Novellierung des Bundesarchivgesetzes

Heute steht die Novellierung des Bundesarchivgesetzes im Bundestag zur Debatte:

Die Schutzfristen im Bundesarchiv sollen deutlich verkürzt werden. Dies sieht eine Gesetzentwurf der Bundesregierung (18/9633) zur Novellierung des Bundesarchivrechts vor. Mit der Neuregelung soll das Bundesarchiv nutzer- und wissenschaftsfreundlicher werden.

So sollen die Schutzfristen für personenbezogenes Archivgut von 30 auf zehn Jahre nach dem Tod der betroffenen Person gesenkt werden. Im Fall von Amtsträgern und Personen der Zeitgeschichte soll die Schutzfrist komplett entfallen, wenn der schutzwürdige Privatbereich nicht betroffen ist. Nach dem Willen der Regierung sollen zudem in Zukunft alle öffentlichen Stellen des Bundes ihre Akten und Unterlagen nach 30 Jahren dem Bundesarchiv anbieten. Die Schutzfristen für Archivgut, das den Geheimhaltungsvorschriften des Bundes unterliegen, sollen von 60 auf 30 Jahre verkürzt werden können, wenn eine Veröffentlichung die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland nicht gefährdet.

Digita Vaticana

Die Vatikanbibliothek ist voller historischer Schätze. Tausende alter Handschriften sollen digitalisiert und online gestellt werden. Überraschende Kleinode könnten gehoben werden. Es ist eine Jahrhundertaufgabe.

Mehr bei Heise.de und natürlich auf DigitalVaticana.org. Auf den ersten Blick sehe ich:

  • Schutzrechtsberühmung (oder ist es im Vatikanstaat rechtmäßig, das Urheberrecht für jahrhundertealte Werke zu reklamieren?)
  • JPG-Download
  • kein Download des Gesamtwerks
  • keine Möglichkeit, auf einzelne Seiten zu verlinken

Ob die angebotene Auflösung reicht, kann ich nicht beurteilen. Als Laie würde ich sagen, dass da noch Luft nach oben wäre. Mehr zu DigitaVaticana bei Archivalia.

Dafür aber bibliographische Angaben zur das jeweilige Manuskript behandelnder Literatur. Beispiel:
http://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3773
http://digi.vatlib.it/mss/detail/Vat.lat.3773

Dass um Spenden für die Digitalisierung geboten wird, empfinde ich als recht belustigend.

Einbettung von Drittinhalten im Web

Wambach, Tim, Schulte, Laura, Knorr, Konstantin (2016): Einbettung von Drittinhalten im Web. Datenschutz und Datensicherheit – DuD, 40(8), 523-527. URL: http://dx.doi.org/10.1007/s11623-016-0650-6

Abstract:

Einbettungen von Drittinhalten auf Webseiten ermöglichen aus technischer Sicht eine Benutzerverfolgung, die aus datenschutzrechtlichen Gründen kritisch zu beurteilen ist. In der vorliegenden Studie wurden Webseiten von Kliniken und Krankenhäusern auf solche Einbettungen und die damit verbundene Datenverarbeitung untersucht.

Leider sind die Autorinnen nicht nur um den Datenschutz besorgt, sondern auch darum, diesen interessanten Artikel vor einer allzu großen Leserschaft zu schützen. Ich vermute einen starken Zusammenhang zwischen der Resonanz bei den Lesern seit dem 22. Juli 2016 einerseits,

tpe49und andererseits dem Preisschild für alle, die nicht in den Genuss eines Zugangs via Hochschulnetz kommen: tpe_paywalled_science

Firefox und Third Party Elements

Ein etwas älteres, aber sehr interessantes Interview mit den Firefox-Chefentwickler Mark Mayo über Third Party Elements (TPE) – Webseitenbestandteile, die von Servern Dritter nachgeladen werden – und ihre Bedeutung für und vor allem gegen die Privatsphäre. TPE gibt es übrigens auch in ziemlich vielen Bibliothekswebseiten. Mehr dazu hoffentlich zu einem späteren Zeitpunkt.

Carla Hayden wird heute Librarian of Congress

Carla Hayden wird heute 14. Librarian of Congress.

Hayden will be the first woman and the first African-American to lead the national library since its inception in 1800. She’s the longtime CEO of the library system in Baltimore. She’s also just the third professional librarian to get the job.

Wer neben diesen fünf Fakten über Carla Hayden noch etwas zum Erzählen für den nächsten Bibliotheksstammtisch benötigt: Sie leitete ab 1991 die Enoch Pratt Free Library, in der Tupac Shakur einige Jahre zuvor einen Jugend-Rap-Wettbewerb gewann.

Shakur and Smith’s winning performance opened with Shakur declaring, “Yo’ Enoch Pratt, bust this!” and urging Baltimoreans to get library cards. They told kids to stay in school, learn to read, and “get all the credits that you need.” (Shakur’s handwritten verses now reside in the Pratt’s Special Collections archive, alongside works by H.L. Mencken and Edgar Allan Poe.)

Welche Bibliotheken bieten Citavi for DBServer an?

Vor über einem Jahr wurde Citavi for DBServer eingeführt, ein endlich für die Kollaboration per Web, aber leider auf Microsoft SQL-Server beschränktes Feature von Citavi. Ich halte die Beschränkung auf Microsoft SQL-Server bekanntlich für falsch und nicht an den Bedürfnissen der akademischen Community ausgerichtet.

Wie sieht es nun aus? Welche Bibliotheken bieten diese Dienstleistung an? Werden Workshops angeboten? Gibt es Hinweise auf die Beantragung von entsprechenden Servern? Zumindest im öffentlich sichtbaren Web sieht man… nichts. Die Ruhr-Uni Bochum schreibt, dass sie das Feature nicht lizenziert habe. Die Bibliothek des KIT verkündet, dass „‚Citavi for DBServer‘ […] derzeit noch nicht angeboten werden“ könne.

Ich möchte mich nicht auf Vollständigkeit berufen, aber im Citavi-Forum konnte ich nur einen Thread mit einer konkreten Frage zu DBServer finden. Ansonsten wird DBServer erwähnt, wenn die Citavi-Mitarbeiter auf die Möglichkeit der Nutzung hinweisen oder Nutzer explizit darauf hinweisen, dass sie es nicht verwendet haben. Wer selbst stöbern möchte, klicke bitte hier entlang.

Im Forum schrieb ein Citavi-Mitarbeiter:

Aber unsere Situation ist, dass wir mit keinem anderen DBMS so viele Kunden erreichen können wie mit SQL Server.

Ich möchte meine Frage von vor einem Jahr wiederholen: Gibt es inzwischen eine oder mehrere Bibliotheken, die Citavi for DBServer als Service anbieten? Vorzugsweise im deutschsprachigen Bereich?

Werden Open-Access-Publikationen in Patenten zitiert?

Werden Open-Access-Publikationen in Patenten zitiert? Ja. Aber ich würde gerne herausfinden, wie hoch der Open-Access-Anteil der in Patenten zitierten Literatur tatsächlich ist. Und ob und wie stark er steigt. Ich habe keine Veröffentlichungen gefunden, die sich dieser Thematik annehmen. Und auch keine geeigneten Daten oder Suchinstrumente. Eventuell könnte PatBase dafür in Frage kommen? Zumindest wird dies hier angedeutet.

Die OECD-Daten sind zu alt, das NBER Patent Citation Data File sowieso. Kann mir jemand weiterhelfen?