MacMillan will Bibliotheken schröpfen

Aus der Rubrik „Bibliotheken, macht das bitte nicht mit“:

Now Macmillan, another one of the “Big Six” publishers, announced Thursday its new plan for selling e-books to American public libraries. Macmillan now says its titles will cost $25 (by comparison, some of its same bestselling titles in the Kindle store go for $8 to $12)—and once acquired by a library, each will be available for two years or 52 check-outs, whichever comes first.

Man erinnere sich an HarperCollins. Für alle E-Books, die nicht dauerhaft für die Benutzung durch Bibliotheksnutzer freigegeben werden, sollte m.E. kein Cent gezahlt werden. Vgl auch die Aachener Erklärung der AGMB (leider nur PDF).

[via Fefe]

Nochmal: Mendelsevier

Der eventuell bevorstehende Verkauf von Mendeley an Elsevier wird vielerorts diskutiert. Ein paar Links:

Zotero positioniert sich derweil ganz offen als freie Alternative:

Academic Phrasebank

Wissenschaftliches Schreiben auf Englisch ist für Nicht-Muttersprachler harte Arbeit. Besonders die Übersetzung, oder besser Übertragung, von Redewendungen und Floskeln fällt oft schwer. Auch als Leser von wissenschaftlichen Publikationen merkt man häufig, dass mancher Satz merkwürdig „unenglisch“ klingt. Abhilfe schaffen will John Morley mit der Academic Phrasebank:

The Academic Phrasebank is a general resource for academic writers. It aims to provide you with examples of some of the phraseological „nuts and bolts“ of writing organised under the headings to the left. It was designed primarily with international students whose first language is not English in mind. However, if you are a native speaker writer, you may still find parts of the material helpful.

Das Angebot ist durchaus ernst gemeint, es ist ein offizielles Angebot der University of Manchester, deren „University-Wide Language Programmes“ Morley leitet.

Folgende Kategorien stehen zur Verfügung:

Will man z.B. unerwartete Ergebnisse beschreiben, geht man in die Kategorie „Discussing Findings“ und findet dort unter „Unexpected outcome“ unter anderem die Phrase „Contrary to expectations, this study did not find a significant difference between …“.

Ich prophezeie diesem Angebot weltweite Aufmerksamkeit, Beliebtheit und Morley wird regelmäßig Dankesbekundungen und Liebesbriefe erhalten. Und vermutlich Kritik wegen drohender „Verarmung der Sprache“, falls es in Großbritannien ähnlich hyperaktive Sprachwächter gibt wie hierzulande.

[via @MikePress]

Bibflirt

Bibflirt.de:

Egal ob in der Bibliothek, Vorlesung oder Mensa – wenn es jemanden gibt, von dem du einfach nicht deine Augen lassen kannst, hinterlass hier anonym deine Flirtbotschaft! Wer hier nur lernt, macht etwas falsch 😉

Die Universitäten in Heidelberg und Bremen scheinen sich besonders gut (oder schlecht?) zum Flirten zu eignen.

[via VÖBBLOG]

Open-Source-ILS-Übersetzung aus dem Italienischen

Jörg Prante machte in Inetbib darauf aufmerksam, dass für Clavis NG freiwillige Übersetzerinnen und Übersetzer, die die Programmeldungen ins Deutsche übersetzen möchten, gesucht werden. Es handelt sich dabei anscheinend um ein Open-Source-ILS. Weitere Infos zur Übersetzung (auf Italienisch) gibt es hier. Die Übersetzung wird durchgeführt auf Get Localization, einer Webseite zur Koordinierung von kollaborativen Übersetzungen. Hier geht es zum Übersetzungsprojekt für Clavis NG.

Aus eigener Erfahrung kann ich insbesondere Berufsanfängern sehr empfehlen, so etwas bei vorhandenen Sprachkenntnissen einmal auszuprobieren. Durch die Mitarbeit in solchen Projekten lernt man oft eine ganze Menge über die Software, aber auch über das Arbeiten in Teams. Die Kontakte, die man dabei hat, sind darüber hinaus auch a) oft sehr nett und b) nützlich.

Tim Gowers will Overlay-Journal gründen

Tim Gowers (der mit der Fields-Medaille und Cost of Knowledge) möchte ein Overlay-Journal gründen:

Ein französisches Forschungszentrum will die Zusammenstellung von Fachzeitschriften mit „Open Access“-Artikeln des arXiv-Servers deutlich vereinfachen und so Wissenschaftsverlagen stärkere Konkurrenz machen. Üblicherweise werden kostenfreie Online-Magazine gesondert formatiert. Bei der geplanten Variante solle das wissenschaftliche Magazin dagegen aus einer reinen Verzeichnisstruktur in Form eines klickbaren Inhaltsverzeichnis bestehen, erläuterte Tim Gowers, Mathematiker an der Universität Cambridge, das Vorhaben in einem Blogeintrag.

Mehr bei Heise.de.

GMS Medizin — Bibliothek — Information

Wenn es um bibliothekarische, deutschsprachige Open-Access-Zeitschriften geht, werden meist dieselben Beispiele genannt. Libreas, die VÖB-Mitteilungen und neuerdings auch Perspektive Bibliothek. Vergessen wird dabei immer wieder – und m.E. zu Unrecht – GMS Medizin — Bibliothek — Information.

Dabei handelt es sich um ein echtes OA-Journal, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen, mit CC-Lizenzierung und Beiträgen unterschiedlichster Art. Dort werden zum Beispiel Fachbeiträge über Repositories, Poster über Bibliometrie oder Mitteilungen zur Aachener Erklärung über den Erwerb von elektronischen Büchern veröffentlicht.

PS: Die neunte Open-Access-Wette (PDF) auf der Inetbib-Tagung ist damit übrigens schon fast erfüllt.

PPS: Lange nichts mehr zum Thema newLIS gehört…

Keine Ausrede für Paywall-Journals von Fachgesellschaften

Das Argument, dass diese oder jene Zeitschrift eine Fachgesellschaft finanzieren würde, fällt häufiger, wenn es darum geht, eine Zeitschrift OA zu stellen. Die passende Antwort hat Mike Taylor im Guardian formuliert:

But this paywalled journal’s subscription fees fund its scholarly society …

No. This is the tail wagging the dog. The purpose of a scholarly society is to promote scholarship, which is best done by making that scholarship available. A society that cares more about preserving its own budget than about the field it supposedly supports has lost its way. Societies need to find other ways to fund their activities. And yes, I am talking to you, Society of Vertebrate Paleontology (my own field’s society). You cannot support the science of vertebrate palaeontology by taking science and hiding it where most people can’t see it.

Mir ist so, als hätte ich das aus dem Bibliothekswesen auch schon das eine oder andere Mal vernommen.