Gelinkte Bibliotheken in Berlin

Die linke Zeitung über die Bibliothekspolitik der Linkspartei/PDS in Berlin:

Wenn dann auch noch die „unentgeltliche Nutzung der Bibliotheken“ als spektakulärer Erfolg der regierungsbeteiligten Linkspartei.PDS in Berlin hingestellt wird, gleichzeitig aber verschwiegen wird, dass die Berliner Bibliotheken vom rot-roten Senat reihenweise geschlossen werden, entlarvt sich das eigene Politikverständnis als pure Verhöhnung der Wählerschaften – und ganz passend dazu heißt es in der „Dessauer Erklärung“ über die Berliner Regierunsbeteiligung abschließend: „Es zeigt sich: Politisches Engagement und Konzentration auf die zentralen sozialen Fragen zahlt sich unter allen Konstellationen für die Menschen aus…; dies ist auch der Maßstab für Entscheidungen für oder gegen Regierungsbeteiligungen. Deswegen begrüßen wir es, dass die rot-rote Koalition in Berlin fortgesetzt werden kann.“

Berlin ist auf Bibliothekssterben.de sehr oft gelistet.

Berichterstattung über Open Access

Silicon.de berichtet über die Initiative der EU zur Förderung von Open Access (vgl. Netzpolitik, Archivalia und Verweisungsform). Von einer ausgewogenen Berichterstattung kann keine Rede sein, die Argumentation der Verlagsseite wird kritiklos übernommen. Dies ist in vielen Zeitungen der Fall, und hier wird deutlich, wie wichtig eine gut organisierte Öffentlichkeitsarbeit pro Open Access ist.
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Das Mozilla-Manifest

Mitchell postet in ihrem Blog das Mozilla-Manifest (via Heise). Ich habe das Manifest sehr schnell ins Deutsche übersetzt. Diese Übersetzung erhebt keinerlei offiziellen Anspruch und bedeutet auch nicht, dass ich mich diesem Manifest komplett anschließen würde. Die Worte in Klammern weisen auf Begriffe hin, für die mir spontan keine deutsche Entsprechung eingefallen ist. Wer Vorschläge hat, möge diese in den Kommentaren kundtun.
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Marktgerechte Zeitschriftenpreise

Die Wege des Netzes sind unergründlich. Netbib weist auf Reticon hin, die wiederum durch Damaschke auf folgende Seite aufmerksam geworden sind:

Passend zur Debatte über marktgerechte Zeitschriftenpreise (hier und hier) hat die UB Karlsruhe ihre 10 teuersten Abonnements aufgelistet. Wenn ich mich nicht vertippt habe, bringen es diese paar Blättchen auf einen beachtlichen Kostenberg von 119 768,95 Euro. Ob das die Leistung der Verlage marktgerecht widerspiegelt?

Trendmessung in der Biblioblogosphäre

Self plagiarism is style, aber nur wenn man tatsächlich mal eine gute Idee hatte. Davey Ps Idee ist es, kleine, nicht unbedingt notwendige Tools für Bibliothekare zu erstellen. Dies macht er allerdings durchaus mit style.

Eine Idee, die ich vielleicht nächsten Monat mal für die deutschsprachige Biblioblogosphäre adaptieren werde, präsentierte er in seinem Blog. Es geht um eine Tagcloud, mit der die Häufigkeit von Begriffen in der Biblioblogosphäre dargestellt werden können. Um diese zu implementieren, kann man drei Dateien verwenden:

  1. cloud.html — Kopie der letzten Tagcloud des Tages
  2. top100.txt — die 100 meistbenutzten Begriffe mit einer Gewichtung nach Häufigkeit (Grundlage für die Wolke)
  3. hotwords.txt — die neuesten häufigen Begriffe (die farbigen Begriffe in der Wolke)

Details siehe hier. An diesem kleinen Spielzeug gibt es noch ein paar Dinge zu verbessern. Zum Beispiel ist eine Liste mit Stopwörtern notwendig, um den jeweilig aktuellen Monat nicht unbedingt als allerfettestes anzeigen zu lassen. Und bei der Gelegenheit wäre dann auch einmal generell die Barrierefreiheit von Tagclouds zu prüfen. Diese ist höchst zweifelhaft: Tagclouds werden in allen mir bekannten Fällen einfach über den Schriftgrad oder andere optische Mittel dargestellt. Eine semantische Auszeichnung findet nicht statt.

Urheberrechtsbündnis kritisiert "Kompromiß" zwischen Börsenverein und DBV

Das Urheberrechtsbündnis kritisiert den ungeliebten „Kompromiß“ zwischen DBV und Börsenverein massiv. In der Presseerklärung des Bündnisses wird richtigerweise gesagt, dass es kaum akzeptabel ist, vor-digitale Nutzungsarten in die digitale Ära zu übertragen. Auch die Ankündigung, DRM für wissenschaftliche Dokumente einsetzen zu wollen, wird bemängelt.

Interessant scheint mir auch folgender Punkt:

[…] diese Vereinbarung weist eindeutig in die falsche Richtung – abgesehen davon, dass der Börsenverein kaum für die internationale Zeitschriftenverlage sprechen kann, die den weitaus größten Marktanteil haben und die die eigentlichen Probleme der sogenannten Zeitschriften- oder Bibliothekskrise ausmachen.

[via Golem und Heise]

Der DBV hat versagt!

In Bibliothekskreisen macht sich Entsetzen breit: Angeblich haben sich Bibliotheken und Verlage zu einem „Kompromiss über Digitalisierung von Büchern“ entschlossen. Von einem Kompromiss kann allerdings kaum die Rede sein, da Claudia Lux für den DBV keine nennenswerten Errungenschaften für die Bibliotheken und somit für Forschung und Lehre in Deutschland erzielen konnte.

Aber werfen wir doch mal einen Blick auf die Seiten des DBV. Die einzige aktuelle Presseerklärung behandelt einen Besuch von litauischen Bibliothekaren in Norddeutschland. Herzlich willkommen, kann man da nur sagen! Hier können Sie, liebe litauische Kollegen, aus nächster Nähe betrachten, wie man einen Forschungsstandort ruiniert!

Zum „Kompromiss“ ist nichts zu finden. Ist das Ganze vielleicht eine vom Börsenverein ins Spiel gebrachte Fehlmeldung? Vermutlich nicht, und das sollte Konsequenzen für den Vorstand des DBV haben. Wenn Frau Lux dieses Machwerk abgesegnet hat, ist sie eindeutig eine Fehlbesetzung für den Vorstand eines Vereins, der sich zum Ziel gesetzt hat, dass …

  • DBV bibliothekspolitische Forderungen formuliert, auf aktuelle Entwicklungen schnell reagiert und den Bibliotheken Hilfestellungen gibt;
  • DBV enge Kontakte zu den Parlamenten und den Ministerien auf Bundes- und Länderebene, zu den kommunalen Spitzenverbänden und Gebietskörperschaften pflegt und Einfluss auf Gesetzgebung und parlamentarische Willensbildung nimmt;
  • DBV der Interessenvertreter der öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken ist und sich intensiv für die spartenübergreifende und überregionale Zusammenarbeit aller Bibliotheken der unterschiedlichen Unterhaltsträger einsetzt;
  • Ein Witz, und ein äußerst schlechter noch dazu!