RC1 von VuFind 2.0 veröffentlicht

Villanova, Pennsylvania – April 29, 2013 – The first release candidate of version 2.0 of the VuFind Open Source discovery software has just been released. This release provides a preview of the functionality and architecture that will be seen in the full 2.0 release, due later this summer.

The new release includes several significant enhancements:

– Significant security improvements, including more secure password storage and protection against spammer abuse.

– A “MultiBackend” driver which allows VuFind to interact with multiple integrated library systems at once.

– A new and flexible search system with more modular, reusable code.

– 2.0 versions of all new features introduced in the 1.4 release, including support for hierarchical records and the Clickatell SMS service.

Additionally, several bug fixes and minor improvements have been incorporated.

Mehr Infos auf VuFind.org.

VuFind-Anwender-Treffen 2013 in Hamburg

Oliver Goldschmidt gab in Inetbib bekannt:

was die Leipziger im letzten Jahr erfolgreich begonnen haben soll eine Fortsetzung finden: die TUB Hamburg-Harburg plant in diesem Jahr, das zweite deutsche VuFind-Anwendertreffen zu veranstalten.

Ein Termin steht bereits fest: 16.-17.09.2013. Veranstaltungsort wird die TU Hamburg-Harburg sein. Dies ist zunächst ein Call for Papers; wer sich gerne auf der Veranstaltung mit einem VuFind-bezogenen Thema einbringen möchte, der wende sich bitte an mich.

Altmetrics in VuFind

Vor vier Tagen ging es hier um Altmetrics in Primo. Kollege Kinstler aus der VZG las dies und hat in sehr kurzer Zeit (besten Dank!) eine unkomplizierte Umsetzung für VuFind gefunden und in unserem (nicht öffentlichen) Testsystem umgesetzt. Und zwar ganz einfach mittels der von Altmetric.com angebotenen Badges. Die sehen beispielsweise so aus:

Diese Darstellung ist doch etwas klobig, daher haben wir uns im Echtsystem für eine etwas dezentere [1] Die Konfiguration lautet: class=’altmetric-embed’ data-badge-popover=’top’ data-hide-no-mentions=’true’ Variante entschieden. Im kurzen Filmchen sieht man, wie es momentan aussieht:

Beispiele können hier eingesehen werden:

Und wer nicht weiß, was das alles soll: hier geht es zum Altmetrics-Manifesto.

References

References
1 Die Konfiguration lautet: class=’altmetric-embed’ data-badge-popover=’top’ data-hide-no-mentions=’true’

Wie Nutzer unsere Kataloge sehen

An der Bibliothek der Hochschule Hannover haben wir seit ein paar Wochen VuFind im Beta-Einsatz. Den Begriff “Beta” fassen wir in einer ähnlichen Weise auf, wie er in der Wikipedia beschrieben wird:

Der Nutzen eines Betatests besteht darin, dass Fehler, die typischerweise erst in der Praxis auftreten, wie zum Beispiel Konflikte mit anderen Programmen oder Probleme mit bestimmten Hardwarekomponenten, schon vor dem Release des Programms erkannt und behoben oder zumindest dokumentiert werden können.

Dass wir BibliotheksmitarbeiterInnen mit jahre- bis jahrzehntelanger Bibliotheks- und Katalogerfahrung nicht geeignet sind, unser neues System aus Nutzerperspektive zu beurteilen, war uns klar. Also hat meine Kollegin Andrea Hofmann einen Fragebogen konzipiert, den wir mit verschiedenen Nutzern durchgehen wollten. Gesagt, getan:

Das Testszenario war recht einfach. Wir haben StudentInnen und KollegInnen mit Kaffee und Keksen in unseren Besprechungsraum gelockt und sie dort vor den Katalog gesetzt. Meine Kollegin unterhielt sich mit den Testern und ging mit ihnen die Fragen und Aufgaben aus dem vorbereiteten Fragebogen durch. Ich saß im Hintergrund, beobachtete und machte Notizen. Die Ergebnisse haben uns teils bestätigt, teils überrascht.

Da wir nicht die einzige Bibliothek sind, die gerade an der Oberfläche von Discovery-Systemen herumschraubt, möchten wir ein paar der wichtigsten Erkenntnisse hier zusammenfassen:

Kleine Fehler und Unbequemlichkeiten

Erwartungsgemäß sind den Testern gleich ein paar Fehler oder Unbequemlichkeiten in der Usability aufgefallen. Das Fenster für die Autocomplete-Vorschläge war beispielsweise nicht breit genug. Die Vorschläge waren abgeschnitten und wurden dadurch unbrauchbar:

Verwirrende Dialoge und unklare Angaben

Die Favoritenfunktion war einigen Testern zu überladen. Man muss im Favoriten-Popup scrollen, um speichern zu können. Und durchschnittliche Nutzer scrollen nicht gern. Auch war einigen nicht klar, was Tags sind. Und noch wichtiger: wo diese Angaben auftauchen. Letzteres haben wir provisorisch behoben, indem wir das Formular um die Angabe ergänzt haben, was öffentlich ist und was nicht.

Verfügbarkeitsinformationen

Die Darstellung der Verfügbarkeitsinformationen in der Vollanzeige wurde teils als unübersichtlich empfunden. Daran arbeiten wir ohnehin gerade. Die wiederholten Wünsche nach Anzeige des Rückgabedatums und der Zahl der Vormerkungen sind verständlich, können aber leider noch nicht umgesetzt werden.

Bibliothekarische Begrifflichkeiten sind unverständlich

Bibliothekarische Begrifflichkeiten sind Nichtbibliothekaren ebenso unverständlich, wie Versicherungsvokabular Nichtversicherungsmenschen unverständlich ist. Dieser Kritikpunkt war zu erwarten. Erstaunt waren wir ein bißchen, welche Begrifflichkeiten unklar sind. “Artikel” zum Beispiel ist vielen offenbar geläufiger als “Aufsatz”. Hier wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal mehr Zeit investieren, um ein Vokabular zu finden, das sowohl die exakte Beschreibung des Bestandes erlaubt als auch allgemein verständlich ist.

Ein klarer Kritikpunkt war in diesem Zusammenhang auch unser “Collections”-Filter. Wir hatten Facetten, mit denen sich “Bibliotheksbestand”, “Nationallizenzen” und “Online Contents” filtern ließen. Bibliotheksbestand leuchtete ein, “Nationallizenzen” war allen unklar und “Online Contents” wurde als “online verfügbare Dokumente” missverstanden.

Die Funktion der übrigen Facetten war allen Testern klar und wurde für sinnvoll befunden. Es wurden spontan keine weiteren Facetten vermisst.

Trefferliste zu lang (und zu voll)

Die Trefferliste wurde von fast allen als viel zu lang empfunden. Gewünscht wurden mehr Treffer auf einen Blick. Die bis dahin in der “Kurzliste” angezeigten Verfügbarkeitsinformationen (z.B. Standort und Signatur) wurden an dieser Stelle meist als überflüssig gesehen.

Wir haben zusätzlich die “Ähnlichen Schlagworte” entfernt, um größere Teile der Ergebnisliste auf den Bildschirm zu bekommen. Denn: Nutzer scrollen nicht gerne! [1] Vgl. “Verwirrende Dialoge und unklare Angaben”

Usability der grafischen Zeitleiste

Die Bedienung der grafischen Zeitleiste (Markierung des gewünschten Zeitraums) wurde von keinem Testnutzer ohne Hilfestellung verstanden. Als nützlich wurde die Darstellung der Erscheinungsjahre – im Sinne einer Infografik – meist dennoch empfunden.

Suche nach Dokumententyp

Wir wollten auch herausfinden, wie Nutzer gezielt nach Zeitschriftenartikeln eines bestimmten Autors suchen. Interessanterweise wurde daraufhin mehrfach nach „Bill Gates Artikel“ oder „Bill Gates Zeitschrift“ gesucht. Wir wollen nun verfolgen, [2]In nicht allzu ferner Zeit werden wir eine weitere Gruppe Nutzer unter Beobachtung auf unseren neuen Katalog loslassen. Zusätzlich erfassen wir – selbstverständlich anonymisiert – die … Continue reading ob wir diese Art der Suche ausgelöst haben oder ob es sich um ein gängiges Suchmuster handelt. Falls letzteres, könnte man darüber nachdenken, diese Art der Suche zu ermöglichen.

Sonstige Bemerkungen

Das waren im wesentlichen die Kritikpunkte. Insgesamt wurde VuFind als “freundlicher”, “einladend” und “umfassend” empfunden. Die Formulierung “besser als der alte Katalog” fiel im Wortlaut mehrfach. Ebenso gab es (positive) Vergleiche zu Ebay, Amazon und Immobilienportalen. Eigentlich war jeder Testnutzer sehr angetan. Also: weiter geht’s!

References

References
1 Vgl. “Verwirrende Dialoge und unklare Angaben”
2 In nicht allzu ferner Zeit werden wir eine weitere Gruppe Nutzer unter Beobachtung auf unseren neuen Katalog loslassen. Zusätzlich erfassen wir – selbstverständlich anonymisiert – die Nutzung des Katalogs mit PIWIK.

Altmetrics in Primo

Christine Stohn schreibt über eine Extension, mit der man Altmetrics in Primo integrieren kann:

We have just added a free Primo code extension to the CodeShare area in EL Commons, the Ex Libris collaborative platform. It enables libraries using Primo to embed altmetrics from altmetric.com into the search results. I am very excited about this new feature. Read more about my take on altmetrics below the picture.

Die Idee ist gut, die API ist hier. VuFind könnte sowas doch auch ganz gut gebrauchen…

Discovery-System und/oder Katalog?

Mir wurde die Erreichung der “nächste Stufe der Verblödung” für die Verwendung des Begriffes “Katalog” für eine VuFind-Installation unterstellt. Leider kann ich diese Auszeichnung nicht annehmen. Andere waren da viel schneller. Zum Beispiel die KollegInnen an folgenden Bibliotheken:

  • Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy [1] “Der Katalog der Hochschule für Musik und Theater ist online.”
  • TU Chemnitz [2] “Der neue Katalog der TU Chemnitz ist online”
  • Max Planck Institutes for Ecology and for Biogeochemistry [3] http://catalog.clib-jena.mpg.de/
  • UB Leipzig [4] “Der neue Katalog der Universitätsbibliothek Leipzig […]”
  • TUB Hamburg-Harburg [5] “Außerdem hat unser vufind-Katalog jetzt einen Namen: TUBfind.”
  • Bundesgerichtshof, Bundesverwaltungsgericht und Bundesverfassungsgericht [6] “Gemeinsamer Katalog des BGH, BVerwG und BVerfG”

In Hamburg wurde eine Abschlussarbeit mit dem Titel Bachelopac [7] “Der OPAC aus dem Baukasten : Realisierung eines Katalog 2.0 unter Einbeziehung der Community” geschrieben. Und das VuFind-Team selbst [8] “[…] the ability to browse the catalog weiß auch nicht, was es tut, ebenso wenig die VZG [9] “[…] der letztlich als produktiver Katalog mit vufind realisiert wurde.” .

Die ersten Verblöder sind wir also schon einmal nicht. Aber auch inhaltlich ist die Kritik an der Bezeichung m.E. verfehlt. Aus Löfflers “Einführung in die Katalogkunde”, S. 11: [10] Löffler, Karl; Fischer, Norbert (1956): Einführung in die Katalogkunde. 2. Aufl. Stuttgart: Hiersemann. (PDF)

Heute versteht jedermann, wenigstens in der Bücherwelt, unter Katalog in erster Linie ein nach bestimmten Gesichtspunkten geordnetes Verzeichnis von Schriften, und zwar von Schriften, die in einer bestimmten Sammlung, einer bestimmten Bibliothek, gelegentlich auch in einer bestimmten Gruppe von Bibliotheken vorhanden sind, also ein Bücherverzeichnis für eine einzelne Stätte oder jedenfalls von begrenztem Umfang.

Dass ein Katalog das Verzeichnis der Medien einer Institution ist, ist auch heute noch gängige Definition. Und da wir via VuFind nur Medien zugänglich machen, zu denen wir auch den Zugang bieten, halte ich die Bezeichnung “Katalog” durchaus für angemessen.

Auch wenn man anderer Meinung ist: Am wichtigsten bei der Benennung dieser Dienstleistung ist meines Erachtens, dass die Nutzer wissen, was sich dahinter verbirgt. Und beim Familienduell (“Wir haben 100 Leute befragt..”) wäre auf die Aufforderung, Suchinstrumente zu nennen, “Discovery-System” sicherlich nicht auf den vorderen Plätzen gelandet.

VuFind-Beta an der Bibliothek der Hochschule Hannover

Seit heute Mittag ist unsere VuFind-Installation offiziell in der Beta-Phase! Vielen Dank an die VZG, bei der das Angebot gehosted wird!

Es ist zwar noch viel zu tun (z.B. das Nutzerkonto, Magazinbestellungen etc.), aber mindestens ebenso viel funktinoiert auch schon. Ein paar Infos (für Nutzer) gibt es im Blog der Bibliothek.

Passend dazu sind seit kurzem die Aufzeichnungen der Verbundkonferenz-Vorträge online. Es ging dort gefühlt ausschließlich um Discovery-Systeme.

Lagepläne in VuFind

Kathleen Bauer, Michael Friscia und Scott Matheson in in Code4Lib: From the Catalog to the Book on the Shelf: Building a Mapping Application for Vufind

At Yale University Library (YUL), recorded reference transactions revealed that after finding a book in the catalog patrons had difficulty knowing how to use the call number to find the book on the shelf. The Library created a mobile service to help locate the call number in the library stacks. From any call number of a book in Sterling Memorial Library at YUL, a map will be displayed which highlights that call number’s general area on a floor in the stacks. YUL introduced the mapping application in Yufind, a catalog in place at Yale since 2008 which is based on Vufind.

Die Fragen nach Standorten sind nach Implementierung stark zurück gegangen:

In the fall semester 2010, 7.3% of all questions at the Information Desk at Sterling Memorial Library were questions relating to finding a specific call number. After the mapping project was fully implemented in fall 2011 the number of call number related questions was reduced to 5.8% of all questions at the same desk, a 20.6% reduction in patron inquiries on this topic. More publicity for the mapping functionality and the iPad kiosk should further help reduce the number of requests. Based solely on the reduction in requests for help finding call numbers in Sterling Memorial Library the improved mapping can be judged successful and worth replicating elsewhere in the Yale Library system.

Vergleich von OPAC und Discovery System auf dem #bibtag12

Folien zu einem Vortrag von Gerald Steilen auf dem Bibliothekstag [1] ich verwende einfach schon einmal den passenderen Namen für diese Veranstaltung 2012:

Auf den Folien 15 und 16 (in der Slideshare-Navigation: 16 und 17) sind einige wichtige Unterschiede zwischen Discoverysystemen und klassischem OPAC zusammengefasst.

References

References
1 ich verwende einfach schon einmal den passenderen Namen für diese Veranstaltung

Koha für Einsteiger

Holger Büch erklärt in Bib-Blog.de (neuerdings auch in Plan3t.info enthalten), wie man das Open-Source-Bibliothekssystem Koha installiert: Koha für Einsteiger — Teil 1:

In der nächs­ten Zeit möchte ich Koha zur Ver­wal­tung mei­ner pri­va­ten Biblio­thek ein­rich­ten. Natür­lich steht dabei nicht die Biblio­thek (mit ~100 ME 😉 ) im Vor­der­grund, son­dern die Erfah­run­gen mit dem Sys­tem. Hier im Blog werde ich nach und nach von mei­nen Erfah­run­gen mit Koha berich­ten. An ers­ter Stelle steht aber für heute eine Installationanleitung.

Er erläutert dabei jeden Schritt und hat zahlreiche Screenshots angefertigt. Also ideal zum Nachbauen! Dass man für die Installation von Bibliothekssystemen und Katalogen kein Informatikstudium benötigt, hatten kürzlich erst die Macher des Bachelopacs bewiesen. Wer nach Alternativen zu den Dickschiffen des Bibliothekswesens sucht, findet in Koha vielleicht eine geeignetes Experimentierfeld.

PS: Holger Büch kündigt an, auch die kommenden Schritte dokumentieren zu wollen.