Linked Data der DNB nun Linked Open Data

Aus einer E-Mail von Julia Hauser:

Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass der bestehende Linked Data-Service der Deutschen Nationalbibliothek um Titeldaten erweitert wird.

2010 hat die Deutsche Nationalbibliothek damit begonnen, Normdaten als Linked Data zu veröffentlichen. Der bestehende Linked Data Service der DNB [1] wird nun um Titeldaten erweitert. In diesem Zuge wird auch die Nutzungslizenz für Linked Data auf “Creative Commons Zero” [2] umgestellt.

Jetzt wurde der überwiegende Teil der Titeldaten der DNB – es fehlen z. B. noch Musikalien und die Bestände des Deutschen Exilarchivs – sowie die fortlaufenden Sammelwerke (Zeitschriften-, Zeitungs- und Schriftenreihentitel der Zeitschriftendatenbank (ZDB)) umgesetzt. Die RDF/XML-Repräsentation des jeweiligen Datensatzes ist ab sofort im Portal der DNB [3] über einen entsprechenden Link verfügbar. Es handelt sich ausdrücklich um einen experimentellen Dienst, der laufend erweitert und verfeinert werden soll. Nähere Informationen zu Fragen der Modellierung und des Vorgehens finden sich in der aktualisierten Dokumentation [4].

Der einzig richtige und wichtige Schritt! Die dazugehörigen Links:

[1] https://wiki.dnb.de/display/LDS/
[2] http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/
[3] http://portal.dnb.de/
[4] http://files.d-nb.de/pdf/linked_data.pdf

Welche relevanten Autoren-IDs gibt es?

Annahme: Wenn man eine Hochschulbibliographie oder auch eine andere Bibliographie aufbaut, ist es sinnvoll, Autoren eindeutige Identifikatoren zuzuweisen, diese verfügbar zu machen und mit anderen Daten zu verknüpfen.

Fragen:

  1. Welche IDs sammelt man? Die Auswahl ist groß. Welche Identifikatoren sollten unbedingt genutzt werden? Falls ja, warum genau diese IDs?
  2. Gibt es bestimmte IDs, die für spezielle Fachcommunities unverzichtbar sind? Zum Beispiel für Ingenieure, Sozialwissenschaftler, oder Informatiker?
  3. Gibt es vielleicht eine ID to rule them all?
  4. Welche Kriterien sind wichtig für die ID-Wahl (Offenheit, freie Lizenzierung, …)?

Hier ist eine kleine Auswahl. Bitte rege kommentieren das Posting gerne weiterleiten und -verteilen!

Dieselbe Frage ist auch für Organisationen und Werke noch zu klären.

Neue gemeinfreie Werke 2010

Telepolis berichtet über Autoren, deren Werke seit 1. Januar 2010 gemeinfrei sind. Zum Beispiel die Werke Siegmund Freuds. Auch über die Wikipedia (auch über Umwege) kann man einige Autoren ausfindig machen, über WBIS (über Nationallizenz verfügbar, dies ist nur ein schnell zusammenklamüsertes Beispiel) noch viel mehr.

Wirklich effektiv wäre dagegen eine Möglichkeit, über ein API die PND nach “Sterbejahr 1939” abzufragen und mit den so gewonnenen PPNs direkt verschiedene Kataloge abzufragen. Was aber leider noch nicht möglich ist.

Nummerierte Wissenschaftler

Bourne PE, Fink JL: I Am Not a Scientist, I Am a Number. PLoS Comput Biol 4(12)
doi:10.1371/journal.pcbi.1000247

Was für Otto Normal sehr abschreckend wirkt, übt auf Wissenschaftler einen ganz eigenen Reiz aus: Die Identifizierung durch eine eindeutige Nummer. Im Artikel ” I Am Not a Scientist, I Am a Number” führen Bourne und Fink aus, wie man die Vergabe eindeutiger IDs für Wissenschaftler für bibliometrische Zwecke und natürlich auch für Dienstleistungen (bibliographische Widgets) nutzen kann.

Mögliche Identifier sind die Researcher-ID (über die aktuell auch Medinfo berichtet) oder Open-ID. Spannend wäre eine Nutzung der PND für solche Zwecke. Vielleicht wäre ja auch eine Verknüpfung verschiedener IDs möglich, um unterschiedliche Dienste nutzen zu können?

Eine Verknüpfung bibliographischer Daten mit eindeutigen IDs ist auf jeden Fall wünschenswert, um personalisierte Dienste wie automatische Bibliographien oder bibliometrische Analysen zu ermöglichen.

Das SLUB-Personen-Wiki

Die SLUB Dresden hat ein Personen-Wiki eingerichtet. Dort werden Daten zu Personen gesammelt und aufbereitet, die einen Bezug zu Beständen und Sammlungsaufträgen der SLUB aufweisen.

Ein prominenteres Beispiel ist sicherlich Johann Sebastian Bach, über die Vielfalt der Personen kann man sich leicht ein Bild verschaffen, wenn man die Funktion “Zufälliger Artikel” nutzt.

Positiv ist zu vermerken, dass es sich tatsächlich um ein offenes Wiki handelt. Es kann also jeder ohne Registrierung Änderungen vornehmen. Ich gehe davon aus, dass dies demnächst zwecks Spam-Vermeidung mit einer Registrierung verbunden sein wird. Aber solange jeder Änderungen vornehmen kann, ist daran nichts auszusetzen. Ein anderer Punkt ist das Impressum. Dort heißt es:

Das Layout der Homepage, die verwendeten Grafiken sowie die sonstigen Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.

Das Layout der Homepage entspricht bis auf ein eingefügtes Banner haargenau Monobook, dem Standard-Theme für Mediawiki. Im Impressum steht zwar nicht, dass die SLUB die Rechte am Layout der SLUB hat. Genauso wenig wie dort steht, dass sie die Rechte an den anderen Inhalten des Wikis hat. Aber es wird meines Erachtens impliziert. Abgesehen davon wäre eine konkrete Nennung, wer denn nun Urheber ist, ganz nett. Schon, um dann mal nachzuhaken zu können, ob nicht eventuell eine freie Lizensierung (z.B. CC-BY-SA) möglich wäre. Dann könnten die Daten auch tatsächlich im Ganzen genutzt werden.

Amazon Author Shops

In den “Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW” wird auf ein sehr interessantes neues Feature von Amazon aufmerksam gemacht:

In den neuen Author Stores werden alle Bücher und zugehörige Produkte eines über amazon.com erhältlichen Autors gelistet, dazu kommen biografische Informationen und andere Features wie Interviews und Diskussionsforen. Zum Start wurden nach Angaben des Unternehmens 2.500 Author Stores eingerichtet. Ziel sei es, für jeden über Amazon erhältlichen Autor ein solches Angebot einzurichten.

Als Beispiel wird der Author Shop von Joanne K. Rowling genannt, es gibt jedoch schon etliche mehr. Dazu in den FAQ des Projekts:

Question: Why doesn’t my favorite author have an Amazon Author Store?

Answer: A select number of Amazon Author Stores will be viewable during our beta launch. We currently have thousands of Amazon Author Stores now and will be adding many more in the months to come.

Das dazu dann auch bald eine benutzerfreundliche API folgen wird, halte ich für sicher. Und dann haben wir sie endlich: die Konkurrenz zur PND. Kein Wunder, wenn das Bibliothekswesen seit Ewigkeiten auf den eigenen Daten hockt. Aber zumindest Jakob ist ja optimistisch, dass sich “bald” etwas ändern könnte.