Michael P. Sauers: Blogging and RSS

Blogging and RSS : a librarian’s guide / Michael P. Sauers. – Medford, N.J : Information Today, 2006. – 272 S. : Ill., graph Darst.
ISBN: 1-573-87268-7

Inhaltsverzeichnis:

  1. An introduction to blogs
  2. The library blogosphere. Part 1, The blogs
  3. The library blogosphere. Part 2, The bloggers
  4. Creating a blog
  5. An introduction to RSS
  6. Using an aggregator
  7. Feeds for librarians
  8. Creating feeds

Im ersten Kapitel erklärt Sauers Blogs im Allgemeinen, geht in Kapitel 2 und 3 dann auf die bekanntesten, ausschließlich US-amerikanischen Biblioblogs ein, um dann in Kapitel 4 zu erläutern, wie man selbst einen Blog einrichtet. Das alles ist – ebenso wie die folgenden Kapitel, deren Inhalt sich über die Titel selbst erklärt – als Einführung für Bibliothekare gedacht, die sich mit diesen Themen bisher kaum oder gar nicht auseinandergesetzt haben. Ein nettes Buch, das allerdings keine neuen Ideen mitbringt. Das Verdienst Sauers liegt eher darin, eine allgemeinverständliche Zusammenfassung des Themas geschrieben zu haben.

Pflichtabgabe von Netzstrumpfhosen. Ein Selbstversuch

Die Deutsche Nationalbibliothek ruft, und als gesetzestreuer Bürger wollte ich natürlich sofort ausprobieren, wie denn das Anmeldeverfahren für die Pflichtabgabe von Netzwerkpublikationen genau funktioniert. Und selbst wenn man dem hiesigen Bibliothekswesen nicht viel zutraut, ist man wirklich sehr überrascht, wie das Procedere aussieht.

  1. Das Anmeldeformular wird ausschließlich als doc-Datei angeboten. Ist es zwingend notwendig, Microsofts Word zu benutzen, damit man teilnehmen kann? Nimmt die DNB auch nur Bücher an, die von bestimmten Druckereien ausgedruckt wurden? Im Jurawiki ist sehr schön dargestellt, warum man so etwas nicht machen sollte. Es fällt dort Worte wie „Nötigung“ und „Gefährdung“. Todesmutig und mit Antivir in Habachtstellunge hab ich nun OpenOffice auf diese Datei losgelassen. Und…
  2. … ich bekomme ein einseitiges Formular ohne geschützte Bereiche. Müssen die armen DN-Bibliothekare nun jedes Formular auf unveränderte Texte prüfen? Nicht jeder wird so auffällig fälschen wie ich:

    Pflichtabgabe von Netzstrumpfhosen

    Gesetzt den Fall, man lieferte dieses Formular nun korrekt ausgefüllt und ungefälscht per E-Mail, Fax oder Post an die DNB, so bekommt man eine Anmelder-Identifikation und ein Passwort per Email(!) zugesandt. Von wegen rückständig!

    Wie fortschrittlich die DNB ist, beweist sie schon im nächsten Schritt: Sie melden die Netzpublikation an. Diese Anmeldung ist für jede Lieferung erforderlich. Vor jeder Lieferung? Nun ja, sehen wir weiter…

  3. Wollte ich der DNB gerade noch auf die Möglichkeiten der modernen Technik hinweisen, so zeigt sich nun, dass dies gar nicht notwendig ist! Um die Netzpublikation anzumelden, darf ich ein interaktives Anmeldeformular aufrufen. Doch meine Befürchtung, jetzt blinkende Flash-Animationen zu sehen, werden glücklicherweise enttäuscht. Nein, man wird in ein konventionelles, mit Perl gestaltetes Formular gelenkt. Und das Ausfüllen gestaltete sich mitunter etwas schwierig. Hinweis: die Steuerklärungsformulare sind ähnlich formuliert. Beispiel gefällig?

    Abgabe von Steuererklärungen

    Vorher wurden schon Begriffe wie Grundlieferung verwendet. Wahrscheinlich, um beteiligten Bibliothekswesen ein bißchen Vertrautheit im fremden Online-Dschungel zu lassen. Aber vielleicht treibt die DNB ja auch das Verlangen, dieses Wort im Sprachschatz der Netzbürger zu verankern.

  4. Davon lassen wir uns nicht aufhalten, die richtigen Punkte sind schnell ausfindig gemacht („Typ: Elektronische Zeitschrift“), und der nächste Punkt in Augenschein genommen. Ich habe zur Datenübermittlung verschiedene Möglichkeiten, und hier beantwortet sich auch meine Frage aus Punkt XX zu den Lieferungen. „Prinzip Schnappschuß“ und „Prinzip Differenzmenge“. Ersteres bedeutet, ich liefere der DNB die komplette Webseite auf einmal, beim „Prinzip Differenzmenge“ werden nur neue oder geänderte Daten übermittelt. Ja, genau. Ich übermittele die Daten.

    Vorgesehen ist eine Lieferung per FTP. Genaueres dazu schreibt Jürgen Lübeck, man muss sich ja schließlich nicht über alles selbst aufregen.

    Wie auch immer: Gewünscht ist eine gepackte Datei mit allen Seiten, die publiziert wurden. Ganz ehrlich, ich wüsste wirklich nicht, wie ich das bewerkstelligen soll. Sämtliche Infobib-Seiten sind dynamisch generiert. Das heißt, sie existieren eigentlich nicht wirklich. Will die DNB einen SQL-Dump von mir? Sicherlich nicht. Aber was sonst? Wget fällt mir ein, aber warum macht die DNB das nicht selbst?

    An dieser Stelle ist anzumerken, dass Patrick Danowski schon die Hochschulschriftenserver für viel zu kompliziert im Vergleich mit Webdiensten wie Scribd hält. Entscheidet man sich für die Lieferung von „Schnappschüssen“, gelangt man zum letzten Punkt:

  5. Bibliographische Metadaten : fortlaufende Publikation. Das einzig hier auszusetzende sind die vorgegebenen Möglichkeiten zur Erscheinungsweise. Davon wird auf fast alle die Option „unregelmäßig, aber mehrmals im Jahr“ zutreffen. Aber zu dieser Frage gibt es noch ein freies Feld, in dem man dann etwas genauer eintragen kann, dass mehrmals im Jahr in der Regel auch mehrmals pro Woche bedeutet.
  6. Auf der selben Seite werden noch ein paar Daten abgefragt. Alles kein Problem, Infobib gehört in die Kategorie 0020, Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Auch für eher tagebuchartige Blogs findet sich schnell die passende Kategorie: 920, Biografie, Genealogie, Heraldik. Eine Rubrik weiter darf man die Seite weiter klassifizieren. Man hat die beeindruckende Auswahl zwischen:

    Wenn man davon noch nicht genug hat, und die Webseitenklassifizierung der Informatik-AG der örtlichen Realschule übernehmen möchte, kann auch dieses machen. Bei den Thesauri/Normdateien sind nur drei angegeben, Medical Subject Headings, SWD (nicht ausgeschrieben, kennt ja schließlich jeder!) und Unified Medical Language System. Insgesamt ist die DNB hier wieder sehr modern. Es gibt jede Menge user generated content.

  7. Es folgt die Frage, ob die Seite lizenzfrei ist. Ist sie nicht, im Footer wird schließlich stets auf die Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Germany License verwiesen. Doch wenn man liest, …

    Die bibliographische Erschließung erfordert, dass die angemeldeten Netzpublikationen den berechtigten Nutzern der Deutschen Nationalbibliothek zugänglich sind. Bitte stellen Sie dies vor der Abgabe sicher.

    … dann hakt man schnell lizenzfrei an und wandert weiter.

  8. Die letzte Seite! Land in Sicht! Und es lässt sich gut an: Angaben zur Archiv-Version der Netzpublikation : fortlaufende Publikation. Am Punkt „Systemvoraussetzungen“ kann man herummäkeln, wenn man will. Muss man aber eigentlich nicht mehr.

In der FAQ zeigt sich die DNB scheinbar einsichtig: Warum erscheint das Anmeldeverfahren so aufwändig? Es erscheint aber nicht nur, es ist! Hoffnung bietet jedoch ein anderer Punkt: Wie liefert man eine Netzpublikation ab? Wo bekomme ich einen Überblick über das Verfahren?

Derzeit wird an anderen Transfermöglichkeiten und auch an Verfahren zur Sammlung ganzer Gruppen von Objekten, wie etwa vollständiger Websites, gearbeitet. Automatisierte Verfahren, die unter dem Begriff „Harvesting“ bekannt sind, können zur Sammlung ganzer Bereiche des Internets eingesetzt werden. Diese Verfahren befinden sich momentan in einem Entwicklungsstadium und müssen noch für den Einsatz im Rahmen des erweiterten Sammelauftrages zur Anwendungsreife gebracht werden.

Kurz und gut: Die DNB will Infobib offensichtlich nicht haben. Vielleicht ja in Kürze, wenn der erweiterte Sammelauftrag anwendungsgereift ist.

Sammlung von Netzpublikationen durch die DNB konkretisiert

Heise: Bundesregierung präzisiert Pflichten zur Archivierung von Netzinhalten:

Wie bereits die Medienwerke in körperlicher Form müssen zukünftig auch Netzpublikationen im Wege der Pflichtablieferung der Bibliothek zur Verfügung gestellt werden. Wer diesen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig nachkommt, handelt ordnungswidrig und muss im Extremfall mit einer Geldbuße mit bis zu 10.000 Euro rechnen. […] Unscharf ist der Verordnungsentwurf bei der Abgrenzung der Inhalte, die der Archivierungspflicht unterfallen sollen. […] Definitiv verfügbar gemacht müssen nach dem Verordnungsentwurf E-Mail-Newsletter mit Webarchiv sowie „netzbasierte Kommunikations-, Diskussions- oder Informationsinstrumente“, die „sachliche oder personenbezogene Zusammenhänge“ aufweisen. Als Beispiel hierfür dienen in der Entwurfsbegründung öffentliche Weblogs. Ute Schwens, die Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek spricht darüber hinaus auch von „Formen, die originär dem Web entsprungen sind“, wie etwa Wikis und gegebenenfalls Foren. Der Archivierungsauftrag beschränkt sich nicht auf Texte, sondern umfasst teilweise auch Bilder und Töne.

Ausdrucken und hinschicken? Die DNB hat zu Beantwortung nicht nur dieser Frage FAQ gesammelt. Und hier steht ganz konkret, wie es geht.

Bibliothekare blockieren Wissenschaftler

Afrikanische Wissenschaftler sehen sich unterschiedlichen Schwierigkeiten gegenüber, wenn sie auf aktuelle Literatur zugreifen wollen. SciDevNet benennt ein paar:

African scientists are making increased use of online scientific journals but many are still not aware of free access, according to a study.

Researchers also warned that slow Internet connections and librarians‘ control over passwords is hindering what access there is.

Eine vorläufige PDF-Version der Studie „Access to electronic health knowledge in five countries in Africa: a descriptive study“ ist bei BioMedCentral abrufbar.

Respondents were concerned about the management of passwords to access electronic journals within their institutions, explaining that it was difficult to obtain passwords from administration or librarians, who either do not make them readily available, or who “may not always be available to provide them”. Others referred to a tension between library staff (as gate-keepers of passwords) and Internet users, for example, a librarian explained “…use of institutional password is not convenient for users…because they need the librarians to access the password…those who heard from their colleagues about HINARI but do not meet us when they come to the library usually get offended”. Another librarian expressed concern that users “appear to be in a hurry” and don’t consult the librarians before accessing websites; and this was perceived as users “boycotting” the librarians. There were several requests described circumventing high subscription fees by using their contacts in overseas institutions to obtain articles from priced journals, including the Cochrane Library.

Ein Nutzer soll die Bibliothek kontaktieren, bevor er auf eine Homepage zugreift? Ein erstaunliches Berufsbild! Der Bibliothekar als prohibitiver Hüter des Wissens sollte doch eigentlich allmählich ausgedient haben.

LibWorld – Singapore

Our guest author from the smallest country in Southeast Asia, Singapore, is Ivan Chew. His current job is to manage and develop the Adults & Young People services, looking into collection, programmes and services. He is serving a 4-year term (2005 – 2009) in the IFLA Standing Committee for Libraries for Children and Young Adults Section.

Singapore disposes of a distinguished equipment and an innovative arranged librarianship. It deemed to be as one of the best in the world. Since September 2001 exists for example the „eLibraryHub„, a virtual library, where every citizen of Singapore can use all online services.
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Stadtbüchereien Düsseldorf ziehen positive Bilanz

Die WZ berichtet heute über steigende Nutzungszahlen der Stadtbüchereien Düsseldorf. Deren Leiter, Norbert Kamp, sieht sich damit schon „mindestens in NRW an der Spitze“. Er führt diese Entwicklung vor allem auf „konsequentes Zielgruppenmarketing und Investitionen“ zurück. Letztere sind vor allem dem Pisa-Schock zu verdanken, woraufhin den Bibliotheken wieder mehr finanzielle Ressourcen zugestanden wurden.

Ab Herbst soll in Düsseldorf die elektronische Medienausleihe sogar rund um die Uhr, sieben Tage die Woche angeboten werden.

Anti-Ranganathan

Wirklich ziemlich zufällig bin ich über ein Posting in einem koreanischen Blog mit dem Namen LIStory gestolpert. Ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, was sonst in diesem Artikel geschrieben wird, möchte ich den englischen Teil zitieren:

  • Books are for library evaluation.
  • Some reader his or her book.
  • Some book its reader.
  • Save the time of the librarian.
  • The Library is a silent organism.
  • Sieht nach einer Polemik über nicht besonders nutzerfreundliche Bibliotheken aus. Liest zufällig jemand mit, der den Rest übersetzen kann?

    LibWorld – Sweden

    Similar to the Swedish social systems, the Swedish libraries have a very good reputation. Not only the fully developed public library system is known for innovative ideas like the Living Library.

    Peter Alsbjer, Director of the County Library of Örebro, Sweden, has written an overview about the Swedish biblioblogosphere. His blog can be found at [Omv] Lite IT. A not-so-good online translation tool for Swedish can be found here.

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