanced research communications. Achievement along each of these publishing axes can vary, analogous to the different stars within the constellation shining with varying luminosities. I suggest a five-point scale for each, by which a journal article can be evaluated, and provide diagrammatic representations for such evaluations. While the criteria adopted for these scales are somewhat arbitrary, and while the rating of a particular article on each axis may involve elements of subjective judgment, these Five Stars of Online Journal Articles provide a conceptual framework by which to judge the degree to which any article achieves or falls short of the ideal, which should be useful to authors, editors and publishers. I exemplify such evaluations using my own recent publications of relevance to semantic publishing.

Zum Artikel: http://dx.doi.org/10.1045/january2012-shotton

Elsevier vs. Wissenschaft

Liane Haensch macht in ihrer Stimme auf zwei Kampagnen aufmerksam. Die eine Kampagne geht von Elsevier, Thieme und Springer aus, die den Dokumentenlieferdienst der ETH-Bibliothek untersagen lassen will.

Die zweite Kampagne ist von Wissenschaftlern initiiert und richtet sich gegen die Praktiken von Elsevier: The Cost of Knowledge. Man kann auf der Webseite seinen Unwillen erklären, für Elsevier tätig zu werden als Autor, als Herausgeber oder als Reviewer.

Zu „The Cost of Knowlegde“ gibt es auch sonst eine Menge zu lesen. Ich hebe hier mal die Mail von BC Kämper in Inetbib hervor.

Die Resonanz auf die Aktion reicht von Mathematikern (und nochmal Mathematikern) zu Historikern, von Linguisten über Biologen zu Webwissenschaftlern.

Unterzeichnet hat übrigens auch Scott Aaronson, der Verfasser dieses amüsanten Reviews von John Willinskys „Access Principle“.

Release: OPUS 4.2.0

OPUS 4.2.0 ist fertig:

Ausgewählte Features, die in diesem Release neu entwickelt wurden:

* XML-basierte Import-Schnittstelle für Metadaten (inclusive Dokumentation des IMPORT-XML)
* dedizierte Unterstützung von Schriftenreihen mit der Möglichkeit zum Einbinden von Logos und HTML-Markup
* Anzeige und Sortierung nach Bandnummern innerhalb der Schriftenreihen
* Verlinkung zur Schriftenreihe aus der Frontdoor
* OAI-Schnittstelle unterstützt nun auch Sets (Anforderung für die
DINI-Zertifizierung)
* globale Enrichment-Verwaltung in der Administration
* RSS-Feeds auf beliebige Suchanfragen
* Anzeige des Gesamtbestands auf der Startseite
* Erweiterung der Bearbeitungsstati von Dokumenten, neu:
„In Bearbeitung“ und „Zugriff beschränken“
* Anpassung von Eingabefeldern im Adminbereich (z.B. Vergrößerung der Anzeige der Abstractfelder)
* Anpassung des Datenmodells (u.a. PageNumber, PageFirst und PageLast können jetzt nicht-numerischen Inhalt enthalten)
* Enrichtmentfelder mit HTML-Markup können auf der Frontdoor ausgegeben werden
* Validierung der XML-basierten Dokumenttypdefinitionen im Publikationsformular

Weiteres auf der OPUS4-Seite des KOBV.